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letzter Beitrag von Beorn am

Butyriboletus fechtneri vs. Caloboletus radicans

  • Hallo zusammen,

    in einer Parkanlage bei Buche wurde ich auf eine größere Ansammlung eines Röhrlings aufmerksam gemacht, bei dem es sich nach m.E. nur um einen der o.a. Arten handeln kann, die sich sich ja sehr ähneln. Zunächst zum Geschmack des Fleisches: da finde ich Angaben für fechtneri von mild, nussig bis unangenehm. Ich würde ihn als unangenehm, aber weder als stark bitter noch mild bezeichnen.


    Für fechtneri spricht für mich die markante rote Ringzone; hier relativ breit bei einem älteren Exemplar im oberen Teil des Stiels ...:


    ... und hier relativ schmal in der Stielmitte eines jüngeren Pilzes:


    Die Verfärbung der jeweiligen Trama im Schnitt wird als Merkmal herangezogen, wobei ich die Angaben dazu nicht einheitlich finde und älteres und jüngeres Exemplar verhalten sich auch recht unterschiedlich:

    Beide zeigen ein vergängliches (10-15 min.) Blauen im Hutfleisch; das ältere Exemplar zeigt zudem eine Rotfärbung im Stiel ...:


    ... und das jüngere +/- keine bis bräunliche Verfärbung im Stielfleisch:


    Über eure Unterstützung bei dieser Fragestellung würde ich mich sehr freuen!


    Viele Grüße,

    Wilfried

  • weder noch. Bei mir klingelt es, aber keiner hebt ab.

    Aber den kennt jemand hier. Wartet mal ab.


    Und so vom faktischen: das mild, nussige kann man so einfach nicht wegdiskutieren

    Was mir auch nicht ins Bild passt ist das schwache Bläuen und der rote Ring ist wichtig für die Bestimmung.


    sorry, mehr habe ich nicht. lg j

  • Servus!


    Butyriboletus fechtneri schmeckt nicht unangenehm. Auch eine Kauprobe vom Rohmaterial nicht - sofern der Pilz nicht überständig ist. Aber eben aus dem Grund sind Kauproben von überständigen, alten Pilzen ohnehin wertlos, weil die immer gleich schmecken (scheuslich!).

    Meiner Ansicht nach hat Jörg den schon ganz richtig erkannt. Auch das verfärbungsverhalten im Schnitt finde ich geradezu typisch für Caloboletus radicans: Bei dem alten, gammeligen fruchtkörper mit den konzentrischen roten Zonen im Stielfleisch (kenne ich in der Form von keinem anderen "Dickröhrling"), und aber auch das zur Stielspitze hin blasser werdende Himmelblau bei dem jungen Fruchtkörper.
    Das Schnittbild von Butyriboletus fechnteri sieht schon anders aus (bleu im Hutfleisch, rosa / rosabraun im Stiel - ähnlich wie Ziegenlippe), das hat er übrigens gemein mit dem Blauenden Königsröhrling (Butyriboletus fuscoroseus) und dem Rosagrauen Königsröhrling (Butyriboletus roseogriseus).
    Die ganzen +/- deutlich blauenden Butyriboletus - Arten haben aber einen ganz anderen Habitus, solche Klopse ie hier der große Fruchtkörper werden da von keiner Art gebildet.



    LG, Pablo.

  • Hallo und guten Abend,

    ganz herzlichen Dank für den Input! Ich denke, den werde ich in der Tat, entgegen dem ursprünglichen Vorhaben, als C. radicans ablegen müssen. Geschlüsselt hatte ich hier nach FAN7 (Noordeloos et al.), die angeben, dass C. radicans einige Rottöne im unteren Teil des Stiels haben kann, aber nie als ausgeprägten Ring, was hier definitiv der Fall ist. Dies ließ mich B. fechtneri vermuten. Dagegen fehlen völlig die Rottöne im Schnitt des jungen FK und der Geschmack des Fleisches ist doch eher sehr unangenehm.


    Viele Grüße,

    Wilfried

  • Ok, so richtig verwirrt hat mich der rote Ring. Aber mir ist wieder eingefallen, wo ich das herhabe.

    Danke Pablo auch von meiner Seite.


    PS: das Darstellungsproblem ist gelöst... Ich muss die Leseleiste ausblenden! Hast du jetzt eine Ahnung wie schwer ich es habe 😂

  • Hallo, Wilfried & Joseph!


    ich habe leider wirklich keine Ahnung, wie welche Browser und / oder Smartphones auf das Forum reagieren, weil ich nur vom PC zuhause reingucke. :gzwinkern:

    Darum bin ich in vielen Fragen was das betrifft eine denkbar schlechte Hilfe.


    Was PIlze betrifft: Vielleicht hilft die Info, daß die rote Zone hier ja nur bei dem sehr alten fruchtkörper zu sehen ist, und daß das oft auch eines der Anzeichen für Verwesungsprozesse in Fruchtkörpern ist.

    Zudem kann der WuBi (Caloboletus radicans) schon auch hin und wieder eine rötliche Zone um den Stiel haben, sogar ganz physiologisch.



    LG, Pablo.

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