Beiträge von Oehrling
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Na ja, einen Sporenabwurf könnte man ja einmal machen. Die Sporenpulverfarbe kann in der Griseinae-Gruppe durchaus als Unterscheidungsmerkmal herhalten. Im übrigen bin ich auf der Seite meiner Vorschreiber: R. parazurea kann sein, kann sogar sehr gut sein, muss aber nicht..
FG
Oehrling
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Hallo Norbert,
die von dir abgelichteten Huthautelemente passen insoweit. Ganz toll wäre es, wenn du in der Huthaut noch ein Crins-Haar (rosshaarartiges, dickwandiges Element mit apikaler Spitze) finden würdest, dazu brauchst du ein Stück Huthaut aus dem inneren Drittel. Die Abgrenzung zum Fleischroten Speisetäubling, der hier optisch nicht ausgeschlossen werden kann, erfolgt über die Sporengröße, wobei die Sporen von R. heterophylla kleiner sind als die von R. vesca. Also schlage am besten die Sporenmaße in der Literatur nach.
FG
Oehrling
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Hallo Hannes2,
zuerst mal: an deinen Fotos sieht man, dass du offenbar wieder in die Knie gehen kannst - herzliche Gratulation dazu.

Zu deinen Pilzen muss man wie immer nicht viel sagen, die sprechen großteils für sich. Die weißen, völlig unbekannten Teile werden irgendwelche Trichterlinge sein, ich wüsste nicht, was man da außer Hinriechen tun könnte - oder sind das etwa dicke Rhizomorphen an der Stielbasis? Die Risspilze würde ich als Kegelige Risspilze i. w. S. ansehen, die drei von dir benannten Täublinge würde ich bei dieser Datenlage auch so nennen, und der nichtssagende Täubling kann alles mögliche sein, so lange man die Größe, den Geschmack, die Sporenpulverfarbe und den wahrscheinlichen Baumpartner nicht kennt.
FG
Oehrling
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Hallo Holl,
hast du denn einen Marzipan-, Anis- oder Karbol-/Tintengeruch festgestellt? Oder riecht er einfach so wie die Champignons aus dem Supermarkt?
FG
Oehrling
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Hallo Hannes2,
die Nr. 5 ist ein übler Giftpilz und wurde von allen fünf Teilnehmern erkannt, muss also zumindest mit Überlegung machbar sein. Ich stimme zu, dass er nicht in jeder Gegend vorkommt, weshalb die Leute aus Fichtenwald-Gegenden hier einen Vorteil haben.
Leichte Probleme gab es bisher dagegen bei den Pilzen Nr. 3 und 6.
FG
Oehrling
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Hallo zusammen,
Matthias hat alle richtig. Wer schafft es noch?
FG
Oehrling
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Liebe Pilzfreunde,
nach den Hongos de Gran Canaria nun also die Schwammerl aus meinem Kärnten-Urlaub. Ich habe mir gedacht, sie hier nicht einfach reinzustellen, sondern ein kleines Rätsel draus zu machen. Daher kommen in zweitägigen Abständen immer wieder Sixpacks mit Ratepilzen, welche leicht anfangen und dann immer schwerer werden. Die zum Einstieg gezeigten Pilze dürften eigentlich die allermeisten erkennen. Also dann, viel Spaß beim Rätseln!
Pilz 1: allgegenwärtig im Fichtenwald
Pilz 2: gewachsen an verrottendem Fichtenstumpf
Pilz 3: alle relevanten Erkennungsmerkmale sichtbar
Pilz 4: ganz jung, aber hat schon die entscheidende Farbe
Pilz 5: allgegenwärtig im Fichtenwald, mit der häufigste Pilz in diesem Zeitraum; körnelig-raue Hutoberfläche
Pilz 6: gewachsen am Wegesrand auf nackter Erde, Hutdurchmesser des Pilzes in der Bildmitte nur 3 cm
FG
Oehrling
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Also ich selber mag Brätlinge auch nicht so sehr wie Edelreizker oder Mohrenkopfmilchlinge. Sie stehen bei mir auf einer Stufe mit dem Lachsreizker (L. salmonicolor).
FG
Oehrling
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Hallo zusammen,
der Vorschlag, Brätlinge 30 Minuten lang im Backofen der Hitze auszusetzen und dann auch noch in Sahne zu ertränken, erscheint mir als Ausfluss überschießender Rezept-Kreativität. Dabei brauchen Brätlinge kein Rezept. Man legt sie mit den Lamellen nach oben auf eine heiße Metall- oder Steinplatte und wartet, bis nach kurzer Zeit sich der Saft in den Lamellen sammelt. Dann wenig grobes Meersalz drauf und ab in den Mund. Also in etwa so wie bei Rezept 2. Das ist für Brätlinge kreativ genug. Mit Spitzenküche hat das in meinen Augen nur wenig zu tun, das ist eher Steinzeitküche. Rezept 3 ist ziemlich krass, man muss das Fischaroma mögen und sich auch nicht daran stören, dass die Finger hinterher klebrig sind und nach Hering riechen.
FG
Oehrling
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Hallo Matthias,
den Sonnentäubling (Russula solaris) würde ich dir bestätigen, allerdings scheint mir 6e eher eine Russula fellea zu sein. Dem hätte man mal unter den Hut schauen sollen, da hätte man wahrscheinlich keinen weißen Stiel vorgefunden.
Bei dem fraglichen Röhrling würde ich Hemileccinum depilatum ausschließen, denn die ausgesprochen goldgelbe Röhrenfarbe passt ebenso wenig wie die schokoladenbraune Huthaut, ganz zu schweigen vom zylindrischen, überhaupt nicht bauchigen Stiel, dessen Rinde auch noch rotbraun gefärbt ist. Lässt man die zunächst geposteten, offensichtlich überstrahlten Bilder beiseite und schaut stattdessen auf die nachgelieferten, stellt sich das eher als Filzröhrling aus dem Ziegenlippenaggregat dar.
FG
Oehrling
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Ähm..., Solzwossa = Salzwasser? Hauptsache wir machen gute Fotos für einen Nachfolge-Thread.
In unserem Ferienort war am Montag ein Hagelsturm, es hat sogar im Wald die Pilze zerschlagen, so dass es grade keine fotogenen Exemplare gibt. In ein paar Tagen ist aber vielleicht was nachgewachsen.
FG
Oehrling
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Leider kenne ich mich mit den Namen bei den Safranschirmlingen nicht wirklich aus, daher kann ich nichts über irgendwelche Synonymien aussagen, aber das können andere sicher besser.
FG
Oehrling
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Hallo Matthias,
vom Habitus erinnern die mich an Hortiboletus, aber so ganz ohne die richtigen Farben ist es schon schwierig. Vielleicht gibt es mit viel Glück irgendwo karottenrote Pünktchen in der Stielbasis?
FG
Oehrling
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Hallo Nobi,
besten Dank für deine Vergleichsfotos. Vom Aussehen passen deine Pilze in der Tat sehr gut zu meinem Fund, auch das Aussehen in den verschiedenen Reifestadien stimmt genau überein. Witzigerweise passt sogar das Gras, in dem die Pilze stehen, irgendwie genau überein. Conocybe albipes, den Artnamen kannte ich bisher noch gar nicht, ich werde mich aber durch Googeln schlauer machen.
Hallo Peter,
ich sag es mal so: beim Baden atmet man die ganze Zeit salzhaltige Seeluft ein, und manchmal landet auch ein Schwapps Meerwasser im Mund, so dass man dann abends doch einen recht trockenen Hals und unangenehm salzigen Geschmack im Mund hat, falls du weißt, was ich meine. Angesichts mitreisender Familie bleibt es dann aber doch einigermaßen im Rahmen, falls du weißt, was ich meine.
Ab Mittwoch bin ich in Kärnten am üblichen Ort, wir könnten uns dann mal wieder zu einer Exkursion verabreden. Dieses Jahr wollte ich mir einmal die Dobrova bei Völkermarkt anschauen, da war ich noch nie. Ich weiß halt nicht, ob bei euch genügend Regen gefallen ist. Ich schätze, damit in der Dobrova was wächst, braucht es ziemlich viel Regen. Ansonsten geht natürlich auch das Kreuzbergl oder auch der Plöschenberg oder vielleicht auch mal das Schloss Mageregg, da habe ich letztes Jahr sehr schöne alte Eichen, aber wegen Trockenheit nur wenige Pilze gesehen.
Freundliche Grüße
Oehrling
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Hallo Beli,
laut Wetterstatistik hat Gran Canaria im Sommer durchschnittlich nur einen Regentag pro Monat, der auch nur im der Nordteil der Insel ankommt, also so ungefähr 5 bis 10 Liter pro Quadratmeter. In Maspalomas, unserem Urlaubsort, regnet es nur im Dezember und Januar an ein paar Tagen. Daher gibt es dort keinen Wald. Das Land außerhalb der Hotelanlagen ist steinige Wüste, es wachsen dort nur Säulenkakteen und ein paar Agaven.
Mit dem Auto kann man in der Inselmitte auf ca.1500 m Höhe fahren, dort gibt es Kiefernwald und ein paar Esskastanien, Eichen, Eukalyptusbäume und Lorbeerbäume. Die Bäume stehen etwa 3 bis 4 Meter auseinander. Der Boden ist nur mit abgefallenen Kiefernnadeln und Eukalyptusblättern, aber nicht mit Pflanzen bedeckt, da es auch dort nicht regnet. Angeblich ergrünt dort aber im Winter (November bis Februar) der Boden, und es gibt dann auch Pilze. Wer wegen der Natur nach Gran Canaria reisen will und nicht zum Baden oder Saufen, soll dies ja auch im Winter und nicht im Sommer tun, weil dann wohl die Insel grünt und blüht.
FG
Oehrling
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Hallo Shawn,
der Gewöhnliche Birkenpilz (Leccinum scabrum) wächst bei Birken aller Altersstadien auf eher trockenen Böden. Er tritt normalerweise auf, sobald der Sommer wirklich vorbei ist, die Tage feucht und die Nächte kühl werden, also etwa ab September und dann den ganzen Herbst über. Man erkennt ihn daran, dass das Fleisch beim Durchschneiden nicht verfärbt, in der Stielbasis keine blauen Flecken zu sehen sind und die Röhrenschicht auf Druck langsam bräunt. Sammelt man ihn zum Essen, sollte man nur junge Exemplare mit flacher Röhrenschicht mitnehmen. Wie bei allen Raufußröhrlingen ist langes Garen erforderlich (mindestens 15 Minuten).
Freundliche Grüße
Oehrling
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Hallo zusammen,
nach einer Woche Gran Canaria-Urlaub sind wir wieder wohlbehalten und hoffentlich coronafrei in Deutschland angekommen. Wie ihr euch sicher denken könnt, konnte ich nicht einmal auf Gran Canaria die Finger von den Pilzen lassen, was meine Frau, einige vorbeischlendernde Hotelgäste und insbesondere einen der Hotelbediensteten zum Stirnrunzeln brachte. Letzterer gab mir den Tipp, die gefundenen Pilze keinesfalls zu essen: vollkommen zu recht, wie ihr sehen werdet.
Aufgrund der allgemeinen Sommertrockenheit auf Gran Canaria war es natürlich etwas schwierig mit der Pilzsuche. Doch in unserem Hotel wurde die Außenanlage regelmäßig beregnet, was dazu führte, dass dort doch einiges zu finden war. Da keine Mykorrhiza bildenden Pflanzen vorhanden waren, sondern nur diverse Palmen und Blumenstauden, gab es keine Mykorrhizapilze, aber doch einige Streuzersetzer (Saprobionten). Bestimmt habe ich die Pilze nicht wirklich mangels mitgenommenem Arsenal, so dass ich die Einschätzung oberflächlich anhand der makroskopischen Merkmale vornehmen musste. Daher sind alle Benennungen mit Fragezeichen versehen.
Relativ häufig waren einige Rädchentintlinge, die wohl der Gattung Parasola zugehören dürften.
Begleitet wurden diese von einer Samthäubchenart (Conocybe), die ein paar markante makroskopische Merkmale zeigte: Hutfarbe sehr blass ledergelb, fast weißlich, in der Hutmitte sehr kleinflächig kräftig ockerbrau, der Stiel hyalinweiß, ohne jede Gelbtönung, mit markantem weißen Basisknöllchen.
Etwas größer, unter Dattelpalme im Gras wachsend, eine Art, die ich in der Gattung Leucoagaricus suchen würde. Relativ schmächtig und dünnfleischig, der Stel nur knapp 3 bis 4 mm breit, der später aufgeschirmte Hut mit einem Durchmesser von ca. 5 cm, braune körnelige abwischbare Schuppen tragend. Das Buch 1200 Pilze von R. DÄHNCKE, ein Werk, in dem ziemlich viele Pilze der Kanarischen Inseln abgebildet sind, bietet auf S. 532 unter der Bezeichnung Leucocoprinus cepaestipes eine Art, die der hier gefundenen wohl ziemlich nahekommt.
Ebenfalls häufig anzutreffen war eine Champignon-Art mit ziemlich stark schuppig werdender Hutoberfläche, die anhand Geruch und Stielfleischverfärbung bei den Karbolchampignons einzuordnen ist. Wie bei der gesamten Natur der Kanarischen Inseln (Flora, Fauna), die bekanntermaßen viele endemische Arten beinhaltet, tut man sich schwer, auf dort gefundene Pilze Namen mitteleuropäischer Arten anzuwenden, auch wenn sie so ähnlich aussehen wie unsere. Diese hier sah oberflächlich betrachtet einem Wiesenchampignon nicht unähnlich, outete sich aber nach einigen Untersuchungen als etwas anderes.
Besonders gefreut habe ich mich freilich über den Fund einer Art, die ich schon vor Jahren auf Teneriffa erfolglos gesucht habe, nämlich diesen Safranschirmling mit dem grünen Sporenpulver, der in DÄHNCKE auf S. 520 unter der Bezeichnung Chlorophyllum esculentum beschrieben ist. Auf dem zweiten Foto ist deutlich zu sehen, dass die Lamellen im Alter grün werden. Das rechte Exemplar auf dem ersten Foto lieferte in der Tat beim Aussporen grünes Sporenpulver.
Ich hoffe, euch hat der kleine mykologische Gruß aus Gran Canaria gefallen.
Freundliche Grüße
Oehrling
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Mir ist noch etwas eingefallen, woran man den "Beginn der Pilzsaison" erkennen kann, ohne in den Wald zu gehen. Man warte einfach ab, bis aus seiner Gegend reihenweise und von den verschiedensten Leuten Fundberichte im Forum gepostet werden. Das scheint mir am zuverlässigsten zu sein.
FG
Oehrling
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Hallo zusammen,
der von Daniel hochgeladene Pilzkalender ist recht nett. Man darf das halt nicht so interpretieren, dass man (um das alleroberste Beispiel aufzugreifen) Anfang August in einen sauren Fichtenwald läuft, um Steinpilze zu suchen, und sich dann wundern, dass keine da sind. Obwohl in dieser Tabelle der August doch mit einem roten Feld belegt ist.
In diesem Jahr wurden z. B. vielerorts Anfang Juli Fichtensteinpilze und Mitte Juli Maronen gefunden. Es könnte also sein, dass die Fichtensteinpilze und Maronen dort schon "durch" sind und dieses Jahr nicht mehr kommen, auch bei besten Witterungsbedingungen nicht.
Grundsätzlich braucht es Glück und ein gewisses Maß an Demut gegenüber der Natur, um den optimalen Zeitpunkt zu erwischen. Ich selber liege dieses Jahr nach meinem Eindruck auch ständig daneben. Letztes Wochenende erschütterte unser Weltbild z. B. ein Mairitterlings-Fund in Tirol, in direkter Gesellschaft mit dem Spätherbstpilz Horngrauer Rübling. So, an welcher Stelle der Pilzsaison bzw. des Pilzkalenders ist man nun?
FG
Oehrling
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Hallo Shawn,
inhaltlich hat sich an den Antworten auf deine Fragen, die du schon letzte Woche hier und in einem Nachbarforum gestellt hattest, in der Zwischenzeit nichts geändert. Wobei ich mit den Fragen "Welche Bäume sind gut für Anfänger?" und "Wann startet die Pilzsaison?" ehrlich gesagt nichts anfangen kann, da es wie in den Fragen unterstellt weder Anfängerbäume noch eine zeitlich definierte Pilzsaison gibt. Es gab schon Jahre, da gab es erst im Spätherbst Pilze, das könnte dieses Jahr auch so sein, wenn nicht bald mal zwei Wochen am Stück Regen fällt.
FG
Oehrling
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Hallo Beli,
der rote Täubling unter Buche sollte, falls scharf und mit weißem Sporenpulver, wohl Russula mairei/nobilis (Buchen-Speitäubling) sein.
Wie frisch und saftig alles bei dir aussieht, bei uns ist alles gelb und braun wie am Mittelmeer im August. Die Bäume fangen schon an, wegen der Dürre Blätter und Früchte abzuwerfen. Pilze wird es bei uns wie schon in den Vorjahren wohl frühestens ab Oktober geben, halt wie am Mittelmeer.
FG
Oehrling
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Hallo Sebastian,
die Gesamtheit der von dir erhobenen Merkmale ergibt leider kein eindeutiges Bild.
Gehst du nach der für eine Tenellae in der Tat recht blassen Sporenfarbe, müsstest du angesichts der vorliegenden Mikrodaten bei R. puellaris rauskommen. Form der Dermatozystiden sowie Sporenornament passen für R. puellaris recht gut. Bei dieser Option sollte dir allerdings stark gilbendes Fleisch aufgefallen sein.
Ignorierst du die Sporenpulverfarbe, vielleicht weil du sie doch nicht ganz korrekt erhoben hast, geht es dann mehr in Richtung Russula nitida, deren Fleisch nicht gilbt. Nachteil: die hätte Sporenpulverfarbe 3b/c. Die Nachbarart R. roberti hätte zumindest Sporenpulver 2d, könnte also auch mal gecheckt werden, die soll aber teilnetziges Sporenornament haben und kommt eher an sumpfigen Standorten vor. Die von dir gezeigten Sporen würde ich nicht als teilnetzig ansehen, da sieht man nur ein paar vereinzelte Verbindungslinien zwischen den Warzen. Darüberhinaus soll R. roberti Guajak-schwach, die beiden anderen Arten dagegen Guajak-stark sein.
Die von dir vorgeschlagene R. velenovskyi ist eher orangerot bzw. ziegelrot und hat auch 3a/b als Spp-Farbe.
Den markanten, in deiner Dokumentation gut zu sehenden Hutbuckel haben alle vier.
Rosa am Stiel ist von den fraglichen Arten am ehesten R. nitida.
FG
Oehrling
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Hallo Stefan,
wie du richtig sagst, betrifft das nächtliche Betretungsverbot die Gebiete außerhalb der Waldwege, um das Wild und andere Tiere nicht aufzuscheuchen oder Lurche und Ähnliches nicht plattzutreten. So lange man auf dem Weg bleibt, übertritt man nicht das Gesetz. Zum Pilzesuchen dürften die Waldwege aber von den "Frühsammlern" vermutlich verlassen werden.
Richtig ist auch, dass es bundeslandspezifische Rechtslagen gibt, da jedes Bundesland sein eigenes Waldgesetz hat. Dazu kommen die Vorschriften der Unteren Naturschutzbehörden und Forstämter. Die Rechtslage ist somit dermaßen undurchdringlich, dass man nirgends sicher sein kann, sich beim Pilzesuchen in der Morgen- und Abenddämmerung auf dem Boden der Legalität zu befinden.
Eine Uhrzeitdefinition (von wieviel bis wieviel Uhr dauert die Nacht?) habe auch ich nicht finden können, so weit muss ich zurückrudern.
FG
Oehrling
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Also ich bin wirklich nicht der Spezialist aber ist der rötliche Strich unterhalb des Röhrenfutters nicht ein eindeutiges Bestimmungsmerkmal?
Steht in einem meiner Pilzbücher
Hallo Matthias,
nein, das stand mit Sicherheit nicht so in deinem Pilzbuch. Der rötliche Strich unterhalb des Röhrenfutters sagt gar nichts, der ist bei jedem Rotporer, also auch beim Satanspilz, vorhanden, höchstens der rötliche Strich oberhalb des Röhrenfutters. Dieses Beispiel sollte dir eine Warnung sein, Texte im Pilzbuch nachlässig zu lesen bzw. falsch zu interpretieren. Einzelne falsch gelesene, interpretierte oder im Gedächtnis abgespeicherte Worte können bei der Pilzbestimmung fatale Folgen haben.
Was mir aber aus Sicht des Pilzsachverständigen auch nicht gefallen hat, war die Reaktion des Anfragers namens "Hirnlos". Zunächst wurde der Pilz angefragt, dann aber nicht auf mehrere Antworten gewartet, sondern nach der ersten Antwort der Pilz "dann" in die Pfanne gehauen. Woher wusste "Hirnlos", dass der erste Antworter ein Auskenner ist?
FG
Oehrling
