Beiträge von Oehrling

    So weit ich sehe, stimmt alles. Das ist ein großes Lob wert! Hier sieht man erfreulicherweise einen Grauen Wulstling mit gerieftem Hutrand und geriefter Manschette, auch bei einem der Perlpilze sieht man feine Hutrandriefen. Dies bestätigt meine Aussage, dass man Hutrandriefung als Bestimmungsmerkmal knicken kann.
    Die ärgerliche Tatsache, dass Täublinge nicht aussporen, erlebe ich auch immer wieder mal. In solchen Fällen wird die Bestimmung sauschwierig.

    Das hat mit Tschernobyl nichts zu tun. So würde es in unseren mitteleuropäischen Wäldern vielleicht auch noch aussehen, wenn unsere Gesellschaft nicht ab 1900 auf industrielles Wirtschaftswachstum in Verbindung mit unsanktionierter Umweltverpestung gesetzt hätte.


    Ich tendiere zum Gebänderten Hainbuchen-Milchling (Lactarius circellatus). Oder kann das Scharfen Hasel-Milchling (Lactarius pyrogalus) sein?


    Die wären aber beide richtig scharf im Geschmack, nicht bitter. Das Gesamtporträt hört sich eher nach Lactarius quietus an, welcher freilich bei Eiche wächst.


    Gibt es Verwechslungsmöglichkeiten?
    Es ist mir klar, dass es keine Verzehrfreigabe geben kann.


    Ja, es gibt mehr oder weniger Verwechslungsmöglichkeiten, je nachdem ob man Merkmale mehr oder weniger gut zu beachten in der Lage ist. Auf Wiesen/Rasen wachsen z. B. kleine weiße Trichterlinge oder Schirmlinge, die aber alle helle Lamellen und helles Sporenpulver haben.
    Ob du die jetzt isst, ist allein deine Entscheidung. Man weiß ja auch nicht, ob zwischen den Candolls noch andere Pilzarten stehen. Mein Tipp wäre, mit so etwas zu einem Pilzberater zu gehen und sich die Pilze freigeben zu lassen.

    Ouuuuh, da wäre ich mir nicht sicher. Wenn mein Monitor farbecht eingestellt ist, sehe ich da schon ziemlich viel Blau an einigen der Stielbasen. Freilich kann das Blau auch aus dem Fotoshop stammen.

    Noch ein Bestimmungstipp (nach Lüder, Grundkurs der Pilzbestimmung, 2. Aufl., S 117):
    Wenn man herausfinden will, ob ein Pilz eine Dermocybe und nicht eine Leprocybe oder ein Telamonium ist, muss man ein weißes Taschentuch mit reinem Alkohol/Spiritus tränken und dann die Schnittfläche des längs durchgeschnittenen Pilzes eine Zeitlang draufdrücken. Dann sollte sich bei einer Dermocybe ein Farbabdruck (orange bis rot) auf dem Taschentuch zeigen. Die Farbstoffe der Dermocyben sind tw. alkohollöslich, die der anderen Kandidaten nicht.

    Hey, ihr Abkürzungsspezialisten!
    Ihr wisst dann bestimmt auch, was LBM, LGM und LWM heißt, und wer als erstes diese Abkürzungen verwendet hat.

    Noch mehr Täublinge, die meiner Meinung nach mit etwas Übung leicht makroskopisch ansprechbar sind, fast immer gleich aussehen und relativ häufig vorkommen:
    Dickblättriger Schwärztäubling (R. nigricans)
    Dichtblättriger Schwärztäubling (R. densifolia)
    Weißtäubling (R. delica/R. chloroides)
    Weißblättriger Ockertäubling (R. ochrocea)
    Gallentäubling (R. fellea)
    Pfirsichtäubling (R. violeipes)
    Wieseltäubling (R. mustelina)
    Dottertäubling (R. lutea/chamaeleontina/risigallina)
    Goldtäubling (R. aurata)
    Kirschroter Speitäubling (R. emetica)
    Weißblättriger Zinnobertäubling (R. lepida)
    Sonnentäubling (R. solaris)


    Und noch ein paar Arten mit extremem Verarschungspotenzial (häufig vorkommend, aber ganz unterschiedlich aussehend):
    Brauner Ledertäubling (R. integra)
    Weißstieliger Ledertäubling (R. romellii)
    Hainbuchentäubling (R. carpini)
    Fleischroter Speisetäubling (R. vesca)
    Grüner Speisetäubling (R. heterophylla)
    Tauben-Täubling (R. grisea)
    Wechselfarbiger Speitäubling (R. fragilis)
    Frauentäubling (R. cyanoxantha)


    Ich frage mich nun, ob man bei Röhrenpilzen bei der Bestimmung so vorgehen kann, dass man sicherstellt, dass es keine der giftigen Arten ist und dann davon ausgeht, dass der Pilz essbar ist.


    Hiervon würde ich abraten. Es ist richtig, dass du als Speisepilzsammler zunächst die Giftpilze kennenlernen solltest, die potenziell deinen Pilzkorb bevölkern könnten. Sammelst du nur Röhrlinge, sind es nur ganz wenige. Sammelst du nur Röhrlinge mit weißen oder gelben Röhren, musst du gar keinen kennenlernen und lediglich auf einen bitteren Geschmack im Pilzgericht achten. Sammelst du auch Lamellenpilze, dann werden es ganz schnell viele.


    Gehst du streng nach dem Ausschlussverfahren vor, besteht die theoretische Möglichkeit, dass doch ein Giftpilz in deinem Korb landet - nämlich einer, der in den gebräuchlichen Pilzbüchern nicht vorkommt. Oder einer, dessen Giftigkeit erst in den letzten Jahren bekannt geworden ist und der in deinem Pilzbuch als essbar verzeichnet ist.

    Um es nochmal für alle zu sagen, die hinter jeder jubelfreien Antwort eine latente Aggressivität wittern:
    Nichts wird hier geschrieben, um einen Anderen niederzumachen oder um ihm dessen etwaige Unzulänglichkeit vor Augen zu führen, sondern um ihn voranzubringen. Dass das mit permanenter Kuschelei und Liebdrückerei nicht geht, sollte klar sein. Sonst sollten wir das Pilzforum besser in Kuschelforum umbenennen und einige unserer Ansprüche aufgeben.


    peri
    Schon klar, dass mit den Anfragen nicht alles perfekt sein kann. Ich brauche als Beantworter der Anfrage allerdings eine Begründung, warum ich keine eindeutige Diagnose stellen kann. Sonst denkt der Anfrager vielleicht noch: weshalb bestimmt mir der Säckel jetzt den Pilz nicht exakt, mit der Anfrage war doch alles in Ordnung. Wie man sieht, steckt der Beantworter in einer Zwickmühle.

    Das bräunliche Innere ist die korrekte Verfärbung des Fleisches an der Luft und gehört zum gesunden Pilz dazu. Hainbuchenröhrlinge sind gut geschmort/gebraten essbar. Man sollte aber die meistens holzigen Stiele nicht verwenden und die Hüte auch nur, solange sie fest sind. Und ein toller Aromaknaller sind sie auch nicht gerade, vielleicht als Mischpilz zu gebrauchen.


    also bei Pilz 1 sehe ich auch ein Täubling aber welche Hut farbe ist die richtige, die auf Bild 1b Grün oder 1c Rot/Rosa? Oder viell. 1d Braun? Naja.


    Wahrscheinlich alle. Russula carpini hat alle diese Hutfarben im Angebot. Das war mit ein Grund für mich, diese Art zu raten.

    Hallo peri,
    ich versuche mich im Raten, denn da du zu den fotografierten Pilzen nichts weiter sagst, sind die konkreten Anhaltspunkte doch "etwas spärlich".
    Nr. 1: könnte der Hainbuchentäubling (Russula carpini) sein, wäre mild oder höchstens etwas prickelig auf der Zunge, hätte gelbes Sporenpulver und würde bei Hainbuche (z. B. in einem Garten mit Hainbuchenhecke?) wachsen
    Nr. 2: könnte der Birnen-Risspilz (Inocybe fraudans) sein, mit aufdringlich süßlich-parfümiertem Geruch, nicht spermatisch
    Tipp: Risspilze, die bestimmt werden sollen, müssen ausgegraben werden, damit man die Stielbasis sieht
    Nr. 3: alter Perlpilz
    Nr. 4: kann es sein, dass die Röhrenmündungen gelb und nicht rot waren? dann ist es kein Hexenröhrling, sondern ein Schwarzblauender Röhrling (Boletus pulverulentus)
    Nr. 5: ein Wulstling, leider mit sauber abgeschnippelter Stielbasis, d. h. mit sauber abgeschnippeltem Hauptbestimmungskriterium
    Nr. 6: wohl ein Perlpilz, mit viel weinrot in den madigen Stellen