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Erfahrung mit Fuchsigen Röteltrichterlingen?


  • Zukünftig vielleicht immer einen kleinen Rest der Pilzmahlzeit einfrieren, dann hat man wenigstens etwas für's Mikro - im Falle des Falles.
    Deiner Frau wünsche ich gute Besserung! Was ich aber ab jetzt immer machen werde: Alles komplett fotografieren, was gesammelt wird. Und nichts mehr über Wertigkeit >2 ins Körbchen tun. Wir hatten so schöne Beipilze dabei, echt schade drum.


    Wir hatten die Pilze in zwei Teilen eingefroren. Die andere Tüte ist war noch unbenutzt. Jetzt nicht mehr. Ich habe mich als Innenarchitekt betätigt und dem Mülleimer eine wunderschöne Pilzmahlzeit in der Tüte kredenzt. :freebsd:


    Meiner Frau geht es übrigens schon besser, sie behält seit heute Mittag Flüssigkeiten und Salzstangen drin und ihr ist nicht mehr übel. Da unser Hausarzt erst um 16.00 Uhr wieder geöffnet hatte, hatten wir ein paar Stunden Zeit, um abzuwarten, wie es ihr ergeht und haben uns dank der Besserung dann doch entschieden, nicht zu gehen. Morgen wird sie dann vorsichtig Brot versuchen, drei Tage lang Salzstangen essen ist ja auch nicht "dat Gelbe von dat Ei"â„•. 😀


    Danke für die Besserungswünsche. :alright:

  • Ganz vielen Dank für diesen hochinteressanten Erlebnisbericht als Ergänzung zu meinem Thema, Grinder! :alright:
    Auch wenn es zumindest für deine Frau alles andere als ein Erlebnis war. :(


    Im Eröffnungsthread hatte ich auf die Problematik der Verträglichkeit deutlich hingewiesen.



    Im weiteren Verlauf der Diskussion forcierte ich das noch.



    Natürlich werde ich bei Beratungen auf eventuelle Unverträglichkeiten sowie auf eine nicht geklärte Vergiftung hinweisen - ihn also nicht empfehlen!



    Also: Wir haben den Fuchsigen Röteltrichterling letzte Woche in der Südeifel gesammelt (Menge: ca. 1 kg Fuchsige Röteltrichterlinge)


    Das ist schon eine ganz schöne Menge, auch wenn ihr wohl nicht alle gegessen habt.
    Bei Pilzarten, die man noch nicht probiert hat, sollte man mit einigen wenigen prüfen, ob man sie verträgt.
    Gut, ich will jetzt nicht den Moralapostel spielen, nun ist es passiert und das nächste Mal seid ihr sicher vorsichtiger.
    Schön, zu hören, dass es deiner Frau inzwischen wieder besser geht. :)



    Ich halte es für eine personenspezifische, allergische Reaktion.


    Dem von Kuschel Gesagtem schließe ich mich vorbehaltlos an.


    Liebe Grüße vom Nobi


    Nur wer gegen den Strom schwimmt, kann erkennen, wieviel Unrat mit dem Strom schwimmt. (Frank Richter?)

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  • Hallo,
    so ein Erfahrungsaustausch ist immer sehr interessant zu lesen.
    Eine doch deutlich anhaltende Übelkeit und Unmöglichkeit etwas zu essen oder trinken nach Pilzverzehr ist eine sehr unangenehme Geschichte - eine Erfahrung, die man gar nicht machen möchte. Zum Glück ist ja dann wieder eine Besserung eingetreten.


    Bisher hatte ich mir so eine "Unverträglichkeit" (oder auch die sehr akute Problematik bei einem Virusinfekt) immer etwas "kürzer" vorgestellt, ein paar Stunden oder ein Tag eventuell. Bei allem, was sich nicht nach einem Tag deutlich von alleine oder mit Hausmitteln bessert, würde ich auch medizinischen Rat suchen.
    (Ich scheine in der Hinsicht allerdings auch relativ unempfindlich zu sein - ich hatte bisher nur zweimal auf Reisen ein Problem nach einer Mahlzeit oder eine Magen-Darm-Virusgeschichte (die grassierte) und die wirklich starke Problematik war jeweils nur 1 Nacht, bzw. 1 Tag - und eine Kleinigkeit zu essen oder trinken war immer möglich.)


    Zu den Rötelritterlingen, Lepista flaccida:
    die habe ich (haben wir) in diesem Jahr auch probiert - und gut vertragen, ca. 200 gr.
    Die finde ich auch nicht in Mengen (mangels viel Nadelwald - und bisher fand ich die Art nur im Nadelwald) - und beim Erstfund vor ein paar Jahren war ich nicht sicher, ob ich sie auch von eventuell einwandernden Giftpilzen unterscheiden könnte.
    Ich wohne ja ganz im Südwesten, und wenn Clitocybe amoenolens, jetzt Paralepistopsis amoenolens, einwandern sollte, dann sitze ich hier wohl "in der ersten Reihe".
    Deshalb habe ich mir nochmal Infos zu dem Giftpilz gesucht ... und ich meine schon, dass man die sehr gut auseinander halten können müsste (wenn man jeweils typische Exemplare hat - und auf die sollte man sich beim Sammeln dann ja sowieso beschränken).
    Der Geruch vom Giftpilz wurde (soweit ich mich erinnere) oft nur als "süßlich, parfümiert" beschrieben - und dann fragt man sich, ja WIEEE denn ?? Lepista flaccida riecht für mich auch ganz angenehm, duftig pilzig, ziemlich aromatisch, auch eventuell etwas süßlich-aromatisch - und eigentlich gar nicht so "holzig-herb" wie er beschrieben wird - und das hat mich sehr unsicher gemacht.
    So weit ich das verstehe, ist bei Clitocybe amoenolens ein sehr "heftiger" Geruch gemeint: Jasmin, sehr reife Birne.
    Das wäre ja genau die Geruchsbeschreibung, mit der auch die süß riechenden Risspilze (Birnen-Risspilz u.a.) charakterisiert werden - und der Geruch wäre wirklich unverkennbar (dererlei Risspilze hatte ich eine Menge dieses Jahr zum Vergleichsriechen).
    Auf der u.g. italienischen Seite wird der Geruch auch mit Tricholoma caligatum verglichen (aber den kenne ich nicht.)
    Dann sieht der Giftpilz auf Bildern "stämmiger" aus (ist natürlich relativ), erst bräunlich-ockerlich, mit einer weißlichen Bereifung, dann sehr blass/ fast weißlich ausblassend, dann mit sich entwickelnder dunklerer Mitte - und auch nicht so "speckig" an der Oberfläche wie Lepista flaccida. Der Giftpilz soll ein reinweißes Mycel haben, im Gegensatz zu Lepista flaccida/gilva, wo das etwas rötlich sein sollte (da habe ich aber auch noch nicht darauf geachtet, eher auf Farbe, Oberfläche, Farbe geht auch den Stiel innen herunter und eben auf den Geruch).


    Bilder von Paralepistopsis/Clitocybe amoenolens zum Vergleich:
    http://www.mibovalleroveto.it/…gico/clitocybe-amenolens/ (mehrere Bilder zum Durchklickern)
    http://www.funghiitaliani.it/t…ralepistopsis-amoenolens/


    Fazit für mich bei der Verkostung von Lepista flaccida:
    relativ kleine und mittelgroße, sehr frische Pilze (nichts Zähes daran), nur in Butter angebraten, dann etwas länger sanft geschmurgelt mit Salz und Pfeffer nur:
    ich mag sowohl Konsistenz als auch Geschmack, den empfinde ich als würzig, aber nicht als aufdringlich (nicht herb, nicht bitter).

  • Hallo zusammen,


    ich wollte nochmal Rückmeldung geben, meine Frau aß am nächsten Tag schon Haferbrei und am übernächsten Tag wieder normal. Seitdem keine Probleme mehr.


    Die Fuchsigen Röteltrichterlinge haben wir in der Südeifel (Grenzgebiet zu Luxemburg) gesammelt, standen alle auf einem Fleck von vielleicht 2x2m im Fichtenwald. Mit der Problematik des Doppelgängers und dem Duft hab ich mich natürlich befasst, dem war aber nicht so, die rochen nur pilzig.


    Zu Nobi: wir werden überhaupt keine Pilze mit Geschmack > Schulnote 2 mehr sammeln. Ist zu schade um die restlichen Spitzenpilze im Mischgericht. Warum soll man sich mit "minderwertigen" Pilzen so ein tolles Pilzgericht versauen!? Die Panzerraslinge hatte ich separat angebraten und probiert, die waren köstlich und sind leider dank Mischung hinterher ebenfalls im Mülleimer gelandet.

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