Beiträge von Oehrling

    Hallo Shawn,

    wann die meisten in den Wald gehen, kann ich dir nicht sagen, darüber werden keine Statistiken geführt. Ich kann dir nur sagen, wann man nicht in den Wald gehen sollte, nämlich von 20 bis 7 Uhr, denn das ist gesetzlich verboten. Kannst ja mal nach "Betretungsverbot Wald" googlen, wenn dich die Rechtsquelle interessiert.

    Ansonsten gilt: je mehr essbare Pilze du kennst, umso voller wird der Korb am Sonntagnachmittag in Waldrand- und Wohngebietsnähe.

    FG

    Oehrling

    Hallo Matthias,


    immer nur im eigenen Saft zu schmoren ist auf die Dauer unbefriedigend. Du tastest dich an neue Arten heran, glaubst auch sie zu erkennen, aber irgendwie fehlt dir dann doch jemand, der deine neuen Erkenntnisse bestätigt. Der dir z. B. sagt: ja, du hast recht, das ist der (Platzhalter; such dir was aus: Hexenröhrling, Perlpilz, Parasol, Wiesenchampignon).


    Dazu wüsste ich drei Strategien:

    1) werde Mitglied in einem lokalen Pilzverein, welcher für seine Mitglieder Lehrexkursionen veranstaltet; diese Pilzvereine kosten meistens einen lächerlich geringen Jahresbeitrag; bei uns in Öhringen kostet es z. B. nur 12 Euro pro Jahr, und der Oehrling geht mit dir Pilze suchen:saint:

    2) nimm an lokalen Pilzwanderungen teil, die privat oder über die Volkshochschule angeboten werden; hierfür muss man ca. 10 bis 15 Euro investieren; werden sie von echten "Cracks" geleitet, die wirklich jeden Pilz kennen, können sie auch mal 30 bis 40 Euro kosten

    3) nimm an einem mehrtägigen Pilzseminar teil; so etwas wird von den sogenannten Pilzschulen veranstaltet (die bekannteste ist wohl die in Hornberg im Schwarzwald, aber z. B. gibt es auch eine im Schwäbischen Wald); diese sind mit ca. 200 Euro Seminargebühr für 4 bis 5 Tage nicht ganz billig, der Lerneffekt ist hier aber am höchsten, und sie berücksichtigen den Stand des Vorwissens (Anfänger- und Fortgeschrittenenseminare)


    Wie mir schon von verschiedenen Leuten bestätigt wurde, ist der Lerneffekt durch bloße Forumsteilnahme deutlich geringer als das, was ich dir genannt habe; hiervon sind die unregelmäßig und formalitätslos stattfindenden Forumstreffen ausgenommen, die meiner Meinung nach durchaus den Lerneffekt von Lehrexkursionen haben können und im Allgemeinen gebührenfrei sind.


    FG

    Oehrling

    Hallo Shawn,

    den Frostschneckling kann man so ab Mitte Oktober finden. Er ist ein sehr schleimiger Pilz, der im Sammelkorb gern zusammenklebt und viel Putzarbeit erfordert, und dafür mMn nur wenig kulinarischen Wohlgeschmack als Gegenwert bietet. Immerhin ist er nicht bitter, um mal was Positives über den Pilz zu sagen. Da es sich um einen nicht so leicht erkennbaren Pilz handelt, solltest du ihn entweder zusammen mit einem Experten suchen oder deinen Fund einem Pilzberater zeigen.

    FG

    Oehrling

    Hallo zusammen,

    ich habe den Falschen Pfifferling gelegentlich mit drei bis vier Exemplaren ins Mischgericht getan, das hat mir keine körperlichen Beschwerden verursacht. Bei einem Solotest hatte er mich zuvor nicht durch Wohlgeschmack überzeugen können, sondern dadurch, dass er eine lecker aussehende braune Farbe ins Pilzgericht bringt.

    FG

    Oehrling

    Hallo Shawn,

    zu deinen Fragen wollte ich zu den Ausführungen von Nobi folgendes ergänzen:

    1) als Anfänger willst du ja eher nicht weit fahren, um deine Pilze zu finden, also erkunde die Wälder in deiner näheren Umgebung (und finde heraus, welchem Waldtyp diese entsprechen:/). Gehe nicht in solche Wälder, die stark verkrautet oder mit Brombeergebüsch oder ähnlichem überzogen sind, die sind eutrophiert (überdüngt), und die für dich wichtigen Mykorrhizapilze (Steinis, Pfiffis...) sind da längst geflohen.

    2) Grobsandige Böden sind fast immer sauer, es sei denn es handelt sich um Kalkabbaugebiete; basische Böden sind fast immer lehmig oder tonig, d. h. es ist ein fetter, schwerer Boden ohne grobe Sandkörner, der bei einer Kratzprobe am Finger klebenbleibt und nicht davonrieselt. In der Norddeutschen Tiefebene sind letztere Böden meines Wissens nicht gerade weit verbreitet, allenfalls Richtung Ostsee. Die beliebtesten Speisepilze (Steinis, Pfiffis, Maronen, Perlpilze...) lieben es eher sauer als basisch.

    3) außer Röhrlinge könnte man als Anfänger noch Reizker und Parasole sammeln, die sind wirklich sehr leicht zu erkennen und nur schwer mit etwas Giftigem zu verwechseln; auch Täublinge würde ich als Anfängerpilze bezeichnen. Edit: Im Kiefernwald würde mir noch die Krause Glucke/Fette Henne einfallen. Pfifferlinge na klar auch, aber die gibt es eben nicht überall.

    4) ein moosiger Boden zeigt an, dass die Feuchtigkeitsversorgung gut ist, dazu muss das Moos aber feucht und frisch sein. Kommt dir das Moos ausgetrocknet vor, findest du dort genau so wenig Pilze wie bei ausgetrocknetem Laubwaldboden. Moosboden hat spät im Jahr auch den Vorteil, dass man kleinere Pilze überhaupt sieht, was unter einer immer dicker werdenden Laubschicht nicht mehr der Fall ist.

    FG

    Oehrling

    Hallo zusammen,

    für Suillellus mendax finde ich den Stiel ein bisschen zu dick und die Röhrenfarbe nicht blutrot genug, aber so gut kenne ich S. mendax jetzt auch wieder nicht, dass ich sagen könnte, das kann er nicht sein. Die hier sehr gut sichtbare Bataille-Linie soll S. mendax ebenfalls haben, nicht nur S. luridus. Also Fazit: S. mendax als Vorschlag für diesen Pilz ist sicher eine gute Idee.

    FG

    Oehrling

    Hallo Grüni,

    bei der Makrochemie, die man auf Täublinge so loslässt, ist banal:

    - Eisen(II)sulfat, welches eine schmutzig blassrosa Verfärbung erzeugt (nicht banal wäre lachsrosa, lachsorange, meergrün oder einfach "gar nichts")

    - Guajak, das innerhalb von 10 bis 20 Sekunden von braun nach blaugrün umschlägt (nicht banal wäre der Farbumschlag nach 2 bis 3 Sekunden oder erst nach 30 oder mehr Sekunden); bei Guajak ist hauptsächlich wichtig, wie schnell der Farbumschlag erfolgt

    - Phenol, das nach etwa 5 bis 8 Minuten für schokoladenbraune Verfärbung sorgt (nicht banal wäre brombeer-/heidelbeersaftartige Verfärbung)

    - Sulfovanillin, das auf der Stielrinde eine blassblaue oder blasslila Verfärbung erzeugt (nicht banal wäre intensiv pink, magentarot, fuchsiarot...)


    Lustigerweise posten hier die Anfrager ständig, dass bei ihrem Täubling mit Eisensulfat eine rosa Verfärbung entstanden sei, dass Guajak blau, oder dass Phenol braun geworden sei. Dabei geht die Aussagekraft solcher Farbreaktionen gegen Null. Interessant ist es meistens erst, wenn solche Farbreaktionen ausbleiben oder anders verlaufen als gewohnt.


    FG

    Oehrling

    Hallo Hannes,

    schöne Täublinge auf deinem "Heimfriedhof". Bei Nr. 1 hätte ich einen der Kammtäublinge vermutet, beim gelben R. farinipes, beim rosaroten R. lilacea und beim letzten R. faginea. Der Untergrund unter dem Friedhof, ist der basisch oder sauer?

    FG

    Oehrling

    Ja, die R. heterophylla habe ich in der Rhön auch bisher vergeblich gesucht. Da musst du halt mal nach Gramschatz oder an den Blutsee fahren, da kommt sie vor.


    Mittlerweile wissen wir ja, dass es bei R. melliolens eigentlich keine Huthautmikroskopie braucht. Die Bestimmung geht vielmehr so: du findest unter Laubbäumen einen roten, kräftigen Täubling, der aber sowas von nach Gelbsporer aussieht. Nach dem Absporen dann die Überraschung: das Sporenpulver ist nicht gelb, sondern blass! Dann nur noch kurz Melzers auf den Objektträger und ab unters Mikro. Nachdem man die Sporen gesehen hat, ist der Fall klar.


    FG

    Oehrling

    Hallo Benjamin,

    der Perlpilz rötet auch nicht sofort nach dem Anschneiden, wie das etwa der Waldchampignon oder der Safranschirmling tun. Oft ist die Schnittstelle erst am nächsten Morgen rot.

    FG

    Oehrling

    Hallo Peter,

    unter dem Hut hervorquellende Röhren mit einem sehr tiefen Burggraben hat man bei alten Rotkappen auch, das kann man gerade in einem parallel laufenden Thread studieren. Zuverlässiger als makroskopisches Unterscheidungsmerkmal ist die überhängende Huthaut.

    Neulich habe ich übrigens gehört, dass der Hainbuchenröhrling weder ein "Birkenpilz" noch eine "Rotkappe" ist, sondern nochmal was eigenes, und dass für ihn und seinen nächsten Verwandten, den Gelbporigen Raufuß, eine neue Gattung aufgestellt worden sein soll.

    FG

    Oehrling

    Hallo Claus,

    R. heterophylla und R. vesca können makrochemisch und mikroskopisch kaum auseinandergehalten werden, außer über die leicht unterschiedliche Sporengröße und über die leicht unterschiedlichen Huthauthaare. Wer die beiden schon oft gesehen hat, bekommt ein Gefühl dafür, welche Hutfarben bei den beiden möglich sind und welche nicht. So olivbraun wie Karls Pilze habe ich R. heterophylla selbst schon gesehen, R. vesca noch nicht. Freilich ist die Bestimmung am leichtesten, wenn man die Arten an bereits bekannten Standorten findet;).

    FG

    Oehrling

    Hallo Benjamin,

    willst du unbedingt solche Exemplare wie das zuletzt gezeigte in deinem Kochtopf haben, dann entferne bitte die Röhrenschicht (gleich nach dem Pflücken!), die wird meist schon im Sammelgefäß matschig und dann beim Kochen schleimig-schmierig und ist für den schlechten Ruf der Röhrlinge im Kochtopf mitverantwortlich. Davon abgesehen sollte man auch den Stiel wegschneiden, der im Alter unangenehm holzig wird (bei Birkenpilzen noch mehr als bei Rotkappen!).

    FG

    Oehrling

    Hallo Craterelle,

    wenn reife Sporen vorhanden sind, funktioniert der Melzer-Test auch an der Lamelle oder am Stiel in Hutnähe, da sich auch dort Sporen versammeln können.

    Im übrigen möchte ich die Bestimmungsarbeit nicht anzweifeln. Auf die offenstehenden Fragen hast du Auskunft gegeben. Die Manschette habt ihr als gerieft wahrgenommen, unter der Huthaut war keine gelbe Linie zu sehen. Anhand dieser Informationen muss man bestimmungstechnisch zwingend zu A. franchetii kommen. Ich kann dazu halt nur "aha" sagen, aber nicht "jawoll, das isser", weil ich all das nicht gesehen habe, was ihr gesehen habt. Wenn andere das können, soll es mir auch recht sein.

    FG

    Oehrling

    Hallo Wolli,

    Nr. 1 müsste der Hainbuchenröhrling (Leccinum pseudoscabrum/carpini) sein, denn der Birkenpilz (Leccinum scabrum) schwärzt nicht nach dem Durchschneiden. Aber natürlich nur, wenn am Fundort auch Hainbuchen vorhanden waren.

    Bei Nr. 2 habe ich Schwierigkeiten mit der Benennung, denn die Pilze sind noch sehr jung. Gibt es denn ein Foto von der Hutoberseite?

    FG

    Oehrling

    Das stimmt, es wurde schon im ersten Posting geschrieben, dass der Ring gerieft ist. Aber selber gesehen hätte ich den Ring schon gern. Die Intention dieser Anfrage war ja, sich die Amanita franchetii bestätigen zu lassen, da sie auch kartiert werden soll. Aber wenn ich was bestätigen soll, muss ich das auch mit eigenen Augen sehen. Und ich habe hier bisher nichts gesehen, was als Beweis für A. franchetii und gegen A. regalis dienen könnte. Irgendwo steht der Finder schon in der Beweispflicht, ist zumindest meine Meinung.

    FG

    Oehrling

    Hallo zusammen,

    ich hätte noch einen ganz anderen Erklärungsversuch. Sebastian schrieb, er hätte die Pilze getrocknet und dann in KOH wieder eingeweicht. Vielleicht ging beim Trocknen etwas schief, und die Zystiden sind irgendwo auf dem Weg zwischen Trocknen und Einweichen kollabiert. Ich habe das bei Täublingen auch schon erlebt, die langsam an der Luft und nicht zügig und rasch auf dem Dörrex getrocknet wurden, dass die Zellstrukturen nach dem Einweichen nicht die gewohnte Form hatten und ganz "schrumpelig" waren. Es könnte also vielleicht auch an der Methode des Trocknens liegen.

    FG

    Oehrling

    Hallo Stefan,

    Täubling Nr. 3 ist höchstwahrscheinlich etwas aus der Sektion Tenellae, da gibt es z. B. R. odorata oder R. nauseosa. Oder vielleicht, wenn eine Birke dabei war, so was wie R. nitida oder R. robertii. So etwas müsste mikroskopiert werden, da es eine ganze Reihe Täublinge gibt, die so aussehen.

    Bei Täubling Nr. 2 kommt man (oder zumindest ich) ohne Sporenpulverfarbe und Geschmack nicht mal in irgendeine Sektion.

    Nr. 1 sehe ich auch als R. nigricans.

    FG

    Oehrling

    Hallo zusammen,

    na ja, bevor der Pilz als Amanita franchetii durchgewunken und als solcher kartiert wird, sollte doch noch ein Schnittbild des Pilzes oder ein Blick auf die Manschette her. Das Merkmal des leuchtenden Gelb unter der Huthaut bei A. regalis ist relativ stark und sollte nicht übergangen werden. Für meine Begriffe sind auf dem ersten Foto spitzwarzige Warzengürtel vom Typ Fliegenpilz an der Stielknolle zu sehen.

    Das Vorkommen von A. franchetii und A. regalis im Schleswigschen halte ich in etwa für gleich wahrscheinlich.

    FG

    Oehrling

    Hallo Stefan,

    stimmt, das hatte ich schlampig recherchiert. Auf S. 9 der GroßpilzeBW, Band 5, erfolgt die Ausschlüsselung von C. violaceus und den anderen zwei (drei?) Arten der Sektion Cortinarius nicht aufgrund der vorhandenen Cheilozystiden, sondern aufgrund der vorhandenen Pleurozystiden. Von den Cheilos wird dagegen gesagt, dass Sie auch bei Arten aus anderen Sektionen vorhanden sein können. Also muss es richtig heißen: ein Dickfuß hat keine Pleurozystiden, C. violaceus schon. Besten Dank für den Hinweis.

    FG

    Oehrling

    Hallo Alexandra und Harald,

    falls ihr erschlagen seid von dem, was laut dem von Wutzi verlinkten Beitrag bei einer Anfrage angegeben werden sollte: das kann sich, je nachdem um welche Pilzgattung es geht, erheblich reduzieren. Ihr habt den Pilz von euch aus als Täubling identifiziert, das ist schon mal gute Vorarbeit. Bei einer Täublingsanfrage braucht es zweckmäßigerweise:

    - Beschreibung der Hutfarbe in Worten, denn auf dem Foto kann die Hutfarbe falsch wiedergegeben sein

    - Größenangabe (Höhe des Pilzes, Dicke des Stiels, Hutdurchmesser)

    - Brüchigkeit/Festigkeit des Fleisches

    - Geschmack nach dem Kosten einer abgebrochenen Lamelle (mild, leicht scharf oder richtig scharf)

    - Sporenpulverfarbe (hilfsweise taugt auch die Lamellenfarbe), zu unterscheiden zwischen weiß, rahmgelb, ockergelb oder dottergelb

    - Wuchsort (in welcher Art Wald gewachsen?)

    - Geruch (z. B. fruchtig, gummiartig, fischig)

    Wir helfen gern, aber ohne die genannten Angaben können auch wir kaum etwas machen. Je mehr von diesen Angaben gemacht werden, umso größer die Chance auf einen definitiven Pilznamen.

    FG

    Oehrling