Beiträge von abeja

    Hallo,
    @ Craterelle, darf ich hier meine allerneusten Muschelseitlingserfahrungen anheften?
    Ich tu es einfach mal, sonst wird das ja unübersichtlich.


    Wie in meinem Beitrag beschrieben hatte ich vor kurzem auch zum ersten Mal gelbstielige Muschelseitlinge gefunden.
    http://www.pilzforum.eu/board/thema-sunny-sunday


    Diesen Ort wollte ich heute nochmals aufsuchen und ein Experiment damit starten.
    Da dieser Fundort aber etwas außerhalb meiner üblichen Wege liegt und auch fast am weitesten entfernt, habe ich eine mir bisher unbekannte Abkürzung gewählt (der Weg ist zwar in einem alten Plan eingezeichnet, hat aber keine Wanderhinweise etc.)
    Ein Horrorweg, steil bergan, dabei noch etwas glitschig-rutschig, dann ging es flacher weiter - und ich sah noch etwas oberhalb auf der Böschung einen Buchenstamm mit Muschelseitlingen. Die lachten mich an - oder aus:
    kraxelt man für gelbstielige Muschelseitlinge eine rutschige Böschung hoch (... und runter)? ... frau kraxelt, ist auch alles ohne Rutschpartie glimpflich abgegangen.


    Es waren kleine bis mittelgroße Exemplare, der größte Pilz war stattliche 10 x 7 cm groß. Den habe ich auch mitgenommen, um zu überprüfen, ob der vom Geschmack her bitterer ist.
    Er war - roh - auch nicht bitter, minimal würziger, etwas "anhaftender".
    Dann plötzlich endete der gut erkennbare Weg, vermutlich wird er nur von Jägern als Zugang zu einem Hochsitz an dieser Stelle benutzt. Möglicherweise gab es einmal einen Weg, aber der war von einigen umgefallenen Baumstämmen quasi versperrt - aber eben nur fast. Ich wollte jedenfalls auf keinen Fall den glitsch-flutsch-Weg wieder nach unten gehen, hoch geht es ja immer besser.


    Schließlich kam ich doch noch in insgesamt kürzerer Zeit zu der ursprünglich geplanten Pflückstelle: keine mehr da? Nur kleine Reste!!
    Die muss jemand (eventuell in der Annahme, es seien Austernseitlinge) geerntet habe. Da war ich doch froh, Stamm Nr. 1 gefunden zu haben.


    Zu Hause die Ausbeute: 170 gr. relativ feuchte Pilze
    Die Frage: gallertige Haut abziehen oder nicht.

    Theoretisch ist das im feuchten Zustand möglich, aber vom Stielansatz her geht das dünne Häutchen meist nicht komplett ab, vom Hutrand her löst man zu viel vom Pilzfleisch mit ab.
    Ich habe einige Pilze enthäutet, dann hatte ich keine Lust mehr.


    Erste Versuche mache ich immer möglichst pur, da kann man den Geschmack, die Konsistenz besser einschätzen.
    Also Butter in die Pfanne, geschnittene Pilze dazu ....
    Geruch: nichts Störendes, aber auch nicht dramatisch aromatisch.
    Konsistenz: Flüssigkeit tritt aus, verbindet sich mit Schleim (iiiihhhh!) und Butter zu einer sämigen Sauce (in den ersten Minuten)


    Mehr Hitze:
    es gelang, die Flüssigkeit/den Schleim zu verdampfen und die Pilze relativ kross zu braten/ bräunen.
    Gewürz: erst mal nur Salz und Pfeffer


    Geschmack:
    nicht sehr ausgeprägt pilzig, aber auch keine störenden Komponenten, eigentlich ganz angenehm, keinesfalls bitter (von 2 Personen "getestet")
    Konsistenz:
    nicht zäh, etwas fleischig, bleibend etwas gallertig im Biss.
    Beim Probieren von einzelnen Stückchen pur konnte ich restliche Haut identifizieren, später hatte ich die gebräunten Pilze mit Parmesan auf Nudeln, da hat mich/ uns nichts mehr gestört daran.


    Fazit:
    geschmacklich nicht sonderlich ausgeprägt, Konsistenz eventuell gewöhnungsbedürftig
    Meiner Meinung nach geschmort/ gebraten ohne Flüssigkeit (also nicht suppig oder soßig, weil das die Schleimkomponente verstärken würde) geeignet, auch im Zusammenhang mit Zwiebeln, Knoblauch, geschmortem Pfannengemüse, auch Fleisch etc. in kleinen Stückchen.

    Naja, wir hatten wirklich Glück hier im SW, fast 14 Tage Hochdruck mit Nachtfrost, tagsüber sonnig-dunstig, kaum Wind.
    Aber das ist Inversionswetterlage, Kaminfeuer riecht man 1 km weit.... und die Wetterlage ist jederzeit dazu geeignet in endlosen Nebel-Hochnebel "umzukippen".
    Jetzt hat es aber auch mal wieder geregnet.

    Hallo,
    ich habe ja letztens auch die gelbstieligen Muschelseitlinge gefunden und roh länger darauf herumgekaut, ich konnte keinen bitteren Geschmack wahrnehmen.
    "Bitter" an sich schon, in Form von Kaffee, dkl. Schokolade, Radicchio, Chicoree so gar sehr gern ...

    Hallo, liebe Mit-Waldläufer,
    es gibt hier noch eine kleine Fortsetzung.
    Am letzten Sonntag war wieder gutes Wetter - nachdem es am Samstag "Glatteisregen" gegeben hatte.
    Gar nicht so einfach, bei tiefstehender Sonne zu fotografieren, extreme Schlagschatten und oft fällt der goldig-gelbe Schimmer etwas üppig aus.
    Das habe ich meist nicht ausgebügelt, mir gefiel es so wie es war.


    Phyllotopsis nidulans (Orangeseitling) , da fehlten noch die Unterseiten "vor Ort", mit Kamera im Autofokus-"Blindknipps"-Modus (denn die Pilze waren sehr weit unten an einem liegenden Buchenstamm), das hat zur Abwechslung auch mal funktioniert..
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    Dann zog es mich etwas querwaldein, da lag so schönes Ast- und Baumstammgewirr:
    den kleinen Pilz konnte ich erst gar nicht einordnen, nur von oben.
    Es ist ein Winterporling, Polyporus brumalis, gar nicht so selten anzutreffen.
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    Auf dem Haufen dickerer Buchenäste auch wieder dunkle Borstentrameten, Coriolopsis gallica (im Schnitt dunkle Fasern).
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    Die bisher aller-grünsten bemoosten striegeligen Trameten (Trametes hirsuta), die ich sah (Unterseite überprüft, denn es waren auch Birkenblättlinge auf dem Ast).
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    Viele Baumstümpfe gab es auch, hier auf - mal wieder - Buche:
    ältere Blutmilchpilze, Lycogala epidendrum s.l.
    Die machten wieder Weihnachstschmuck Konkurrenz, oder sind hier kryptische Zeichen zu lesen?
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    Auch die hier stehen gern in "Reih und Glied", geweihförmige Holzkeulen, Xylaria hypoxylon.
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    Von weitem leuchtete die "Drachenburg":
    ein völlig morscher zerfaserter Nadelholzstumpf, mit vielen Fenchelporlingen, Gloeophyllum odoratum und einzelnen rotrandigen Baumschwämmen, Fomitopsis pinicola.
    Ein schleimiger weißer "Schleimi" war auch noch da.
    Als Untermieter müssen auch Ameisen diese Burg mal besiedelt haben.
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    Unverhofft kommt oft:
    die x. Stelle mit alten Totentrompeten, Craterellus cornucopioides, wieder im Buchenwald auf Kalk, wenig Unterbewuchs, etwas Ilex.
    Ergänzend kann ich sagen: die mögen gut-drainierten Boden.
    Wenn das Gelände sanft wellig ist, dann findet man die Pilze eher oben auf der Welle, nicht in den feuchteren Mulden.
    Bei stärkeren Höhenunterschieden sind sie eher am Hang anzutreffen, dort wo das Wasser gut abläuft.
    Hier diese wuchsen nicht auf der ebenen Fläche rechts (kein einziger Pilz), sondern leicht unterhalb der Hangkante.
    Dem Schneckchen (Arion cf. sylvaticus, Wald-Wegschnecke ?) hat es noch geschmeckt.
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    Und schon steht die Sonne tief an den kürzesten Tagen des Jahres, dabei gäbe es noch so viel zu sehen.
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    Hallo Ingo,
    ich habe auch keine Probleme damit, die so einzusortieren. Aber ich dachte, es ist auf jeden Fall besser, eine Frage dazu zu stellen.
    Holzstücken habe ich zwar nicht gesehen, aber vielleicht reichen auch "Krümel".
    Verwundert hat mich auch noch die Beschreibung der Sporenpulverfarbe als (oft nicht näher differenziertes) "braun". Jetzt habe ich noch mal nachgelesen: rostbraun (???) , manchmal auch ockerbraun, manchmal auch hellbraun - oder auch "mehr oder weniger rost- bis ockerbraun".
    Demnach hatte ich mir nicht so eine leuchtende Farbe vorgestellt.

    Hallo,
    ich habe vor kurzem (Dez.) meiner Meinung nach identisch aussehende Pilze gefunden.
    Den hatte ich provisorisch auch als Trompetenschnitzling bestimmt (kannte ich noch nicht), sehr stark hygrophan (ganz helle Hüte und ganz kräftig gefärbte, die aber sofort ausbleichen), deutliche Steppnaht.
    Das einzige, was mir an meiner Bestimmung nicht so gut gefiel: die wuchsen nicht auf Holz (im Wald), sondern das Mycel befand sich auf Blättern.
    Damit das hier nicht durcheinandergeht, stelle ich meine Bilder in eine eigene Anfrage.

    Hallo,
    bin auch noch da - und relativ guuuuuut gelaunt, tralali - tralala -
    gestern Abend ist es ein bisschen später geworden, nachdem ich es gewagt hatte, mir um 22.30 h noch Pilz 16 anzuschauen.
    So was ist ungesund - immer in einer Sackgasse zu landen, kurz vorm Schlafengehen ...
    leider habe ich nicht von den - richtigen - Pilzen geträumt, auch nicht von Drachen oder Gnolmen.


    Zur Abwechslung mal ein ÜBERDIMENSIONALER LINKSGUCKER:


    Ruhendes Wildschwein mit listig glitzerndem Äuglein:
    "Wo sind hier die Gnolme --- schnüffel schnüffel,
    sind die so gut wie echte Trüffel"?

    Hallo Tuppie und alle.
    Nr. 5, da habe ich sehr ähnliche Funde, bin / war aber auch immer sehr unsicher, wenn der Pilz alt ist - ob es Panus conchatus oder Pleurotus cornucopiae ist.
    Ganz jung ist Panus conchatus violett und steht aufrecht, dann wird er immer heller und heller, die Oberseite trocken, auch irgendwie dünner, das ganze Ding (bzw. mehrere) liegen knäuelig durcheinander meist obenauf auf den Buchenstümpfen.
    Die Konsistenz ist sehr zäh.


    Ich hatte bei manchen Funden den Verdacht, dass es sich doch um den rillstieligen Seitling handeln könnte ... (habe aber keine vernünftigen Fotos davon gemacht, meist MUMIEN :) und ich habe den rillstieligen S. frisch noch nicht gesehen).
    Kann mal jemand etwas zur Konsistenz von ur-alten rillstieligen Seitlingen im Vergleich zu uralten Laubholz-Knäuelingen sagen (sind die noch weich, saftig, zerfleddert - oder etwas zäh - oder sehr zäh bis hart?)
    Oder ein anderes gutes Unterscheidungsmerkmal?

    Hallo Alina,
    ich kann mich auch immer wieder für die Fotos begeistern, die kleine Dinge ganz groß zeigen!
    Sehr schöne Aufnahmen!


    Ich erinnere mich noch genau, als ich letztes Jahr hier im Forum die ersten Fotos von Schleimpilzen gesehen habe, Löwenfrüchtchen (Leocarpus fragilis) glaube ich. Hatte ich noch nie gesehen (immer noch nicht) - aber durch die Fotos wahrscheinlich auch einen etwas "verzerrten" Eindruck gewonnen. In Wirklichkeit ist ja alles doch viel kleiner, und man muss schon an den geeigneten Orten suchen und auch genau hinschauen. Ich finde das aber immer wieder spannend, vor allem auch im Winter.

    Hallo zusammen,
    @ Pablo, ja die Gerüche waren etwas unterschiedlich, gingen für mich aber in die selbe Richtung. Besonders das "Anhaften", von dem ich gelesen hatte, kann ich gut nachvollziehen. Die Finger rochen so danach, dass ich weitere Pilzgerüche kaum wahrnehmen konnte. Aber mit meinem guten Trink- u. Mundspülwasser abgewaschen ging es dann.
    Als wie unangenehm man die Gerüche wahrnimmt hängt ja auch oft vom Alter der Pilze ab und von der Witterung.


    @ Tuppie, ja ich habe das herzige Herzchen gesehen, leider ist das eine sehr unscharfe Stelle im Bild.
    Intererssant, dass du die Raupe schon mal (nicht) gerochen hast :)


    @ Oehrling, ja für die nächste Saison wollte ich mich dann mal eindecken mit ein paar sinnvollen Reagenzien (Melzer, und auch was für Täublinge...) , KOH, davon habe ich ja schon häufiger gelesen. Teilweise wird aber auch die schwächere Konzentration verwendet, also sollte man 2-erlei Konzentrationen haben?

    Hallo ihr zwei,
    danke für die erhellenden Antworten.
    Da habe ich eben stark gezweifelt, an Ellerlingen und Saftlingen im Wald (im Laub und ohne Gras), aber vielleicht waren da im Sommer doch mal ein paar Halme.
    Der mutmaßliche Rötling hat leider nicht ausgesport, ich hatte zu der Zeit "Probleme" mit dem Aussporen, mir sind die Pilze über Nacht vertrocknet.


    Es heißt ja auch, man sollte sie gegen Austrocknen abdecken. Wenn ich das im Sommer/ frühen Herbst gemacht habe (geschützte Stelle/ Balkon), dann sind mir die Pilz wässrig-weich geworden. Mit nicht-Abdecken hat es immer funktioniert. Jetzt in der kälteren Jahreszeit geht das Ausporen an der gleichen Stelle NUR mit Abdecken, ohne Abdecken kommt nichts. Das musste ich erst mal herausfinden.

    (Fortsetzung von Alles gesch(n)eckt I u.II)


    Hallo,
    dann Mitte November in der Pilzwüste,
    plötzlich Pilze (3 Arten auf 4 Quadratmeter) nach sehr trockenem Wetter!
    Von weitem sah Pilz 1 aus wie Elfenbeinschnecklinge, von nahem aber völlig anders.
    Fundort: Hochrhein 400m, Laubmischwald auf Kalk, nächster Baum könnte eine Linde (schon entlaubt) gewesen sein oder eine Eiche (die Eichen im Umfeld hatten noch Laub), ansonsten neben Buche auch Hainbuche relativ nah.
    Viele kleine Pilze:
    Hut 2-3 cm, weiß, meist einzeln, manchmal zu zweit,
    Hut lange gewölbt, ein Pilz auch mit sehr hochgebogenen Lamellen,
    Hut trocken, auch angefeuchtet nicht schleimig, höchstens klebrig, erschien mir aber hygrophan zu sein.
    Lamellen weiß, großer Abstand, queradrig verbunden, sehr weit herablaufend
    Stiel weiß, etwas rillig, ohne kleiige Körnchen, unten stark zugespitzt, unten rötend, hohlwerdend
    kein Geruch feststellbar (auch nicht zu Hause), kein Sporenpulver.


    Da bin ich ratlos, das sind keine Schnecklinge, oder?
    Ich habe auch an Ellerlinge gedacht, z.B. den Jungfern-Ellerling Cuphophyllus virgineus (Camarophyllus v./ Hygrocybe virginea).
    Da passen Lamellenform und Stiel, sogar die rötliche Verfärbung des Stieles - nur der Standort mitten im Wald nicht... da war kein einziger Grashalm in der Nähe (auch nicht unter dem Laub versteckt) , es sei denn man interpretiert 20-30 m Entfernung als Nähe (da ist eine Waldwiese).
    1_CV1(cf)


    Noch ein Problemfall:
    neben diesen weißen Pilzen (gleicher Standort s.o.) leuchteten zwei gelbliche Pilze, die ihre beste Zeit schon hinter sich hatten.


    Hut 4,5 cm, Hutfarbe gelblich (etwas verblichen und ausgefranst), Oberfläche trocken
    Lamellen dick, Lamellenschneide dick, Lamellen relativ gerade angesetzt, gelblich (etwas scheckig auf den Flächen der Lamellen) (Bild leider unscharf.)
    Stiel 6cm lang, hohl, Oberfläche/Konsistenz wie aus Kunststoff, gelb-orange (einheitlich, eventuell oben etwas dunkler), unten deutliches weißes Mycel
    Fleisch dünn, etwas gelblich
    kein Geruch feststellbar (auch nicht zu Hause) , kein Sporenpulver (vermutlich hell)


    Kann das der gelb-fuchsige Tellerling sein, Rhodocybe nitellina?
    Der sollte allerdings je nach Quelle nach Mehl (wenn frisch: Salatgurke) bzw. ranzigem Mehl riechen und schmecken.
    Auf den bin ich gestoßen, nachdem ich Hain-Schneckling (Hygrophorus nemoreus) und Wiesen-Ellerling (Camarophyllus pratensis) verworfen hatte.
    2_RN1(cf)



    Neben diesen gelben Pilzen noch 2 eher unscheinbare Pilze mit weißem Stiel:
    Hut 4,5 cm hell bräunlich bis gelblich-grau, seidig, radialfaserig, unregelmäßig geformt, eventuell leicht gebuckelt
    Lamellen weiß, untergemischt, relativ schmal angeheftet
    Stiel 6,5 cm, weiß, faserig, in der Mitte hohl werdend
    kein Geruch feststellbar (auch nicht zu Hause), kein Sporenpulver


    Kann das ein Rötling sein, eventuell Entoloma rhodopolium s.l.?
    Der Pilz sollte dann - schon wieder - nach Mehl riechen, was er nicht tat.
    Aber vermutlich gibt es da eine Reihe von ähnlichen Arten?
    3_ER1(cf)

    (Fortsetzung von Alles gesch(n)eckt I)


    Hallo,
    weitere Schnecklinge waren wieder der Goldzahn-Schneckling, Hygrophorus chrysodon
    und der Isabellrötliche Schneckling, Hygrophorus poetarum, so weit, so klar.
    (Alle Pilze vom Hochrhein, Laubmischwald, überwiegend Buche auf Kalk, 270-500m)


    Fraglicher finde ich die Zuordnung von einem weiteren kleinen Schneckling, ähnliche Form und Größe wie der Elfenbeinschneckling, aber mit dunklerer, bräunlicher Mitte. Hut und Stiel sehr schleimig.
    Ein besonderer Geruch ist mir da nicht aufgefallen.
    Ich komme da auf den braunscheibigen Schneckling, Hygrophorus discoideus
    Problem: der soll bei Fichten auf Kalk wachsen, es waren aber wieder Buchen die nächsten Bäume, Fichten (einzeln) ca. 10-20 m entfernt.


    Alternativ müsste das dann wieder Hygrophorus unicolor sein (wird als Verwechslungsart genannt), da erscheint mir die Farbe aber doch sehr anders?
    7_HD(cf)1



    Ende November, noch einer, den ich zu den Schnecklingen stecken würde.
    Er wuchs auf dem Wurzelbereich einer lebenden Fichte (auf der Wurzel war schon etwas Humus und Moos)


    Hut nur 3 cm, trocken (auch angefeuchtet nicht deutlich schleimig, höchstens klebrig)
    Hutfarbe grau, radialfaserig, deutlich überhängender Rand
    Lamellen weiß, sehr weit auseinander stehend, untergemischt, deutlich herablaufend
    Stiel weiß, von oben bis unten ungefähr gleich dick, Stiel auch trocken, eher leicht faserig, keine "Körnchen" zu erkennen (nicht "faser-flockig-kleiig")
    Geruch nicht feststellbar, Geschmack nicht überprüft.


    Jetzt komme ich zu keinem eindeutigen Ergebnis:
    - wenn Drüsenpunkte am Stiel gewesen wären, dann Hygrophorus pustulatus.
    Es sind aber keine Punkte da, die anhaftende Erde irritiert etwas.


    - wenn ein Bittermandelgeruch da gewesen wäre, dann Hygrophorus agathosmus (der sollte auch Flöckchen am Stiel haben)
    oder mit Fruchtgummigeruch, dann Hygrophorus hyacinthinus.
    Kann bei Trockenheit der Geruch völlig fehlen?
    Leider habe ich den Pilz nicht mit nach Hause genommen, angefeuchtet in eine Box gepackt, etc.
    8_HA(cf)1


    Ende Oktober sah ich dann wieder bei Buchen auf Kalk zwei Pilze, die ich nicht als Schneckling erkannt habe, ich dachte an Trichterlinge oder Täublinge o.ä., deshalb habe ich sogar den Stiel abgebrochen (nicht glatt abbrechend), aber die Lamellen waren ja gar nicht spröde.


    2 Pilze, Hut bis 10 cm, trocken, auch angefeuchtet nicht schleimig, allerdings sieht es so aus, als sei die Oberfläche zumindest mal klebrig gewesen, weil Blattreste festhaften.
    Hutfarbe creme-weiß, leicht gelblich in der Mitte
    Lamellen ebenfalls cremeweiß, leicht gelblich, nicht oder minimal herablaufend, mustergültig queradrig,
    Stiel relativ dünn und kurz, unten zugespitzt
    Geruch miminal süßlich, Geschmack nicht überprüft, kein Sporenpulver bekommen.


    Sind das trockene Schnecklinge, Hygrophorus penarius?
    Aber der Stiel erscheint mir sehr dünn, der ganze Pilz zu schmächtig.
    Zusätzlich habe ich später noch einen Pilz gefunden (nicht fotografiert wegen Unlust, Zeitmangel, drohendem Regen), den ich rückblickend als Kandidaten für trockenen Schneckling bezeichnen würde:
    groß, kräftig, Habitus auch beim Stiel alles sehr ähnlich Hygrophorus poetarum, aber ohne rötliche Töne, ohne ausgeprägten Geruch und Lamellenansatz nicht so gradlinig, Queradrigkeit nicht überprüft.


    Da soll es (jetzt ?) auch mehr als eine Art von trockenen Schnecklingen geben?
    Hygrophorus fagi, barbatulus, penarioides?
    Könnte hier Hygrophorus fagi besser passen (bei Buchen auf Kalk)?
    Bei meinem Pilz sind die Lamellen nicht deutlich herablaufend, aber haben die anderen Arten auch solch ausgeprägte Queradern?
    Zum Herablaufen der Lamellen steht für Hygrophorus penarius (der als einzige Art in den beiden u.g. Büchern vorkommt):
    im Laux: bogig am Stiel herablaufend, auffällig anastomosierend
    im Gerhardt: Lamellen etwas herablaufend, mitunter gegabelt und am Grunde queradrig verbunden...


    9_HP(cf)1

    Hallo,
    es gab eine Zeit im Oktober, da dachte ich, es würden fast ausschließlich Elfenbeinschnecklinge wachsen - in großen Mengen, fast überall im Wald (Hochrhein, Laubmischwald, überwiegend Buche auf Kalk, 270-500m)


    Klein sind die ja sehr typisch, eben elfenbeinfarben, sehr schleimig, mit typischem langen Stiel unten zugespitzt, typische "Körnung" (wie auch immer das beschrieben wird "fein faser-flockig", "kleiig") am Stiel, typischer Geruch (das ist der "Weidenbohrer-Raupen-Geruch"... also wenn ich mal eine Weidenbohrerraupe sehen würde - unbekannterweise, dann würde ich wahrscheinlich sagen: "die riecht nach Elfenbeinschneckling".)
    Etwas größer und trockener waren sie dann nicht immer so eindeutig zu erkennen, teilweise vertieft sich auch der Hut, die "Anfeuchtprobe" hat aber funktioniert.


    Trotzdem habe ich "im Vorbeigehen" ein paar ähnliche Schnecklinge fotografiert, die dann doch keine Elfenbeinschnecklinge waren, sondern andere Arten.
    Die stelle ich hier zum Vergleich zusammen, bitte mal drüberschauen, ob das so stimmt.


    Hygrophorus eburneus (Elfenbeinschnecklinge), September u. Oktober 2013


    1_HE1


    2_HE2


    3_HE3


    Dann sah ich Schnecklinge, ausgebreitet, schon etwas älter, die von oben betrachtet genauso wie ältere Elfenbeinschnecklinge aussahen, etwas gelblicher nur (kein Bild der Oberseite), von unten waren sie aber komplett verfärbt. (Oktober 2013) Geruch sehr ähnlich dem Elfenbeinschneckling, noch etwas intesiver vielleicht.
    Das müsste dann der Hygrophorus discoxanthus sein, der verfärbende Schneckling.


    4_HDx1



    Dann wieder Schnecklinge, sehr ähnlicher Größe und Form, wieder unter Buchen auf Kalk, aber mit orangefarbener Mitte
    - das müsste Hygrophorus unicolor, der orangefalbe Schneckling sein. Da habe ich auf den Geruch nicht geachtet. (Oktober 2013)


    5_HU1


    6_HU2

    Wie wäre es statt mit endlosem Tee mit "una pausa di ..." - Werbung mache ich nicht, außerdem ist das eine andere Sorte!
    Aber vielleicht kann man neben Glaskugelschauen, Kaffeesatzlesen u.ä. auch Kaffeecremalesen als neueste klarsichtigste Bestimmungsmethode verfeinern?



    Erstmal nichts, niente, nada, Dunstschleier, sanftes abendliches Nebelwallen hüllt die Großhirnrinde ein...


    ... dann vorsichtig, ungeschäumte Milch erhellt die Crema von unten ... blub...blub
    E.T. vor Kälte ganz hell geworden - will nach Hause, nicht wieder in den Wald, keine Ahnung hat der von Pilzen...



    ... mehr Milch, da muss doch was zu lesen sein ...
    "Vorsicht Kasperle, der böse Kängeruhwolf will dich fresssssssssssennn!!!"
    7 x 7 Zwerge wuseln sich aus dem Untergrund (die könnten ja die Pilze schon mal gesehen haben), aber sie stehen nur da, Augen vor Schreck kullerrund, sperrangelweit der Mund.



    Hilft alles nichts, muss man doch wieder in ein Buch schauen.
    Aber ob das was bei der verflixten 13 bringt?

    Ich dachte , ich flieg auch mal hier vorbei ------summmmmmmmmmmmmmm----summmmmmmmmmm - und noch ne Runde gedreht über den Pilzen, kreiseellllllllllllll, hingesetzt, Pollen gesucht, nicht gefunden -------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------


    Hilfe, klebe fest -------------------------Tira-mi, Fu!


    Dann muss ich wohl mal versuchen, diese wunderschönen fiesen Rätsel zu lösen - hoffe, das klappt mit dem Zeiteinsatz - sind 5 Minuten pro Pilz o.k. :cool: - oder 5 Stunden :rolleyes::/ - oder 5 Äonen 8|;(


    Naja: schaun-wir-mal, ist ja erst Halbzeit....


    Nur so: bei Googeln hilft "pilzbeschreiberisch", nicht Deutsch - also, z.B. in welchen "Slang"- Worten würde ein Pilzbeschreiber eine karierte Tischdecke geschreiben? Oder einen Teddybären, der sein Fell verloren hat? :evil:
    Ansonsten hilft es, nicht zu viel hier zu lesen, da kann nur die NÖTIGE Konzentration drunter leiden.

    Hallo an alle,
    danke für die Kommentare :)


    @ Mario:
    da rächt es sich wieder, dass ich hin und wieder hier nicht regelmäßig mitlese..
    Ja da war doch so ein Thema ... irgendwie hatte ich etwas mit Gerüchen in Erinnerung ....


    Ich habe das gerade noch mal nachgelesen:
    also mein kleiner Gabeltrichterling wuchs nicht auf Waldwiesen oder Krautschichten am Waldrand, sondern mitten im Wald (Mischwald, aber in diesem Fall bei Fichten, auf dem Boden, nahe Trampelpfad, möglicherweise auf Holzresten).
    Der Lamellenansatz und die Stielfärbung sprechen doch für den kaffeebraunen G, oder?
    Und dann hatte ich mir Mühe beim Riechen gegeben:
    erst roch ich NICHTS, dann habe ich das zarte Ding am Stiel unterhalb der Lamellen grob angekratzt und in der hohlen Hand angewärmt, dann fast in mein Nasloch geschoben :shy::
    Geruch würzig - aromatisch -pilzig (ohne eindeutige Richtung), aber sehr flüchtig -
    nicht Mehl-Gurke, nicht Bittermandel, nicht Blausäure, nicht Rettich oder was da sonst noch so in Frage kommen könnte.

    Sunny Sunday


    .... und auch Saturday (und auch die ganze Woche) im äußersten Südwesten. Neidisch? :cool:
    Von dem ganzen Wetterunbill ist hier nichts angekommen - aber auch kein Regen, da wird es schon wieder ganz trocken im Wald.


    Den gestrigen sonnigen Tag habe ich für einen ausgedehnten Waldgang genutzt, ein paar Eindrücke - und persönliche Erst-/ Zweitfunde:


    Pseudoclitocybe cyathiformis, Kaffeebrauner Gabeltrichterling, relativ klein und dunkel bei Fichten.
    Den habe ich erst zum zweiten Mal gesehen, der Erstfund war größer und blasser, und ich konnte die typischen Gabellamellen beim Betrachten des Fotos nicht entdecken. Deshalb habe ich hier besonders genau hingesehen.
    Ein angenehm-würzigen Geruch (ich sag nur "pilzig") konnte ich ihm mit etwas Schwierigkeiten auch entlocken.



    Winzig kleine Samtfußrüblinge (Drittfund), Flammulina velutipes, auf liegendem Buchenstamm.
    Die waren nur ma. 1 cm groß und schon aufgeschirmt und relativ trocken - ja wollen die denn nicht größer werden?
    Rechts unten entwickeln sich noch weitere.
    Erst auf dem Bild habe ich die kleinen Helmlinge auf dem Buchenblatt entdeckt - Mycena capillaris (Erstfund)


    Ebenfalls an liegendem Laubholzstamm (Buche) waren diese hübschen Orangeseitlinge, Phyllotopsis nidulans (Erstfund).



    Plicatura crispa, ein große Ansammlung auf verstecktem Buchenstamm (zwischen anderen gelagerten Stämmen vertieft liegend), diesmal etwas größere Exemplare (Zweitfund).


    In einer Gegend, die ich "da wo der Fuchs bellt" nenne (schon zweimal dort aus allernächster Nähe gehört...) liegen diese stark bemoosten Baumstämme (vermutlich Buche). Da dachte ich doch, Austernseitlinge entdeckt zu haben - aber so grünlich, so gallertig?
    Von Nahem betrachtet dann auch noch gelblich "mit Pünktchen" am Stiel, also gelbstielige Muschelseitinge, Sarcomyxa serotina (Erstfund)


    Zum Schluss noch diese knubbeligen Gesellen, von diesem Pilz habe ich ungefähr 45 Fotos in meiner Sammlung, dem kann ich immer wieder neue Aspekte abgewinnen.... in diesem Fall vorweihnachtliche:


    Was steht da der Weihnachtsmann (oder ist es der Nikolaus?) hinterm Baum, mit verschränkten Armen?
    Mit dieser Stirn, die Mütze nach hinten gerutscht: Santaclaus neandertalensis.
    Der Bart müsste auch mal neu angeklebt werden - so nach oben geruscht.
    Und warum sieht er so schlecht gelaunt aus - ist der Schlitten etwa in Reparatur und wird bis Weihnachten nicht fertig?
    Oder liegen die Ren(n)tiere darnieder, hingestreckt vom hochinfektiösen Adventsrätsel-Fieber?
    Soll er doch mal die grinsenden Muppets da auf der Empore fragen, die wissen Bescheid - oder alles besser....