Bodenart bestimmen

Es gibt 4 Antworten in diesem Thema, welches 104 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Moosfreundin.

  • Hallo zusammen,


    mich hat es schon mehrfach bei meiner Lieblingstotentrompetenstelle hingelegt und jedes mal habe ich mich gefragt "was ist denn das für ein Boden?!", da es da neben fancy Testmethoden auch ganz pragmatische Verfahren gibt, dachte ich, ich teste das heute mal und schaue ob ich diese Frage beantworten kann.

    Hauptquelle für alles folgende ist: Bodenartendreieck plus Erklärung Schlüssel auf Seite 39!

    Falls hier jemand ist der sich damit beschäftigt (oder möchte) bin ich sehr offen für Kommentare/Korrektur/Tipps oder einfach mitmachen.

    Ich bin kein Profi sondern einfach nur sehr neugierig. :)


    Ort des Geschehens, eine umgefallene Esche. Aus der Wand des Lochs habe ich mir deutlich unterhalb vom organischen Horizont eine Probe entnommen. (dabei darauf geachtet nichts vom Oberboden in meiner Probe zu haben)


    1. "Walnussgroße Bodenprobe formen und anschließend zu einer dünnen Walze von etwa halber Bleistiftstärke ausrollen"


    Die Kugel formen war super easy, daraus dann eine Walze formen war aufgrund der Menge etwas problematisch, ich hatte ja keinen Tisch o.ä im Wald. Ich habe es dann einfach in kleinere Portionen aufgeteilt dann ging es super in der Hand.

    Unterfragen:

    "nicht oder wenig gut aursollbar, meist zerbröckelt die Walze bevor halbe Belistiftstärke erreicht ist" => nein

    "leicht ausrollbar, Bodenwalze intakt oder nur schwach rissig" => Ich bin weiter zu 4. gegangen im Schlüssel.


    4. "Boden zwischen Daumen und Zeigefinger reiben, ggf. etwas befeuchten, auf Körnigkeit und Bindigkeit prüfen"

    Unterfragen:

    "etwas schmierig-klebrig, gut form und ausrollbar" => hier gehe ich mit.
    "dünner als auf halbe Bleistiftstärke ausrollbar, glänzende Reibeflächen=> nein

    Im Wald dachte ich das vorherige Bild wär schon dünner als halbe Bleistieftstärke. Zu Hause dann gemerkt das Bleistifte dünner sind als ich sie in Erinnerung hatte. :D
    Die Bodenprobe war steinhart über Nacht geworden, man sollte sie wohl luftdicht verpacken oder zumindest nicht auf der Fußbodenheizung lagern. Ich gehe weiter bei 7. weil abgebildet die dünnste Rolle ist die ich bei mehreren Versuchen geschafft habe.


    7. "Boden zwischen Daumen und Zeigefinger reiben und drücken, Körnigkeit und Formbarkeit beurteilen"

    Ich habe das einfach zwischen den Fingern so platt gerieben. Es glänzt nicht so wirklich, wenn dann nur matt.

    Unterfragen:

    "meist leicht ausrollbar, deutlich sandig, sehr klebrige Feinsubstanz" =>null Sand spürbar

    "beim Ausrollen etwas rissig je nach Bodenfeuchte, Boden mehlig-samtig und etwas klebrig, matte bis schwach glänzende Reibeflächen" => hier gehe ich mit.

    (die restlichen Nebenfragen von 7. beinhalten alle Sand)


    Unterfragen zur Unterfrage: :D
    "Kein Sand erkennbar" vs. "wenig Sand erkennbar":
    Ich entscheide mich für kein Sand erkennbar.

    Ergebnis: Ut4 stark toniger Schluff.


    Was ich noch allgemein nachgelesen habe:

    Bodenart: beschreibt die Korngrößenzusammensetzung eines einzelnen Horizonts (Sand, Schluff, Ton; Mischungen = Lehm).

    Bodentyp: Einordnung des gesamten Bodenprofils (hier habe ich den Verdacht auf einen Gley).


    Erdige Grüße :)

    VG, Moosfreundin :)


    Meine Pilzbestimmungen sind wie Wettervorhersagen: manchmal richtig, manchmal nicht. Wer seinen Fund essen möchte geht zum PSV.

  • Hallo! Spannende Sache wieder! Erst Bäume, jetzt Boden :)

    Ich lese mich später mal ein, bin jetzt nur am Handy. Geht aber auch nicht bei Frost, da rollt man wohl eher nix...

    Ich mache gern mal einen Test mit. Man müsste halt dann irgendwo schauen können, ob man auch Recht hat, oder man weiß den Boden schon vorher, sonst biegt man irgendwo falsch ab und kommt auf ein falsches Ergebnis.

    Liebe Grüße aus dem Vogtland

    die Schwarzhex

    :gwinken: Sandra

    (PC 100 - 10 (fürs APR 2020) = 90 - 15 (APR 21) = 75-10 (APR22) = 65 + 7 (APR 22 Auflösung) - 5 (Rätsel-Gedicht)= 67 - 10 (APR 23) = 57 + 5 Gnanzierung = 62 - 10 (Ast-Wette gegen Björn) = 52 - 10 (APR 24)- 1 (legaler Bestechungsversuch im Vorfeld des APR zugunsten GI)= 41 + 21 (Thorwulf Spende)= 62 + 38 (Hannes2 Spende) = 100 PC :gbravo: + 3 Gnolmengastfreundlich = 103-15 (APR 25) = 88+ 1 Nannettenrätsel=89 + 3 Jammerei auf hohem SchwarzhexxNiveau = 92+ 3 (Platz 20 APR25)=95

  • Hey cool dich wieder zu sehen hier. :)

    Ja andere Pilzler (also auf Youtube) haben scheinbar tolle Erfolge was Winterpilze angeht, bei mir ist nicht so viel los. (diese Esche im Beitrag ist der einzige Baum weit und breit mit Winterpilzen)


    Ich habe diese Videos geschaut die ich empfehlen kann:

    1. Gärtnermeister der Ton vs. Sand erklärt. Er lässt Schluff aus und Lehm wird auch nur kurz erwähnt, aber für den ersten Überblick super Video. click

    2. Kleine Bodenschule playlist, Dozent ist Diplom-Agrar-Ingenieur betreibt in Au in der Hallertau das Bodenistitut Prügl. click fürs erste Video der playlist

    Ich muss hier auf maximale Lautstärke alles aufdrehen dem seine Videos sind leider leise, aber ich finde er erklärt gut.


    Ich muss das jetzt auch erst üben mit dem Boden, aber als nächstes möchte ich mir "Schäden an Bäumen" anschauen. Weil letztens habe ich ein Schaden an einer Douglasie gesehen da hat ein Keiler seine Zähne gerieben das war super spannend es sah richtig brutal aus. Ich habe Tage gerätselt bis ich dann ehrlich gesagt einen Förster gefragt habe und der hat es mir verraten.

    VG, Moosfreundin :)


    Meine Pilzbestimmungen sind wie Wettervorhersagen: manchmal richtig, manchmal nicht. Wer seinen Fund essen möchte geht zum PSV.

  • Hallo Moosfreundin,

    tonige Böden gibt es ja in sauer und basisch. Ich glaube, für manche Pilze ist das noch wichtiger als der Anteil von Sand, Schluff, Humus und so weiter. Deswegen gucke ich eher auf geologische Karten als auf Bodenkarten.


    Tatsächlich frage ich mich auch, was Pilze bei basischen Böden genau brauchen - ist es der pH-Wert selbst, der den Unterschied macht, oder ist es der Anteil an bioverfügbarem Calcium? Böden sind ja meist dann basisch, wenn der Anteil an Kalk hoch ist. Insofern korrelieren die beiden Größen, zumindest bei uns.


    Aus welchem Grundgestein kommt denn dein Lehmklumpen her?


    Auf jeden Fall ein wichtiges Thema für die Pilzökologie!


    Grüße,


    Wolfgang

  • Hey Wolfgang,


    auf der geologischen Karte ist bei dieser Stelle wo mein Klumpen herkommt Muschelkalk (mittlerer&oberer).


    Ich denke die Bodenart hat Relevanz weil sie noch mehr über die Eigenschaften vom Boden preisgibt, insbesondere über Wasserhaltefähigkeit, Durchwurzelung, Sauerstoffverfügbarkeit, und im ganz groben über Nährstoffdynamik. Die Geologische Karte ist jedoch das Fundament auf dem das stehen muss. Meine persönliche Hypothese ist das es auch auf die Bodenart drauf ankommt ob und wie stark Totentrompeten Fruchtkörper bilden. (also ein Faktor von vielen meine ich!)

    VG, Moosfreundin :)


    Meine Pilzbestimmungen sind wie Wettervorhersagen: manchmal richtig, manchmal nicht. Wer seinen Fund essen möchte geht zum PSV.