Hi.
Zumindest was ich auf dem Bild sehen kann, entspricht absolut meiner Vorstellung vom Flocki.
Anders ausgedrückt: Ich bin so sicher, wie man ohne den Pilz in der Hand nur sein kann, daß du richtig liegst.
LG; Pablo.
Hi.
Zumindest was ich auf dem Bild sehen kann, entspricht absolut meiner Vorstellung vom Flocki.
Anders ausgedrückt: Ich bin so sicher, wie man ohne den Pilz in der Hand nur sein kann, daß du richtig liegst.
LG; Pablo.
Hej.
In der Tat, mit dem entsprechenden technischen Eqipment bestimmt eine feine Sache und zeitsparend.
Ich habe es nicht und werde es mir auch nicht leisten, zumal es für die Bestimmung ja auch nicht wichtig ist. Messen tue ich in der Regel 10 bis 15 Sporen, das ist auch am Messokular schnell geschehen. Wichtiger ist mir immer, die Streuung wahrzunehmen, also auch mal ein paar5 besonders kleine und ein paar besonders große Sporen mitzumessen.
Denn es spielt im Grunde keine Rolle ob man 15 oder 150 Sporen misst: man hat so oder so deutlich weniger als 1% aller Sporen gemessen, die dieser eine Fruchtkörper produziert hat (wenn's nun nicht gerade ein winziger Pyreno ist, in dessen Perithecium sich rasante vier Asci befinden).
Das Bild ist also unvollständig, egal wie genau man die Messungen durchführt. ![]()
LG; Pablo.
Hallo, Jan!
>Flockis< sind sehr variabel. Wenn man sich mit den merkmalen aber einigermaßen vertraut gemacht hat, kann einem wirklich keine unangenehme Verwechslung passieren.
LG, Pablo.
Hi.
OK, beim ersten denke ich auch an >einen behangenen Faserling<. Dazu kann man im Hinterkopf behalten, daß es erstens noch ein paar ziemlich ähnliche Arten gibt und zweitens "Psathyrella candolleana" momentan wohl mehr als eine Art beinhaltet.
2: Ich denke da eher an Xylaria hypoxylon (Geweihförmige HK) oder Xylaria polymorpha (Vielgestalte HK), denn so unregelmäßig geformt sollte Xylaria longipes auch im anamorphen Stadium nicht sein, oder?
4: Auf dem letzten Bild sind die Haare gut zu erkennen. Scutellinias mit hyalinen Haaren sind meistens Scutellinia crucipila, nur kenne ich die oft mit etwas hellerer Scheibe. Auf den oberen Bildern sind die Haare für mich nicht zu beurteilen, das könnten auch Melastizas sein, oder Aleurias, jedenfalls müsste man reinlinsen.
6: ziemlich klassisch mit den Farben und Haaren und Stielchen auf kleinem Detritus um die Jahreszeit ist >Lachnum virgineum<.
9: >Rickenella fibula< oder Rickenella mellea.
10. >stimmt<
11. >stimmt<
12. >höchstwahrscheinlich<. Die Sache mit den dickwandigen Hyphen bei Wiki kannst du vergessen, das ist bei allen drei Arten mehr oder weniger variabel.
13. >auch richtig< ![]()
LG, Pablo.
Moin!
Na klar: Statistisch ist es so auf jeden Fall richtig.
Mal abgesehen vom Zeitfaktor begiebt man sich damit aebr in noch eine weitere Gefahr: Die Sporenmaße von Pilzarten sind keineswegs in Stein gemeißelte Gesetze. Zum einen schwanken die je nach Sterigmenzahl der Basidien, Alter und Reifegrad der Fruchtkörper, Umgebungsverhältnisse, Witterung, Untersuchungsmedium usw. schon mal beträchtlich. Dann kommt dazu, daß jede Pilzart ja einen Ermessensspielraum hat, was gerade so an Sporenmaßen schick und modern ist. Soll heißen: Es gibt mitunter ziemlich großen Variationsspielraum je nach Lust und Laune des Mycels, das die Fruchtkörper bildet.
Ist ja auch nur ein Merkmal, also warum sollte ein Pilz sich exakter verhalten als bei Hutfarben, Zystidenform, Lamellentiefe oder gar Erscheinungszeit? Das sind je nach Art ja auch alles höggschd variable Kriterien, ebenso wie Sporengrößen.
Umso mehr täte es freilich Sinn machen, solche Dokumentationen wie hier angestrebt durchzuführen, um eben diese Variationsbreiten eingehender zu erforschen.
Nur: Man sollte sich nicht einbilden, durch eine so akribische Sporenanalyse einen Pilz leichter bestimmen zu können. Wichtiger ist im grunde die optische Einschätzung von Sporenformen, die vergleiche verschiedener Merkmale, das Berücksichtigen des Gesamtbildes einer Art.
Da hilft keine Statistik und keine Mathematik, da hilft nur Pilze beobachten, beobachten und nochmals beobachten.
Kann man aber - sofern man denn die Zeit und die statistischen Ambitionen hat - mit einer solchen ststistisch Korrekten Analyse verbinden.
LG, pablo.
Hallo, Maria!
Bei wenig feuchtigkeit wachsen auch weniger Pilze, das ist klar. Manche verändern auch ihr aussehen, aber was sich normalerweise nicht verändern kann, ist die Stielanatomie (ob brüchig, elastisch oder fest zB). Gerüche können durchaus in Mitleidenschaft gezogen werden, aber rein vom Aussehen deines PIlzes her glaube ich nicht recht an einen Ackerling. Das ist manchmal nicht leicht zu beschreiben warum ein Pilz einem nichts ins "Gesamtbild" passt, weil zusammengesetzt aus so vielen kleinen Details, resultierend vielen Gedächtnisprotokollen von Funderlebnissen... ![]()
LG; Pablo.
Hallo, Mario!
In der Tat sieht das von den Hyphen her (breit, +/- rechtwinklig verzweigt und sehr lose verknüft) jetzt schon eher nach Botryobasidium aus.
Makroskopisch würde das auch passen und da gibt es sowohl einige Arten mit Schnallen, als auch einige mit passender Sporenform. Manchmal ist das etwas unbefriedigend, wenn man in einen Bereich kommt, wo die Artbestimmung nur mit der zugehörigen Anamorphe möglich ist.
Aber schlüssel ruhig mal die Gattung durch, das könnte wirklich was sein. ![]()
LG; Pablo.
Hallo, Mario!
Das sieht doch gut aus.
Dicke, blasige Zellen und noch passende Kristalle; da kann man den wohl gut als Trechispora hymenocystis stehen lassen.
LG; Pablo.
Hallo, Mario!
Das Hymenophor hat ja weder Poren, noch Warzen, noch Zähnchen. In einem Schlüssel müsste man da bei "Hmenophor glatt" weitergehen.
Die Sporen sind elliptisch, mit einer abgeflachten Seite und am Apikulus etwas eingebogen. Apikal sogar etwas zugespitzt bzw. verschmälert.
In Seitenansicht sind da einige dabei, die man schon fast als navicular (Schiffchenförmig) bezeichnen kann, schlüsseln würde man da aber wohl am ehesten bei "ellipsoid" "subfusiform".
Wichtig wären hier in der Tat noch weitere Basidien: Die Basidiole auf dem letzten Bild könnte sieht schon urniform aus, wobei ganz junge Sistotrema - Basidiolen eigentlich mehr projektilförmig sind. Die reifen Basidien machen dagegen keinen wirklich urnenförmigen Eindruck. Da müsste man vermutlich noch mehr Elemente sehen, um beurteilen zu können, ob der Pilz wirklich zu Sistotrema gehört.
Weil wenn ich den Bernicchia - Schlüssel da mal schnell durchgehe, dann lande ich bei den eher ausgefallenen Arten am Ende (34,35): Sistotrema athelioides (müsste aber irgendwie grünlich sein), Sistotrema biggsiae, Sistotrema octosporum und Sistotrema lagenosporum. Die Trennung nach Sporengrößen könnte da auch irreführend sein. Wenn man sich die Maße so anschaut, könnte es zwischen allen vier Arten einen Überschneidungsbereich geben, die normalerweise immer innerhalb einer einzelnen Art auftretende Variationsbreite der Sporengrößen vorausgesetzt.
LG, Pablo.
Hallo.
Also mit Bildern und Beschreibung zusammen könnte das auch Pholiota myosotis (= Hypholoma myosotis = Langstieliger Schüppling) sein.
In dem bereich sind makroskopische Bestimmungen nach Bild aber auch eine recht wackelige Sache. ![]()
LG, Pablo.
Moin!
Top, genieße die Exkursionen.
Ist ein spannendes Projekt, die Böhmerwald - Funga. Hoffentlich bringst du ordentlich spannende Funde mit und auch ein paar Phellodon - confluens - Bilder für's Portrait.
Den tomentosus hoffe ich ja selbst mal zu finden. Irgendwo wird der mir schon über den Weg laufen.
LG, Pablo.
Hallo, Mario!
Dachte ich doch, daß deine Bilder hier auch noch dazu kommen.
Den hessischen Fund (C, Offenbacher Stadtwald) müsste Hermine Lotz-Winter eintragen, sie war sogar bei der Exkursion dabei, wo wir den gefunden haben.
Daß die beiden BaWü - Funde noch nicht drin sind, liegt an meiner Schlafmützigkeit. Die Einpflegerei aller meiner Funde ins Mykis schiebe ich schon seit fast einem Jahr gekonnt vor mir her und komme einfach nicht recht dazu. Da können Dagmar Gödert (für den Schwetzinger Fund) und Björn Wergen (für den Weissweil - Fund) nichts eingeben, wenn sie keine Daten von mir haben.
LG; Pablo.
Hallo, Beli!
Ich glaube da immer noch an zwei verschiedene Arten bei der Lorchel.
Wer sich da gut eingearbeitet hat ist >Christian<, der auch Kontakt zu weiteren Gattungsspezis aufgebaut hat. Seine >Lorchel - Seite< ist auch wirklich gut und sehr hilfreich. Schreib ihn doch einfach mal an und zeig ihm deinen Fund, vielleicht hat er ja eine gute Idee dazu.
LG, Pablo.
Hi.
Also die Helvella (Pilz 3) könnten ja auch zwei verschiedene Arten sein? Das wäre auch möglich, wenn sie am selben Standort wuchsen. Denn die kleineren, eher graulichen auf dem ersten Bild sehen schon anders aus als der große, braune Fruchtkörper danach.
Die große Braune könnte schon helvella acetabulum sein, denke ich. Die kleinen Graune erinnern eher an >Sowas hier<. Wobei die Ehrenfriedhof - Helvella nach wie vor keinen Namen bekommen konnte. Am ehesten denke ich bei der mittlerweile an Helvella oblongispora, aber diese Becherlorcheln sind schwierig, haben mikroskopisch kaum griffige merkmale und sind auch makroskopisch recht variabel.
LG; Pablo.
Hi.
Tstststs...
Pilzpürree, Zerknüllte Alufolie... Der arme Pilz, nicht daß der sich noch beleidigt in Schatten hüllt und seine Identität ganz und gar verbirgt. ![]()
LG; Pablo.
Hallo, Fredy!
Das ist wie meistens sehr informativ und hilfreich.
Mir fehlt meistens die Zeit, um mich ausführlich mit den technischen Möglichkeiten zu beschäftigen (tatsächlich: Zeit scheint auch ein Substrat zu sein und wird von Pilzen zersetzt!), selbst manche Möglichkeiten meiner Kamera sind mir noch verborgen (oder zu wenig genutzt). Umso besser, wenn jemand dazu etwas schreibt, das einem hilft zu fokussieren (gedanklich jetzt, nicht fotografisch) und in dem Dschungel der Möglichkeiten einzelne Punkte zu verfolgen, ohne den Überblick zu verlieren.
jetzt habe ich ein paar Anhaltspunkte, wo ich was probieren kann. ![]()
LG, Pablo.
Hallo, Peter!
Mikroskopisch sollten alle Phellodon - Arten kaum signifikante Unterschiede aufweisen. Zumindest sehe ich bei eigenen Untersuchungen (Phellodon tometosus fehlt mir noch) keine nenneswerten Unterschiede. Das deckt sich auch mit der zur Bestimmung verwendeten Literatur: Peter Otto, kommentierter Bestimmungsschlüssel der terrestrischen Stachelpilze Deutschland in Boletus 21/1:1-21 (1997), Großpilze BaWüs Band 1 & >Hydnaceous fungi in central Europe<.
Aber teste das ruhig weiter, es kann nichts schaden, auch mikroskopisch alle Eigenschaften einer Art zu beobachten. ![]()
austria.mykodata.net ist bei mir nicht erreichbar. ![]()
LG; Pablo.
Hallo, Daniela!
Das könnte auch daran liegen, daß da lange Zeit nicht genau bestimmt wurde. Bzw. war man sich früher wohl über die Abgrenzung der Arten gar nicht im Klaren und hat meistens bei langhaarigen Scutellinias einfach pi mal Daumen scutellata hingeschrieben, weil in Pilze der Schweiz halt kaum was Anderes drin ist. Insofern dürften ziemlich viele Fundmeldungen von Scutellinia scutellata fraglich sein und müssten bei einer Revision wohl anderen Arten zugeschrieben werden.
LG, Pablo.
Salut!
P.S. Die Sache mit dem Baumporling ist nicht ernst gemeint und soll auch nicht als Phal verstanden werden. *Disclaimer aus*
Das ist aber gut, daß du das jetzt noch geschrieben hast. Sonst hätte ich mal Annas Marotte mit den brillen aufnehmen müssen.
LG; Pablo.
Hallo, Ralf!
Ein hübscher Pilz, aber hallo!
Aber mal wieder typisch Peziza, daß die es einem auch immer so schwer machen müssen.
Man wird doch schier verrückt, wenn schon solche Schlüsselmerkmale variabel sind. Immerhin gut, wenn es dann eine Art ist, die schon durch die weiteren Merkmale gut definiert ist.
LG, Pablo.
Hallo, Brassella!
Ja, und es ist ein spezifisches Braun, mit einer spezifischen Marmorierung.
Besser ich sage jetzt nicht allzu viel dazu...
Joe hat's doch beschrieben, wie es funktioniert:
Zitat
Don pablo aber bitte nicht auf die vollkommen verkehrte regel
Langsames angehen=länger zeit zum suchen=schweres rätsel reinfallen
Hoffentlich bin ich nicht voll reingefallen. ![]()
LG, Pablo.
Hallo, Magellan!
Der letzte sollte ein Ackerling sein, bei dem Habitus ist ein blasser >Voreilender< gut möglich.
>Polyporus badius< ist auch richtig, wenn die alt werden, können auch die Poren etwas größer sein.
Sehr schöne Schleimpilzbilder.
Ich glaube, fotografisch hast du dich nochmal weiter entwickelt in der letzten zeit. ![]()
LG, Pablo.
Cartilosoma rene-hentic Rivoire, Trichies & Vlasak (2015)
Ockerweiße Weichtramete
Synonyme:
- Antrodia rene-hentic (Rivoire, Trichies & Vlasak) Melo & Ryvarden (2017)
Familie: Fomitopsidiaceae
Ordnung: Polyporales
Klasse: Agaricomycetes
makroskopische Eigenschaften: Fruchtkörper vorwiegend effus-reflex, vor allem an senkrechtem Substrat und Substratoberseitenmit deutlicher Hütchenbild; Einzelhüte eher dünn, schmal, ineinander wachsend oder dachziegelig in Gruppen; Hutoberseiten fein anliegend filzig bis samtig, zunehmend verkahlend, meist etwas uneben durch radiäre Markierung aus feinen Rippen und Falten; anfangs weißlich bis blass ockergelb, später von der Ansatzstelle her dunkler (bis ockerbräunlich); Hutfleisch dünn, weißlich-faserig; Resupinatanteile vor allem an Substratunterseiten und schräg überhängendem Substrat deutlich und weitläufig, dort mit dünnem, weißlichem Subikulum; Röhren eher kurz, weiß; Poren weißlich, unregelmäßig eckig bis sinuos, 1-4/mm; frische Fruchtkörper weich, biegsam, zerreißbar; recht leicht vom Substrat zu lösen; getrocknet hart und fest; Fleisch ohne besonderen Geruch oder Geschmack.
mikroskopische Eigenschaften: Hyphenstruktur in Röhrentrama monomitisch: Generative Hyphen im Subhymenium meist dünnwandig; in der Trama vorwiegend dickwandig, teilweise mit sehr dünnem Lumen, septiert, gewunden und gelegentlich etwas sinuos; einige dickwandige Hyphen können recht langzellig sein (von Septe zu Septe), so daß sie auf den ersten Blick Skeletthyphen ähnlich sehen. Es finden sich aber stets an diesen Hyphen auch Septen mit Schnallen.
Im Kontext / Subikulum können neben den dickwandigen, auch hier oft knorzeligen generativen Hyphen vereinzelt echte Skeletthyphen auftreten (in KOH +/- unveränderlich, nicht anschwellend). Diese sind allerdings schwer zu beobachten, weil man einzelne Hyphen über eine lange Strecke verfolgen können muss, um das Vorkommen von Septen auszuschließen.
Hyphenwände in KOH3% etwas anschwellend und teils gelifizierend, ohne Reaktion in Melzer oder Baumwollblau; alle Septen mit Schnallen;
Hymenium homogen; Zystiden fehlen, Basidien überwiegend schlank keulig, viersporig, mit Basalschnalle; Sporen glatt, hyalin, dünnwandig, inamyloid, nicht dextrinoid, überwiegend zylindrisch (seltener ellipsoid bis subzylindrisch), manchmal am Apikulus einseitig etwas gebogen; in der Größe recht variabel: (6)7-9(10) x (2,2)2,5-3(3,2) µm
Vorkommen: Die ökologische Amplitude der Art ist noch unzureichend erfasst. Die Art wurde erst 2015 beschrieben und fehlt in den meisten (eigentlich allen) Standardwerken zu poroiden Pilzen, daher sind kaum Funde dokumentiert.
Vermutlich ist die Art in Deutschland nicht selten, zumindest in den etwas wärmeren Stromtälern (Rhein, Main, Neckar, Mosel, Donau, Elbe, Oder) dürften weitere Funde zu erwarten sein. Die Art ist bislang nur von Laubholz bekannt (Braunfäuleerreger), vorwiegend an liegenden oder schräg im Luftraum hängenden, noch berindeten Ästen und dünneren Stämmen (Initialphase), kann aber wohl auch an etwas dickerem, morscherem und +/- entrindetem Substrat Fruchtkörper bilden.
Näheres zu eigenen Funden siehe unten.
Bilder (zum vergrößern Anklicken)
A) 17.04.2016; Schwetzinger Hardt, liegender, noch berindeter Laubholzast; auf sandigem, +/- frischem Boden, Übergang vom sandigen Rotbuchen –“ Kiefern –“ Mischwald zum bachnahen Gelände mit Auwaldcharakter (Eschen, Weiden, Ahorn, Pappel):
B) 25.12.2016; Auwald bei Weissweil (Südbaden) am Rhein; an berindeten, schräg im Luftraum hängenden Laubholzstämmchen und Ästen:
C) 02.04.2017; Offenbacher Stadtwald; recht frischer, berindeter Laubholzast, liegend auf sandigem, oberflächlich trockenem Boden (hoher Grundwasserstand vermutlich):
Verwechslungen: Die wesentlichen Charakteristika dieser Art sind das Hyphensystem ohne echte Skeletthyphen in der Röhrentrama aber mit vielen dickwandigen, sklerifizierten generativen Hyphen. Die Septen und Schnallen an diesen Hyphen sind oft auf den ersten Blick zu sehen, auch wenn sie hin und wieder etwas länger ohne Septierung durchlaufen. Im Gegensatz zu Oligoporus –“ Arten sind im Subikulum / Kontext vereinzelt echte Skeletthyphen vorhanden.
Diese Hyphenstruktur findet sich annähernd bei Antrodia ramentacea wieder, wo aber auch in der Röhrentrama vereinzelte Skeletthyphen vorkommen können. Die Sporen beider Arten sind sich sehr ähnlich, ebenso die Struktur des Hymeniums (Basidienform, fehlende Zystiden). Antrodia ramentacea bewohnt aber Nadelholz (vorzugsweise Kiefer) und tendiert weniger zur Hütchenbildung (wenn überhaupt werden nur kleine, schmale Hutkanten entwickelt).
Antrodia hyalina ist im frischen Zustand ebenfalls recht weich und besiedelt auch Laubholz, wächst aber vorwiegend resupinat und unterscheidet sich durch zahlreiche & deutliche, +/- parallel verlaufende Skeletthyphen in der Röhrentrama.
Antrodia gossypium (und ein paar Nachbararten) sind zwar frisch recht weich, aber Nadelholzbewohner und haben eine etwas andere Sporenform (und –“größe); Antrodia serialis hat zwar ähnliche Sporen (und kann selten auch Laubholz besiedeln), ist aber frisch viel zäher und fester, mit deutlichen Skeletthyphen in der Röhrentrama.
Weitere Laubholzarten der Gattung wie Antrodia serpens (= Antrodia albida) oder Antrodia malicola sind viel stabiler in der Konsistenz (ausgeprägte Skeletthyphen in Röhrentrama), oder wären deutlich feinporiger oder würden rein resupinat wachsen.
Ein sehr ähnliches Hyphensystem haben Arten der Gattung Oligoporus s.l. (inklusive Postia, Tyromyces usw.), doch in der Kombination aus effus-reflexem Wuchs + Sporengröße + Porengröße + Hymenium ohne Zystiden würde man in der Gattung beim Schlüsseln zu keinem sinnvollen Ergebnis kommen.
Antrodiella –“ Arten haben durchweg kleinere Sporen und ein deutlich dimitisches oder trimitisches Hyphensystem.
Alle Trametes –“ (s.l.) –“ Arten sind ausgeprägt dimitisch oder trimitisch und viel fester, zäher und stabiler in ihrer Konsistenz.
Bjerkandera fumosa hat feinere Poren, andere Sporen und eine dünne, dunkel –“ gelatinöse Schicht zwischen Hutfleisch und Röhren.
Oxyporus –“ Arten haben Hyphensepten ohne Schnallen und meistens Zystiden im Hymenium.
Die Fruchtkörper von Dichomitus campestris schwärzen mit der Zeit deutlich, alle Arten der Gattung sehen mikroskopisch ganz anders aus.
Vergleichsvorschläge:
>Antrodia ramentacea = Münzförmige Braunfäuletramete<
>Antrodia serpens = Weiße Braunfäuletramete<
>Antrodia malicola = Zimtfarbene Braunfäuletramete<
>Antrodia hyalina = Durchscheinende Braunfäuletramete<
>Antrodia gossypium = Weiche Braunfäuletramete<
>Antrodia serialis = Reihige Braunfäuletramete<
>Oligoporus undosus =Geschlitztporiger Saftporling<
>Oligoporus floriformis = Blütenförmiger Saftporling<
>Oligoporus tephroleucus = Grauweißer Saftporling<
>Oligoporus alni = Fastblauer Saftporling<
>Oligoporus romellii = Schlankzystiden –“ Saftporling<
>Tyromyces wakefieldiae =Wakefield–™s Saftporling<
>Antrodiella hoehnelii = Spitzwarzige Tramete<
>Antrodiella pallescens = Blasse Kleinsportramete<
>Trametes cervina = Hirschbraune Tramete<
>Trametes pubescens = Samtige Tramete<
>Trametes ochracea = Ockertramete<
>Trametes trogii = Blasse Borstentramete<
>Bjerkandera fumosa = Graugelber Rauchporling<
>Oxyporus ravidus = Rinden –“ Schichtporling<
>Oxyporus latemarginatus = Breitrandiger Schichtporling<
>Dichomitus campestris = Schwärzender Haselporling<
>Heterobasidion annosum = Gemeiner Wurzelschwamm<
>Skeletocutis carneogrisea = Grauweißer Knorpelporling<
>Schizopora paradoxa = Veränderlicher Spaltporling<
Verwendete Literatur = Originalbeschreibung:
Rivoire, B; Trichies, G; Vlasak, J. 2015. CARTILOSOMA RENE-HENTIC (BASIDIOMYCOTA, POLYPORALES), UNE ESPÈCE NOUVELLE DANS LE GROUPE D–™ANTRODIA RAMENTACEA. Bulletin Mensuel de la Société Linnéenne de Lyon. 84(1-2):5-18
Die makro- und mikroskopischen Beschreibungen oben basieren auf der Beobachtung der eigenen Funde. Deren Bestimmung orientiert sich maßgeblich an der Erstbeschreibung (danke an Frank für die Einsicht) und Literaturvergleichen mit potentiell ähnlichen Arten (in –žEuropean Polypores–œ, –žPoroid Fungi of Europe–œ, –žFungi Europaei 10–œ, –žPilze an Bäumen–œ, –žNorth American Polypores–œ, weitere Artikel zu Antrodia, Antrodiella, Oligoporus) und eigenen Fundbeobachtungen ähnlicher Arten.
In der Neuauflage der "Poroid Fungi of Europe" von Ryvarden & Melo wird der Pilz unter Antrodia rene-hentic vorgestellt.
Hello!
Die richtige Linie habe ich jedenfalls noch nicht gefunden, wie es scheint. Das letzte war zu schwer, dieses fast zu leicht.
Oder ihr seid zu gut, das kann auch sein. Jedenfalls haben es doch alle recht schnell erkannt, daß da nichts anderes zu sehen ist als die
Gemeine Hundsrute (Mutinus caninus):
Respekt, ganz so einfach war es erstmal nicht, dachte ich. Erstmal rausfinden, wo oben und unten ist, links und rechts und daß das der Stiel sein soll...
Jedenfalls satte Punkteausbeute für alle:
1. 48 Pkt.: JanMen (+ 10)
2. 46 Pkt.: Romana (+ 10); Brassella (+ 10)
4. 44 Pkt.: Texten (+ 8); EberhardS (+ 10); beli1 (+ 10); Linnea (+ 10); Wutzi (+ 8); ipari (+ 8)
10. 42 Pkt.: Joe83 (+ 10)
11. 41 Pkt.: nochn Pilz (+ 10)
12. 36 Pkt.: Safran (+ 10)
13. 26 Pkt.: Engelchen (+ 8)
14. 18 Pkt.: Malone (+ 10)
[hr]
Mal gucken, ob mit Runde 18 ein Mittelweg zu schaffen ist zwischen "recht einfach" und "erzschwer":
LG, Pablo.
Moin!
Die KOH - Reaktion sollte im grunde überall am Pilz funktionieren, und auch in so ziemlich jeder Konzentration. Also mit 3% funktioniert es auch schon, ist dann aber zarter, mehr so ein leichtes Rosarot. Bei 40% dürfte der Fruchtkörper wohl eher violettschwarz werden, das ist für den Test nicht nötig, mit solchen Geschützen dran zu gehen. Es funktioniert auch beim getrockneten Pilz noch sehr gut: ein zwei hJahre altes Exsikkat habe ich mal getestet, die Reaktion war nicht anders als beim Frischpilz.
Kann aber gut sein, daß es an den Poren besonders gut zu beobachten ist, wie man es bei dir sieht, Karl.
Kann aber auch damit zusammenhängen, daß man da halt mehr Oberfläche hat, die reagieren kann.
LG; pablo.
