Hallo, zusammen!
Der große Dank für die Liste geht an Norbert, Eljota.
Ich selbst bin meist zu faul und dokumentiere nur die Pilze, die mich gerade interessieren und mit denen ich mich danna uch näher befassen will. 
Schöne Bilder, Heidi! 
So Wohngemeinschaften gab es ja einige, aber die, die du hast, wahr eine besonders Hübsche.
Schön, daß du auch Bilder von den Sparrigen Schüpplingen hast, die waren ja auch in einigen Büscheln vertreten.
Lass dir ruhig Zeit, Holger.
Bei mir dauerts auch noch, da kam halt einiges zusammen zum Nachuntersuchen und ich hatte den Vormittag erstmal damit zugebracht, die "Altlasten" zu klären, da lagen bei mir noch ein paar Pilze aus der Woche herum, vor allem Keulchen.
Also solche, die wir dann leider trotz intensiver Wiesen - Sucharbeit nicht (oder fast nicht) gefunden haben. Ich hoffe, ihr habt noch ein paar der Ellerlinge abgelichtet, ich habe nur von dem Wiesenkorällchen Bilder gemacht. Das muss aber noch untersucht werden.
Nächstes Mal nehmen wir die Ursel einfach auf dem Weg mit, Peter, damit das ordentlich Säft gibt.
("Wir wolln SÄFT!")
Neben dem Korällchen war fast das Interessanteste auf der Wiese ja der Dung:

Die Psathyrella ist noch nicht untersucht, aber mir sind schon mehrere Begleitpilze an den Köttelchen aufgefallen. Gelbe Becherchen, die an Lasiobolus erinnern, hyaline Becherchen, die an Ascobolus erinnern und schwarze Punkte, die an schwarze Punkte erinnern.
Das wird noch interessant, je nach dem, wie viel ich davon untersuchen kann.
Ich weiß noch nicht mal, was für ein Tier hier seine Signatur hinterlassen hat. Wildschwein ist ja nur eine Vermutung.
Nun jut.
Ein paar einfache Pilze wurden schon mal unter die Lupe genommen.
Da wäre zunächst mal der Schleimfuß (Myxacium) direkt am Parkplatz unter Eiche und Buche:

Der ist mild im GEschmack, der Honiggeruch in der stielbasis schwer rauszukitzeln, aber vorhanden, der Velumstrumpf am Stiel weiß, bei wenigen Fruchtkörpern mit viel gutem Willen mit ein paar blassvioletten Schlieren.
ich nenne den trotzdem mal Cortinarius lividoochraceus (= Cortinarius elatior), also den Langstieligen Buchenwald - Schleimfuß.
Schnallen hat der keine, auch nicht an den Velumhyphen:

Die Sporen sind deutlich grobwarzig, teils zitronenförmig, messen ca. 10-13,5 x 7-8,5 µm:

Ebenfalls im Grunde schon vor Ort bestimmt, ein teils büschelig bis rasig wachsender, hygrophaner Trichterling zwischen Detritus von Nadelbäumen mit stark ranzig-mehlgurkigem Geruch:

Steht oben schon in der Liste unter Clitocybe ditopa (Kleinsporiger Mehltrichterling). Den Namen kann man stehen lassen, die Sporen sind exorbitant winzig, ich komme kaum über 4 µm in der Länge:

Dann wären da die beiden großen, schleimigen Schüpplinge an zwei nebeneinader stehenden Rotbuchen, hier einer davon:

Die bestimme ich mal sensu Gröger II.
Und da kommt bei einer Art großen, hutschleimigen Art an Rotbuche mit den Mikromerkmalen Pholiota adiposa (Fettiger Schüppling) raus. Was bei Gröger ein Synonym ist zu Pholiota aurivella (Hochthronender Schüppling).
Aber jetzt muss man etwas aufpassen:
Gröger versteht unter Pholiota adiposa (aurivella) eine Art mit eher schmalen Sporen (Breite unter 5,5 µm) und variablen Cheilozystiden (teils auch als Chrysozystiden) sowie gleichmäßig flachkonvexem Hut.
Ludwig versteht unter Pholiota aurivella eine Art mit breiteren Sporen und +/- gleichmäßig keuligen Cheilos.
Was Gröger unter Pholiota adiposa (aurivella) versteht, ist bei Ludwig Pholiota limonella!
Was Ludwig als Pholiota aurivella beschreibt, versteht Gröger als Pholiota limonella!
Da Gröger ein wenig aktueller ist, folge ich mal dem Konzept. Somit heißt unser Pilz Pholiota adiposa.
Durch die variablen Zystiden von Pholiota cerifera (Weidenschüppling ss. Gröger) und durch die flachere Hutform und die schmaleren Sporen von Pholiota limonella (Zitronenschüppling ss. Gröger).
Cheilos und Pleuros (als Chrysozystiden):

Sporen:

Tja, und dann ist da noch die tragische Geschichte des Captains, der zum Wohle der Mannschaft auf Kundschaftsmission Kilometer und Lichtwelten voraus die SÄFTsituation auspeilte.
Und dabei das verpasste, was er >hier< vermisste.
Ganz blöd gelaufen. Ganze Mannschaft zum Strafschrubben des Decks.
Und was saßen wir gemütlich nachher im Restaurant. Besser hätten wir unsere Funde da noch mal ausgebreitet und zusammen besprochen. Dann wäre dir der nicht entgangen, Peter:

Anna hatte ihn gefunden, hatte ihn auch die ganze Zeit in ihrer Box, nehme ich an.
Beim nächsten Mal also abends mit gemeinsamer Fundbesprechung der mitgenommenen Pilze!
LG; Pablo.