Beiträge von Oehrling

    Hallo Wastl,

    im Zweifel hilft eine kleine Kostprobe, 10 Sekunden gekaut und dann wieder ausgespuckt. Bleibt ein milder, angenehm pilzig-aromatischer Geschmack zurück und keine Bitternis, ist es schon mal nicht der Grünblättrige.

    FG

    Oehrling

    Hallo Claudia,

    Nr. 10 könntest du, falls das Sporenpulver nicht rostbraun war, mit Hebeloma mesophaeum s. l. vergleichen. Wieviele Arten sich in diesem Komplex tatsächlich befinden, ist bislang unerforscht.

    FG

    Oehrling

    Hallo Troll,

    bevor du dich zu sehr auf die Unterscheidung Stockschwämmchen - Gifthäubling konzentrierst, solltest du dir einen Gesamtblick über die rasig bis büschelig an Holz wachsenden Hutpilze verschaffen. Dabei sind auch die Hallimasche, die Schwefelköpfe, die Schüpplinge und die Flämmlinge wichtig. Es gibt noch mehr Giftpilze an Holz als nur den Gifthäubling. Und falls du solche Pilze zum Essen suchst, lass dir bitte deine Funde von einem Pilzsachverständigen absichern.

    FG

    Oehrling

    Hallo Setero,

    letztes Jahr im Kroatien-Kurs von Andreas Gminder fanden wir auch so einen Riesen-Brocken, den Andreas vor Ort als Eier-Wulstling bestimmt hat. Er roch chemisch-metallisch mit einem kleinen Anklang von Fisch. Nachdem Andreas meinte, man würde beim Eier-Wulstling kulinarisch nichts verpassen, haben wir auf eine Verkostung verzichtet.

    Zumindest beim linken Exemplar auf deinem Foto 3 würde ich persönlich Amanita proxima nicht ausschließen wollen, bei dem größeren Exemplar auf Foto 1 und 2 sieht es wohl eher nach Amanita ovoidea aus. Wichtig ist, das Foto gleich nach dem Herausnehmen aus der Erde zu machen, denn das Fleisch von A. ovoidea bräunt nach Luftkontakt relativ schnell, und dann verwischt der Unterschied zu A. proxima eventuell.

    Beim Exemplar auf Foto 4 sollte man mit A. singeri vergleichen, wenn einen die Schnelldiagnose A. strobiliformis nicht zufriedenstellt (mich eingeschlossen, denn A. strobiliformis hat meiner Meinung nach viel mehr cremig-wattiges Velum unterhalb des Hutes).

    FG

    Oehrling

    Hallo,

    ich wüsste nicht, inwiefern diese Pilze anders aussehen würden als die Anfragepilze. Sogar die Schneckenfraßstellen sehen meiner Meinung nach gleich aus.

    FG

    Oehrling

    Nun ja, gegen den Sparrigen Schüppling könnte man ebensoviel einwenden: die Pilze im Größenvergleich mit dem Daumen zu klein, die Schuppen zu wenig sparrig und zu sehr anliegend, keinerlei Grüntöne im Fleisch...

    Wie stark der Stiel beim Strohblassen Schüppling beschuppt sein müsste, weiß ich nicht genau, so ehrlich bin ich. Das was ich zu den Pilzen sage, ist auch nur als Vorschlag zu werten.

    FG

    oehrling

    Hallo Hein,

    nach was rochen die denn? Pilzbenennung rein nach Foto ohne weitere Detailangaben halte ich hier für unmöglich, denn es gibt leider Dutzende Pilzarten, die so ähnlich aussehen. Anders sieht es aus, wenn man wüsste, ob die nach Mehl/Salatgurke oder Anisplätzchen oder Billigparfüm gerochen hätten.

    FG

    Oehrling

    Hallo,

    so von den Farben her könnte es sich auch um den Strohblassen Schüppling (Pholiota gummosa) handeln. Dies ist einer von den ganz wenigen Pilzen, die es in unserer Gegend gerade auch gibt.

    FG

    Oehrling

    Hallo liebe BW-Pilzler,

    hier mal wieder ein kleiner Zwischenbericht aus Hohenlohe. Unsere Exkursion von heute morgen haben wir nach 90 Minuten bei 4 °C weitgehend ergebnislos abgebrochen und sind ins Kaffeehaus geflüchtet. Außer reichlich Hallimaschen, Schwefelköpfen und ähnlichen Gehölzschädlingen gibt es bei uns weiterhin nichts, insbesondere keinerlei Mykorrhizapilze. Letzte Woche hatten wir noch einigermaßen Glück mit dem ausgewählten Waldstück, da fanden wir so schöne "Raritäten" wie Rotfußröhrling, Strohblasser Schüppling, Pinselschüppling, Faltentintling und Purpurschwarzer Täubling, hingegen diesmal nur die allertrivialsten Sachen. In unserer Verzweiflung haben wir dann versucht, die Hallimaschen, die in diesem Wald vorkommen, in A. ostoyae, gallica, mellea und cepistipes zu sortieren:rolleyes:.

    Na ja, immerhin regnet es endlich mal den Waldboden nass, und wenn die Temperaturen steigen, rechnen wir fest mit einer *ähem* Pilzexplosion. Immerhin eine Exkursion haben wir noch, am Martinisonntag, und das wird dann vielleicht die mykologisch interessanteste. Wir hoffen - was bleibt uns sonst übrig?

    FG

    Oehrling

    Hallo Maxy,

    falls es sich um Hallimasch-Fruchtkörper handelt, würde ich dir empfehlen, sie restlos abzusammeln, damit sich dieser aggressive Baumschädling möglichst wenig auf andere Bäume in unmittelbarer Umgebung verbreitet. Gegen unterirdische Verbreitung durch Rhizomorphen lässt sich dagegen wenig bis nichts unternehmen.

    Wären es tatsächlich Hallimaschen, und wären die Fruchtkörper noch jung, könnte man sie theoretisch sogar essen.

    FG

    Oehrling

    Hallo Heidi,

    bei dem Täubling würde ich eher den Camembert-Täubling (R. amoenolens) oder einen anderen Kammtäubling (Sektion Ingratulae) vermuten. R. amoenolens wächst bei Eiche, schmeckt brennend scharf und riecht direkt nach dem Aufnehmen nach Camembert-Schimmel bzw. Salami-Schimmel, d. h. angedeutet spermatisch. Die Pilzbezeichnung "Breitblättriger Weißtäubling" gibt es nicht. Darüberhinaus sind Weißtäublinge von oben stets weiß oder irgendwie blassocker.

    FG

    Stephan

    Nö, eigentlich nicht. Nr. 2 ist doch ein relativ klarer Grauer Lärchenröhrling (Suillus viscidus). Dem wurde zwar der Fuß abgeschnippelt, er ist aber auch so ganz gut erkennbar. Leichter wärs freilich mit einem Detailbild der Stielspitze gewesen, da hätte man bestimmt schön die am Stiel herablaufenden Lamellen und den angedeuteten Ring gesehen.

    FG

    Oehrling

    Nein, die Lamellen unseres Fundes waren schon gelb, selbiger würde also in die von HOLEC/KOLARIK propagierte Variationsbreite von H. aurantiaca passen. Danke für die Recherche!

    FG

    Oehrling

    Hallo Maria,

    mit den Trichterlingen ist es fast noch schlimmer als mit den Cortinarien, auch diese Gattung ist einfach nur nerdig. Es gibt im Gegensatz zu den Cortinarien nicht mal gescheite und gleichzeitig gut verfügbare Bestimmungsliteratur dazu.

    FG

    Oehrling

    Hallo Christoph,

    letzten Sonntag fanden wir auf einer Vereinsexkursion inmitten normal gefärbten, also kräftig orangefarbigen Falschen Pfifferlingen auch solche, die von hellgelber bis fast weißer Farbe waren, mit gelben Lamellen - also so wie wenn jemand am Fotoshop alle Rotorangetöne komplett rausgenommen hätte. Ist das dann auch was anderes als Hygrophoropsis aurantiaca, oder kann diese Art auch in Hellgelb vorkommen?

    FG

    Oehrling

    Hallo Maria,

    zu dem, was Thomas geschrieben hat, wollte ich noch ergänzen, dass du gute, aktuelle Literatur brauchst. Großpilze Baden-Württemberg, Band V finde ich zum Einstieg nicht schlecht. Der Cortinarius-Teil ist von A. Gminder, einem absoluten Cortinarius-Auskenner und -Versteher. Wenn es dir mehr nach Bildern bzw. Bildvergleichen ist, kann ich dir das Pilzkompendium, Band 5 empfehlen.

    Pilze der Schweiz, Michael/Hennig/Kreisel oder gar noch Älteres bringt nicht mehr wirklich was (bzw. brachte es eigentlich noch nie!). Diese Sammelwerke (Ringbuchsammlungen) aus Frankreich oder Skandinavien - ich habe da mal kurz geblättert -, sind extrem teuer und extrem nerdig. Funga Nordica ist noch nerdiger, da ohne jede Makrofotos.

    Wie auch immer - Cortinarius macht man nicht so nebenbei, sondern als Hauptsache oder ganz exklusiv - halt nerdig. Ich habe daher für mich beschlossen, mich auf Phlegmacium und Myxacium zu beschränken. In diesen Untergattungen gibt es die am schönsten aussehenden, im Wald auffälligsten, mit Erfahrung gut makroskopisch ansprechbaren Arten, die nicht ganz so nerdig daherkommen wie etwa Telamonien.

    Ansonsten, neben der Literatur: Chemische Reagenzien (konzentriertes KOH und Lugol für die Makroskopie absolute Pflicht, für Mikroskopie ist schwaches KOH gut); Mikroskop wäre auch ganz schön.

    Seeeeeehr von Vorteil ist es natürlich, in einem tollen Cortinarien-Gebiet zu wohnen - so wie du. Ich dagegen muss reichlich Kilometer fahren, um mehr als nur die Allerwelts-Cortinarien zu sehen.

    FG

    Oehrling

    Hallo,

    Anistrichterling ist eine gute Idee, leider gibt es davon nicht nur einen.

    Ich weiß nicht, ob Clitocybe odora so stark ausblassen kann, aber wenn das möglich ist, wäre das eine guter Arbeitstitel.

    FG

    Oehrling

    Hmmm,

    als Gürtelfuß müsste er doch einen Gürtel aufweisen(?), hat er aber nicht.

    Diese Anfrage lässt sich so nicht lösen, es gibt bestimmt über hundert Cortinarien, die so oder so ähnlich aussehen. In meinen Augen wäre dies ein "Zackpilz", höchstens was für Cortinarius-Nerds.

    FG

    Oehrling

    Hallo Beli,

    das Blauen der verletzten Lamellen ist für diesen Pilz absolut korrekt. Fast alle schwärzenden Arten der Gattung Lyophyllum blauen vor dem Schwärzen nicht, sondern eben nur dieser hier. Daher würde ich den Pilz Nr. 2 als Lyophyllum caerulescens (Blauender Rasling) benennen (vgl. Großpilze BW, Band 3).

    Dass man mit den Fingern blaue Farbe von einem Hexenröhrling auf einen anderen Pilz überträgt, halte ich für ausgeschlossen, ich habe davon auch noch nie gehört. Was höchstens sein kann: dass sich bei im Korb auf-/aneinanderliegenden Pilzen irgendwelche Farben übertragen - so etwas könnte man übrigens verhindern, indem man Pilzfunde getrennt einpackt.

    Pilz Nr. 1 ist eine klare Inocybe. Tricholoma inocybeoides hätte zwar manchmal rosaliche, aber niemals gelbliche Töne (und natürlich weißes statt dunkles Sporenpulver). Es ist ein Pilz mit obligatorischer Birken-Mykorrhiza, also nie ohne Birke zu finden.

    FG

    Oehrling

    Hallo Beli,

    in der Calochroi-Sektion kommst du weiter, indem du KOH20%-Lösung auf die Huthaut und auf den Myzelfilz an der untersten Stielbasis schmierst. Oben wird's braun (negative Reaktion) oder rot (positive Reaktion), an der Stielbasis wäre pinkfarben die positive Reaktion. Dann solltest du einen Calochroi der Länge nach durchschneiden und schauen, ob das Fleisch an der dünnsten Stelle des Stieles weiß oder violett (bzw. weiß mit violett an der Stielrinde) ist. Danach könntest du losschlüsseln.

    Auch bei dem Knallgelben aus der Splendens-Gruppe solltest du KOH20%-Lösung verwenden, und zwar indem du es auf das Fleisch eines durchgeschnittenen Exemplares streichst. Manche verfärben grünbräunlich, andere deutlich rötlich. Danach wirst du später im Bestimmungsschlüssel gefragt.

    Beim Pilz Nr. 8 wage ich die verwegene Diagnose, dass das ein mickeriges Exemplar von Amanita strobiliformis ist.

    FG

    Oehrling