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letzter Beitrag von Beorn am

Borkenberge 17.7.2021

  • Hallo zusammen,


    letzten Samstag war ich auf einer größeren Tour in der Gegend von Haltern unterwegs. Konkret ging es vom Bahnhof Sythen einmal durch das ganze NSG Borkenberge, dann am Hullerner Stausee entlang bis in die Westruper Heide und dann mit dem Bus zurück nach Haltern Bahnhof. Am Ende steckten 22 km in meinen Beinen und einige Pilze in meinem Sammelbehälter.


    1. Ein Kartoffelbovist mit rötender Peridie und warzigen Sporen von 10-13 µm, also Scleroderma cepa


    2. Thekopsora areolata ex Prunus padus


    3. Marasmius oreades


    4. Puccinia jaceaea ex Centaurea jacea agg.


    5. Puccinia taraxaci ex Taraxacum sect. Ruderalia


    6. Russula exalbicans


    7. Geopora arenicola mit Pyrenomycetenbefall


    8. Lycoperdon utriforme


    9. Peronospora verbenae ex Verbena officinalis


    10. Ein Täubling unter Pinus, Betula und Qercus. Lamellen auf der Zunge ganz leicht scharf, ansonsten aber mildschmeckend. Guajak negativ, Eisensulfat trivial. Sporenpulver IIb. Insgesamt sehe ich hier eine Griseinae und würde das ganze gerne als R. parazurea ablegen, nur sehen die Haare auf der Huthaut anders aus als bei Marxmüller dargestellt.


    11. Ein Porling an Laubholz :-\ Sporen messen (9.7+-0.8) µm x (2.9+-0.2) µm, Q=3.3+-0.4, bzw. (7.9-11.5) µm x (2.4-3.2) µm, Q=2.7-4.4. Im Mikroskop habe ich der Röhrenschicht nur Skeletthyphen entlocken können, entsprechend ist unklar, ob Schnallen an den generativen Hyphen vorhanden sind. Schlüsseln wird dann leider schwer, aber ich hoffe einfach mal, daß die Porlingsfreunde auch so eine Idee haben. Auffällig ist am getrockneten Exemplar ein gewisser Rosahauch in den Poren. Mit KOH und Melzer ist makroskopisch keine auffällige Farbreaktion an Poren und Trama erkennbar.


    12. Am Bahnhof in Haltern hatte der RE42 etwas Verspätung, so daß ich in einer Parkanlage direkt an Bahnhof noch eine Runde drehen konnte. Als ich schon fast die Hoffnung auf Pilze aufgegeben hatte dann doch noch ein recht estfleischiger Röhrling. Mit den abgestutzten Poren tendiere ich zu Xerocomellus porosporus. Direkte Begleitbäume waren exotische Nadelbäume, es gab aber auch Fagus, Tilia und Quercus in einiger Entfernung.

    Das Blauen in Hut und oberer Stielhälfte wurde nach dem Foto noch etwas stärker

    Huthaut

    Röhren

    Sporen (13.6+-1.2) µm x (5.2+-0.2) µm, Q=2.6+-0.2, (12.4-17.3) µm x (4.8-5.7) µm, Q=2.3-3.3


    Björn

  • Das sind ja Mammuttouren, die Du da machst, Björn.

    22 km - Hut ab!==Pilz25

    7. Geopora arenicola mit Pyrenomycetenbefall

    Der Pyrenomycet könnte Melanospora brevirostris sein.

    Pablo hatte ihn ebenfalls an Geopora arenicola gefunden und ich habe ihn dann untersucht.

    Siehe hier.


    LG, Nobi

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  • Hallo Nobi,


    ich hab an der Stelle jedes Mal die Geopora mit massivem Pyrenomycetenbefall. Im letzten Herbst hatte ich mir den Pyrenomyceten genauer vorgenommen und war wegen der Sporenmaße bei M. tulasnei rausgekommen. Das würde hier auch wieder passen. Allerdings sollte die Art einen längeren Hals haben (im letzten Herbst war nur noch Sporenmasse vorhande, keine Perithecien mehr). Jetzt gibt es aber eine aktuelle Arbeit zu Melanospora, wo die beiden Arten synonymisiert werden. Kann man sich den ganzen Zinnober also sparen und das Dingen tatsächlich einfach M. brevirostris nennen.


    Björn


    PS: Im Dungpilz-Forum kommt später auch noch ein Wild-Fund aus den Borkenbergen.

  • Hallo Karl,


    da war der Wunsch wohl Vater des Gedanken! Ich habe bis lang Sclerodermas immer nur mit der Funga Nordica geschlüsselt, so daß mir da ein wenig die makroskopische Vorstellung gefehlt hat. Jetzt habe ich aber noch mal gezielt nach anderer Literatur geschaut und bin über die FN auf einen schönen Artikel von Jeppson in der Svensk Mykologisk Tidskrift von 2008 gestoßen. Der ist zwar auch schwedisch, aber ist auch reicht bebildert, so daß man da durchaus eine klarere Vorstellung von den verschiedenen Arten bekommt.


    Björn

  • Hallo Björn.

    Jetzt gibt es aber eine aktuelle Arbeit zu Melanospora, wo die beiden Arten synonymisiert werden.

    Ich nehme an, Du meinst die Arbeit von Marin-Felix, J. Guarro et al_"Melanospora and its relatives" von 2018?

    Falls man die Untersuchungen akzeptiert, müsste die Art inzwischen Microthecium brevirostrum heißen.

    Ich bin da lieber etwas zurückhaltend, wenn Josep Guarro mit "im Boot" sitzt.

    Seit Jahren ist er u.a. mit dabei, sämtliche Sporormiella-Arten zu Preussia zu stellen, was jeglichem gesunden Menschenverstand widerspricht!


    Synonymisiert wurden Melanospora brevirostris und tulasnei übrigens bereits 1982 von Cannon & Hawksworth "A re-evaluation of Melanospora...".


    LG, Nobi

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  • Hallo, Björn!


    Beim Porling würde ich als erstes an Coriolopsis trogii (Trametes trogii) also die blasse Borstentramete denken.
    Wobei ich da normalerweise größere Sporen beobachte, so in dem Dreh ungefähr:


    Könnte aber dennoch passen, eventuell hat der Fruchtkörper noch nicht die volle Reife erreicht, dann sind die Sporen oft kürzer. Ist mir schon bei mehreren Trametes - Arten aufgefallen, daß ähnlich wie bei Röhrlingen erst bei Vollreife eines Fruchtkörpers die längsten Sporen produziert werden.



    LG; Pablo.

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