Buon Giorno!
Anbei mal der allereinzigste Fruchtkörper von Boletus aereus aus 2019, den ich in der Hand hatte (abgesehen von zwei Mumien im Kaiserstuhl):

Mit einem wenige Meter entfernt wachsenden Sommersteini (Boletus aestivalis) zusammen gelegt:

Immerhin weiß ich jetzt, wo der wohnt bei mir in der Ecke.
Ouch, jetzt kommt kurz der Spielverderber - Modus:
Diene Kollektion ist komisch, Peter. Es gibt so ganz arg dunkle Kollektionen von Sommersteinpilzen (Boletus aestivalis), mit teils sogar etwas fleckigen, dunkel rotbraunen bis fast schwarzbraunen Hüten. Sowas hatte ich auch schon immer wieder mal in der Hand (auch im letzten Jahr), da den Unterschied zu Boletus aereus zu erkennen, ist bisweilen entnervend schwer. Vor allem, wenn das Stellen sind, wo eben auch Boletus aereus vorkommt.
Bei den Hutfarben ist es nicht nur der Faktor "hell - dunkel", siehe auch das eben von mir gezeigte Exemplar mit ganz schön hellem Hut. Interessanter ist das Farbspektrum - und da hat Boletus aereus so gut wie immer irgendwelche trüben, olivbraunen, grauen, graubraunen, olivgelben Farbnuancen drin, sowie eine etwas andere Struktur der Bereifung (wenn vorhanden), eine etwas deutlichere Scheckigkeit - allerdings geht da viel ineinander über.
Dazu kommt aber (neben der Konsistenz, spezifischen Dichte des Fleisches) noch das Farbspektrum von Stiel und das Spektrum der Netzausprägungen.
Schaut man zB die Schwarzhütigen weiter oben von Tuppie an, da ist die Hutfarbe ja ganz ähnlich wie bei deinen. Aber: Die haben dafür diese satt braune, warme Stielfarbe (Untergrund unter dem Netz, teilsweise aber auch das Netz, das tendenziell oft etwas feiner und nicht so dauerhaft ist wie bei aestivalis), für mich eine typische "aereus - Stielfarbe", die sich vor allem bei älteren Fruchtkörpern mehr und mehr von der Stielbasis her ausbreitet. Die Stiele von aestivalis hätten dagegen einen helleren, oft blass milchkaffebraunen Untergrund, wenn sie älter werden.
Soweit mal mein hilfloser Versuch einer Erklärung, warum deine Kollektion auf mich vom Gesamteindruck her eher an Boletus aestivalis erinnert.
PS.: Kommsch im Herbscht mal vorbei? In den letzten zwei Jahren habe ich mit einigen Kumpels verstärkt die Kalkschollen (richtiger echter Kalk, meist unterer Muschelkalk oder Meißner - Formation) hier in der näheren Umgebung angeguckt. Zur richtigen Zeit am richtigen Ort fliegt einem da schon ganz schön das Blech weg...
LG, Pablo.