Weitere Eifeltäublinge

Es gibt 8 Antworten in diesem Thema, welches 1.229 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Karl W.

  • Liebe Täublingsfreunde,

    nach Einige Täblinge hier weitere Arten oder schöne Kollektionen


    Russula decipiens (Weinroter Dottertäubling ) hatte ich bereits gezeigt, aber man sieht nochmal schon die variablen Farben dieses Dottersporers

    Zwar schonmal gezeigt, aber an der Gruppe konnte ich nicht vorbeigehen
    Russula lepida (Harter Zinnober-Täubling)



    Ein Täubling dessen Bestimmung mich viel Zeit gekostet hat. Mir war zwar das feste Stielfleisch aufgefallen aber da die Fruchtkörper schon älter waren, war das Hutfleisch weniger fest und der typische ewas bitterliche Geschmack fehlte ebenfalls. Erst nach Ermittelung der Sporenpulverfarbe IIa, Betrachtung der rundlichen Sporen mit netzigem Ornament und der Dermatozystiden dämmerte es langsam. Zur Sicherheit auf Hinweis von Felix Hampe noch bei Sarnari und Marxmüller nach mögliche Verwechselungsarten gesucht.
    Russula lepida (Harter Zinnober-Täubling)


    Gleich noch ein Verarschungstäubling. Wegen der recht starken FeSO4-Reaktion habe ich aber sehr bald nach Criens in der Huthaut gesucht und wurde leicht fündig
    Russula vesca (Fleischroter Speise-Täubling)



    Kein Problem gab es mit einem sehr scharfen Kandidaten mit hellockefarbigem Sporenpulver IIIa
    Russula solaris (Sonnen-Täubling)


    Ebefalls sehr scharf mit Sporenpulver IIIb
    Russula rubra (Scharfer Zinnobertäubling)


    Am weißflockigen oberen Stielteil (Lupe) und praktisch mildem Geschmack meist schon makroskopisch erkennbar. Ein schönes Merkmal ist die eosinrote Sulfovanillinreaktion am Stiel.
    Russula velutipes (Netztflockiger Rosa-Täublng)


    Typisch ist das rasche Ausblassen in der Hutmitte
    Russula velutipes (Netztflockiger Rosa-Täublng)


    Ein kleiner Täubling mit mildem Geschmack und Sporenpulver IIb, hier schon recht stark ausgeblasst
    Russula puellula (Buchen-Zwerg-Täubling)


    Auch Stink-Täublinge gab es reichlich. Rundliche Sporen mit stacheligem Ornament hat
    Russula foetens (Gemeiner Stink-Täubling)


    Nur durch breiter elliptische Sporen mit teilweise verbundenem Ornament unterscheidet sich
    Russula subfoetens (Gilbender Stink-Täubling) Das Gilben des Fleisches mit KOH ist kein konstantes Trennmerkmal und kann auch bei R. foetens auftreten.


    Ähnlich den Stink-Täublingen aber durch den Geruch nach Bittermandel leicht zu unterscheiden
    Russula grata (Mandel-Täubling)


    Auch zahlreiche Schwärz-Täublinge zeigten sich und einer muss in die Sequenzierung. Sofort schwärzend jedoch in allen Teilen auch nach längeren Kauen mild bleibend führt zu Russula atramentosa der es aber nicht sein kann, da die Hymenialzystiden kein braunes Pigment enthalten. Sicher eine bisher noch unbeschriebene Art.

    Foto Rainer Wald

    Sehr zahlreich vertreten aber hier in ungewöhnlich gelblichem Farbton und erst im Alter auftretendem Rotanteil
    Russula olivacea agg. (Rotstieliger oder Wechselfarbige Leder-Täubling)




    so hatte Björn boccaccio ihn schon gezeigt Eifel-Pilze 24.8.2023

    Beim Rotstieligen Leder-Täubling handelt es sich um ein Aggragat mehrere Arten und diese Exemplare gehen in die Sequenzierung

    Hartfleischig wie der Harte Zinnober-Täubling, ebenfalls mit Rottönen am Stiel, jedoch mehr purpurrot, mit bitterem Geschmack und sehr selten
    Russula amarissima (Bitterer Zinnober-Täubling)


    Oft sind die Lamellenschneiden rot gefärbt, wenn auch nicht immer so deutlich wie hier
    Russula amarissima (Bitterer Zinnober-Täubling)


    Mit diesem Foto von Rainer Wald endet mein kleiner Bericht. Über R. amarissima haben wir uns besonders gefreut, da es erst unser zweiter Fund in der Eifel ca. 100m entfert vom Standort im Jahr 2017 ist.

    LG Karl

  • Mal wieder der Wahnsinn, Karl! :thumbup:

    Nicht nur spannende Arten, sondern auch tolle Kollektionen!

    Die blassen vesca und lepida hätte ich nicht als solche erkannt! Und auch spannend die Variabilität von decipiens!


    Danke fürs Zeigen!


    LG, Nobi

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  • GriasDi Karl,

    ich kann mich Nobi nur anschließen.

    Wahnsinn!

    Ich frag mich bei Deinen Fotos immer wie das sein kann, dass Du immer solch üppige einwandfreie Täublingskollektionen zusammenbringst. Bei mir sind das meistens Einzelstücke oder sie sind derart zerfressen, dass oft nichts mehr damit anzufangen ist.

    Deshalb meine Frage: Wieviel Zentner Schneckenkorn brauchst Du eigentlich so über eine Saison hin?😄

    An liabn ned ganz neidlosen Gruaß

    Werner

  • Hallo Karl,


    sehr schöne Bilderbuchfunde, danke. R.rubra, R.amarissima, R.decipiens - alles Arten die mir fehlen. Wie auch der Buchen Zwergtäubling/Mädchentäubling R.puellula. Es überrascht mich zu sehen, dass er doch so mittlere Größe erreichen kann.

    VG Thiemo

    Bestimmungen anhand von Fotos sind immer unter Vorbehalt und mit Restrisiko!

    Sichere Freigabe zum Verzehr können nur Pilzsachverständige vor Ort geben!

  • Ich frag mich bei Deinen Fotos immer wie das sein kann, dass Du immer solch üppige einwandfreie Täublingskollektionen zusammenbringst. Bei mir sind das meistens Einzelstücke oder sie sind derart zerfressen, dass oft nichts mehr damit anzufangen ist.

    Deshalb meine Frage: Wieviel Zentner Schneckenkorn brauchst Du eigentlich so über eine Saison hin?😄

    Hallo Werner,

    leider nicht genug. Eine ist uns entkommen :D


    Wir waren ja auch total begeistert von den Kollektionen. Möglicherweise liegt das an der langen vorhergehenden Trockenheit und die Pilze sind dann einfach schneller als die :snail: :snail: :snail: . Zusätzlich muss man noch das Glück haben zeitnah die entsprechenden Gebiete aufsuchen zu können.

    LG Karl

  • Schön, dass die Täublinge noch in ihrer Art so variabel sein dürfen! :thumbup:

    In anderen Gattungen sieht das leider anders aus. ;(


    Aktuell wurde/wird ja hier gerade diskutiert über Helvella atra und Hydnellum aurantiacum.

    Gattungen, die gefühlt ständig neu "erfunden" werden, was ich als Feldmykologe nicht mehr nachvollziehen kann.


    LG, Nobi

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  • Schön, dass die Täublinge noch in ihrer Art so variabel sein dürfen! :thumbup:

    Lieber Nobi,

    zumindest was die Farben betrifft liegst Du sicher richtig. So hatte ich Russula sardonia ebenso in roten, gelben und grünen Tönen wie Russula fragilis um nur zwei zu nennen. Andere vielfarbige wie R. olivacea sind hingegen nur noch auf Aggregatebene bestimmbar und es gibt meines Wissens sechs verschiedene Sequenzen. Noch schlimmer sieht es bei R. delica/chloroides mit sicher einem Dutzend Sequenzen aus. Man darf gespannt sein, was sich da noch ergibt.

    LG Karl