Hallo zusammen,
meiner Interpretation wäre das ein klassischer Fall von Henningsomyces candidus. Ich richte mich da im Wesentlichen nach der Trennung der Funga Nordica.
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Punkt 1: Die Größe. Henningsomyces puber soll sehr lang und dabei schmal wachsen und würde deshalb makroskopisch schon nicht so gut passen. Funga Nordica lässt einen ähnlichen Schluss zu mit den beschriebenen Größen "1 mm long and 0,3 mm in diam." für Henningsomyces candidus und "1-3 mm long, c. 0,1 mm in diam.".
--> Natürlich kann man nicht sicher sagen, ob die Fruchtkörper nicht noch weiter wachsen. Ich habe auch schon Fruchtkörper gefunden, die lang wie breit waren, weil sie sich noch im Wachstum befanden.
Punkt 2: Die Farbe. Henningsomyces candidus wird (da lügt der lateinische Name!) als "whitish or pale yellow brown" beschrieben bzw. "whitish to cream", während Henningsomyces puber "white" bzw. "pure white except at the white or pale yellow apex" sein soll.
--> Makroskopisch beurteile ich die gezeigten Fruchtkörper als weiß bis cremefarben, allerdings ist die gelbliche Farbe nicht an der Spitze (sofern ich "apex" richtig interpretiere), sondern von der Basis ausgehend zu erkennen.
Punkt 3: Die Außenseite. Henningsomyces candidus wird als "Outside smooth or finely granulose", Henningsomyces puber als "outside entirely or for most part pubescens white" beschrieben.
--> Gut, das lässt sich kaum als hard fact anführen, aber H. puber würde ich zottiger erwarten.
Punkt 4: Die Haare an der Mündung (mikroskopisch). Henningsomyces candidus: "hairs round margin [...] resembling a tree with stiff, upright, short branches" und Henningsomyces puber: "hairs around the margin [...] with soft, flexible ramifications pointoing in all directions".
--> bei Hans' H. puber-Fund (übrigens viel längere Fruchtkörper im Verhältnis zum Durchmesser - siehe Punkt 1) sehe ich das, was als flexible Verzweigung in alle Richtungen beschrieben wird. Bei Mario hingegen sehe ich die Baumstruktur, sehr gerade und steif wirkende Äste, alles viel strukturierter.
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Das alles ist natürlich nur meine Interpretation des Schlüssels der Funga Nordica. Die Arten lassen sich scheinbar wirklich nur schwierig trennen.
LG, Jan-Arne