Kein Röhrling weit und breit, aber alles voller Täublinge?

Es gibt 4 Antworten in diesem Thema, welches 461 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Nikky.

  • Vorweg: Sollte ich diese Saison nochmals in den Wald gehen, muss ich dringend eine handvoll sammeln und einem Gutachter vorlegen. Aber ich möchte gerne eure Meinung dazu hören. 😬

    Und ich muss mir angewöhnen, mehr Fotos zu machen. 🤦‍♀️


    Mein ganzer Wald ist augenscheinlich voller Täublinge! Würden wir uns mit auskennen, würden wir nicht nur mit 2 Hexen den Wald verlassen. 🤣 Irgendwie scheint es bei uns im Wald gerade sehr schlecht mit Röhrlingen zu sein und findet man was, sind sie bereits verschimmelt (ich meine dich, kleiner Rotfuß). 🫠 Generell scheinen sich Lamellenpilze hier deutlich wohler zu fühlen und da will man doch glatt eine neue Art aufnehmen.


    Ich habe so oft gelesen, dass Täublinge als Anfängerpilze gelten, sofern man sie eindeutig auch dieser Gattung zuordnen und zB den Knollenblätterpilz ausschließen kann.


    Immer wieder hebe ich einen auf und gehe alle Merkmale zum Spaß durch: Stil bricht wie Styropor (knackt sauber durch), Lamellen zerspringen beim drüberfahren, keine Manschette/kein Ring am Stil, keine Knolle am Stilende und Hüte in allen möglichen Farben vorhanden. Geschmackproben traue ich mich nur gelegentlich, bis jetzt keinen scharfen erwischt und nur gedacht "Wenn ich mir jetzt noch 100% sicher wäre, dürfte er sicher mit."

    Ist die Schärfe vergleichbar mit einer Chili oder frischen Zwiebel? Ich kann Schärfe nicht so gut ab und sollte das daher schmecken, wenn es wirklich so deutlich ist.


    Jetzt will ich mal in die Runde geübter und erfahrener Sammler fragen: Würdet ihr diesen Pilz den Täublingen zuordnen? Jetzt hatte ich bereits den Stil abgebrochen (und vergessen einen anderen mal auszubuddeln und zu fotografieren), aber der war abgerundet, bei anderen stellenweise keulenartig verdickt am Ende und ohne Knolle/Hülle. Ein Exemplar war sogar schwach wurzelnd. Stil ließ sich zwischen den Fingern zusammendrücken wie ein weicher Styroporflip, aber behielt keine sichtbaren Druckspuren und kehrte auch in seine Ursprungsform zurück.


    Wald ist gemischt, überwiegend bestehend aus Buchen und einem Nadelbaum, den ich leider nicht bestimmen kann. Die Zapfen sind sehr klein und rundlich, aber größer als Erlenzapfen. Gelegentlich ein paar Fichten mittendrin. Die Pilze selber fand ich eher da, wo sich Wasser sammelte und die Erde deutlich feuchter blieb.


    Bei der Färbung vermute ich etwas in Richtung Frauentäubling, weil die Lamellen nicht sofort brachen und erst bei mehr Druck nachgegeben haben, aber auch nicht so stark wie andere untersuchte, ähnliche Pilze mit anderen Hutfarben (olive, burgunder, rotorange).



    LG Nikky

  • Hallo Nikky,

    zu den Täublingen mag Dir bitte jemand anderes schreiben - ich persönlich finde die nämlich ziemlich kompliziert und finde, die sind keineswegs Anfängerpilze. Aber dies ist jetzt nur meine persönliche Meinung.

    Ansonsten kann ich Dir nur sagen, dass es in den letzten zwei, drei Wochen eine richtige Explosion von Röhrlingen gab - bei mir in zwei komplett verschiedenen Gebieten (Altmühltal und Nürnberg) Dies waren, was Röhrlinge angeht, zumindest bei mir, Steinpilze, Rotkappen (verschiedene), Hexenröhrlinge (verschiedene), Lärchenröhrlinge (verschiedene), Butterpilze und Goldröhrlinge.

    Gestern und heute habe ich sowohl im Altmühltal als auch in der Nürnberger Gegend fast nur noch Methusalems gefunden. ABER ich habe auch ganz junge Exemplare gesehen, die gerade am Kommen sind: 2 Steinpilze, zwei Hexenröhrlinge, zwei Maronen, zwei Körnchenröhrlinge, Rotfußröhrlinge - von den anderen Speisepilzen die gerade am Kommen sind schreibe ich jetzt einmal nicht, da ich nicht weiß, ob Du die kennst.

    Fazit: Gehe in Kürze noch einmal raus :)

    Liebe Grüße

    Maria

  • Hallo Nikky, das sollte schon ein Täubling sein. Die Art kann ich so nicht bestimmen (ist bei Täublinge eh schwer), aber auf einem Foto siehts so aus, als hättest du die Lamellen ineinander verschmiert, das spricht für den Frauentäubling. Schön, dass du dich da so vorsichtig rantastest. Da das Ende fehlt, könnte theoretisch die Gefahr bestehen, dass du z.B. doch einen Knollenblätterpilz, bei dem der Ring abgefressen wurde, gefunden hast. Zur Schärfe: Scharfe Arten sind wirklich scharf, ich esse manchmal Graustiel-Täublinge, die sind ganz leicht scharf in den Lamellen, gelten aber trotzdem als essbar.


    Herzliche Grüße

    Pilzfreund77

  • Hallo Nikky,


    Du schreibst:

    Zitat


    Ich habe so oft gelesen, dass Täublinge als Anfängerpilze gelten, sofern man sie eindeutig auch dieser Gattung zuordnen und zB den Knollenblätterpilz ausschließen kann.

    Ja, das ist richtig. Du musst Dir zu 100 % sicher sein, einen Täubling vor Dir zu haben.


    Aus meiner Praxis als Pilzberater:

    Kommt ein Pärchen, der Mann sichtlich genervt, weil seine Frau mit den Pilzfunden unbedingt zum Pilzberater will. Der Mann sagte: „Wir haben nur Täublinge, die habe ich alle gekostet und sie sind alle mild, also können wir die essen.“ Beim Blick in den Korb sah ich nur Wulstlinge (Amanita), keinen einzigen Täubling.

    Er: „Ja, das sind alles Täublinge, weil die Stiele glatt durchbrechen.“ Ich: „Ja, das glatte Durchbrechen ist EIN Merkmal der Täublinge. Deine Pilze haben jedoch einen Ring am Stiel und Flocken auf dem Hut und eine knollige Stielbasis.“


    Der Mann war also nicht in der Lage, Täublinge zu 100 % zu identifizieren. Er hat sich nur auf EIN Merkmal verlassen.


    Und stell Dir vor, der hat alle Wulstlinge (Amanita) im Wald verkostet – was für ein Leichtsinn.



    Die Täublingsregel ist eine mykologische Faustregel für Täublinge (Russula):

    Mild schmeckende Arten sind in Mitteleuropa in der Regel essbar, scharf oder bitter schmeckende Arten sind ungenießbar oder giftverdächtig.


    Wichtige Voraussetzung:

    Die Regel darf nur angewendet werden, wenn der Pilz zweifelsfrei als Täubling erkannt wurde.

    Sie gilt nicht für andere Pilzgattungen, da viele gefährliche Giftpilze mild schmecken können.

    Bei der Geschmacksprobe wird nur ein kleines Stück gekaut (mind. 1 Minute) und anschließend ausgespuckt.



    Insofern ist das Lernen der Gattungsmerkmale der Täublinge eine wichtige Voraussetzung. Später, mit der Erfahrung, wirst Du einen Täubling meist bereits aus größerer Entfernung als solchen erkennen.


    Viele Grüße,

    Steffen

  • Hallo Nikky,

    zu den Täublingen mag Dir bitte jemand anderes schreiben - ich persönlich finde die nämlich ziemlich kompliziert und finde, die sind keineswegs Anfängerpilze. Aber dies ist jetzt nur meine persönliche Meinung.

    Da scheiden sich wohl die Geister. Für mich sind meine Röhrlinge einfach, aber ich bin mit denen aufgewachsen und jemand anderes ist bei denen sichtlich unsicherer. Jemand nannte mir Stockschwämmchen als einfach und ich sehe nur Gifthäublinge, daran traue ich mich gar nicht oder Hallimasche. 🤣


    Ich glaube mein Wald hier hat einen Mangel/Problem. Es gab hier Steinpilze ohne Ende und auf einmal kann man froh sein, einen Filzröhrling zu finden, der nicht verschimmelt ist. Das geht schon paar Jahre, aber vielleicht kann es nächstes Jahr aussehen.

    Hallo Nikky, das sollte schon ein Täubling sein. Die Art kann ich so nicht bestimmen (ist bei Täublinge eh schwer), aber auf einem Foto siehts so aus, als hättest du die Lamellen ineinander verschmiert, das spricht für den Frauentäubling. Schön, dass du dich da so vorsichtig rantastest. Da das Ende fehlt, könnte theoretisch die Gefahr bestehen, dass du z.B. doch einen Knollenblätterpilz, bei dem der Ring abgefressen wurde, gefunden hast. Zur Schärfe: Scharfe Arten sind wirklich scharf, ich esse manchmal Graustiel-Täublinge, die sind ganz leicht scharf in den Lamellen, gelten aber trotzdem als essbar.


    Herzliche Grüße

    Pilzfreund77

    Den Stil hatte ich bereits vor dem Foto abgebrochen, um die Knackprobe zu machen. Habe heute daran gedacht den VORHER zu fotografieren und wenn die so aussehen, bin ich mir schon relativ sicher, einen Täubling gefunden zu haben. Für nächstes Jahr ist aber eine Pilzwanderung geplant, um mal den Horizont zu erweitern. 😄