Beiträge von Beorn

    MoinMoin!


    Liebe Grüße von Frank Dämmrich, der sich diesen Fund nun auch angeschaut hat, und dabei vereinzelt Schnallen feststellen konnte.

    Er schlägt demnach vor, den Pilz als Byssocorticium cf atrovirens einuzordnen, wobei aber auch möglich ist, daß man Byssocorticium atrovirens und Byssocorticium efibulatum eventuell synonymisieren müsste, da "vereinzelte schnallen" gegenüber "keine schnallen" kein wirklich befriedigendes Trennmerkmal darstellt...


    Mit Franks Erlaubnis hier seine Antwort zu diesem Pilz

    Zitat

    Byssocorticium cf. efibulatum – das Problem der wenigen bzw. fehlenden Schnallen bei Byssocorticium-Arten verfolgt mich schon länger. Nach intensiver Suche in deiner Probe habe ich an einer jungen Basidie im ersten Präparat eine Schnalle gefunden. In weiteren Präparaten ebenfalls nochmal zwei.

    Das Problem hatte ich schon mal mit Elia Martini diskutiert. Wir sind der gleichen Meinung, dass diese unsicheren Schnallenverhältnisse allein keine eindeutige Abgrenzung innerhalb der Arten dieser Gattung zulassen. B. atrovirens und B. efibulatum (Sporen Ø 3.7-4.5 x 3.5-4.2 µm) sind höchstwahrscheinlich synonym. Einigermaßen trennbar von dieser „kleinsporigen“ Sippe ist B. caeruleum (Sporen Ø 4.3-5.2 x 4.3-5 µm, immer ohne Schnallen?) und B. pulchrum (Sporen Ø 5.7-6.1 x 5.3-5.7 µm, mit vereinzelten Schnallen an den Basidien). Die Sporenmaße basieren auf untersuchten Exsikkaten.

    Leider gibt es keine neueren genetischen Vergleiche dieser Arten. Bei KOTIRANTA et al (2011) fehlt B. atrovirens im Bäumchen und B. caeruleum und B.efibulatum werden gleichgesetzt, aber im Text getrennt!?

    Deinen Fund würde ich also unter Byssocorticium cf. atrovirens (die häufigste Art der Gattung) ablegen.


    LG, Pablo.

    Servus!


    Oder, als optionale Idee, weil vielleicht etwas besser zum Standort und den helleren Farben passend: Lactarius decipiens (Scharfer Schwefelmilchling) - die Milch wird da erst nach einiger Zeit (2-3 Minuten) isoliert vom Fleisch (zB auf weißem Taschentuch) gelblich.



    LG; Pablo.

    Hallo, Beli!


    Noch ein spontaner Gedanke zu den kleinen Lamellenpilzchen, die du auch auf den letzten Bildern gezeigt hast:
    Vielleicht könnte das in Richtung Flammulaster gehen? Da gibt es neben Flammulaster carpophilus (den ich mit etwas kräftigerem Velum kenne) auch noch eine oder zwei weitere Arten in der Gruppe mit ähnlichem Habitus aber weniger Velum, glaube ich.



    LG; Pablo.

    Hallo, Stefan!


    Genau der Erklärstoff, den man im grunde ganz oft und immer wieder braucht. Gut geschrieben, toll erklärt, aufs Wesentliche konzentriert und quasi fehlerfrei (sowohl in Sachen Typos als auch fachlich - soweit ich das überhaupt beurteilen kann).

    Ich kleb' das mal oben dran, denn den Link kann man immer mal wieder gebrauchen.



    LG; Pablo.

    Salut!


    Der >Flocki (Neoboletus erythropus)< ist schon ein ganz schönes Chamäleon. g:-)

    Vermutlich steckt da auch mehr als eine Art drin (und damit meine ich jetzt nicht so klar abgrenzbare Arten wie den Gelben, Neoboletus pseudosulphureus, oder die ganzen weichfleischigen Suillellus - Hexen). Aber Lebenwesen lassen sich auch nicht immer in eine klar definierte Schublade pressen.

    Der umgedrehte Fruchtkörper oben hat noch eine Bildungsabweichung am Übergang vom Hut zum Stiel, wass die Sache auch nicht einfacher macht.



    LG; Pablo.

    Ahoi!


    Also im Index zu Schlüsseln im BMG - Forum find ich nix. Wenn Christoph Hahn dazu in einem Forum was eingebaut hätte, dann als erstes dort, denke ich.

    Ob das alles überhaupt schon in trockenen Tüchern ist, kann ich gar nicht sagen, fürchte ich. Diese Gattung habe ich nicht im Auge. Beim Formenkreis um Paxillus involutus (Kahler Krempling) ist der Kenntnisstand noch nicht wirklich solide, glaube ich - den bestimme ich derzeit auch nur als "Aggregat". Und beim "Erlenkrempling" mache ich das ebenso. Wobei es schon mal gut zu wissen ist, daß eine der Arten bisher in Mitteleuropa nicht nachgewiesen ist... Wobei das ja auch heißen kann, daß zwar der nachweis fehlt, nicht aber die Art. :gzwinkern:



    LG, Pablo.

    Hallo, Kersten!


    Es spielt auch insofern eine Rolle, weil es für die Durchfeuchtung wichtig ist: Kleine Einschnitte in Nordhängen halten besser die Feuchtigkeit, als sonnenexponierte Südhanglagen. Nur noch so als kleine ergänzung zu Stefan.
    Die Region um Lörrach hat gegenüber der Pfalz (Pfälzer Wald, nehme ich an?) noch eine weitere Besonderheit: Da gibt es stellenweise recht große Bereiche, in denen Kalkböden vorherrschen. Wälder auf Kalkböden funktionieren allerdings ganz anders, als Wälder auf +/- sauren Ausgangsgesteinen (im Pfälzer Wald oft saurer Buntsandstein, stellenweise wohl auch Granite etc., wenig richtige Kalkböden). Das Artenspektrum in diesen Kalkwäldern ist oft auch ein ganz anderes als in sauren Wäldern.

    Möglicherweise kann das auch irritierend gewirkt haben bei bisherigen Exkursionen.

    Es gibt hier im Forum übrigens auch einige Leute aus der Region Lörrach, vielleicht bietet sich da sogar Gelegenheit für einen Austausch.



    LG, Pablo.

    Moin Peter!


    Ach, da schau her.

    Klar, du hast das völlig richtig verstanden, daß ich das völlig falsch verstanden hatte. :thumbup:

    Den Fundzeitpunkt hatte ich überlesen.


    So am Rande: Meine frühesten Funde von Boletus edulis waren in mehreren Jahre so anfang Juni / erste Junidekade - wobei ich da jetzt nicht Buch führe oder so. Ebenso übrigens bei Boletus pinophilus (Rothütiger Steinpilz). Vom Bronzeröhrling (Boletus aereus) kenne ich zu wenig Fundorte, und Boletus aestivalis (Sommersteinpilz) die ersten meistens so mitte / ende Mai (die spätesten von B. aestivalis übrigens ende November).
    Theoretisch sind aber Funde von Boletus edulis wie bei vielen Röhrlingen auch im Mai schon möglich.



    Lg; Pablo.

    Hallo, Matthias!


    Diese Gruppe der "Erlenkremplinge" umfasst wohl derzeit mehrere Arten - ich persönlich habe aber keine Ahnung, wie man die nun voneinander abgrenzen könnte. Die müssen auch nicht (alle?) immer bei Erlen wachsen, andere Mykorrhizapartner gehen wohl auch. Mit dem Habitus und der grobschuppigen "geflammten" Hutoberfläche sollte dein Fund aber schon eine Art aus dieser Gruppe sein. :thumbup:



    LG, Pablo.

    Salve!


    Die Erscheinungszeit spielt eher keine Rolle. Diese Schüpplinge bilden zwar meistens so ab Spätsommer Fruchtkörper, sind aber theoretisch das ganze Jahr über dazu in der Lage. Wenn das Substrat Rotbuche war, dann trifft Belis Vorschlag mit hoher Wahrscheinlichkeit zu, obwohl mir auch schon Pholiota limonella (sieht makroskopisch quasi identisch aus) an Rotbuche begegnet ist.

    Die sind beide im grunde genommen "Goldfellschüpplinge", das passt also schon auch so.



    LG, Pablo.

    Hallo, Beli!


    Der Maiporling (Polyporus ciliatus = Lentinus substrictus = Polyporus lepideus) stimmt so. :thumbup:

    Da dürfte wohl irgendwie Holz im Boden vergraben sein.

    Die beiden Lamellenpilzchen kenne ich nicht, fürchte ich.



    LG;Pablo.

    Hallo, Sternbj!


    Oh ja, >Fichtensteinpilze< bilden sehr unterschiedlich aussehende Fruchtkörper. Und sie verändern sich schon auch stark mit dem Alterungsprozess.

    Schön zu sehen, daß eben auch die Art schon so früh auftauchen kann, und es um diese Jahreszeit eben nicht immer ein Sommersteinpilz sein muss.



    LG, Pablo.

    Morgen!


    Wichtig ist das auch nicht, mit dem Corti.

    So ist es eben ein schöner Teppich für die Arcyria.

    Wenn ihr solche Pilze irgednwann mal in die Augen fasst, dann werdet ihr automatisch allerhand spannendes Zeugs finden, also keine Sorge.



    LG, Pablo.

    MoinMoin!


    Wenn man das in Zukunft noch mal forcieren würde, könnte man das bei den Portraits auch deutlich einfacher machen: Gültiger Name + gängige Synonyme; dazu eine Fundbeschreibung. Also kurz die morphologischen Details, die man auf Bild nicht erkennen kann + mikroskopische Eckdaten = fertig.

    Bei häufigen Arten ist das schön wenn's ausfürhlicher wird und auch mit Verwechslungsoptionen, aber nicht zwingend erforderlich, denke ich.

    Also im grunde genommen habt ihr bei vielen Funddokumentationen schon alles drin, was man braucht.



    LG, Pablo.

    Servus!


    Über den Begleiter der Arcyria hatte ich sogar schongerätselt, als das Bild im Wettbewerb kam.
    Das könnte durchaus auch ein Heterobasidiomycet sein, wirkt so weich und fast hyalin auf den Bildern, und erinnert ein wenig an Stypella dubia (oder in welcher Gattung die auch immer gerade geführt sein mag):



    LG, Pablo.

    Hallo, Walter!


    Im Prinzip braucht es nicht viele Worte.



    Ich sag einfach mal "Danke" und hoffe auch in diesem Jahr wieder Grund zu haben für ein Dankeschön an dich.



    LG, Pablo.

    Tach!


    Danke für's Herzeigen von diesem schicken Chicken!

    Nun verstehe ich auch deine erste (und richtige) Einschätzung im anderen Thema viel besser.
    Gilt eben auch für solche häufigen Pilze: Man muss die immer mal wieder anders sehen. :thumbup:



    LG, Pablo.

    Hallo, Stefan!


    Beorn was für ein Pilz ist das?

    Hygrophorus chrysodon, Goldzahnschneckling.
    Gerne bei Rotbuchen und / oder Eichen auf basischen Böden, wächst hier in meiner Gegend gerne dort für sich hin, wo's auch bunte Phlegmacien und Boleten gibt. Kann gut sein, daß wir den Ende Oktober im Altmühltal zu sehen bekommen.



    LG; Pablo.

    Salve!


    Deinen Fund würde ich schon auch für Lentinus arcularius halten, Beli. :thumbup:
    Schreibt Frank ja auch, daß die oft eher klein sind, die fruchtkörper, und eben gerade wenn sie älter werden auch gerne mal ganz schön hell.

    An verkohltem Holz (und wohl auch unverkohlt, wenn Hasel?) wäre da noch Polyporus (jetzt auch Lentinus?) corylinus, der müsste aber weniger stark bewimperte Hutränder haben (egal in welchem Entwicklungsstadium), noch heller in der Färrbung sein und zwar ebenfalls deutlich heterodiametrische, aber kleinere Poren - wobei ich den noch nicht in der Hand hatte. Die anderen Arten mit dem Aussehen (auch P. meridionalis, wenn ich das jetzt richtig erinnere) wären eher Bewohner von offenen Flächen an Graswurzeln zB, aber nicht direkt an Hlz wachsend.



    LG; Pablo.

    Servus!


    Das sind aber doch wunderbare Aufnahmen. Ich wünschte, ich könnte Wildtiere so fotografieren...
    Aber ich halte mich lieber an Pilze, die zappeln nicht so rum.
    Danke für den famosen Blick auf den Fuchsbau!



    LG; Pablo.

    Hallo, Frank!


    Dann dürfte das also tatsächlich ein selten gefundener Pilz sein...
    Gut zu wissen, daß diese kleinen, echten Lamprozystiden auch dazu gehören - denn zu denen finde ich wenig verwertbare Infos - auch wenn in den Beschreibungen sowohl in CoNE als auch Fe12 sowas erwähnt wird, in den jeweiligen Zeichnungen finde ich das in der Form nicht wieder. Die recht spezielle Form der Pseudozystiden ja, aber die kleineren Lamprozystiden sind zumindest bildlich nicht dort festgehalten.



    LG; Pablo.

    Salve!


    Es ist ja derzeit kaum übeschaubar, was man wann wo nun eigentlich machen kann, aber ich hoffe mal, für eine kleine Feier geht's. :thumbup:

    Lass es dir gut gehen, bleib fit und zufriedenstellend erfolgreich bei geplanten Projekten und Unternehmungen.


    Immerhin ein Bild von gutem Wetter habe ich schon mal gefunden:



    LG, Pablo.

    Hallo, Maria!


    Noi, ich bin schon von deiner Eingrenzung in Sachen "richtige Lamellenpilze" ausgegangen. Die letzten waren irgendwann ende Februar oder anfang März etliche violette Rötelritterlinge und ein Erdritterling (Trich.terr.). Danach: Nix mehr, eben abgesehen von Holzbewohnern wie Seitlingen und Tigger.

    Die Grundwasserstände sind aber hier auch ein Problem, wenn auch sicher nicht so ein großes wie bei euch. Durch Rhein und Neckar ist schon immer eine gewisse Grundversorgung da, aber in den Wäldern drum rum gibt es eben auch Grundwasserreservoirs, die normalerweise deutlich über dem Grundwasser in tieferen Schichten liegen. Bei denen müsste ich aber eigentlich schreiben: Es gab sie, bis vor 4/5 Jahren. Jetzt sind sie weg, weil es immer wieder zu lange Trockenphasen gibt und durch die wiederholten extremen Dürrekatastrophen vor allem 2015, 2018 und 2019 diese Reservoirs sich nie wieder regenerieren konnten. Dazu waren die zwischenzeitlichen Niederschlagsphasen einfach zu kurz in der Dauer und nie nachhaltig.



    LG; Pablo.