Beiträge von Beorn

    Servus!


    Ach, interessant. So wie das gelbe Dingens nun aussieht, würde ich mich Oehrling noch eher anschließen wollen: Schaut schon nach einem Ascomyceten aus. Irgendwas operculates aus der Pezizales - Verwandschaft vielleicht (gehören ja auch Morchellaceae aber auch Helvellaceae wie zB Gyromitra dazu).
    Bei dem Röhrling weiß ich ja nicht, woher der Händler seine Infos hat. Ich weiß nur, daß die Infos falsch sind. :gzwinkern:


    Aus Kanada stammen die auch eher nicht - es sei denn, sie würden da tatsächlich kultiviert. Was auch bei Mykorrhizapilzen (wie den meisten Röhringen) durchaus möglich ist, aber irrsinnig aufwendig, weil man ja die Mykorrhizapartner mitkultivieren muss, um einen einigermaßen wirtschaftlichen Ertrag zu erhalten.

    Mir ist aber noch was viel interessanteres aufgefallen bei den Röhrlingen: 100g für knapp 5 eu ?!?

    Ist ja irre.
    Wenn das denn tatsächlich ein Neoboletus ist, und auch annähernd so schmeckt wie Neoboletus erythropus- jetzt fange ich gerade an zu rechnen. Im September an die richtigen Stellen in der Nähe rausgelaufen oder geradelt, 10 Kilo Flockis abgeräumt (zur richtigen zeit am richtigen Ort hier in der Gegend gar kein Problem) - bedeutet das dann, knapp 500eu in vier Stunden verdient? ==Gnolm11



    LG, Pablo.

    Hallo, Björn!


    Exidia glandulosa s.orig. (also Exidia truncata) habe ich noch nie an Nadelholz gesehen.

    Exidia nigricans kommt allerdings recht regelmäßig an Fichte, Kiefer und Tanne vor. Bisweilen auch vergesellschaftet mit Exidia pithya, was dann immer sehr famos ist, wenn man die beiden unmittelbar nebeneinander beobchten kann.
    Schöne Bilder hatte cih da anfang des Jahres gemacht - mit der Kamera, die dann bei der Tour im Wald blieb.


    Deine Exidia finde ich allerdings auch für eine komplett durchfeuchtete und maximal aufgeblähte Exidia pithya ziemlich arg dick und kissenförmig.



    LG; Pablo.

    Grüezi mitenand!


    "Gemörch" ist ein Terminus Technikus, und schließt sämtliche Frühjahrsascos ein, die größer als 10mm und irgendwie schick und ansehnlich sind. Egal zu welcher Gattung die gehören. :gzwinkern:

    Das Gemörch auf den beiden letzten Bildern (Stereobild zählt nur als eines) sieht für mich irgendwie arg nach Helvella queletii (= Helvella solitaria s. auct.) aus. Bei mir sind die zwar normalerweise viel stärker "schiffchenförmig", die Hüte, aber die hier sind auch noch reichlich jung. Entwickelt sich vielleicht noch.
    Die davor könnten sehr gut Helvella leucomelaena sein, die ist ja auch zumindest rudimentär gestielt, und der Stiel dann auch gerippt. Bei der anderen Kollektion ist das aber schon deutlich zu viel Stiel und zu krasse Rippen für leucomelaena. Und da bei mir an der ecke queletii und leucomelaena auch lustig durcheinanderwachsen, kann das hier ja auch eine Mischkollektion sein.


    Helvella leucomelaena:


    Helvella queletii:



    LG, Pablo.

    MoinMoin!


    Eine Angabe des Händlers ist definitiv falsch.

    Die schwarzen, fetten Röhrlinge sind mit absoluter Sicherheit nicht Boletus aereus.
    Das ist gar keine Art der Gattung Boletus s.str.: Weil beflockte (nicht genetzte) Stieloberfläche, Kontext nicht weiß (sondern gelblich) und Röhren bei so jungen fruchtkörpern ebenfalls nicht weiß. Ergo: Kein Boletus s.str. Darum übrigens auch nicht "Boletus quercicola" (was ein zwar diffuses Taxon ist, aber wohl nichts anderes als Boletus edulis).


    Es sei denn, die wären total vermodert und verschimmelt, so daß durch Verwesungsprozesse solche morphologischen veränderungen passiert wären - aber so sehen die ja auch nicht wirklich aus.



    LG; Pablo.

    Salve!


    Ui, veganer Bacon ist mal eine sehr gelungene Idee. :thumbup:
    Ich habe die selbst ja noch nie probiert, aber das hier sieht wirklcih gut aus. Vielleicht sollte ich ja doch mal...
    Immerhin haben die ja ein Mastjahr, da darf man auch mal ein paar zur Kulinaristik entnehmen, finde ich.



    LG; Pablo.

    Servus!

    Durch welche Merkmale ist Neoboletus eigentlich von den anderen (Hexen)-Röhrlingen abgegrenzt? Die flockig erscheinende Steiloberfläche? Die fehlenden Rottöne im Stielfleisch?


    LG Thiemo

    Weder - noch. :gzwinkern:
    Rote Stielbeflockung gibt's auch bei Suillellus, rotes Stielfleisch auch bei Neoboletus (beim Flocki schon selbst des öfteren so beobachtet).
    Außer, daß man da genetisch eine mehr oder weniger solide Grenze ziehen kann, ist Neoboletus vor allem wie folgt definiert: Stark blauend, rotporig, Fleisch sehr fest, stabil, vor allem in Stielbasis zunehmend fester werdend, Hyphen der Stieltrama inamyloid. Die beiden unterstrichenen Merkmale sind die wesentlichen morphologischen merkmale zur Unterscheidung von allen Suillellus - Arten.


    Was die Esoten an dem Stand betrifft: Ein gültiger, botanischer Name auf den Schildchen wäre halt professionell (im Sinne eines Händlers), dann könnte man auch bei solchen Exoten nachvollziehen, was man da kauft / isst.
    Ansonsten: Warum nicht mal Pilze probieren, die hier als Marktpilze unüblich sind, aber auf anderen Märkten in Asien, Afrika oder Amerika gängige Handelsware?
    Wobei ich persönlich schon gerne wissen würde, was ich angeboten bekomme (also einen botanischen Namen lesen will).
    Weil ein wenig aufpassen sollte man schon: In manchen Ländern werden halt auch PIlze gehandelt, die im grunde eher nicht auf den Teller gehören, bzw. äußerst kritisch zu bewerten sind (Stichwort: Gyromitra esculenta).



    LG, Pablo.

    Hallo, Dieter!


    Grandiose Ansichten. :thumbup:
    Lass doch den ersten in diesem Thema ruhig "Radulomyces confluens" heißen. "Radulomyces" ist als Gattungsdefinition doch etliche Jahre älter als "Cerocorticium" von Jülich und Stalpers, und nach heutiger Sicht ebenso verwendbar für die derzeit in der Gattung geführten Arten.



    LG, Pablo.

    Hi.


    Die "schwarzen Steinpilze" könnten irgendeine Neoboletus - Art sein. Sieht aber nicht aus, wie unser europäischer Flocki (Neoboletus erythropus = Neoboletus praestigiator). Die stammen auch sicher nicht aus Europa, denn da dürfte man selbst mediterran momentan Schwierigkeiten haben, solche Mykorrhizapilze einzusammeln. Ich denke eher Afrika, Südamerika, Indonesien, Australien... Irgendwo da könnte die Quelle liegen, und da könnte es auch noch Neoboletus - Arten geben, die hierzu besser passen als erythropus.
    Wenn das dahin gehört, dürfte es jedenfalls kein Zuchtpilz sein.

    Die gelben Gehirne sehen auch witzig aus. Auch das ist nichts Heimisches, Tremella als Gattung wäre eine Option, aber dann auch eher kein Zuchtpilz - weil man dann ja auch den Wirtspilz mitzüchten müsste.



    LG; Pablo.

    Hallo, Eike!


    Auch wenn der es ablehnt, sich mit KOH nach schwarz zu verfärben, dürfte das trotzdem ein Phellinus sein.
    Die mag ich zwar nicht besonders, wäre aber interessant, welche da überhaupt an Rosa sp. vorkommen können. Da ist noch ein weißer Rindenpilz drunter, den man auch untersuchen könnte.



    LG, Pablo.

    Servus!

    Könnte das nicht ein Trichaptum-Art sein?

    käme nicht an Birke

    Trichaptum biforme ist die Laubholzart der Gattung (zumindest in Europa wüsste ich kein anderes Trichaptum an Laubholz), und die dürfte wohl auch an Birke vorkommen.


    Das aber nur am Rande, die Bemerkung von Stefan zur Wuchsweise ist richtig, solche verwachsenen Fruchtkörperbüschel wird auch Trichaptum biforme nicht bilden können.

    Chondrostereum purpureum passt schon, auch wenn die Wuchsform ungewöhnlich ist, gerade mit den komischen "Stacheln" zwischen den einzelnen Hütchenansätzen.



    LG, Pablo.

    Salve!


    Ich denke, die labyrinthischen Poren sind in diesem Fall eben auch eine Alterserscheinung.
    Ansonsten könnte man bei der Porenform auch an Climacocystis borealis (Nerdischer Schwammporling) denken - der geht aber auch nur an Nadelholz, die Oberfläche sieht anders aus und ob der sich außerhalb der Mittelgebirge überhaupt wohl fühlt, bin ich eher unsicher.
    Also der ist es meiner Ansicht nach auch nicht. Aber Oligoporus fragilis (Postia fragilis) würde ich heir ausschließen: Die Wuchsform wäre da etwas anders, und in dem Alter würde man da auch ein ganz anderes Farbspektrum erwarten müssen (ziemlich dunkel rotbraun gefleckt oder komplett verfärbt).



    LG, Pablo.

    Hallo, Carina!


    Schwierig, weil der Fruchtkörper auch schon stark verwittert ist. Oligoporus lacteus (Milchweißer Saftporling) ist ohnehin nicht leicht zu bestimmen, auch mit frischen fruchtkörpern in der Hand. Tyromyces chioneus (deutschen Namen müsste ich googeln) sieht zB quasi identisch aus - riecht wohl etwas anders, wäre aber wirklcih sicher nur mikroskopisch zu unterscheiden.



    LG; Pablo.

    Hi.


    Ist es auch. :thumbup:

    Möglichst viel Input kann ja nicht schaden, denn oft sind Pilze auch noch komplizierter, und je mehr Ideen man zum vergleichen bekommt, desto besser.

    Und im Verein war gestern auch recht viel Verwaltungskrempel - aber das war auch definitiv eine Ausnahme. Normalerweise stehen da PIlze shcon klar und noch mehr im Vordergrund.



    LG, Pablo.

    Hallo, Stefan!


    Ja, tut er. Wobei bei meinen Funden meisten schon auch ein paar Pappelblätter eingestreut waren. Aber Fruchtkörper fand ich schon ansitzend an allerhand anderem Detritus, auch zB kleinen Ahorzweiglein, Eschenblattstielen, Bucheckern, Eicheln... Und natürlich diversen anderen Laubblättern.



    LG; Pablo.

    Servus!


    Auch für diese beiden Serien ein Dankeschön. :thumbup:

    Pilze gucken macht einfach Spaß, vor allem, wenn man solche Bilder dabei betrachten darf. da spielt's auch keine Rolle mehr, ob das nun Pilze sind, mit denen ich mich auch sonst beschäftige, oder nicht. :gzwinkern:



    LG; Pablo.

    MoinMoin!


    Aber Coriolopsis gallica wächst doch bei weitem nicht nur in Auwäldern - auch in ganz normalen, teils auch recht trockenen Rotbuchenwäldern ist die zu finden.


    Dennoch: Ich fürchte auch, der Fund hier ist in keinem sinnvoll bestimmbaren Zustand mehr. Müsste man mal schauen, wie das Dingens in frisch aussieht.



    LG; Pablo.

    Hallo, Thorben!


    Tja, mit den Subikulumhyphen (Bild 6), dazu diese großen, etwas dickwandigen Sporen und ohne Schnallen im ganzen Fruchtkörper - da sollte nichts Anderes bei rauskommen. Basidien bis 100µm lang sind sicher ungewöhnlich - wobei mir die Art noch nicht begegnet ist. In FE12 sind Basidiengrößen von 30-50 x 8-12 µm angegeben, aber solche Messwerte darf man nie allzu genau nehmen.
    Die "Zystiden" dürften allerdings eher Basidiolen sein oder Zystidiolen, sowas kommt bei diversen (generell zystidenlossen) Rindenpilzen vor.
    Also da ich - auch ohne die Art selbst mal untersucht zu haben - recht sicher bin, daß es Erythricium laetum ist: Glückwunsch zu dem schönen Fund. :thumbup:

    ich lasse es mal vorübergehend hier noch stehen, falls noch jemand mit Einwänden kommt, die oder der die Art auch aus eigenen Untersuchungen kennt - ansonsten schiebe ich das die Tage auch zu den Portraits.



    LG, Pablo.