Galerina in Sphagnum

Es gibt 4 Antworten in diesem Thema, welches 331 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Helmut.

  • Servus,

    diesmal bereitet mir eine Galerina Kopfzerbrechen, die ich Sommer 2025 in einer Kiefern-Moorwald in Sphagnum-Polstern gefunden habe. Mit keinem der mir zur Verfügung stehenden Schlüsseln ist eine Bestimmung gelungen. Hier die Beschreibung:

    Hut bis ca. 20 mm breit, ansonsten siehe Foto, Geruch unauffällig

    Mikro-Befund vom Quetschpräparat vom Exsikkat in KOH 3%: Sporen (n=30) 8,0-10,5 x 5,0-6,0 µm, im Schnitt 9,4 x 5,5 µm, Q = 1,6-1,8, im Schnitt 1,72, elliptisch-amygdaloid, fein warzig, ohne deutlichen Keimporus, nicht dextrinoid; Basidien 4-sporig; Cheilozystiden (n=20) 31-42 (48) x 7,0-14,0 x 3,0-6,0 µm (Länge x Bauchbreite x Kopf), mit langem Halsteil und abgesetztem Köpfchen sowie breiterem Bauch; Kaulozystiden ähnlich den Cheilozystiden, am Bauch meist schlanker und mit deutlicher abgesetztem Köpfchen; Schnallen z. T. vorhanden (nicht an jeder Septe)

    Anbei die Fotos.

    Gruß Helmut


    Standort-Foto


    Cheilozystiden


    Kaulozystiden in Kongorot-Ammoniak


    Sporen in KOH 3%

  • Servus Christoph,

    die Sporen sollten bei tibiicystis dextrinoid sein, in der Breite im Schnitt über 6 µm und stärker ornamentiert. Ich muss aber zugeben, dass ich in dieser Gattung nicht gar so viel Erfahrung habe, um eine evt. Variabilität bei diesen Merkmalen sicher abschätzen zu können.

    Gruß Helmut

  • Hallo zusammen


    Das Sporen-Ornament wirkt etwas zu fein, aber sonst passt alles recht gut zu Galerina mairei (=G. tibiicystis ss. auct.)

    G. tibiicystis ist eine amerikanische Art, die in Europa noch gar nicht nachgewiesen ist.

    Was hier tibiicystis genannt wird, ist entweder G. hybrida oder G. mairei.


    Literatur:

    • de Haan, A.; Walleyn, R. 2006. Studies in Galerina 2. Fungi non delineati 33: 49
    • Bouteville, R.-J.; Moreau, P.-A. 2005. Les Galerina sphagnicoles de la section Tibiicystis en Europe. Bulletin Mycologique et Botanique Dauphiné-Savoie. 177. 13-32

    Bei den Sporenmassen widersprechen sich die beiden Autoren. Bouteville & Moreau nennen als Mittelwert 10.4x6.3 µm. de Haan & Walleyn 9.5x5.7 µm.

    Vermutlich gibt es da eine gewisse Variabilität.


    LG Raphael

  • Danke Raphael für die interessanten Ausführungen! Da waren aber neben der Sporenbreite auch noch die Dextroinität der Sporen. Deshalb habe ich noch was ausprobiert: Zuvor hatte ich ein kleines Lamellenstückchen des Exsikkats erst mit KOH eingeweicht (danach wieder abgezogen) und dann erst Melzers drauf. Jetzt habe ich es (lange!) direkt in Melzers eingelegt, obwohl mir klar war, dass das nicht optimal ist. So war's auch: Das Präparat bleibt fest und quillt nicht auf, Zystiden etc. sind nicht beurteilbar. Vorteil: Die Sporen reagieren doch dextrinoid (nicht besonders heftig, aber immerhin). Es scheint, dass sich das KOH an der Sporenoberfläche anlagert und sich nicht mehr ganz auswaschen lässt.

    Spaßeshalber habe ich nochmal 20 Sporen aus diesem Präparat vermessen (von einem anderen größeren Frk.), die Messbreite war wieder ähnlich, die Averages aber bei 9,8 x 6,0 µm. Da scheint also tatsächlich eine gewisse Variabilität aufzutreten.

    Ich werde den Fund jetzt unter G. mairei ablegen.

    Gruß

    Helmut