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letzter Beitrag von Gaukler am

Pilzragout ?

  • Leider habe ich die Pilzsaison 2019 fast verschlafen. Den Oktober konnte ich dann doch noch erfolgreich nutzen um mich an der Steinpilzsuche zu berauschen.


    Anfang Dezember bin ich dann zum Ende der Saison noch einmal auf Pirsch gegangen und habe gesammelt, was mir essenswert und Appetit anregend erschien. Dazu habe ich Euch ein Bild beigefügt. Gegessen habe ich davon schlussendlich nur die Steinpilze. Daher kann ich Euch auch noch schreiben. Bei denen war ich mir sicher. Und ein Ragout habe ich noch nie gemacht. Den Rest habe ich bei mir im Garten entsorgt - in der Hoffnung, dass mein Garten irgendwann einmal auch ein paar Pilze hervorbringt.


    Wenn ihr das beigefügte Bild seht: wäre das ein gutes Ragout geworden? (vorausgesetzt man läßt den Bitter-Röhrling weg, der sich oben im Bild befindet...).


    Was wäre Eure Meinung zu diesem "Ragout"?


    Generell:

    ist es nicht so, dass man nach dem Genuss von Steinpilzen oder Maronenröhrlingen überhaupt nichts anderes mehr haben möchte weil die einfach so gut schmecken (geröstet in Butter in der Pfanne....)


    Liebe Grüße,

    John

  • Hallo, John!


    Deine Entscheidung ist schon sehr richtig. :thumbup:

    Nur die Pilze in die Pfanne, die man auch ganz sicher erkennt.

    Pilzbestimmung ist sehr viel schwieriger, als man anfangs glauben mag. Nicht umsonst gibt's auch solche Sachen wie den >auf den ersten Blick kompliziert wirkenden Merkmals - Guide<, oder die >Warnung zur Einschätzung der Genießbarkeit von Funden<. Das hat beides schon einen Sinn und eine Berechtigung. :gzwinkern:


    Einen "Bitterling" hast du auf dem Bild nicht dabei. In der oberen Reihe von links nach rechts ist ein Flockenstieliger Hexenröhrling (Neoboletus erythropus), dann ein Königsröhrling (Butyriboletus regius), danach zwei Kuhröhrlinge (Suillus bovinus) zu sehen. Dann kommen die Pilze ganz am rechten Bildrand, von ganz oben nach ganz unten: Das sind irgendwelche Schirmlinge, und zwar vermutlich (da müsste man den Stiel noch sehen) die selbe Art wie der Braunberingte Schirmling (Lepiota ignivolvata) in der ungefähren BIldmitte direkt unterhalb der beiden Maronenröhrlinge (Imleria badia). Diese Schirmlinge der Gattung Leiota haben nichts mit den Riesenschirmlingen (Gattung: Macrolepiota) oder den Safranschirmlingen (Gattung: Chlorophyllum) zu tun, Schirmlingsarten der Gattung Leipiota sind allesamt schwach bis lebensbedrohlich giftig.
    Lepiota ignivolvata ist eher schwach giftig, essen sollte man die auf keinen Fall, und die Gattungsmerkmale müssen ganz sicher bekannt sein, wenn man Riesenschirmlinge sammeln will. Einen richtigen Riesenschirmling (Macrolepiota procera) hast du in der Bildmitte: Der mit dem noch geschlossenen Hut und dem genatterten Stiel. Der direkt links daneben kann auch ein Riesenschirmling sein, könnte aber auch einer der SAfranschirmlinge (Gattung: Chlorophyllum) sein.

    Der orangene zwischen dem Parasol (Macrolepiota procera) und den Lepiota - Schirmlingen am rechten Bildrand ist ein Milchling, den müsste man genauer angucken, welche Art das denn nun ist.
    Der Rest (mitte links und unten) sind einfach schöne Fichtensteinpilze (Boletus edulis), also das, wass du eh schon erkannt hast.



    LG; Pablo.

  • Hi John,


    na dann sei mal froh, dass du damit nicht zum PSV bist. Der hätte dein Körbchen wohl konfisziert und nen Anschiss wegen dem Königsröhrling gäbs gratis mit dazu.:haue:


    Ist schade, dass der als Gartenabfall verendet ist. Es wär netter, wenn du die Pilze, die du nicht verwertest der Natur, also hier dem Wald zurückführst. :saint:


    Bei den Schirmlingen kann man sich böse vergreifen, wenn man sich nicht auskennt. Da musst du unbedingt auf die Merkmale achten! Stichwort Ring/Stielnatterung.


    Aber da du ja nur die dir bekannten Pilze isst, mach ich mir um dich keine Sorgen.


    Ich nehm mal an bei dem Milchling hast du auf nen Brätling spekuliert. Der ist relativ selten geworden, gibt sonst auch nur ne Handvoll(Milchlinge), die als Speisepilze lohnenswert wären. Die kann man sich auch gut merken und muss nicht auf verdacht mitnehmen.


    Je mehr unbekannte Pilze du auf einmal mitnimmst, desto weniger kriegst du bestimmt. Natürlich ist, besonders am Anfang, die Neugier groß und man findet sooooo viele tolle Pilze.

    Aber die laufen dir nicht weg. :snail::worm::snail::worm::snail::worm:(war klar, dass Wurm und Schnecke da hellhörig werden)


    Ausserdem lechtzt das Forum nach Pilzbildern. Danach kannst du immernoch entscheiden, ob du Ihn pflücken und näher kennenlernen willst. !Essen ist dann nochmal was anderes!


    PS: Bin recht zuversichtlich, dass du bald zu deinem Ragout kommst.;)


    gruß freasy

  • Hallo Freasy,


    Das mit dem Königsröhrling hab ich nicht gewusst. Jetzt weiss ich es. Ansonsten habe ich nicht in Unmengen gezopft bzw. -schnitten. Die Ausbeute befindet sich komplett auf dem Bild. Habe nichts auf Vorrat gejagt. Und entsorgt hab ich die Pilze bei mir im Garten (Naturschutzgebiet) an Stellen, an denen sich in den vergangenen Jahren bereits schon mal der ein oder andere Pilz hat blicken lassen. Dort habe ich sie über den Rasen unter den Bäumen verteilt und eingemulcht....(mal schauen ob da im nächsten Jahr welche kommen...).


    Viele Grüße,

    John

  • Hi.


    Ich finde das eine sehr vernünftige und ordentliche Fruchtkörpersammlung!

    OK, von den Schirmlingen hätte man ein paar weniger einpacken können, aber daß die nichts zum Essen sind, das wurde ja offenbar eben erst später klar.

    Was den Königsröhrling betrifft: Lieber sehe ich das so, also mit einem mitgenommenen Fruchtkörper, als daß für eine Anfrage mal gleich ein ganzer Korb voll gesammelt wird ("kann man das essen?").
    Für den Pilz ist es so wie hier doch ideal, anhand des einen Fruchtkörpers lässt sich die Art schon mal ganz gut lernen und besprechen, und man weiß auch, daß man auf diese Pilze besondere Rücksicht nehmen sollte. Gewinn für alle Seiten!


    Was die Gesetzeslage betrifft: Erstmal müsste jemand kontrollieren. Dann müsste das auch gerade noch jemand sein, der Butyriboletus regius sicher aus der Hand bestimmen kann. Dann müsste man John noch nachweisen, daß er diesen Pilz ebenso bestimmen konnte, und ihn trotz besseren Wissens eingesammelt hat, und nicht ein Exemplar zur Bestimmung. Also: Da passiert gar nichts. Und für den Königsröhrling ist es ohnehin überhaupt gar kein Problem, wenn John einen Fruchtkörper mitnimmt. Was für den Königsröhrling ein Problem ist, sind Biotopzerstörungen zB durch das Fällen alter Buchen und Eichen, Wegverbreiterungen, Bauprojekte, Einsatz von Artenvernichtungsmitteln (wie Glyphosat usw.) in der Umgebung und (das wohl allerschlimmste): Erhöhte Stickstoffkonzentrationen im Boden.



    LG; Pablo.

  • Hi ihr beiden,


    das mit dem PSV war mit nem zwinckern gemeint, etwa so ;)


    Ich finds auch löblich wie John es letztendlich löst. Musst zugeben, hat sich befremdlich angehört die da oben im "Garten" zu entsorgen.


    Ansonsten wollte ich sicher gehen, dass er nicht einer von denen ist, die bspw. bei 123pilze nen Egerlingsschirmling sehen und auf Schirmlingsjagd gehen, ohne zu wissen wie viele ähnliche Arten es hat und in der Hoffnung auf was essbares einen folgenschweren Fehler begeht.


    Was das Sammeln angeht: das was Pablo sagt.


    Aber, und da spreche ich aus eigener Erfahrung, gerade am Anfang neigt man dazu mehr (unbekanntes) mitzunehmen als man bestimmen oder verarbeiten kann.


    Bei John ist es überschaubar. In sofern kein unnötiges Drama.


    Und das nächste mal Ragout, hat der König sicher auch nix gegen.


    Mahlzeit und gute Nacht allen,,


    freasy

  • Sehe dein Bild gerade erst: :daumen:


    Was sammelst du denn für Pilze bisher ?


    Ich glaube von denen da oben würde dir der ein oder andere doch sehr munden.


    Bleib dran John ! Es lohnt sich.

  • Ich habe bisher zumeist nur Champignons (Feld- Wald- und Wiesen- sowie Schafs-Champignons) gesammelt. Vor allem der Schaf-Champignon fasziniert mich in seinem Weiss und dem Knallegelb bei Berührung und seiner Größe sowie dem intensiven Anisgeruch. Und bei den Risenschirmling (Parasol) war ich mir bisher auch immer sehr sicher. Ebenso mochte ich den Risenbovist in jungem Stadium. Sieht aus wie der Kühlkörper eines Atomkraftwerks von weit oben betrachtet. Eine Krause Glucke habe ich auch schon vernascht. Prächtig. Von den Reizkern fühl ich mich sehr angezogen. Allerdings trau ich dem Glück nicht. Ich kann mich da nicht überwinden wg. dem austretendem roten Saft. Bin gespannt, wann ich mich an die ran wage.


    Die Steinpilze aber waren die Krönung meiner Pilzkarriere bisher. Und trotzdem ist mein Favorit seit 2019 der Maronenröhrling. Der läuft bei mir unter Mini-Steinpilz. Geschmacklich schenken sich beide nichts.


    An die Morcheln und Trompeten will ich noch ran. Wir sind aber noch nicht so weit. Uns fehlt das gegenseitige Vertrauen ;-)


    Ich denke die große Kunst ist die sichere Unterscheidung eines Hexen-Röhrlings zu Satanspilz, Rosahütigem Röhrling und weinrotem Purpurröhrling. Mal schauen wann ich mir da so sicher bin, dass ich sie auch freiwillig esse.


    Jetzt heisst es eh erst einmal Warten.....

  • Kommst du aus Süddeutschland? Hast irgendwann mal von schleckig geschrieben. Das kenn ich nur von uns hier unten uff´er Alb.



    Das hört sich doch was das Pilze (er)kennen und sammeln angeht schon ganz gut an.


    Bei Morcheln und Trompeten ist ja nicht die Bestimmung der schwierige Punkt, sondern das Finden eben jener (und die Alterseinschätzung evtl.).


    Und an den Reizkern wird ja gerade der Saft so sehr geschätzt. Ich bin da sehr vorsichtig beim putzen, schneiden, braten. Das flüssige Gold darf nicht rauslaufen, zumindest nicht vor dem Anschnitt.


    Früher habe ich mir auch nen Wahnsinnskopf wegen den ganzen Rotporern gemacht. Theorie schön und gut. Aber in der Praxis wirst du wohl, außer auf dem Albanstieg, kaum Satanspilze* finden; den anderen beiden wirst du realistisch gesehen evtl niemals begegnen.


    Nimm ruhig mal paar mit und versuch dich an der Bestimmung. Der Schusterpilz ist ein dankbar einfach zu bestimmender Pilz, ebenso der Netzstielige (Nexe).


    Gibt sehr schöne Portraits hier im Pilzforum.


    * spätestens zuHause erkennst du die am Geruch. Wer die Herausforderung liebt, kann ja mal 2 Stunden mit Satanspilzen im Korb durch die Gegend ziehen.

  • Halllo John,


    die Art und Weise, wie Du die Schwammerl präsentierst imponiert mir, und zeigt, dass Du sehr viel Gespür für die Frische von Pilzen mitbringst. Sehr viele (die meisten?) Pilzvergiftungen sind auf verdorbene Pilze (=verdorbenes Eiweiß) zurückzuführen. Das wird Dir bei so einer Auswahl nicht passieren!


    Zur Pilzbestimmung ist allerdings bei den meisten Arten zumindest die unversehrte Stielbasis nötig.


    Zu den Arten und zum Thema Naturschutz ist oben eh alles gesagt.


    Freue mich schon auf weitere Funde von Dir.


    Grüßle

    RudiS


    Xx

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