Beiträge von Pedro

    Ansonsten: bei deinem Pilz auf Ahorn könnte es sich um Cristulariella depraedans handeln, den ich allerdings bisher nur auf A. platanoides und vor allem A. pseudoplatanus gefunden habe...


    l.g.

    Stefan

    Ja, gut, muss wohl unbestimmt bleiben; leider waren da nirgends Konidienträger auf der Blattunterseite. Aber wenn ich wieder im Gelände bin, schaue ich noch mal nach.

    Liebe Phytoparasitenfreunde,


    bei einer Exkursion von letzter Woche konnte ich einen Fund, den ich heute mikroskopiert habe, partout nicht zuordnen. Zumindest bladmineerders.nl kennt hier keinen Pilz, zu dem die beobachteten Konidien passen. Aber zuerst einmal die makroskopische Beschreibung. Im Feld fielen mir auf Acer campestre folgende Blattflecken auf:


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    Unter dem Binokular konnte ich bis auf schwarze Verkrustungen, die ich mit bloßem Auge für Pyknidien gehalten hatte, zuerst nichts erkennen. Schließlich fielen mir bei 80facher Vergrößerung (vgl. Bild) auf der Blattoberseite kleine, Trichom-ähnliche, büschelig wachsende weiße Härchen im dunklen Randbereich der Blattflecken auf. Konnte es sich vielleicht um Konidienträger handeln? Tatsächlich konnten relativ schnell Trichome ausgeschlossen werden, da sich nach weiterer Suche "echte" Trichome wesentlich länger und einzelstehend oder nur direkt auf der Blattnervatur zu finden waren.


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    Bei epiphyllen Konidiophoren spare ich mir gerne das frimelige Herumschnippeln und bediene mich meines guten alten Freundes, des Tesafilmpräparats. Einfacher geht es nicht, einfach draufdatschen, abziehen, und man spart auch noch ein Deckgläschen ein. Tatsächlich waren die entsprechenden "Härchen"-Konidiophoren sehr gut unter dem Mikroskop einsichtbar, auch Konidien gab es en masse zu sehen. Hier ein paar Bilder in 400-facher Vergrößerung:


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    Es scheint mir hier ein Mischbefall von mindestens zwei, wenn nicht gar drei Arten vorzuliegen. Nun bin ich in die Ölimmersion gegangen und habe die unseptierten bis einmal septierten, eiförmig bis ovalen und manchmal leicht keulenförmigen Sporen ausgemessen, die wie auf dem Bild direkt über diesem Text definitiv direkt von den oben bereits beschriebenen büscheligen Konidiophoren ausgehen. Die großen, vielzelligen, sichelförmig bis keuligen Dictyosporen einerseits und die kleinen, rund-eiförmigen Sporen mit einer basalen, an ein Hilum erinnernden Narbe ignoriere ich bei der Messung.


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    Auch wenn ich sie ignoriere, habe ich dennoch vor allem von den Dictyosporen ein paar Fotos gemacht:

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    Nun noch die Auswertung der Messdaten:


    (6.2) 7.8 - 15.2 (20.4) × (3.7) 4.2 - 5.5 (6) µm

    Q = (1.3) 1.6 - 3 (4) ; N = 48

    Me = 11.7 × 4.8 µm ; Qe = 2.4


    Kann mir irgendjemand bei der Bestimmung weiterhelfen? Material ist noch vorhanden.


    Beste Grüße, pedro.

    spannend. eines tages werde ich sowas vermutlich selbst sequenzieren können. das ist ja eines der gründe für mein letztes jahr begonnenes biologiestudium. aber ja, dann kartier ich den wohl vorerst besser nicht ^^

    Liebe Pilzfreunde, ich wollte einmal um Bestimmungshilfe von euch bitten.


    Mikroskopisch passt hier alles zu Flammulina fennae: Wir haben eine ixotrichodermale Pileipellis mit in Richtung Hutmitte häufiger werdenden, aufrecht stehenden Pileocystiden, eiförmige bis breit ovale Sporen mit Maßen von ca. 6-8 (8,5) x 3,5-4,5 und einem Q von ca. 1,8. Auch der Standort auf dem nackten Erdboden bzw. vergrabenem Wurzelwerk und die wurzelnde Stielbasis passt perfekt. Was hingegen nicht passt, ist die kräftige Hutfarbe. Die soll ja bei F. fennae immer sehr blass ausfallen. Was sagt ihr? Vertraue ich auf die Mikromerkmale? Kann F. fennae auch mal kräftiger gefärbt sein? Oder sollte ich hier eher von F. velutipes s.str. ausgehen (F. populicola fällt ja schon mal aufgrund der HDS raus und weil der im Sammelgebiet nicht vorkommt), auch wenn dafür Q und Sporenmaße nicht so richtig passen wollen? (Die FK sind leider schon verzehrt, sodass keine weitere mikroskopische Analyse möglich ist.)





    Habe gestern in Marburg an einem alten Eichenstumpf diesen schönen Fund gemacht: Cudoniella acicularis


    FK lang gestielte (bis zu 1 cm), weiße, im Alter vor allem von der Stielbasis aus, aber auch überall gesprenkelt gilbend bis schwärzende, tellerförmige, am Rand oft leicht heruntergebogene, rasig wachsende, bis zu ca. 2 mm breite Becherchen. Asci inoperculat, darin meist 8 bis zu 21 µm lange, elliptische, glasige, oft einfach und deutlich septierte Sporen, Paraphysen fadenförmig und mit vielen kleinen Tröpfchen.


    Makrofoto am Fundort


    Makrofoto am Fundort


    Bino, 10x


    Bino, 10x


    Bino, 80x


    Fundort


    Fundort (an der Wurzel ganz unten)


    Brightfield 400x, Baumwollblau


    Brightfield 400x, H2O


    Brightfield 1000x, H2O

    Gestern gab es ja den wunderbaren Phytoparasiten-Vortrag von der Jule. Der hat mich gleich dazu animiert, den Klenke-Scholler aus dem Regal zu nehmen und ein wenig im eigenen Vorgarten zu schauen. Und tatsächlich wurde ich auch ziemlich schnell fündig: Auf Stellaria media fand ich Peronospora alsinearum, einen falschen Mehltaupilz. (Konidien im Mittel ca. 25 µm lang)


    Befallsbild eher unauffällig


    Blattunterseite mit Konidienrasen, Blatt leicht deformiert. (Bino, 10x)


    Blattoberseite recht unauffällig, aber blasse Entfärbungen sichtbar (Bino, 10x)


    der verzweigte, helle Rasen im Detail (Bino, 80x)


    und hier das Mikrofoto (400x)

    Der Hangelstein bei Gießen wird seit etlichen Jahren immer wieder zum Jahresbeginn (= Saisoneröffnung) heimgesucht und S. jurana ist dort seit ca. 35 Jahren mit schöner Regelmäßigkeit anzutreffen. Hier vom 1.1.2023:


    am ersten schon? das ist früh. wie auch immer, der wird trotzdem ordentlich bestimmt. auch wenn ich weiß, wie er angesprochen wird. ;)

    Liebe Pilzfreunde, für mich fängt das Jahr 2023 bereits sehr gut mit einem Fund von Sarcoscypha jurana los. Die Fundstelle, der Hangelstern bei Gießen, ist zwar schon seit langer Zeit gut kartiert, aber für mich immerhin ist es ein Erstfund, nach dem ich schon länger gesucht habe, und dadurch etwas sehr Besonderes. Beste Grüße, pedro.


    An den Cheilos lässt sich Galerina graminea eindeutig bestimmen? Gut zu wussen! Direkt neben meinem Lamprosporafund auf einer Steinmauer wohnt eine kleine Galerina-Art, die gut graminea sein könnte. Muss ich mir wohl mal genauer angucken.

    Eindeutig narzissengelber Wulstling. Falls die Trennung zwischen den beiden Arten mal schwerer fallen sollte, lässt sich beim Narzissengelben die Huthaut übrigens tortenstückartig abziehen. Ich bin sehr sicher, beim Gelben geht das nicht, habe es aber fairerweise noch nicht ausprobiert.

    Lungenseitlinge sind makroskopisch leider nicht so gut von Austern zu unterscheiden, da es ja auch noch eine Sommervariante (Pleurotus ostreatus var praecox) gibt, die zumindest nach Ludwig ebenfalls anisartig riechen, leicht gilben, helle Huthaut haben kann und keinen Kälteschub zum Fruktifizieren braucht. Außerdem soll es Hybridisierungen zwischen den Arten geben. Und dann steht an anderer Stelle (weiß gerade nicht wo), dass Lungenseitlinge wohl nur in höheren Lagen vorkommen soll. Ich trenne die nur mikroskopisch durch die sich deutlich unterscheidende Dicke der Huthaut. Und habe auf diese Weise bisher erst Pleurotus ostreatus, niemals Pleurotus pulmonarius gefunden. Ich vermute mal, auch durch das deutliche grau, dass eir hier eher eine Auster vor uns haben.

    Willkommen un der wunderbaren Welt der Pilzmikroskopie! :) Zu E. hispidilum: was Oliver sagt. Gleich mit ner Entoloma anzufangen, ist mutig. Aber ich hab gut reden, mein erster Pilz unterm Mikroskop war ein Risspilz (welcher das war, weiß ich bis heute nicht). Was mir bei der ersten Zeit mit Mikroskop geholfen hat, war schon makroskopisch sicher bestimmte Arten (Steinpilz, Fliegenpilz, was man halt so findet) nachzumikroskopieren und die in der Literatur angegebenen Daten zu "überprüfen".

    deutlich freistehende Lamellen, auf dem Boden wachsend, rosa Sporenpulver, vermutlich war an der Stielbasis auch mal eine lappige Scheide und der Geruch war schwach rettichähnlich, ich tippe mal auf eine Volvariella, vermutl. gloiocephala, die sind dieses Jahr recht häufig. Gibt es ein Bild von der Stielbasis?

    Falls Du noch genügend Material zur Verfügung hast, könnte ich Dir die Adresse eines lieben Freundes und Moospilz-Spezialisten vermitteln.


    Liebe Grüße, Nobi

    Lieber Nobi,


    auch ich würde ganz gern auf dieses Angebot zurückkommen. Von dieser unbekannten Lamprospora, die ich aufgrund des Schlüssels bei octospora.de als "miniata agg." kartieren würde, habe ich noch mindestens einen jungfräulich-unbeschädigten FK und könnte auch von dem Moos selbst, das ich leider nicht bestimmen kann, etwas dazutun.


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    Auf einer rotbeinigen Baumwanze (Pentatoma rufipes) fand ein entomophiler Freund folgenden Pilz, den ich nach mikroskopischem Abgleich mit diesem und ähnlichen Beiträgen hier für Beauveria bassiana halte. Kann das jemand absegnen? Würde den gerne kartieren.

    Also ich bin ja nicht der ganz große Experte, aber die Lamellen/Leisten beim rechten Pilz scheinen mir weniger an Zahl zu sein, dafür sind sie deutlich dicker und außerdem unregelmäßiger. Ich kann mir nicht recht vorstellen, wie das mit einem bloßen Alterungsprozess erklärbar sein sollte.


    Aber falls es verschiedene Varietäten des Falschen Pfifferlings gibt, naja, vielleicht.

    Nein, das ist überhaupt nicht ungewöhnlich, gerade beim falschen Pfifferling nicht. Der ist sehr variabel. Dafür braucht es keine andere Varietät. Das schafft auch ein einzelnes Myzel.