Beiträge von Oehrling

    Hallo zusammen,

    ich glaube hier weder Lyophyllum noch Melanoleuca, sondern vielmehr Lepista zu sehen, würde mich nicht wundern, wenn diese Pilze bei Tageslicht fotografiert violett wären. Möglichst genaue Beschreibung des Geruchs wäre erforderlich. Die Angabe Sporenpulver weiß möchte ich anzweifeln, auf dem Foto 2 hat einer der Pilze Sporenpulver auf dem Hut, das sieht nicht weiß, sondern rosalich aus.

    Je besser die Input-Informationen, desto besser der Output (Pilzname), das bewahrheitet sich hier wieder mal.

    FG

    Oehrling

    IIst das beschriebene Bräunen der Stielbasis ein typisches bzw. allgemeiners Gattungsmerkmal?

    Es ist auf jeden Fall ein verblüffend einfaches Unterscheidungsmerkmal zum Braunen Büschelrasling, wenn dieser ausnahmsweise mal als Einzelexemplar daherkommt. Der Braune Büschelrasling ist im Längsschnitt bis in die Stielbasis hinein weiß.

    Vielen Dank für diese Anmerkung mit dem Bräunen der Stielbasis!

    FG

    Oehrling

    Nein, bei einem Schleierling, der so aussieht, wirst du wahrscheinlich niemanden treffen, der eine brennende Idee hat. Wie soll das auch gehen bei einem Pilz ohne jede griffigen Merkmale? Man muss sich da Schritt für Schritt langsam vorarbeiten.

    FG

    Oehrling

    Hallo,

    wenn du glaubst, in der Gattung Cortinarius richtig zu sein, dann wäre der nächste Schritt herauszubekommen, ob der Pilz hygrophan ist und daher im weiten Sinne zu den Wasserköpfen gehört, oder ob er nicht hygrophan ist, woraufhin man dann bei den Dickfüßen bzw. Gürtelfüßen weiterforschen müsste. Aber auch danach hättest du noch etwa 200 mögliche Arten übrig.

    FG

    Oehrling

    Hallo Oehrling,


    Würdest du wirklich mit dem Putzaufwand argumentieren?

    Hallo Craterelle,

    das ist das, was ich in der Prüfung hinschreiben würde - nachdem ich mir drei Argumente mühevoll unter Zeitdruck rausgeschwitzt hätte. Ob das was mit meiner späteren Beraterpraxis zu tun hat? Gute Frage. Ich habe schon etliche Prüfungen mitgeschrieben, in welchen einige Fragen kaum Praxisrelevanz hatten, was auch jeder Beteiligte wusste: Prüfling, Prüfer und Korrektor...

    Ganz böse kann man sagen: es ist in der obengenannten Prüfungsfrage schließlich nicht explizit gefordert, dass die drei Argumente auch alle stichhaltig sind, sonst hätte man formulieren müssen: Nennen Sie drei überzeugende, sachgerechte, angemessene oder was auch immer Argumente.

    FG

    Oehrling

    Finde ich nicht. Denn es wird ganz ausdrücklich nicht gefragt: Geben Sie drei Gründe an, warum man die Pilze nicht essen sollte, sondern: Nennen Sie drei Argumente, um den Ratsuchenden vom Verzehr abzuhalten. Es dreht sich hier mit anderen Worten nicht primär um den Essbarkeitswert eines dubiosen Pilzes, sondern um Beratungspsychologie bzw. Beraterverhalten, insbesondere wie man das Ziel des "Nicht-Essen-Sollens" dem Ratsuchenden erfolgversprechend verkauft.

    FG

    Oehrling

    Hallo Maria,

    es sieht so aus, dass es sich um eine relativ ungefährliche Leucoagaricus-Art handelt. Super, dass du so aufgepasst hast. Aber den Kindern kann man auch mal erklären, dass man Sachen, die man im Garten findet: Pflanzen, Beeren, Pilze... nicht in den Mund stecken darf, bevor es die Mama ausdrücklich erlaubt hat. Damit dürftest du langfristig am sichersten fahren.

    FG

    Oehrling

    Wichtig ist, dass die dunklen Körnchen nicht nur im Inneren der Hyphen sind, sondern auf der Oberfläche, nur das sind Inkrustationen. So gesehen kann das Objekt auf dem letzten Foto eine inkrPH sein. Leider sind alle Fotos unscharf.

    Hallo,

    das Sporenpulver auf dem letzten Foto ist eindeutig cremegelb. Das passt gut ins Bild, jetzt kann man weiterforschen. Es handelt sich um eine Griseinae. Diese können auf die Art nur mit makrochemischen und mikroskopischen Methoden bestimmt werden, außer man kennt die einzelnen Arten aus dem EffEff. Aufgrund der Habitatsangabe Erlenbruch bzw. -moor kommt mMn der Papageitäubling (Russula ionochlora) in Betracht. Doch sollte man hier auch mal ganz frech in Richtung R. atroglauca, der von EINHELLINGER 1984 als Moor-Griseinae beschrieben wurde, forschen. Wenn dies tatsächlich rauskäme, hätte man einen sehr schönen, seltenen Fund gemacht.

    FG

    oehrling

    Hallo zusammen,

    Russula integra hat streng isoliertwarzige Sporen, fällt also schon mal raus. Für einen Ledertäubling ist mir dieser Pilz auch zu schmächtig. Da der Pilz mild ist und im Nadelwald gewachsen ist, wäre Russula turci (Jodoformtäubling) mein erster Verdächtiger. Eine Geruchsprobe am Stiel (Jodoform! Jodlösung!) hätte ihn sofort am Fundort entlarvt. Der hätte dann auch inkrustierte PH. Demnach ist hier die Frage inkrPH ja oder nein? von vorrangiger Bedeutung. Die langen, dünnen dunklen fadenartigen Gebilde auf Mikrofoto 2 könnten durchaus inkrPH sein, die würde ich aber gerne noch wesentlich größer auf einem Detailfoto sehen. Das auf dem Mikrofoto 3 Abgebildete sind gewöhnliche Huthauthaare, bei denen man aber zwingend die Endglieder sehen müsste und nicht nur wie hier Bruchstücke bzw. Schnittstücke aus der Subkutis.

    FG

    Oehrling

    ich würde mich hier fragen, was die Prüfer mit der Frage bezwecken wollen und welche Antworten sie im Sinn hatte.

    Genau das. Ich glaube nicht, dass die Prüfer hier nur wissen wollten, wie der Speisewert des Grünlings einzuschätzen ist, sondern wie der künftige Pilz-"Berater" das dem Laien überzeugend verkauft. Der Hintergrund aus der alltäglichen Beratungspraxis ist nämlich der, dass der Grünling von so gut wie allen Pilzsammlern ohne jegliche akute Symptomatik verzehrt wird, seit alters her verbreitet für Speisezwecke gesammelt wird und im 20. Jahrhundert sogar offiziell auf Märkten verkauft wurde, was den neueren Forschungsergebnissen zum Grünling (Giftpilz mit Totenkopf-Symbol!) scheinbar eklatant widerspricht. Weshalb Pilzsammler, die sich beraten lassen, nur schwer davon zu überzeugen sind, auf den Grünling (geschmacklich sehr lecker!) zu verzichten.

    Meine 3 Taktiken in der Beratung wären:

    1.) schlechtes Gewissen erzeugen: Sie wissen ja schon, dass der Grünling, den sie da kiloweise im Korb haben, unter Naturschutz steht?

    2.) Angst machen: Sie wissen ja schon, dass in Frankreich und Polen schon Leute am Grünling gestorben sind, der ihnen wohl auch sehr gut geschmeckt hatte?

    3.) auf bevorstehende große Mühen hinweisen: was, die wollen sie alle alle putzen? Na dann nehmen Sie sich mal ein paar Stunden Zeit, so sandig wie die sind...


    FG

    Oehrling

    Hallo,

    hier meine "Arbeitsnamen" (= Vorschläge, die durch nähere Untersuchungen bestätigt oder verworfen werden müssten):

    8) Lepista glaucocana (Blassvioletter Rötelritterling)

    9) Clitocybe nebularis (Nebelkappe)

    10) Leberbrauner Ackerling (Agrocybe ... )

    11) Lactarius flavidus

    12) für Lactarius scrobiculatus wäre mir der Pilz zu blass und zu wenig zottelig am Hutrand; es gibt noch mehr gelbe Milchlinge mit zotteligem Hutrand, deren Milch an der Luft gelb umschlägt als nur L. scrobiculatus, z. B. L. citriolens, L. intermedius oder L. leonis


    FG

    Oehrling

    Hallo zusammen,

    diese gelben Würstchen in den Lamellen kenne ich genau in dieser Form von Xerula radicata. Es sind Maden einer speziellen Pilzfliege, die (nur?) an Xerula radicata geht. Verwurmte Xerula radicata zeigen exakt dieses Bild, das ich schon dutzendfach gesehen habe. Biegt doch einfach mal bei eurem nächsten Xerula-radicata-Fund die Lamellen auseinander, da seht ihr sie vielleicht.

    Also ich für meinen Teil halte hier Xerula radicata für wahrscheinlicher als alles Andere.

    FG

    Oehrling

    Hallo,

    nach der (jetzt bekannten) Sporenpulverfarbe gehend, würde ich persönlich in Richtung Hebeloma weiterforschen. Die Sporenpulverfarbe von Schüpplingen ist, wenn ich mich recht erinnere, von einem etwas kälteren Braun.

    FG

    Oehrling

    Hallo zusammen,

    interessanter fände ich in diesem Zusammenhang, einmal über den gesamtgesellschaftlichen Nutzen der Pilzkartierung zu diskutieren - selbstverständlich ergebnisoffen, damit man sich als Nichtbeteiligter in das Problem, das Christoph und Peter umtreibt, besser hineindenken kann, und um abschätzen zu können, ob es vielleicht doch nur ein Streit um des Kaisers Bart ist.

    Was ich mich z. B. schon längere Zeit frage: ob Kartierungsergebnisse überhaupt in der Realität politische oder von mir aus auch handlungspraktische Folgen haben - etwa in der Weise, dass bei landschaftsgestalterischen Entscheidungen (Ausweisung von Naturschutzzonen, Bau von Windkrafträdern im Wald, Forstwirtschaft) die Politik tatsächlich auf Kartierungsergebnisse zurückgreift und nicht nur Forschungsaufträge alibimäßig für teuer Geld vergibt und die Ergebnisse dann in "Giftschränken", "Geheimarchiven" oder ähnlichem versenkt und hinterher bei ihren Entscheidungen lediglich Wirtschaftsinteressen bedient. Also wertfrei danach gefragt, was mit den Ergebnissen der Kartierungsarbeit konkret passiert.

    Ist jetzt nur so ein Impuls zur weiteren Entwicklung der Diskussion von mir, denn das Hin und Her zwischen den beiden Hauptdiskutanten spricht mich immer weniger an, je länger es läuft.

    FG

    Oehrling


    [edit='Takumi']

    Beiträge in eigenen Thread ausgegliedert um die Vermischung der Themen zu vermeiden und eine Struktur der Threads zu erhalten.[/edit]

    ... und ich käme natürlich trotzdem, und würde mir halt für die Nacht etwas Komfortableres suchen. Übrigens gab (oder gibt es vielleicht noch?) in Burgsinn im Bayerischen Spessart eine Jugendherberge (oder war das ein Naturfreundehaus?), die war damals in den 80ern, als unsere Schulklasse dort auf Freizeit war, nicht schlecht.

    FG

    Oehrling

    Ansonsten würde ich diesen Fund für mich jetzt mal als C. magicus cf. ablegen

    Aber die Betonung liegt dabei auf dem c. f. Nicht, dass du dir unzutreffende Sachverhalte einprägst, die dann später wieder schwer aus dem Kopf rauszubringen sind. Uwe hat nicht geschrieben, dass er in deinem Fund C. magicus sieht, sondern er hat sogar in Beitrag # 9 deutlich gemacht, dass dein Fund eher nicht C. magicus ist.

    C. magicus habe ich selber schon live gesehen, der sieht doch leicht anders aus als deine Funde, wäre deutlich olivgrünlicher auf dem Hut.

    FG

    Oehrling

    Hallo,

    leider sind die Fotos magentastichig, d. h. sie zeigen nicht einmal die reale Farben des Pilzes. So wird das leider nichts mit der Benennung. Und da gebe ich Stefan recht: aus einem Pilz, der laut der Geruchsangabe nicht nach Maggi riecht, einen Maggi-Milchling zu machen, ist schwierig.

    FG

    Oehrling

    Hallo Wastl,

    mach von diesem Pilz doch mal einen Sporenabwurf. Einfach den abgeschnittenen Pilzhut mit den Lamellen nach unten auf ein reinweißes Blatt Papier (z. B. Kopierpapier oder Tempo) legen und die Nacht abwarten, danach sieht man weiter.

    Zuvor mal am Pilz riechen, ob der zufällig kakaoartig-schokoladig riecht.

    FG

    Oehrling