In der richtigen Sektion bist du ohne Frage, aber die ist sauschwierig. Das von dir vorgeschlagene T. striatum hat laut Literatur eine Pseudoringzone am Stiel, die man hier nicht erkennen kann. Aussehensmäßig kommt am ehesten T. stans hin, obwohl die im Idealfall laut Literatur vorschriftsmäßig mehr rosa- statt orangebraun sind und bitter statt mild schmecken.
Ich forsche an den Weißbraunen Ritterlingen schon eine ganze Weile herum, finde auch immer mal Exemplare, die alle typischen Merkmale einer konkret in der Literatur beschriebenen Art entsprechen, und dann aber auch wieder solche, bei denen es mit den Merkmalen bunt durcheinander geht. Das Problem besteht darin, dass man in dieser Sektion überhaupt nicht weiß und auch nirgends nachlesen kann, welche der reichlich vorhandenen Merkmale so zuverlässig trennend sind, dass sie als Bestimmungsmerkmale taugen. Ich werde in dieser Ritterlingssaison mal mit dem Chemiebaukasten rangehen (und zu diesem Zweck auch in die Kurpfalz fahren
), vielleicht sieht man damit was. Jedenfalls ist diese Artengruppe eine, die geradezu um DNS-Sequenzierung bettelt.
Diese altbekannte Ritterlings-Geschichte von W. Neuhoff solltest du dir auf jeden Fall mal reinziehen, superspannend!
http://wwwuser.gwdg.de/~rjahn/Pilzbriefe/PB_Bd_1_11.pdf
In den Westfälischen Pilzbriefen sind noch einige Beiträge zu den Weißbraunen Ritterlingen drin, die man gelesen haben sollte, wenn man dort durchsteigen will.