Pilzpirsch im Februar

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  • Hallo Pilzfreunde,


    gestern war hier das Wetter erfreulicherweise mal zur Abwechslung ganz annehmbar und hat mich veranlasst, ein wenig meine verdächtigen Pilzorte aufzusuchen um zu sehen, was sich so tut.

    Meine Aufmerksamkeit richtete ich insbesondere auf alles mögliche Totholz und wurde auch mehrfach fündig.

    An einem von mir nicht zuzuordnenden Substrat (Nadel- oder Laubholz) fand ich einen mir noch nicht bekannten Schichtpilz. Ich vermute entweder den Fleischroten Zystidenrindenpilz Peniophera incarnata (Syn. Thelephora i.) oder den Braunen Fichten-Schichtpilz Veluticeps ambigua (Syn. Stereum ambiguum):


    Bild 1 A: Schichtpilz


    Bild 1B:


    An einem toten Holunderstamm fand ich XXL-Judasohren Auricularia auricula-judae, wobei mehrere FK eine Breite von 10 cm hatten.

    Bild 2 A: Judasohren


    Bild 2 B: Judasohren


    An totem Eichenast zeigte sich eine Kollektion von Winterporlingen Polyporus brumalis:

    Bild 3 A: Winterporlinge

    Wobei ein kleiner FK, wie mir scheint von einem Schleimpilz befallen war:

    Bild 3 B: Von Schleimpilz befallener Winterporling


    Dabei dürfte es sich um das Plasmodium des Fadenfrucht-Schleimpilzes handeln, der in unmittelbarer Nähe mehrfach zu finden war:

    Bild 4 A: Plasmodium des Fadenfrucht-Schleimpilzes an Eiche


    Bild 4 B: Plasmodium des Fadenfrucht-Schleimpilzes


    Bild 4 C: Plasmodium des Fadenfrucht-Schleimpilzes


    Bild 4 D: Plasmodium des Fadenfrucht-Schleimpilzes und beginnende Fruchtkörperbildung


    Bild 4 E: Verschiedene Stadien des Fadenfrucht-Schleimpilzes


    Was das hier einmal werden wird, weiß ich nicht (ebenfalls an Eichenholz):

    Bild 5:



    Bild 6 A: Herber Zwergknäueling Panaeolus stipticus



    Bild 6 B: Herber Zwergknäueling Panaeolus stipticus, Unterseite


    Bild 6 C: Herber Zwergknäueling Panaeolus stipticus


    Bild 7 A: Was das ist, keine Ahnung


    Bild 7 B:


    Bild 7 C: Von unten mit Maßband


    Bild 8 A: Ich vermute mal Eichenschichtpilz Stereum gausapatum oder Zottiger (Striegeliger) Schichtpilz Stereum hirsutum


    Bild 8 B: Ich vermute mal Eichenschichtpilz Stereum gausapatum oder Zottiger (Striegeliger) Schichtpilz Stereum hirsutum


    Bild 9 A: Ich vermute Schmetterlingstrameten Trametes versicolor


    Bild 9 B: Ich vermute Schmetterlingstrameten Trametes versicolor


    Bild 10: Alte Geweihförmige Holzkeulen Xylaria hypoxylon


    Bild 11 A: Ich vermute einen alten Erdwarzenstern Thelephora terrestris (Syn. Phylacteria t.)


    Bild 11 B: Ich vermute einen alten Erdwarzenstern Thelephora terrestris (Syn. Phylacteria t.) von der Unterseite


    Bild 11 C: Ich vermute einen alten Erdwarzenstern Thelephora terrestris (Syn. Phylacteria t.) mit Maßband



    Bild 12 A: Keine Ahnung, was da an Kiefer wächst


    Bild 12 B: Keine Ahnung, was da an Kiefer wächst


    Bild 12 C: Keine Ahnung, was da an Kiefer wächst (Unterseite)


    Bild 13 A: Das könnte ein Nest mit alten Stäublingen Lycoperdon spec. sein


    Bild 13 B: Die gleichen Stäublinge Lycoperdon spec., aber welcher wohl?


    Bild 14: Gleich neben den Stäublingen ein "Beifang": Abwurfstange vom zweijährigen Damhirsch, lag dort wohl schon seit letztem Frühjahr


    Bild 15 A: Da weiß ich auch nicht so recht, was es ist. Schmetterlingstrameten? Rechts jedenfalls 2 Winterporlinge


    Bild 15 B: Die gleicheGruppe aus anderer Perspektive


    Bild 15 C: Die eventuelle Tramete von unten, leider nicht scharf geworden


    Bild 16 A: Auch hier habe ich keine Ahnung, riecht jedoch sehr stark nach Anis?


    Bild 16 B: Der gleiche Pilz von unten (beide Fotos leider unscharf)


    Bild 17: Ein alter Bekannter aus dem letzten Sommer, über dessen Entwicklung ich schon mal berichtet habe, ist immer noch da, der Kiefern- oder Nadelholz-Braunporling Phaeolus spadiceus. Jetzt allerdings nur noch als Mumie.


    Nach diesem letzten Foto mit Blende 20 und einer Belichtungszeit von 5 Sekunden bei ISO 1600 wurde es auch höchste Zeit, den Heimweg anzutreten; denn die Dämmerung war schon stark fortgeschritten.

    Einige schöne Stunden in der freien Natur, fern von allen Wegen, gingen zu Ende und ich hoffe euch hat es gefallen, mit mir mitzugehen.

    Für Anmerkungen , Berichtigungen und Bestimmungshilfen wäre ich euch sehr dankbar.

    Viele Grüße

    Reinhard

  • Hallo beli,


    vielen Dank für deine Hinweise!

    Bei Nr. 13 hatte ich selbst auch den Birnenstäubling L. pyriforme vermutet, war mir aber unsicher.

    Nr. 12 Violetter Lederporling T. abietinum überzeugt mich wegen der violetten Farbpartien, auch auf der Unterseite.

    Bei Nr. 7 bin ich unsicher nach den Fotos bei 123Pilze, kann aber hinkommen.


    Liebe Grüße

    Reinhard

  • Hallo Reinhard,

    schöne Doku von Badhamia utricularis!

    Ja, Badhamia utricularis hat Porlinge zum Fressen gern. Das ist eigentlich nicht so typisch für Schleimpilze, dass sie ein besonderes Substrat bevorzugen, da die meisten Schleimpilze auf dem Substrat zwar sitzen aber es nicht "fressen". Badhamia ist da fast eine Ausnahme.


    LG Ulla

  • Hallo und danke beli für die überzeugende Erklärung nebst Foto.

    Danke auch an dich Ulla, für deine für mich lehrreichen Ausführungen.

    Der befallene Winterporling war der einzige von mehreren die nicht befallen waren.

    Er hat sich wohl zu nah an den Schleimpilz gewagt und ist überrannt worden.


    Liebe Grüße

    Reinhard

  • Hallo Cornelius,


    guter Vorschlag! Das kann hinkommen: Der Standort auf grasigem und mit Moos bewachsenen Boden bei lückig stehenden Kiefern und der starke Anis-Geruch. Das Sporenpulver ist hell.

    Vielen Dank für den Vorschlag!


    Liebe Grüße

    Reinhard


    NS: Dein Vorschlag betrifft meine Nummer 16, nicht 15.