resupinater Stachelpilz auf Birke

Es gibt 4 Antworten in diesem Thema, welches 568 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Erich T.

  • Liebes Forum,


    wieder einmal wende ich mich ratlos an euch, da ich bei der Bestimmung dieses Pilzes nicht weiterkomme.

    Gefunden auf einem morschen, am Boden liegenden Birkenzweig, DM 4 cm (Bild 1 und 2). Das Hymenium ist stachelig ausgebildet. Makroskopisch lande ich bei einer Steccherinum Art, vielleicht S. boudotti.

    Die mikroskopischen Merkmale lassen mich aber zweifeln. Ich finde keine enkrustierten oder mit Kristallen besetzten Zystiden, die bei dieser Gattung doch vorhanden sein sollten. Die Stacheln sind bis 3mm lang, die Sporen messen 4,9-5,5x2,2-2,5µm und sind amyolid.


    Bild 1:


    Bild 2:


    Bild 3: Hymenium in Kongorot


    Bild 4: Stachelspitze


    Bild 5: einige verzweigte Hyphen


    Bild 6: Schnalle?


    Bild 7: Sporen


    Vielleicht kann mich jemand auf die richtige Spur bringen,


    Liebe Grüße

    Erich

    • Offizieller Beitrag

    Hallo, Erich!


    Gerade bei Irpex lacteus habe ich schon die Erfahrung gemacht, daß diese Pseudozystiden (sind ja keine echten Zystiden, sondern nur dicke, inkrustierte Hyphenenden von Skeletthyphen) in manchen Kollektionen seltener sind und dabei auch manchmal unauffälliger, also kaum oder gar nicht inkrustiert.
    Das kommt hin und wieder vor. Schnallen erkenne ich auf deinen Bildern jetzt nicht, im Gegenteil sehen die Septen sehr schnallenlos aus. Die eine Stelle, die dir vermutlich kopfzerbrechen bereitet, könnte eine sich direkt am Septum verzweigende Hyphe sein. Solche Verzweigungen sieht man bei Irpex immer wieder mal und manchmal sieht das sehr verwirrend aus.


    Belis Einschätzung würde ich also schon unterstützen, und das ebenfalls für >Irpex lacteus< halten.



    LG; Pablo.

  • Hallo Pablo,

    vielen Dank für die ausführliche Erklärung. Besonders der Vergleich mit den in deinem link vorgestellten Beispielen, ist sehr überzeugend. Was ich auch aus dem Ganzen gelernt habe: ein Bestimmungsbuch kann nicht die Erfahrung und das Gesehen haben von vielen Varianten, ersetzen.


    Liebe Grüße

    Erich