Lass den Gitterling ruhig bei den Phallaceae stehen. Die Unterscheidung, ob Phallaceae oder Clathraceae, ist meines Erachtens rein akademisch und geht über die Hobbypilzkunde hinaus. Für den Hobbypilzkundler gehört alles Stinkend-schleimig-schwammig-poröse zusammen.
Beiträge von Oehrling
-
-
: aber der Boden ist wirklich nix dolles.Je schlechter der Boden, umso besser ist er für Mykorrhizapilze. Gedüngten Boden mögen nur relativ wenige Pilze, z. B. Tintlinge, Düngerlinge oder Champignons. Bei mir kommt nie Dünger in den Garten, und ich habe jetzt nach 8 Jahren bestimmt schon 10 Pilzarten drin.
-
Roter Gitterling
Clathrus ruber Micheli:PersoonOrdnungsgruppe: Gasteromyceten
Ordnung: Phallales
Familie: ClathraceaeBeschreibung des Fruchtkörpers:
Aus einem Hexenei von 2 - 3 cm Durchmesser, mit reichlich weißlichen Rhizomorphen an der Unterseite und schmutzig weißer Exoperidie entwickelt sich nach oberseitigem Aufreißen der letzteren durch Streckung ein freudig erdbeer- bis himbeerrot gefärbtes, schwammig-poröses, gitter- bzw. netzartiges, glühbirnenförmiges Rezeptakulum, welches bis 10 cm hoch werden kann. Auf der Innenseite des Rezeptakulums befindet sich die dunkel-olivgraue, schleimig-schmierige, widerlich nach Katzendreck riechende Gleba, mittels der sporenverbreitende Insekten, z. B. Schmeißfliegen, angelockt werden sollen. Die Exoperidie bleibt nach dem Aufreißen am Grund des Fruchtkörpers, manchmal auch als lappiger Rest auf dem Rezeptakulum erhalten. Während das Hexenei einige Wochen im unreifem Zustand an der Bodenoberfläche überdauern kann, erfolgt das Aufreißen der Exoperidie, die Streckung des Rezeptakulums und das Vergehen des Fruchtkörpers innerhalb eines bis zweier Tage.Der Gitterling sollte nicht mit dem Tintenfischpilz (Clathrus archeri) verwechselt werden, dessen Rezeptakulum im Jungstadium ebenfalls gitterartig verwachsen sein kann, sich dann später aber in die charakteristischen fünf Arme trennt.
Vorkommen und Verbreitung:
Der Gitterling kommt fast weltweit in den wärmeren Regionen der Erde vor und ist dort relativ stark verbreitet. Andere Clathrus-Arten kann man auch in tropischen Regenwäldern finden. Sein Hauptverbreitungsgebiet in Europa liegt in den Mittelmeerländern. Im Europa nördlich der Alpen ist der Gitterling sehr selten und kommt im Freien nur an wärmebegünstigten Standorten (z. B. Oberrheinische Tiefebene) und zusätzlich in Gewächshäusern vor. Er lebt als Humussaphrophyt von zersetztem Falllaub und Holzresten.Bekannte Fundorte im Südwesten Deutschlands sind der Frankfurter Palmengarten sowie die Wilhelma in Stuttgart (dort jeweils in Gewächshäusern). Laut "Großpilze Baden-Württembergs, Band 2" tauchte der Pilz im Freiland in Weinheim/Bergstraße sowie in Neckargerach nahe Heidelberg auf. Hinzu kommt nun der hier vorgestellte Fund aus Heilbronn. Michael/Hennig/Kreisel, "Handbuch für Pilzfreunde" geben einen Fundort in Berlin an. In Krieglsteiners "Verbreitungsatlas der Großpilze" werden 23 deutsche MTB angegeben, in denen der Pilz auftrat, die nördlichsten Vorkommen davon liegen am Nordrand der Lüneburger Heide. Es gab im Freiland in Deutschland bisher keine Funde oberhalb von 200 m NN.
Unten ist ein Exemplar in vollreifem Zustand abgebildet. Bilder eines Hexeneies und eines un- bzw. halbreifen Exemplares sind derzeit auf der Seite http://www.pilzvereinheilbronn.de zu sehen.
-
Mir fallen auf Anhieb noch diese beiden ein:
Pappel-Raufußröhrling (Leccinum durisculum)
Ockerblättriger Speisetäubling (Russula medullata) -
-
Hey ... Nummerierung der Fragen im Nachhinein ändern gilt nicht ...Sorry, ich schreibe immer zuerst und denke danach. Mein Fehler.
-
Dann können wir ja noch mal gemeinsam makroskopisch hingucken. 1) Es ist ein deutlicher Freiblättler - zwischen Stiel und Lamellen ist eine richtig breite Lücke zu sehen.
2) Der Ring sieht stabil und häutig aus.
3) Die Lamellen sehen so aus, als hätten sie einen rosa Schein.
4) Der Pilz hat keine schorfige Platte in der Hutmitte, welche zum Rand hin schollig aufbricht.
5) Der Pilz stand auf einer Wiese, offenbar einer ziemlich fetten Wiese.Edit: Jetzt habe ich noch was in der Literatur gefunden, vielleicht hilft es was.
Leucoagaricus: Sporen mit Keimporus
Lepiota: Sporen ohne Keimporus -
Sind beide schon mikroskopiert:
Einer hat metuloide Pleurozystiden, auffallend zylindrisch in der Form, mit mitteldicken Wänden und Kristallbeschopfung, dazu mandelförmige, nicht-eckige Sporen, und stinkt "unanständig". Der andere hat keine Pleurozystiden, banal schlauchförmige Cheilozystiden, und riecht eher frisch-säuerlich. Jetzt geht es an die Interpretation, das schaffe ich aber heute nicht mehr. Sobald ich was heraushabe, kommt ein Foto nach. -
Ein ganz bisschen helfen kann ich, aber nicht viel. Nicht nur Schirmlinge (Lepiota) können so aussehen, sondern auch Egerlingsschirmlinge (Leucoagaricus). Vergleiche doch mal ein paar Leucoagaricus-Arten, vielleicht passt dein Fund da besser rein.
-
Gefunden auf einer kleinen Runde über den Heilbronner Alten Friedhof, unter Buche. Das dürfte der Ziegelrote Risspilz (Inocybe erubescens) sein, ein giftiger Verwechslungspartner des Mairitterlings, welcher ebenfalls auf diesem Friedhof vorkommt.
-
Schätze, das sind wieder Sandröhrlinge, zumindest der zweite. Der erste ist ziemlich blass für einen Sandröhrling, aber wenn er jung und unterm Moos war...?
-
Gibt es Möglichkeiten diese [Täublinge] ohne Mikroskopische merkmale sicher zu Unterscheiden?Die Romagnesianer, d. h. die "klassischen" Täublingsforscher (z. B. Sarnari, Einhellinger) sag(t)en nein. Es gibt aber in Frankreich/Belgien (z. B. Reumeaux/Moenne-Loccoz) eine neue Schule, die die Ansicht vertritt, dass man Täublinge mithilfe eines geballten Chemie-Einsatzes direkt im Feld bestimmen kann.
Wer nicht mikroskopieren will, muss (ja, MUSS):
1.) den Geschmack durch Reinbeißen testen
2.) die Farben des Sporenpulvers ermitteln
3.) Guajak auf die Stielrinde und auf die Lamellen streichen und die Farbreaktion beurteilen
4.) weitere Chemikalien einsetzen (z. B. Eisensulfat, Phenol, Sulfovanillin) und die entsprechenden Farbreaktionen beachten
5.) sich vorher klar sein, in welche Untergattung der Täublinge das Fundstück gehört, d. h. einen vollständigen Überblick über die vorhandenen Untergattungen haben.
Dann geht das wohl auch rein makroskopisch. -
Den darf ich euch einfach nicht vorenthalten. Er wächst im Garten eines guten Bekannten in Heilbronn unter Bambus und weiteren exotischen Gewächsen und kommt laut seiner Angabe seit einigen Jahren immer wieder. Und heute war er wieder mal in voller Pracht zu sehen.
-
Du kannst sie auch hier direkt als Dateianhang hochladen.Gut, dann probier ich das mal.
Test:
[hr]
Whow, es klappt, supi!! Herzlichen Dank, Mausmann! -
Erstaunlich, was man aus einem Fund des Waldfreundrüblings (einer in der Größe, Wuchsform und Farbtönung variabelsten Pilze überhaupt) so alles machen kann und welche Pilze da noch so ins Spiel gebracht werden...
Eins würde mich besonders interessieren: was genau hat Rada mikroskopisch untersucht, das ihn zu der Gattungsdiagnose Psathyrella brachte?
-
Also wenn ich dich richtig verstehe, kann man in diesem Forum nur Bilder zeigen, die auf einer Website liegen.
-
Doch, ich meine, das ist er nochmal.
-
Hallo Forum,
ich habe keine Homepage und möchte meine Fotos nicht auf irgendwelchen Servern hosten. Gibt es eine Möglichkeit, wie ich Bilder, die nur auf meinem Rechner liegen, in Beiträge einbinden kann, so wie etwa im Pilzepilzeforum?Hintergrund der Anfrage: ich habe heute zum ersten Mal zeigenswerte Funde gemacht, und da wird in den Folgemonaten sicher noch viel nachkommen.
-
> daß es völlig unmöglich ist, den Begriff "Breitblättriger Rübling" in einer Unterhaltung korrekt auszusprechen.Klar ist das unmöglich, es heißt ja auch "Breitblättriger SAMTrübling". Außerdem ist das noch gar nichts gegen den "Geflecktblättrigen Flämmling"

*undabinsbett*
-
Hallo juripuh,
ich melde mich noch mal. Finde es übrigens super, dass du nicht schon entnervt aufgegeben hast, sondern am Ball bleiben willst. Viele Anfrager reagieren nicht mehr, nachdem das "Shitstörmchen" losgebrochen ist.1) Die Champignons sind tatsächlich welche, und sie sehen mir nicht wie giftige aus. Ich traue dir auch zu, dass du einen giftigen Champignon zu Hause erkennen würdest. Lies einfach nochmal im Pilzbuch nach, welche Merkmale der Karbolchampignon hat, bevor du ihn zubereiten willst, und dann ist auch gut.
2) Statt Rosette heißt es Manschette oder Stielring.
3) Maipilze sind grundsätzlich auf dem Hut mattweiß, vielleicht durch Sonnenbrand etwas lederfarben. Sie haben immer weiße Lamellen ohne irgendeinen Grauton oder Rosaton, auch alte. Der Stiel ist immer weiß und dick, aber auf keinen Fall seidig-längsfaserig oder flockig-schuppig. Das Fleisch ist im Hut und Stiel dick und voll und überall weiß. Wenn du dir daraus ein Bild zusammenreimst, weißt du, dass deine Pilze aussehenstechnisch absolut nichts von Maipilzen haben. Also - weg mit dem Fund, und dieses Jahr bitte auch nicht mehr nach Maipilzen suchen!
4) Es ist generell keine gute Idee, sich im Internet Absolution für das geplante Pilzessen zu holen. Wenn tatsächlich jemand so verwegen ist, dir über Internet Pilzberatung zu geben (Haftungsübernahme bei Vergiftung inbegriffen??), weißt du immer noch nicht, ob der Typ Ahnung hat. Im Internet darf jeder den größten Käse schreiben, und oft bleibt es unbemerkt bzw. unkommentiert. Gehe zu einem real existierenden Pilzberater, oder nimm an Lehrexkursionen teil, die von örtlichen Pilzvereinen gegen kleine Obolusse veranstaltet werden. Es gibt eine ganze Reihe von Dingen, die über Internet nicht funktionieren, dazu zählt auch die Pilzberatung!
-
Die drei und noch zwei von mir, also insgesamt 5. Ich Amanita strobiliformis, du alles Andere.
-
Au ja, ihr habt viel besser aufgepasst als ich.
Also ich bin mir nicht sicher, ob ich einen Riesenegerling (= Agaricus macrosporus?) sicher bestimmen könnte. Wie sieht es bei euch beiden aus? -
Hallo Mature, viel Spaß und einen schönen Lernerfolg hier im Forum! Dein Foto finde ich belichtungstechnisch klasse, so ein schönes sieht man selten. Verrätst du noch eben, welche Art es ist?
Mausmann
ist mir zu schwierig, so ganz ohne weitere Angaben, sorry! bestimmt was heimtückisches! da darf jemand ran, der die Täublinge besser kennt -
[quote='juripuh','https://www.newboard.pilzforum.eu/board/index.php?thread/&postID=165675#post165675']
>Hallo Pilzfreunde,
ich bin noch recht neu "in den Pilzen".
.......und mir nicht sicher, ob das Mairitterlinge sind.Gut, dass du die Idee hattest hier nachzufragen. Sehr gut sogar.
> Sie richen mehlig / pilzig und schmecken (kleines Stück probiert) gut / pilzig eben.
Das tun hunderte andere Pilze auch, sogar tödlich giftige.
> Sie sehen aber nicht so typisch aus, wie die Maipilze die im Netz abgebildet zu finden sind.
Wie kommst du dann darauf, dass es Maipilze sein könnten?
> Es verfärben sich auf jeden Fall keine Druckstellen rot, also dürften es keine Mairisspilze sein.
Ich halte sie auch nicht für Ziegelrote Risspilze. Dagegen könnten es sehr gut Rötlinge sein, unter denen es auch giftige Arten gibt.
> Hab sie gestern Abend gepflückt und in 2 - 3 Std. sollen sie eigentlich zusammen mit Riesenegerlingen in die Pfanne

Nee, das lass mal sein, freundlicher Rat.
-
[quote='Nafste79','https://www.newboard.pilzforum.eu/board/index.php?thread/&postID=165652#post165652']
> Auch wenn Experten manchmal etwas schrullig daherkommen, sind sie mir doch tausendmal lieber als irgendwelche Leute, die sich nur halb interessieren, lesen oder zuhören."Gefällt mir", wie es heutzutage heißt.
Und tausendmal lieber als Leute, die groß daherreden, aber nichts blicken, könnte ich noch ergänzen.> Achso, was ich eigentlich noch sagen wollte - find ihn ganz toll diesen Kronkorkenbecherling ...
Ich find ihn nicht toll - denn ich find ihn GAR NICHT; NIE; NIRGENDS *lamentier*
