Flechte mit Konidien

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  • Hallo allerseits,


    Nach dem Fund der immernoch unidentifizierten ungestielten Stecknadelflechte (Acolium / Cyphelium / Thelomma oder so) habe ich Ausschau gehalten nach weiteren Funden. Insbesondere weil Prof. Wirth, den ich dazu angeschrieben hatte, meinte, dass man auch (Pseudo-)Thelomma ocellatum nicht ausschließen könne, da diese Art neben der sorediösen Form auch im Verhältnis von 100:1 in einer Form mit Apothecien auftritt. Ich solle doch mal die Sporen vergleichen, ob das passt. - Abgesehen davon, dass meine Sporen nicht groß genug sind, auch nach weiteren Proben nicht länger als 19 µm, sollten dann doch auch zahlreicher die sorediösen Formen zu finden sein. Wobei mir nicht klar ist, wie die mikroskopisch aussehen sollen - Mikrobilder, sofern gefunden, zeigen immer die Apothecienform.


    Ob die hier gezeigte Art damit was zu tun hat oder nicht, weiß ich nicht. Eher wohl nicht, aber ausschließen will ich es aber auch nicht. Vielleicht hat jemand eine Idee was das sein könnte. So von weitem sieht sie ja schon ziemlich ähnlich aus ... Das Substrat ist Nadelholz. Eine imprägnierte ehemalige Eisenbahnschwelle, die auch gut und gern in Karelien oder Sibirien gewachsen sein kann.

    Auflicht


    Wasser

    Konidien so um 4*1,5 µm

    gelegentlich mit etwas kräftigeren Hyphen


    Achso, die Algen sind rund und grün.


    Danke für's Anschauen,

    LG, Bernd

  • Hallo Bernd,


    ich kenne sie leider nicht. Und selbst wenn ich so etwas schon gesehen hätte, würde ich mich auf den makroskopischen Eindruck nicht verlassen, sondern schlüsseln.

    Um die sterilen Krusten schlüsseln zu können, sind eigentlich immer die Tüpfelreaktionen (ev. auch UV) nötig, ehe man nach Konidiengrößen befragt wird. Auch Farbe (hier wohl grünlich oder oliv schwarz) und die Farbreaktionen des Excipulums (in KOH und HNO3) werden regelmäßig abverlangt.

    Aber du kennst die entsprechenden Schlüssel ja.


    Nach Pseudothelomma ocellatum sieht es mir zumindest nicht aus. Leider kann ich aber nicht weiterhelfen.

    Kniffelig...


    LG, Martin

  • Hallo Martin, danke. Meist ist ja schon geholfen, wenn man noch mal gesagt kriegt, dass es wirklich knifflig ist und nicht nur was Banales, das man übersehen hat :D


    Wobei ich mit nur Konidien eigentlich auch nicht so richtig weiß, wo mit dem Schlüsseln anfangen - und eigentlich hat man ja auch gar nicht ausreichend Daten. Makroskopisch gibt es Flechten mit grauem Lager und schwarzen Punkten ja zu Dutzenden, nur eben meist mit Apothecien.


    LG, Bernd

  • Hi Bernd,


    du kannst ja mal den Schlüssel IXb in DFD probieren und schauen, wie weit du kommst. Vielleicht ist zumindest die vorgeschlagene Gattung intgeressant.

    Ansonsten gibt es immer den "interaktive Guide" bei Italic, der bei Adam und Eva beginnt. Den benutze ich auch recht gerne in solchen Fällen.


    LG, Martin

  • Hallo Martin, ich habe mal diverse Schlüssel versucht und bin zu zwei einigermaßen plausiblen Kandidaten gekommen.


    Pycnora praestabilis und Cliostoma corrugatum, von denen es heißt, dass Apothecien selten seien und die auch an verbautem hartem Nadelholz vorkommen.


    Mit KOH 3% gelbliche Färbung vom Thallus (links) gegenüber ohne (rechts)

    Melzers

    KOH 20%, Algen

    Perithecium, vielleicht kann man da einen violetten touch erahnen?


    Betrachte ich einstweilen als erledigt, mangels P, C und N. Kommt irgendwann zur Wiedervorlage - rennt ja nicht weg.


    LG, Bernd

  • Hallo Bernd,


    na prima, schon mal eingekreist!

    Die Krusten kenne ich zwar überhaupt nicht, aber beim letzten Bild würde ich sogar ein kräftiges Violett erkennen wollen.


    LG, Martin