Beiträge von Beorn

    Hi.


    Prima, das Portrait ist super, und erspart mir einiges an Arbeit. :thumbup: Aber ein ganz wichtiges Synonym fehlt: Phaeolus schweinitzii (Fr.) Pat., wird von etlichen Seiten momentan sogar wieder als aktueller Name geführt. Und ich mag diesen Namen. :)
    Die Bilder hatte ich schon vorbereitet, der Beschreibungstext fehlte noch. Also ideal, daß ich nur noch die Bilder dazugeben kann (Anklicken zum vergrößern):







    Ein Fund an Eiche (Quercus spec.), vergesellschaftet mit Hymenochaete rubiginosa und Ceriporia reticulata:

    Interessant dabei sind die kräftigen Rhizomorphen, die sich vom Fruchtkörper über den Eichenstamm ziehen und im Erdreich der Umgebung verschwinden.
    Man könnte vermuten, daß der Organismus (also das Individuum von Phaeolus schweinitzii) sein Mycel recht großflächig in dem Waldstück angesiedelt hat und sicher auch mit einigen Fichten- und Kiefernstümpfen in der Umgebung in Kontakt steht.


    noch ein paar weitere Vergleichsvorschläge:
    >Gloeophyllum odoratum = Fenchelporling<
    >Inonotus tomentosus (= Onnia tomentosa) = Gestielter Filzporling<
    >Inonotus triqueter (= Onnia triqueter) = Dreieckiger Kiefern-Filzporling<
    >Podofomes trogii = Tannen –“ Stielporling<
    >Phellinus pini = Kiefern –“ Feuerschwamm<
    >Inonotus hispidus = Zottiger Schillerporling<
    >Inonotus cuticularis = Flacher Schillerporling<
    >Meripilus giganteus = Riesenporling<
    >Bondarzewia mesenterica = Bergporling<
    >Laetiporus persinicus = Persischer Schwefelporling<
    >Laetiporus montanus = Lärchen –“ Schwefelporling<
    >Laetiporus sulphureus = Schwefelporling<
    >Albatrellus cristatus = Grünlicher Kammporling<



    LG, Pablo.

    Meripilus giganteus (Pers.) P. Karst.
    Riesenporling
    Synonyme:
    - Boletus giganteus Pers.
    - Polyporus giganteus (Pers.) Fr.
    - Meripilus lentifrondosus (Murrill) M.J. Larsen & Lombard
    - Polyporus lentifrondosus (Murrill) Murrill
    - Polyporus frondosus Fr.


    Familie: Meripilaceae
    Ordnung: Polyporales
    Klasse: Agaricomycetes



    makroskopische Eigenschaften: Die Fruchtkörper beginnen als hell ockergelbe oder blassockerliche Knubbel von weicher, fast cremiger Konsistenz mit fein filziger bis samtiger Oberfläche; im Wachstumsverlauf strecken sich die Fruchtkörper, nehmen eine annähernd abgestutzt keulige Form an, bevor die Ausbildung der Hüte beginnt.
    Reif oft von stattlicher Größe mit Einzelhüten teils über 30cm im Durchmesser, meistens in großen Büscheln von übereinanderlappenden Einzelhüten, exzentrisch bis lateral gestielt, Stiele aus einem gemeinsamen Strunk entspringend, kurz und kräftig bis reduziert;
    ein einzelnes Büschel kann Gesamtdurchmesser von annähernd einem Meter erreichen;
    Hutoberseiten jung hellockerlich, bald in verschiedenen Brauntönen (ocker, kastanienbraun, rotbraun, graubraun, schwarzbraun), oft +/- zoniert; fein filzig, samtig bis fast glatt, im Alter gerne radialrinnig; Poren bei ganz jungen Fruchtkörpern noch nicht erkennbar, später cremefarben bis blass ockerlich; am Stiel herablaufend, ziemlich fein (3-5/mm); Fleisch cremefarben bis blass cremegelblich (generell heller als die Röhren und deutlich heller als die Hutoberfläche), anfangs weich und zart, bald aber von der Stielbasis her zähfaserig, schwer zerreißbar und ziemlich fest;
    Fleisch und Röhren bei Verletzung / Berührung nach einiger Zeit bräunend oder schwärzend; die Reaktion kann 2 Minuten dauern, aber auch mehr als 10 Minuten.
    Geruch unspezifisch, Geschmack mild (ebenfalls unspezifisch)


    mikroskopische Eigenschaften: Hyphenstruktur monomitisch; alle Septen ohne Schnallen; Hyphen hyalin; in der Röhrentrama vorwiegend dünnwandig und vielfach septiert, im Kontext überwiegend dickwandig, lang durchlaufend mit wenigen Septen (–žpseudodimitisch–œ); in Strängen parallel gebündelt, dazwischen mit mehr verzweigten, gewundenen Hyphen;
    Hymenium homogen; Basidien keulig, überw. 4-sporig, ohne Basalschnalle; Zystiden fehlen (Zystidiolen können vorkommen); Sporen subglobos bis verlängert, glatt, dünnwandig, inamyloid; vorwiegend um 6-7 x 5-6 µm


    Vorkommen: Schwächeparasit und Folgezersetzer an Laubbäumen, vorzugsweise Rotbuchen und Eichen, aber auch an diversen anderen Laubbäumen, sehr selten wohl auch an Nadelbäumen (Weißtanne). Der Weißfäuleerreger scheint die Bäume an der Stammbasis bzw. am Wurzelholz zu befallen, die Fruchtkörper erscheinen darum meistens am Stammfuß oder auch um einen Stamm herum auf dem Boden (über den Wurzeln). Wird der Baum gefällt, erscheinen die Fruchtkörper noch längere Zeit am befallenen Stumpf und um ihn herum (bis in die Finalphase der Vermorschung). Eine besondere Bevorzugung bestimmter Waldtypen ist nicht erkennbar; außerhalb geschlossener, naturnaher Wälder erscheint der Pilz auch in Parks und Gärten, an Straßenrändern und anderen anthropogenen Standorten.
    In ganz Mitteleuropa weit verbreitet und in den vielen Gebieten durchaus häufig.



    Bilder:











    Verwechslungen: Die großen, bunten und üppig büscheligen Fruchtkörper sind im Grunde kaum zu verwechseln. Am ehesten noch mit dem Bergporling (Bondarzewia mesenterica), der jedoch größere, weitere Poren bildet, insgesamt etwas heller gefärbt ist und dessen Fleisch niemals so bräunt oder schwärzt. Bei einer Kauprobe schmeckt das Fleisch des Bergporlings bisweilen leicht scharf.
    Üppige Fruchtkörper des Klapperschwamms (Grifola frondosa) können ähnlich aussehen, allerdings bildet der Klapperschwamm generell kleinere Hüte, dafür mehr Einzelhüte innerhalb eines Büschels; auch sein Fleisch verfärbt sich niemals braun oder schwarzbraun.
    Schwefelporlinge (Laetiporus sulphureus) bilden am Substrat meist oberhalb des Stammfußes Fruchtkörper, sie sind leuchtender gefärbt und niemals gestielt; auch Schwefelporlinge schwärzen nicht; eher besteht noch eine Ähnlichkeit zum Persischen Schwefelporling (Laetiporus persinicus), der aber eine vorwiegend tropische Art ist und in Europa nur aus Spanien bekannt.
    Kiefern-Braunporlinge (Phaeolus schweinitzii) sind jung durch die striegelige, farbenfrohe Hutbehaarung gut zu unterscheiden, im Alter durch die deutlich dunkleren (ockergelb, olivgelb bis dunkelbraun), gröberen und oft labyrinthisch aufbrechenden Poren. Phaeolus schweinitzii verfärbt zwar, sollte aber kaum verwechselbar sein.
    Schillerporlinge wie Inonotus dryadeus verfärben zwar auch teilweise bei Verletzungen, wachsen aber nicht derart büschelig und sind nicht gestielt.
    Der Zimtfarbene Weichporling (Hapalopilus nidulans) dürfte im Grunde nicht mit dem Riesenporling verwechselt werden, er sieht ganz anders aus. Wer aber Porlinge zu kulinarischen Zwecken sammelt, sollte Hapalopilus nidulans unbedingt kennen (siehe dort, Link unten).


    Vergleichsvorschläge:
    >Bondarzewia mesenterica = Bergporling<
    >Grifola frondosa = Klapperschwamm<
    >Laetiporus sulphureus = Schwefelporling<
    >Phaeolus schweinitzii = Nadelholz-Braunporling<
    >Inonotus dryadeus = Tropfiger Schillerporling<
    >Hapalopilus nidulans = Zimtfarbener Weichporling<



    Anmerkungen: junge, weiche Fruchtkörper sind durchaus gute Speisepilze! Ähnlich wie beim Schwefelporling sollte man darauf achten, daß das Fleisch noch zart und leicht zu schneiden ist, der Geschmack nicht bitter, dann ist der Riesenporling (nach meiner persönlichen Meinung) sogar ein wenig aromatischer und schmackhafter als der Schwefelporling. Gut durchgaren, versteht sich.

    Hallo.


    Das wäre bestimmt auch für andere Leute hilfreich.
    Das Mikroskopieren ist halt auch eine Tätigkeit, die man so nach und nach lernt. Man darf sich von gelegentlichen Mißerfolgen am Anfang nicht abschrecken lassen. Aber es ist spannend.
    Super sind natürlich auch Mikroskopiertage bei Pilzvereinen, wenn da jemand mit etwas Know-How den Erklärbär spielt. Aber für konkrete Probleme und Fragenstellungen sind auch Diskussionen im Forum eine gute Sache. :thumbup:



    LG; Pablo.
    [hr]
    Hi.


    Und noch ein großes Dankeschön an Joe für die Bereicherung der Portraits mit den Bildern! :thumbup:



    LG; pablo.

    Hallo, Maria!


    Es ist halt ein jüngerer, recht heller Fruchtkörper. Aber es passt schon alles. Später sind die manchmal so richtig satt zinnoberrot, aber das hängt von diversen Faktoren ab. Es ist schon durchaus im Rahmen, so wie du ihn zeigst. :thumbup:



    LG; pablo.

    Hallo, Bernd!


    Leider bin ich auf dem Gebiet auch ziemlich unhilfreich. :(
    Komisch, wo sind denn all unsere Pyreno - Freaks und - Forscher? Ob die alle im Pfingsturlaub bei Facebook sind? :/



    LG; pablo.

    Hallo, Leute!


    Das scheint ein interessantes Rätsel zu sein. In den Tips segeln eure Boote in ganz unterschiedliche Richtungen, doch nur eine davon ist die Richtige.
    Hoffentlich bringt der Joker dazu morgen abend mehr Aufklärung. :thumbup:



    LG, Pablo.

    Hallo, Mario!


    Doch, das dürfte schon passen. :thumbup:
    Ich bin nicht sicher, ob man das letztlich als klassische Lamprozystiden bezeichnen kann (wie bei Peniophora oder Scopuloides oder Phlebiopsis), weil der apikale Teil ja schon eher dünnwandig ist. Vermutlich sind das auch Septozystiden, nur halt noch nicht voll entwickelt und darum nicht erkennbar septiert. Bei den mehrfach Septierten ist es ja nachher so, daß die unteren Glieder stark dickwandig sind und die oberen Glieder mehr und mehr dünnwandig.



    LG, Pablo.

    Hallo, Stefan!


    Vom Einstieg her ist das alles nicht so einfach. Da ich auch relativ autodidaktisch an die Sache rangegangen bin, waren die ersten versuche bei Porlingen und Rindenpilzen ziemlich ernüchternd. Eben wegen der Schwierigkeit der Präparierung. Es ist hilfreich, auch schon mal ein paar andere Pilze untersucht zu haben (Lamellenpilze, weiche "Gasteromyceten", "operculate" Becherchen oder auch Dungpilze), um sich mit dem Mikroskop an sich und ein paar Techniken und Eigenheiten von verschiedenen Pilzen vertraut zu machen.


    Bei solchen Krusten ist es gut, wenn man einen möglichst dünnen Vertikalschnitt (am besten dünner als die Rasierklinge!) hinbekommt. Den kann man vom frischen oder vom trockenen Pilz nehmen, aber ich weiche die Pilze vorher nie ein. Es ist oft recht unterschiedlich, ob sich ein solcher Krusti frisch oder getrocknet besser verarbeiten lässt. Meistens frisch, dann sind die Fruchtkörper dicker und leichter zu schneiden. Bei etlichen Schichtpilzähnlichen ist getrocknet besser, weil dann sind sie nur noch hart und nicht mehr so gummiartig.
    Was man auch versuchen kann: Mit einer spitzen Pinzette eine dünne Faser von der Oberfläche abzupfen.
    Jedenfalls packe ich erst dieses abgelöste Präparat zum in KOH (3% oder 5%). Normalerweise braucht man es auch nicht lange quellen zu lassen, sondern kann gleich loslegen. Es gibt ein paar Arten und Gattungen, wo man auch Präparate in Wasser braucht, weil sich manche Strukturen in KOH auflösen.


    Reife Sporen: Das ist mehr oder weniger Glückssache. Einige (vor allem mehrjährige) Porlinge sind kritisch, weil oft steril zum Zeitpunkt des Einsammelns. Krusten sind da weniger problematisch, solange die nicht viel zu alt oder viel zu jung sind, sollte man auch Sporen finden können. Abwurfpräparate funktionieren bei Krusten übrigens auch und sind oft auch sinnvoll.


    Das zu übersehende pilzfremde Material ist gar nicht so das Problem. Verwirrender ist oft das pilzliche Material, das man zu übersehen hat.
    nehmen wir mal die oben gezeigte Schizopora flavipora: Da gab es durchaus Massen von Sporen. Zunächst mal die der Kohlenbeere darunter, dann aber auch noch einen Haufen weitere Fremdsporen und zwar von mindestens vier verschiedenen Arten (zwei davon aber höchstwahrscheinlich Konidien). Und alle Fremdsporen waren deutlich zahlreicher als die Sporen der Schizopora selbst. Auch eine Stolperfalle bei vielen Krusten sind "Fremdhyphen", also Hyphen anderer Pilze, die ebenfalls auf dem Substrat wachsen, die Fruchtkörper, die man untersucht teils durchwachsen, besiedeln oder gar angreifen.
    Das ist manchmal nicht leicht, den Überblick zu behalten. Aber das kommt alles mit der Zeit...


    Wenn du die Möglichkeot hast, Bilder zu machen von deinen Untersuchungen, stell sie ruhig ein. Auch wenn man am Ende keine Bestimmung festmachen kann, hilft das oft um einzelne kritische Details zu diskutieren und zu verstehen. :thumbup:



    LG; Pablo.

    Hi.


    Nummer 4 sieht aus wie ein "mumifizierter" >Lepista nuda<.
    Eigenartiger Anblick, normalerweise zerfallen die einfach irgendwann und bleiben kaum jemals eingetrocknet so stehen. 8|
    Nummer 6 sollte ein Feuerschwamm sein. Nun müsste man noch wissen, was für ein Baum ist, an dem der wächst, dann könnte man das schon gut eingrenzen. Aber so oder so: Eine tolle Erscheinung, schön fotografiert. :thumbup:



    LG, Pablo.

    Hallo, Mario!


    Ist das wirklich eine richtige Lamprozystide? Also deutlich dickwandig?
    Das wäre schon sehr ungewöhnlich, falls ja müsste man nochmal genauer gucken. Aber viele weitere Arten (mit so großen Sporen und Schnallen an allen Septen) mit Septozystiden und Lamprozystiden gibt es nicht. Jedenfalls fällt mir gerade keine ein.
    Denn die übrigen Merkmale (Hyphen, Sporen und mit Schnallen septierte Zystiden) sind schon sehr eindeutig.
    >Würde ich wohl auch so bestimmen<



    LG; Pablo.

    Hi.


    Auch Pycnoporellus fulgens (Leuchtender Weichporling) kann an Laubholz wachsen, wenn auch Nadelhölzer klar bevorzugt werden.
    Ich denke aber hier auch eher an einen Zinnoberschwamm (Pycnoporus cinnabarinus) oder eine der Nachbararten. Auch Hapalopilus croceus (Orangener Weichporling) wäre möglich, doch diese Art bevorzugt Eiche und Esskastanie, und die dürfte da wesentlich strenger festgelegt sein als Pycnoporellus fulgens.
    Für einen "normalen" Zinnoberschwamm (der übrigens diverses Laubholz besiedelt, ich finde ihn sogar sehr häufig an Wildkirsche) finde ich den nicht gerade typisch gefärbt, aber es erscheint mir die naheliegendste Lösung zu sein.



    LG, Pablo.

    Hallo, Murph!


    Aber drei solche Prachtboleten, das ist schon schick. :thumbup:
    Immerhin: Der Flocki sollte keine Maden haben. Flockis mit maden sind in Deutschland noch viel größere Raritäten als - sagen wir mal - Silberröhrlinge. ;)
    Aber dennoch verständlich: Die ersten im Jahr lasse ich auch gerne stehen.



    LG; Pablo.

    Hallo zusammen!


    Joe hat mir kürzlich ein schönes Päckchen zusammengestellt. Neben einer ganzen Reihe interessanter Pilzchen auch wieder mit einem guten Tropfen für danach, um den Kopf wieder frei zu bekommen. :thumbup:
    Ich sage vielen Dank für Beides.


    Man könnte noch in den jeweiligen Themen einen Link zur Auflösung setzen, aber erstmal möchte ich das in einem beitrag zusammenfassen (macht weniger Arbeit).


    Fangen wir mal mit den Funden aus >diesem Thema< an.
    Der dritte Fund dort - dünner weißer Belag auf schwarzer Kruste auf Holz - ist ein klassischer NoFu (*):

    Das weiße könnte Farbe sein, jedenfalls besteht es mikroskopisch ausschließlich aus kristallinem Material ohne irgendwelche biologischen Strukturen.
    Das Schwarze sah erstmal aus wie ein Pyreno, ist aber auch etwas künstliches, ein sehr hartes, festes Material wie ein verstärkter Kunststoff oder besonders feste und feine Teerpappe.


    Der Zähnchenpilz im ersten Beitrag des Themas ist Irpex lacteus (Milchweißer Eggenpilz):


    Der rosaliche Porling ist Ceriporiopsis gilvescens (Fleckender Wachsporenschwamm):


    Der (für mich) spannendeste Pilz wurde >im Nachbarforum vorgestellt<.
    Hier bin ich noch nicht völlig sicher, es gibt im Grunde drei Möglichkeiten. Die Hyphenstruktur und die Sporen führen unmittelbar in die Gattung Oligoporus s.l., mit den effus reflexen bis pileaten Fruchtkörpern, der Porengröße, den Sporeneigenschaften und ohne Zystiden kann man die Möglichkeiten auf drei Arten herunterbrechen.
    A) Oligoporus alni (=Oligoporus subcaesius ss.auct. = Fastblauer Saftporling)
    Das ist der wohl bekannte, klassische Doppelgänger des Blauenden Saftporling (Oligoporus caesius), den ich allerdings schon einige Male in der Hand hatte, und den ich hier im Grunde ausschließen würde: Die Hutoberfläche ist viel zu unfilzig, zu glatt, das Exsikat fühlt sich etwas anders an, die Resupinatanteile sind vor allem auf Joes Bildern zu ausgeprägt.
    B) Oligoporus subcaesius ss.orig.
    Der Name wurde lange Zeit unkritisch für den oben erwähnten Pilz angewendet, ist aber im eigentlichen Sinne eine andere Art. Soll sich von Oligoporus alni vor allem durch etwas kräftigere, größere Fruchtkörper, die glatte Hutoberfläche und mehr ins ockerliche statt ins graublaue spielende Farben unterscheiden.
    Wie bei Oligoporus alni sollten da die Sporen schwach amyloid sein (an diesem beleg nicht eindeutig feststellbar) und die Poren eigentlich viel feiner als hier (um 3-6/mm; hier eher 2-3/mm).
    C) Oligoporus undosus (Wellighütiger Saftporling)
    Hier passt die Wuchsform nicht wirklich: Die Art sollte sich durch eher dünne, an den Rändern wellig verbogene Hutkanten auszeichnen. Das ist hier nicht zu erkennen. Dafür müssten die sonstigen Merkmale (insbesondere Farbverläufe & Porengröße) gut passen.
    Ein schwieriger Fall, mit dem ich mich noch etwas beschäftigen muss. Vorerst nenne ich den mal Oligoporus cf undosus
    Joes Bilder vom Standort:

    Zitat





    Bilder vom Beleg:



    Der Rest war etwas einfacher.
    Zunächst der zweite Pilz aus >diesem Thema<, hat sich - wenn auch ziemlich verwittert - gut als Schizopora flavipora (Gelbporiger Spaltporling) zu erkennen gegeben:



    >In diesem Thema< hatten wir Rhodonia placenta (Rosafarbener Saftporling) bereits vermutet, das hat sich dann bestätigt:


    Joes Fund aus >dieser Anfrage< ist tatsächlich Sidera vulgaris (Gemeiner Kristallknorpelporling):


    Allerdings würde ich da am liebsten von der Wette zurücktreten, wenn das OK ist. Weil eigentlich wette ich aus Prinzip nicht, wenn ich selbst den Pilz untersuche und damit quasi gleichzeitig "Schiedsrichter" bin. Das Wettangebot war mehr für den Fall, daß noch ein paar mehr Leute darauf einsteigen und untereinander ein paar Wetten zustande kämen. ;)


    Bestätigt hat sich auch Annas Gedanke in >diesem Thema<, der Pilz ist eine zwar etwas ältere und verwitterte, aber dennoch sehr schöne Trametes cervina (Hirschbraune Tramete):


    Joe, wenn es dir recht ist, dann stelle ich die Dokus zu deinen Funden in den nächsten Tagen auch bei den jeweiligen Portraits (sofern vorhanden) dazu.
    Oder würdest du das übernehmen?
    Bzw. könntest du auch jeweils deine Makrobilder dort einstellen, und ich ergänze anschließend die Mikros dazu. Teamwork also.



    LG, Pablo.






    (*) NoFu = Non Fungus = "Scheinpilz"

    Hallo, Mario!


    Auch mit guten Bildern und / oder Zeichnungen ist es manchmal schwer, sich ein gutes Bild von einer beschriebenen Art zu machen. Finde ich jedenfalls. Wenn man eine Art dagegen selbst in der Hand hat (und unter der Linse), erst dann werden für mich die Unterschiede und Merkmale oft verständlich.
    Wenn es zu "B. sassofratinoense" zB abweichende Sequenzen gibt und Annarosa Bernicchia im Vergleich zu B. subcoronatum noch morphologische Unterschiede erkennt, dann ist eine Trennung ja schon nachvollziehbar.
    So eine Art müsste dann idealerweise noch ein paar mal mehr und auch an anderen Standorten gefunden, beobachtet und sorgfältig dokumentiert werden (inclusive Sequenzen, versteht sich), damit sich ein klareres Bild dieses Pilzes herauskristallisiert.



    LG, Pablo.

    Hi.


    Und das macht überhaupt nichts. Nicht jeder Pilz muss immer komplett aufgeklärt werden. Deine nächsten Funde kommen bestimmt, und da geht es dann weiter. Vielleicht fällt dir sogar irgendwann mal ein Pilz in die Hände, der diesem jetzt so ähnlich ist, daß du den Fund im Nachhinein noch aufkläören kannst. Wenn nicht: Auch nicht schlimm.



    LG, Pablo.

    Morgen, Mario!


    Den hatte ich als Botryobasidium subcoronatum bestimmt. Nur gestern vergessen gehabt, sowas erst kürzlich untersucht zu haben.
    Und ich hatte das gleiche Problem wie du und was Frank auch anspricht: Das was A. Bernicchia als Botryobasidium sassofratinoense beschreibt, wirkt sehr ähnlich, nur glaube ich bei den Elementen in meinem Fund echt nicht an Zystiden. Dafür sind mir die Unterschiede in Form, Inhalt und Größe gegenüber Basidien, Basidiolen bzw. normalen Hymenialhyphen zu gering. Ich denke bei den meisten Porlingen würde man bei solchen Gestalten in einem Hymenium von Zystidiolen sprechen.



    LG; Pablo.

    Moin, Emil.


    Ja, und das kann ich jetzt durchaus nachvollziehen. ;)
    Wirklich aufklären könnte man das natürlich, wenn Maria den Pilz mitgenommen und getrocknet hätte... ???



    LG, Pablo.

    N'Abend!


    Frank: :thumbup:
    Wo ist nur mein Kopf heute Abend. Vermutlich haben Joes Pilze den als Substrat übernommen.


    Schade, daß du nicht beim Bensheim - Treffen dabei warst, Mario:





    Bei den Sporen waren ein paar ziemlich schmale dabei, ich hatte trotzdem Botryobasidium subcoronatum drangeschrieben. Und mich auch gefragt, ob diese "Hyphodien" und vereinzelten kopfigen Elemente nicht als Zystiden zu interpretieren wären. Aber das, was Bernicchia bei B. sassofratiense Zystiden nennt, müsste größer und länger sein.
    Was für mich auch der erste Fund der Art.



    LG, Pablo.

    Hallo, Björn!


    Och, Scutellinias sind erstaunlich gesellig. Das kommt durchaus vor, daß man mehrere Arten an einem Standort findet, bisweilen sogar durcheinander wachsend.
    Aber so gedrängte Teppiche, das ist schon meistens innerhalb eines Teppichs auch die selbe Art.



    LG; Pablo.