Beiträge von naturgucker

    So, nach einem vollen (Arbeits-)Tag heute abend noch etwas Bestimmungsarbeit gemacht.

    Den hier hatte ich versprochen noch herauszufinden:

    Mycena purpureofusca (Lilaschneidiger Helmling), gefunden am 30.09.2018 bei der Exkursion im Obernkirchener Steinbruch auf liegendem Nadelholz. Die genauere Untersuchung erbrachte lilaschneidige Lamellen und unter dem Mikroskop an der Lamellenschneide ein steriles Band rundlicher, urtriformer bis subzylindirscher Cheilozystiden.

    Sollte also passen. Liebe Grüße!

    Bevor die ganzen Pilze hier reinsporen, von mir erstmal ein Foto der hübschen Raupe, die wir am Samstag am Thüster Berg gesehen haben: die Raupe der Grasglucke (Euthrix potatoria), einem Nachtschmetterling...



    Falls sich jemand fragt, warum ich mich hier "naturgucker" nenne: mich interessieren nicht nur Pilze (incl Flechten), sondern die Natur insgesamt, insbesondere auch Schmetterlinge/Nachtfalter, Vögel usw.

    Es hängt im Reich der Natur auf die eine oder andere Weise alles zusammen. Das macht die Artenvielfalt aus und die unterschiedlichen Strategien des Lebens....


    Liebe Grüße wieder aus Lübeck

    Chris

    Super Tipp, Norbert.

    Habe nochmal ein wenig mikroskopiert.

    Nach Vergleich mit LUDWIG scheint so ziemlich alles zu passen: makroskopisch die Abbildungen im Ludwig, der Ring, der Stiel, die Lamellen, mikroskopisch die Sporengröße, die 2-sporigen Basidien und die polymorphen, häufig kopfigen Zystiden. Der Wuchsort zwischen Moosen oder Pflanzenresten könnte auch passen.

    Werde noch etwas dranbleiben, aber so schaut das schonmal gut aus, danke!

    Chris

    Die Idee ist erstmal nachvollziehbar. Aber: Galerina paludosa soll an Sphagnum wachsen - diese hier wuchs aber an Ton (Sphagnum habe ich im Gebiet, wo die Pilze wuchsen, keines gesehen) und hzat größere Sporen (paludosa wird mit 9-12 µ angegeben, hier habe ich 12-14 µ gemessen).

    Insofern bin ich noch nicht so recht zufrieden...

    Hier zeige ich mal einen an Galerina erinnernden Pilz mit braunem Sporenpulver (12-14 x 7 µ), gefunden heute massenhaft (!!) in einem Norddeutschen Moor auf Ton-Boden.

    Sehr markant finde ich das Velum sowie die intensive Lamellenfarbe.

    Wer hat eine Idee, welcher Pilz das sein bzw. in welcher Gattung ich ihn finden könnte?

    Danke!


    Bilder

    • Galerina cf 180908 Breesener Moor (06)_tn.jpg
    • Galerina cf 180908 Breesener Moor (09)_tn.jpg

    Liebe Dungpilzfreunde,

    diese Pyrenos wachsen auf Hasen-Köteln, die ich vor 4 Wochen im Breesener Moor / MV aufgesammelt hatte.

    Fruchtkörper halbeingesenkt, rundlich, oben mit "Flaschenhals".

    Sporen einzellig, uniseriat zu 8 im Ascus, der oben abgeflacht. KOH negativ.

    Sporen dunkelbraun bis fast schwarz, ein paar hellere (unreif?) mit feiner Granulierung, Maße 28-35 x 18-22 µ.

    Von den Mikromerkmalen her komme ich zu Sordaria macrospora. Da ich diese Art aber noch nie hatte, frage ich hier lieber mal nach.

    Danke!

    Und Grüße von Chris

    Bilder

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    • det Ascus IKI-_tn.jpg
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    Hallo Pablo,


    dann sollten wir das s.l. bei "Agaricus campestris s.l." vielleicht als "Agaricus campestris sensu Ludwig" interpretieren... ;-)


    Danke für deine Anmerkungen und ein schönes Wochenende


    Chris

    Hallo und guten Morgen und vielen Dank für's Angucken dieses Pilzchens.


    Nach nochmaligem Abgleich mit den Zeichnungen und v.a. der Beschreibung im LUDWIG komme ich nun doch zu campestris. Farbe und Seidigkeit des Hutes, v.a. aber der die Lamellen deutlich überragende behangene Rand, der zylindrische, an der Basis nicht knollige Stiel, der schwach ausgeprägte bis (wie hier) im Alter völlig verschwindende Ring, das weitestgehende Fehlen von Gilben oder Verfärben bei Druck oder Schnitt, die 4sporigen Basidien, Sporenform und –größe sowie die auf die Stielbasis beschränkte Verfärbung mit KOH paßt alles zu campestris, der ausnahmsweise auch in lichten Wäldern auftreten kann (wie hier, Waldrand und Wiese nicht weit). Nach LUDWIG „besonders nach längeren Hitzeperioden auftretend, wenn danach reichlich Regen fällt.“ Ersteres stimmt, auf den Regen warten wir noch immer; aber die Trockenheit mag z.B. für den fehlenden Geruch verantwortlich sein.


    Besten Gruß Chris

    Hallo.


    Heute im immer noch sehr trockenen Laubmischwald bei mir in Lübeck.

    Kleine Gruppe von 3 Champignons.


    Hut 8 cm Durchmesser, ohne Schuppen, zum Zentrum hin mit einigen schwachen bräunlichen Flecken, Hutrand wellig überstehend.

    Fleischfest, auf Druck oder im Anschnitt nicht gilbend, kein Geruch wahrnehmbar.

    Stiel 50 x 16 mm, nicht knollig verdickt.

    Kein Ring, aber einige Zonen am Stiel, die die reste eines häutigen Ringes sein könnten.

    Sporen dunkel, um 7-10 x 5 µ.


    Vielleicht hat die Trockenheit hier zu fehlendem Geruch oder sonstigen Abnormitäten geführt. Man könnte ja an ganz normale campestris oder bisporus denken, aber ohne Ring....



    Wer kennt diesen Pilz?


    Danke und viele Grüße Chris




    Der Heiland sieht so frisch aus... vielleicht war erst der Pilz da und dann hat jemand die kleine Figur darunter genagelt?


    Ansonsten hätte mich das Thema "Alpenraum" schon auch interessiert, weil ich im September in die Alpen fahre.


    Beste Grüße von der Ostseeküste Chris

    Danke für eure netten Kommentare, liebe Leute. Schön, wenn es euch gefallen hat. Einige dieser Pilze habe ich mit meinen Pilzfreunden Christian und Torsten zusammen gesucht und gefunden - gerade in den trockenen Monaten haben wir immer wieder bewußt Stellen aufgesucht, wo uns noch was "zu holen" schien. Bryoscyphus atromarginatus zB war ein Pilz, den zuerst Christian gefunden hat - beim späteren "Nachsetzen" hatten wir ihn dann nochmal an einer anderen, ähnlichen Stelle. Das Gute an diesen dürren Monaten war zumindest, daß man sich die wenigen Pilze, die es gab, um so genauer anschauen und eben auch mal so dokumentieren konnte, wie ich das hier gemacht habe. Wenn nachher wieder Dutzende Arten bei einer einzigen Exkursion rausspringen, kann man das so nicht mehr schaffen...

    In diesem Sinne: "Es gibt keine Pilze" gibt's nicht!

    Chris


    PS Freue mich übrigens aufs Nordtreffen!

    Hallöle,


    also von einer richtigen "Exkursion" kan ich nicht berichten. Aber nach der monatelangen Trockenheit, wo ich mich hauptsächlich mit kleineren Arten (z.B. Ascomzeten im Röhricht u.ä.) befaßt habe, war meine Freude groß, vorgestern in meinem "Hauswald" (Lübecker Stadtwald) nur 200 m von meiner Haustür zwei richtig große Pilze zu finden, die ich euch hier zeigen möchte. Als erstes leuchtete mir ein wunderschöner Fistulina hepatica entgegen, dann sah ich direkt neben dem Stubben, an dem er wächst, noch zwei kleine Grüppchen eines Hutpilzes (die sonst nicht so mein spezielles Interessensgebiet sind).


    Ich zeige hier mal ein paar Bilder... falls es denn jemanden freuen sollte... ;-)


    Herzliche Grüße von der Ostseeküste

    Chris



    Danke an alle für diese rege Diskussion. Ich hatte die Art schonmal gesehen, aber irgendwie gar nicht auf dem Schirm..... paßt alles, danke und schönes Wochenende!



    Mycena speirea (Bogenblättriger Helmling) - das sieht mir sehr gut aus!

    Werde es später am Abend nochmal mikmroskopisch nachprüfen.

    DANKE allen, die sich meine Pilzlein angeschaut haben!

    Gruß Chris

    Fast überflüssig zu sagen, aber ich muß es doch mal loswerden:
    Die Fotos und Doku vom kleinzeugbegeisterten Matthias sind GIGANTISCH und für mich immer wieder begeisternd... hier steckt sicher eine satte Kombi aus High-end-Optik und -Technik, Software, Geduld und Erfahrung dahinter.
    Für mich insgesamt ein Grund, genauer hinzuschauen - solche 0,2 mm-Pilzchen findet man ja nicht mal so eben draußen auf dem Freien Feld, sondern erst zu Hause unterm Bino...
    DANKE fürs Sichtbarmachen dieser kleinen großen Wunder!
    Und Gruß von Chris


    Da bei Ryvarden und Melo die Zeichnung verwechselt wurde (die Mikrozeichnung bei Sch. paradoxa zeigt Sch. radula!!), wird das wohl immer mal zu Irritationen bei der Bestimmung von Schizopora -Arten führen.


    OK, danke Frank. Das erklärt es, und dann bin ich's nun zufrieden. ;-)
    Lieben Gruß und ein gutes Pilzjahr wünscht der Chris

    Vielen Dank, Frank und Pablo.
    Habe mir daraufhin meinen Pilz nochmal angeschaut.
    Ja, Hyphensystem dimitisch (war mir nicht auf Anhieb ersichtlich), habe auch Schnallen an den Septen und Kristalle an den Hyphenenden gefunden. Nicht gefunden habe ich die bei Ryvarden und Melo gezeichneten kopfigen Hyphenenden bzw Zystiden, aber das lasse ich jetzt gut sein.
    Ich fand es einen super Pilz, der mich sehr erfreut hat. Vor allem daß praktisch der ganze Stamm unterseits davon verziert war.
    Also denn, liebe Grüße
    Chris