Hallo Frank,
hui, viele Fragen auf einmal! Ich versuchs mal der Reihe nach.
Leccin(ell)um crocipodium ist ein Pilz des Eichen-Hainbuchen-Waldes über Lehmboden. Ob jetzt die Eiche oder die Hainbuche der Mykorrhizapartner ist, müsste ich nachschlagen, kannst du aber gerne auch. Der Eichen-Hainbuchen-Wald über kalkhaltigem Lehmboden ist in Deutschland nicht gar so häufig anzutreffen, aber im Südwesten doch immer mal vorhanden. Daher ist L. c. bei uns im Südwesten (nördliches Württemberg, Unterfranken) nicht wirklich selten, anderswo (z. B. in meiner alten Heimat Südhessen) gibt es ihn aber gar nicht.
Bei Röhrlingen ist die Stieldicke nur dann ein relevantes Bestimmungsmerkmal, wenn sie extrem ausfällt. Zwei Zentimeter mehr oder weniger Stieldicke ist witterungsabhängige oder sonstige Variationsbreite. Hier wäre die sehr spezielle Stieloberfläche (körnelig rauh, kein Netz, keine Längsfasern/-rillen), die leuchtend gelbe Porenfarbe sowie die Grauverfärbung des Fleisches an der Luft bestimmungsrelevant.
Und ganz grundsätzlich brauchst du natürlich ein Pilzbuch, in dem solche Pilze wie Leccinum crocipodium überhaupt gelistet und beschrieben sind. Das ist nämlich in fast allen Pilzbüchern der 20-/30-Euro-Klasse, die man sich so anschafft, nicht der Fall. Für deine Zwecke muss da schon ein besseres Pilzbuch her, so 1200 bis 1500 Arten sollten da schon drin sein.
FG
Oehrling.