Beiträge von Oehrling

    Hallo Frank,

    in den Wäldern am südlichen Rand der Norddeutschen Tiefebene gibt es viel Lehmboden und auch Eichen-Hainbuchen-Wald (in welchem freilich auch paar Buchen rumstehen). In solchen Wäldern kann man in der Tat den Gelbporigen Raufuß finden. Im Forum sind noch mehr Südniedersachsen, die haben ihn hier auch schon gezeigt.

    Toll, dass du Literatur hast, dann kann es nur heißen: schmökern schmökern. Und irgendwann steht das Teil dann live vor dir.

    FG

    Oehrling

    Hallo Sebastian,

    Nr. 9 sind aus meiner Sicht klare, typisch aussehende R. graveolens. Der andere, R., faginea, ist meiner Funderfahrung nach deutlich größer und nicht so dunkel gefärbt. Nr. 9b scheint eine Farbvariante von R. graveolens zu sein, welche ich aber persönlich mit dieser Färbung noch nicht gesehen habe. Von diesem Pilz sieht man halt nicht viel, da das Foto aus zu großer Entfernung gemacht wurde. Was mit dem Sporenpulver los ist, kann ich aus der Ferne nicht beurteilen. Es sollte der Vorschrift nach ungeachtet der Romagnesi-Klassierung ockergelb und nicht dottergelb oder goldgelb sein.

    Fazit: eher graveolens als faginea.

    FG

    Oehrling

    Edit: Nr. 13 ist kein Mitternachtspilz, der ist vor allem am Stiel viel zu blass gefärbt. Der Mitternachtspilz hat ein wirklich sattes, fettes Nachtviolett.

    Hallo Frank,

    hui, viele Fragen auf einmal! Ich versuchs mal der Reihe nach.

    Leccin(ell)um crocipodium ist ein Pilz des Eichen-Hainbuchen-Waldes über Lehmboden. Ob jetzt die Eiche oder die Hainbuche der Mykorrhizapartner ist, müsste ich nachschlagen, kannst du aber gerne auch. Der Eichen-Hainbuchen-Wald über kalkhaltigem Lehmboden ist in Deutschland nicht gar so häufig anzutreffen, aber im Südwesten doch immer mal vorhanden. Daher ist L. c. bei uns im Südwesten (nördliches Württemberg, Unterfranken) nicht wirklich selten, anderswo (z. B. in meiner alten Heimat Südhessen) gibt es ihn aber gar nicht.

    Bei Röhrlingen ist die Stieldicke nur dann ein relevantes Bestimmungsmerkmal, wenn sie extrem ausfällt. Zwei Zentimeter mehr oder weniger Stieldicke ist witterungsabhängige oder sonstige Variationsbreite. Hier wäre die sehr spezielle Stieloberfläche (körnelig rauh, kein Netz, keine Längsfasern/-rillen), die leuchtend gelbe Porenfarbe sowie die Grauverfärbung des Fleisches an der Luft bestimmungsrelevant.

    Und ganz grundsätzlich brauchst du natürlich ein Pilzbuch, in dem solche Pilze wie Leccinum crocipodium überhaupt gelistet und beschrieben sind. Das ist nämlich in fast allen Pilzbüchern der 20-/30-Euro-Klasse, die man sich so anschafft, nicht der Fall. Für deine Zwecke muss da schon ein besseres Pilzbuch her, so 1200 bis 1500 Arten sollten da schon drin sein.

    FG

    Oehrling.

    Hallo Juliane,

    der Pilz auf Bild 1 ist sehr wahrscheinlich ein Stachelschuppiger Wulstling, also dein Bestimmungsergebnis möchte ich unterstützen. Die anderen Bilder habe ich mir nicht angeschaut, weil mir das zu umständlich war. Daher mein Hinweis: wenn du den Beitrag erstellst, verwende doch die Fotoeinbindefunktion ("Dateianhänge", unterhalb des Textfeldes zu finden).

    FG

    Oehrling

    Hallo zusammen,

    ich bins nochmal, bezüglich des Pilzes Nr. 7. Dass es ein Täubling ist, steht mMn außer Frage. Es ist aber ein rothütiger Täubling, bei dem man nur erkennen kann, dass es wohl ein Gelbsporer ist. Geschmack, Begleitumstände des Fundes oder Chemoreaktionen kennen wir leider nicht. Vor einiger Zeit hatten wir in Marias Wäldern mal Russula maculata gefunden, den könnte man hier ebenfalls vermuten. Oder man vermutet R. decipiens oder gar R. rutila. Aber jetzt kommt die Sache mit dem Geschmack: das kann natürlich nur sein, wenn der Geschmack halbwegs scharf war - was man nun mal nicht weiß.

    FG

    Oehrling

    Alles klar. Ich hatte halt die rostbraunen Lamellen der schon recht reifen Fruchtkörper, die Cortinafäden am Stiel und die bulbose Stielbasis vermisst. Und insgesamt war es eine Idee, die vielleicht aus der von dir so genannten Bestimmungssackgasse herausgeholfen hätte.

    FG

    Oehrling

    Hallo zusammen,.

    diese Pilze sehen mir nicht wie Phlegmacien, sondern wie Fälblinge (Hebeloma) aus. Ich möchte wetten, dass bei einem Sporenpulverabwurf herauskommt, dass selbiges nicht rostbraun, sondern tabak- bzw. erdbraun ist.

    Bei den Sporen sollte man sich mal anschauen, ob sich das Perispor (Außenhülle) ablöst oder nicht, das wäre ein mikroskopischer Hinweis für ein Hebeloma und wäre außerdem in dieser Gattung ein bestimmungsrelevantes Merkmal.

    FG

    Oehrling

    Hallo zusammen,

    bei Nr. 9 hätte ich eher an seinen verwandtschaftsmäßigen "Bruder" - Lactarius insulsus/zonarius - gedacht.

    Bei Nr. 11 bin ich für die Bilder sehr dankbar. Das genau ist nämlich das in letzter Zeit hier vieldiskutierte Hydnellum aurantiacum im Sinne von HROUDA (2013). Wie man sieht, sind die Stacheln orange und die Hutoberfläche gezont, anders als bei den neulich diskutierten "Gewitterwolken"-Funden aus den Alpen.

    FG

    Oehrling

    Hallo,

    könnte Laccaria bicolor sein. Leider sind die Finger vor dem eventuell violetten Basisfilz. Dieser wäre beim von mir vorgeschlagenen Pilz das maßgebliche Bestimmungsmerkmal. Es wäre also toll, wenn du noch ein Foto vom Basisfilz hättest.

    FG

    Oehrling

    grundsätzlich = es gibt Ausnahmen

    Und damit passt die Aussage gut zur BMG-Frage. Oder hättest du eine bessere Antwort?

    Wusste garnicht, dass man auf Rügen Probleme noch mit Keulen löst

    FG

    Oehrling

    Hallo Wastl,

    ich bin zwar nicht in der BMG, aber ich glaube, dass hier die erwartete Antwort ist: Milchlinge haben grundsätzlich Zwischenlamellen, Täublinge grundsätzlich nicht.

    FG

    Oehrling

    Gerade weil sie so toll sind! Bei einem schlechten Buch dauert es Jahrzehnte, bis es vergriffen ist.

    Wenn eine solche Gelegenheit kommt, muss man halt mal beherzt zugreifen. Du wirst nur ein paar Euros los, die nächstes Jahr ohnehin weniger wert sind als heute, und bekommst dafür ein tolles Buch, das nur wenige andere haben und das wie der SARNARI oder die FN krass nützlich beim Bestimmen sind.

    FG

    Oehrling

    Hallo Corinne,

    wieder mal ein Täubling, den man zur Bestimmung mikroskopieren müsste. Zuerst würde ich mir bei dem die Sporen anschauen. Sind sie rundlich, 9 bis 10 My groß und isoliertstachlig, ist R. integra sehr wahrscheinlich.

    R. cessans wird meiner Erfahrung nach nicht so groß, nämlich nur etwa 5 bis 6 cm im Hutdurchmesser, und ist noch zerbrechlicher. Der Eindruck eines besonders zerbrechlichen Stiels bei dieser Aufsammlung kann durch Madigkeit hervorgerufen sein.

    Aber eine sehr gute Dokumentation auf jeden Fall, in welcher halt die Mikrobilder fehlen.

    FG

    Oehrling

    Hallo magicman,

    bei Saftlingen ist auch die Huthautstruktur bestimmungsrelevant. H. miniata hätte einen sichtbar schuppigen Hut, der sich beim vorsichtigen Darüberstreichen mit den Lippen (Kuss-Test) samtig rauh anfühlt.

    Wenn ich einschätzen sollte: diese Pilze sehen mir auf den ersten Blick nicht wie H. miniata aus, eher schon wie H. insipida.

    FG

    Oehrling

    Hallo zusammen,

    zusätzlich schmeiße ich Russula laricina, einen Mykorrhizapilz der Lärche und in den Alpen weit verbreitet, ins Rennen. R. nauseosa und laricina sehen sich makroskopisch sehr ähnlich und haben auch eine sehr ähnliche Sporenpulverfarbe, sind also nur mikroskopisch zu trennen, wenn vor Ort sowohl Fichten als auch Lärchen vorkommen. Wenn es da zusätzlich noch Kiefern (Arve = fünfnadlige Kiefer meines Wissens!) gibt, ist R. cessans auch mit in der Verlosung.

    FG

    Oehrling

    Hallo ibex,

    Inocybe geophylla scheint mir schon makroskopisch nicht zu passen, denn diese Art hätte einen spitzkonischen bis fast papillierten Hut, diese hier haben aber einen ausgesprochen breiten, flachen Hutbuckel. Was genau brachte dich auf die Idee mit I. geophylla?

    FG

    Oehrling

    Hallo Racoon,

    nein, das dürfte kein Gallentäubling (Russula fellea) sein. Dieser wäre Ton-in-Ton blass aprikosengelb am ganzen Fruchtkörper. Er hätte insbesondere keine rötlichen und grünlichen Farbzonen auf dem Hut.

    Man könnte ja mal mit dem Ockertäubling (Russula ochroleuca) vergleichen, aber so ganz ohne Angabe des Geschmacks und der Sporenpulverfarbe ist das ein schwieriger Fall. Auch sieht man nicht die Stielbasis, die leider von deiner Hand komplett verdeckt wird, da hätte sich eventuell mit einer dezenten Gelbfärbung ein Hinweis gefunden.

    FG

    Oehrling

    Gibt's sonst noch irgendwelche Hinweise wie man den silberröhrling identifizieren könnte lg.

    Reinbeißen halt. WuBi oder Schönfuß = bitter, Silberröhrling = mild.

    Weil des Schwammal blaut, musst die Kostprobn restlos ausspeien, sonst droht a Magen-Darm-Gschichtn.

    FG

    Oehrling