Beiträge von Thorwulf

    N'abend miteinander.


    Ich hab hier weniger gute Nachrichten. Komme gerade aus den Auenwiesenwaldabschnitt und konnte dieses Kerlchen dort an der Fundstelle von gestern nicht mehr finden. Und die Fundstelle hab ich mir nicht nur elektronisch-digital markiert, sondern auch noch ganz Old school anhand diverser Geländemerkmale und Schrittlängen gemerkt. Bin dann den betreffenden Teilabschnitt bestimmt zwei Stunden lang durchgeschritten und kenne jetzt jeden Grashalm, jedes Klettenlabkraut, jede Brennnessel persönlich aber von dem Gesellen KEINERLEI Spur!


    Gibt's denn so etwas? Ich fand sogar den zweiten Psathyrella-Gesellen von gestern, und der war auch nicht weit weg von dem Houdini-Pilz, der sich jetzt irgendwie weggezaubert hat.


    Hätte ich den doch gestern gleich noch mitgenommen, aber mit den Bolbitiaceae-Arten hab ich es bisher nicht so, dachte ich mir, ich peile erst einmal allgemein die Lage und kann ja ggf. nochmals genauer bzw. tiefer einsteigen.... Pustekuchen - nu isser wech…. Oder hat den Stealth-Modus angeknipst.


    Oder war's letztlich möglicherweise Conocybe albipes?? Dann würde es sich ja erklären - das urplötzliche "Abtauchen" an einer Stelle, wo sonst niemand großartig unterwegs ist.


    Wir werden es leider niemals herausfinden. Auf dem Rückweg bin ich schnell quer über die Auenwiese in den Eichenwaldstreifen gesprungen und inmitten von Buschwindröschen, Scharbockskraut, Gundermann, Ahornsetzlingen etc. traf ich auf ein paar Psathyrella-Kerlchen (Foto anbei) .... da hab ich aber meine Beine in die Hand genommen. g:D


    Schönes Wochenende miteinander!

    Hallo Raphael,


    ich hab da noch ein bissl Literatur-Recherche betrieben und fand u.a. die nachstehende recht aktuelle Fachausarbeitung ...... und hab sie ganz flugs eilig erstmal wieder weit, weit weggelegt.... :D


    Aber irgendwie ist diese Gruppe/Subsektion schon eine sehr spannende Angelegenheit.... Ich wär bzw. bin aber schon zufrieden, wenn mein Fund sich hier dann letztlich zu Spadiceogriseae Agg. zuordnen ließe. Die exakte Bestimmung dort auf Artebene traue ich mir nicht zu.


    Sonnige Grüße in die Schweiz!

    Hallo miteinander.


    Bei meinem Kurztrip gestern in den Auenwiesenwaldabschnitt fand ich inmitten von Klettenlabkraut noch ein kleines Kerlchen, einzeln und nicht weit entfernt von dem Psathyrella-Pärchen.


    So vom Habitus und allem, auch dem Fundort, würde ich es ja zur Gattung Conocybe stellen. Der Hut ist milchweiss bis blass gelblich, etwas schmierig, der Stiel ist weisslich, zylindrisch, zum Hut hin leicht schmaler werdend, sonst glatt, kahl u. elastisch.


    Lamellen waren hellbräunlich/ockerfarben. Kein Geruch bemerkbar. FK war nur ca. 3,5 cm groß.


    Diese Auenwiese wird übrigens in Abschnitten hin und wieder beweidet und da findet sich an verschiedenen Stellen Kuhmist.


    Mit Conocybe kann ich hier möglicherweise auch auf der falschen Spur unterwegs sein. Panaeolus u. selbst auch Agrocybe (aus der Strophariaceae-Fam.) will ich hier noch nicht ausschließen. Oder wie sehen dies die Experten von Euch, die mit Bolbitiaceae-Exempl. schon viel mehr Erfahrung gemacht haben?


    Jedenfalls werde ich die Fundstelle nochmals aufsuchen und mir das Exemplar holen und noch näher anschauen. Aber vielleicht hat ja schon jemand hier einen kleinen Hinweis für mich.


    Danke schon vorab + viele Grüße in die Runde!




    N'abend miteinander.


    Ich hab heute am späten Nachmittag einen Kurzabstecher in ein Auenwiesenwaldabschnitt gemacht und fand am dortigen Bächlein an der Baumreihe (Erle, Walsnuss etc.) am humusreichen Boden (viel Holz- u. Pflanzenreste), zwischen Buschwindröschen, Brennnesseln, Scharbockskraut usw. diese zwei Exemplare (siehe nachfolgende Fotos).


    Das größere Kerlchen hatte folgende Merkmale:


    Stiel: faserig und brüchig sowie hohl, ist gleich beim Aufsammeln weggeknickt

    Stiel ist ca. 3 mm dick, kein Ring

    Geruch: gummiartig

    FK ca. 8 cm groß

    Hutdurchmesser 3,5 cm

    Hutrand gerieft und Hutoberseite ausgeblaßt


    Kurzzeitig war ich hier mal kurz beim Heudüngerling/Heuschnittpilz (Panaeolina foenisecii, Syn. Panaeolus foenisecii), aber die Lamellen passen mir dafür nicht.


    Ich werde noch einen Sporenabwurf machen.


    Für Input u. (Korrektur-)Hinweise bin ich dankbar.


    Kommt man ohne Mikro hier überhaupt zu einer einigermaßen stabilen Klärung bzw. Bestimmung? Psathyrella bleiben mir noch immer ein Riesen-Rätsel, sind aber daher umso spannender und herausfordernder.


    Danke schon vorab + Schönen Abend.








    Ich fand bei mir im Waldrevier letzten Oktober ein ähnliches Kerlchen, auch auf einer Baumstubbe angesiedelt, nur dieses Exemplar war leider nicht mehr sehr frisch.


    Ich wollte da noch mit dem großen Werkzeug ran und ihn Sequenzieren lassen und nach Bestimmung gleich auch noch kartieren lassen. Aber bisher konnte ich hier erstmal nur das Totholz (Baumstubbe) bestimmen. Aber immerhin.


    Ja, der Ziegelrote kann dies scheinbar auch, aber i.d.R. dann hierbei schon sehr nahe an Stubben und/od. Stämmen; der Grünblättrige begegnet mir da oft auch dem ersten Schein nach so ohne Weiteres aus dem Boden wachsend und wenn man dann genauer hinschaut, findet man Totholz im Boden, wo er angesiedelt hat.


    Beste Grüße!

    Hallo Oskar,


    der Ziegelrote ist als Schwächeparasit und Saprobiont an oder neben Baumstubben und liegenden Stämmen, zumeist Laubbäume, zu finden, der Grünblättrige Schwefelkopf wächst auch schon mal so scheinbar aus dem Boden heraus, wie Du es hier schilderst, weil er auch an vergrabenen Totholz siedelt.


    Ich denke auch, dass Du da den Grünblättrigen vor Dir hattest.


    Viele Grüße.

    Hallo Kücki,


    auf der ersten Aufnahme würde ich auch glattweg Saponine vermuten bzw. drauf wetten, beim zweiten Bild bin ich mir da aber nicht so recht im Klaren bzw. könnte schon noch ein Pilz mit im Spiel sein.


    Es ist ja auch so, dass für dieses Phänomen die ganzen Rahmenparameter passen bzw. zusammen kommen müssen. Saponine fand ich bisher immer nur bei Regen an Bäumen mit rauer Borke/Rinde wie eben Quercus und einer Verletzung an der Rinde unweit vom Schleimfluss und eigentlich war dieser Schleimfluss (Saponine) mehr zum Stammfuß hin zu finden. Dies hatte mich hier am Sonntag auch kurz stutzig gemacht, dass der Austritt auf Augenhöhe war.


    Saponine schmeckt übrigens sehr bitter, aber einen vorsichtigen Geschmackstest würde ich nur riskieren, wenn ich mir sicher bin, dass es auch Saponine und nicht irgendein unklarer Pilz ist.


    Saponine hab ich bisher jetzt nur an lebenden Eichenbäumen gesehen, aber Douglasie hab ich auch nicht allzu viel in meinem näheren Umkreis. An frisch abgesägten Bäumen kann dieses Zeugs aus der Borke sicherlich auch noch hervorkommen.


    LG

    Oh ja, dies hilft mir hier enorm weiter u. ich bin da vermutlich auf Lachnella alboviolascens gestoßen, wie mir scheint.


    Hätte ich nicht gedacht. Diese Art ist in meiner Gegend bisher selten gefunden worden, aber wahrscheinlich schauen auch die wenigsten nach ihr.


    Interessant sind diese Winzlinge schon, sowohl vom Optischen her und dass sie bei Feuchte/Nässe "aufblühen" bzw. bei Trockenheit sich zu einem Bällchen verkringeln, ist auch bemerkenswert.


    Danke nochmals für das Feedback + LG

    N’abend zusammen,


    zuerst dachte ich, ich hätte einen Eichen-Blob (Schleimi auf Quercus) vorgefunden, weil ich diesen Schleimfluss sozusagen auf Augenhöhe an der Eichenborke vorfand. Aber ein bissl genaueres Hinschauen bestätigte dann meine zweite Vermutung: es ist Saponine.


    Bei Regen kann man an Bäumen, insbesondere an Bäumen mit recht rauer Borke wie z.B. Quercus, sehr häufig weißen Schaum bzw. Schleimfluss beobachten, meistens am Stammfuß. Dieses Phänomen wird durch Saponine verursacht. Sie sind ganz normale Produkte des Stoffwechsels von Pflanzen. In Verbindung mit Wasser bilden sie Schaum - was schon am Namen zu erkennen ist. Er leitet sich vom Lateinischen Sapo ab, was Seife heißt.


    Saponine schützen den Baum vor Schädlingen. Da die Rinde häufig die Eintrittspforte für Schädlinge und Krankheitserreger sowie auch Pilze ist, befinden sich dort besonders viele Saponine. Bei starkem Regen werden sie ausgewaschen und beginnen zu schäumen.


    Gleich neben diesem Schleimfluss war die Borke auch ein Stück weit aufgerissen. Dies passt somit gut zusammen.


    Ist bestimmt für die Schleimi-Kollegen interessant, daher stell ich dies mal hier mit ein.


    Schönen Sonntagabend!




    Ich hab bei mir auch schon vielversprechende Terrains nach Gyromitra esculenta durchsucht, Timm, bisher leider auch ohne Erfolg. Dafür finde ich dann aber einige andere interessante Pilze wie z.B. möglicherweise Lachnella alboviolascens, was mich ein wenig tröstet.