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letzter Beitrag von jos1080 am

Bitte um Tipps für "leichte" Bestimmung

  • Liebe Pilzfreunde,


    ich möchte gerne mein Repertoire, wie der Bayer sagt 😉, erweitern.


    Ganz ehrlich gesagt ist mir der Gang zum Pilzsachverständigen irgendwie unangenehm und deshalb würde ich mich gerne selbst Schritt für Schritt an mehr Speisepilze herantasten.


    Ich weiß, dass es hier keine Verzehrfreigaben online gibt, aber habt ihr bitte eine Strategie für mich, wie ich das erreichen könnte?


    Mein Schwiegervater hat mir zum Beispiel die Fichten-Reizker gezeigt und ich habe gelesen, dass grundsätzlich alle Milchlinge mit orange bis rötlicher Milch essbar wären.


    Hab auch schon hier im Forum geschaut, aber irgendwie nichts entsprechendes gefunden.


    Ich wäre sehr dankbar, wenn ihr mir ein paar Beispiele (außer Röhrlinge/Röhrlingsverwandte) nennen könntet, welche häufig in Süddeutschland vorkommen und wenige Verwechslungspartner bzw. keine richtig giftigen haben.


    Gerne auch auf andere Forumsbeiträge verweisen, wenn ich zu doof zum Suchen war 😊


    Vielen Dank im Voraus.


    Viele Grüße,

    Matthias

  • Hallo Matthias,


    immer nur im eigenen Saft zu schmoren ist auf die Dauer unbefriedigend. Du tastest dich an neue Arten heran, glaubst auch sie zu erkennen, aber irgendwie fehlt dir dann doch jemand, der deine neuen Erkenntnisse bestätigt. Der dir z. B. sagt: ja, du hast recht, das ist der (Platzhalter; such dir was aus: Hexenröhrling, Perlpilz, Parasol, Wiesenchampignon).


    Dazu wüsste ich drei Strategien:

    1) werde Mitglied in einem lokalen Pilzverein, welcher für seine Mitglieder Lehrexkursionen veranstaltet; diese Pilzvereine kosten meistens einen lächerlich geringen Jahresbeitrag; bei uns in Öhringen kostet es z. B. nur 12 Euro pro Jahr, und der Oehrling geht mit dir Pilze suchen:saint:

    2) nimm an lokalen Pilzwanderungen teil, die privat oder über die Volkshochschule angeboten werden; hierfür muss man ca. 10 bis 15 Euro investieren; werden sie von echten "Cracks" geleitet, die wirklich jeden Pilz kennen, können sie auch mal 30 bis 40 Euro kosten

    3) nimm an einem mehrtägigen Pilzseminar teil; so etwas wird von den sogenannten Pilzschulen veranstaltet (die bekannteste ist wohl die in Hornberg im Schwarzwald, aber z. B. gibt es auch eine im Schwäbischen Wald); diese sind mit ca. 200 Euro Seminargebühr für 4 bis 5 Tage nicht ganz billig, der Lerneffekt ist hier aber am höchsten, und sie berücksichtigen den Stand des Vorwissens (Anfänger- und Fortgeschrittenenseminare)


    Wie mir schon von verschiedenen Leuten bestätigt wurde, ist der Lerneffekt durch bloße Forumsteilnahme deutlich geringer als das, was ich dir genannt habe; hiervon sind die unregelmäßig und formalitätslos stattfindenden Forumstreffen ausgenommen, die meiner Meinung nach durchaus den Lerneffekt von Lehrexkursionen haben können und im Allgemeinen gebührenfrei sind.


    FG

    Oehrling

    PSVs dürfen weder über I-Net noch übers Telefon Pilze zum Essen freigeben - da musst du schon mit deinem Pilz zum lokalen PSV!

  • Einfach sammeln und nebenbei versuchen jeden Pilz zu bestimmen der einem über den Weg läuft. Wenn man sich nicht sicher ist Fotos und Schnittbild und hier im Forum Hilfe suchen. Merkmale vergleichen usw.


    Es gibt auch Listen von Pilzen die gerne gesammelt werden das ist ein guter Startpunkt.


    Aber wie Oehrling schon schrieb dauert es lange und man ist immer auf sich selbst angewiesen.

  • Lieber Oehrling, lieber Benjamin,


    Vielen lieben Dank.


    Ich war schon mal bei einem zweistündigen Pilzvortrag und da wurde auch auf die Mitgliedschaft und gemeinsame Exkursionen hingewiesen.


    Die Beiträge sind wirklich nicht hoch, das wäre nicht das Problem.


    Dann werde ich mal eure Ratschläge zu Herzen nehmen 😊


    Vielen Dank nochmal,

    Matthias

  • Hallo Matthias,

    dass du nicht zum PSV gehen möchtest halte ich für eine verschenkte Chance. Ich freue mich über jeden der zu mir kommt und sein Wissen erweitern möchte. Das einzige was die PSV wohl alle nicht mögen und auch nicht beraten sind Körbe voll mit allem was so rum stand und dem Anliegen das essbare raus zu sortieren. Aber es spricht (für mich) nichts dagegen, unbekannte Pilze zu bringen, wenn man Bestimmungshilfe braucht. Sonst finde ich auch die Kurse, z. B. in Hornberg einen guten Tipp, da lernt man sehr viel.


    Gruß Yvonne

  • Hi Yvonne,


    Danke dir 🙂


    Ich würde das auch nicht machen mit dem vollen Korb voller unbekannter Pilze, aber ich denk mir halt immer daß jede(r) so sein eigenes Leben hat und sich gestört fühlt, wenn irgend jemand an der Tür klingelt und sofort was will. Pilze verderben ja relativ schnell...


    Liebe Grüße,

    Matthias

  • Die PSV´s , die ungerne gestört werden, tragen sich nicht in die Listen ein. Wobei ein PSV ist nicht zum Sortieren da. Die, wo Dir ziemlich sicher bist, daß die gut sin, packst Du in einen Korb und läßt den sicherheitshalber noch mal einen Blick drauf werfen. Die anderen extra und von unbekannten nicht alles abgrasen, sondern nur eine kleine Kollektion und die erklärt der Dir dann. Nimm nicht zu viele unbekannte auf einmal, weil man kann sich soviel gar nicht merken.

  • Ich kann mal berichten, wie ich das mache als Anfänger, bin 37 Jahre alt. Mich haben Pilze auch schon immer interessiert (das Sammeln für Speisezwecke), jedoch gab es in meinem Umfeld keinen, der sich auskannte, bzw. wo das Wissen über Maronenröhrling, (Fichten)Steinpilz, Rotkappen und Birkenpilze hinaus geht.

    Auslöser für mich waren letztes Jahr due vielen Statusbilder im WhatsApp, die mich dazu gebracht hatten, Maronenröhrlinge Steinpilze im Herbst zu Sammeln. Damit bin ich dann zu meinem Onkel, der mir alle alten Pilze aus dem Korb entfernt hat und nochmal mit mir losgezogen ist. Eine tolle Erfahrung war dann, als er eine Rotkappe gefunden hatte und mir dann vorher schon gesagt hatte, dass diese sich jetzt bei Anschnitt verfärben wird.

    Ich habe mir dann 4 Bücher gekauft, welche ich fast jeden Tag für so ne Viertelstunde ansehe, immer wieder und wieder, un alles zu wiederholen.

    Zusätzlich habe ich die Youtube Kanäle von Snokri, Pilzwelten und Pilzfreund71 abonniert. Diese sind wirklich sehr lehrreich, da die Pilze sehr detailliert gezeigt und beschrieben werden, wobei ich schon viel gelernt hab.

    Mittlerweile kann ich schon einige andere Arten zuverlässig erkennen, lasse aber Arten wie Perlpilz oder Scheidenstreiflinge z. B. aus Respekt vor Knollenblätterpilzen und Panterpilz stehen, obwohl ich sie meiner Meinung nach sicher bestimmen kann. Jedoch schaue ich sie mir jedes Mal genau an, um zu lernen.

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