Beiträge von KaMaMa

    Hallo Felli!


    ja, ich hatte das Apothecium tatsächlich direkt in der 35%ige KOH abgelegt - da hatte ich wohl nicht richtig gelesen.


    Ich habe das untern dem Mikroskop nachgeholt, aber leider war beim Eindiffundieren der 3%igen KOH kein Farbwechsel im Exsudat zu beobachten.

    Auch beim seitlichen Eindiffundieren von stärker konzentrierter 20%iger KOH kein Farbwechsel und auch kein völliges Auflösen des Exsudats.


    L. uvidula sieht dem Pilzchen wirklich sehr ähnlich, das kommt der Sache zumindest sehr, sehr nahe!

    Auch die mikroskopischen Details in deinen Unterlagen passen recht gut, die Sporenmaße stimmen sogar gut mit deinen Messwerten überein.

    Selbst die beiden dextrinoide Strukturen in den Sporen finden sich als glykogenhaltigen Bereiche bei dir wieder.

    Das stimmt wahrscheinlich auch bei Duzenden von anderen Ascos überein, aber ich glaube, hier hast du einen guten Arbeitsnamen für mein Pilzchen gefunden! :gbravo:

    Deine Unterlagen hierzu sind übrigens super! Danke sehr dafür, dass du mich hast einsehen lassen! g:-)


    LG, Martin


    P.S. Die Fotos mit den kugelrunden Sporen im gleichen Ordner - sind die tatsächlich vom gleichen Fund?

    Hallo,


    hier meine Überprüfung mit KOH (3%) und Lugol: Zusetzen von Lugol nach einiger Einwirkzeit der 3%igen KOH ohne zuvor zu wässern.

    Tatsächlich kann ich nichts anders als bereits gezeigt entdecken, die Ascusspitze bleibt ungefäbt, ein Apikalapparat ist nicht zu erkennen.

    Andererseits haben sich die Paraphysen voneinander gelöst und die Eden sind gut erkennbar.

    Die Sporen zeigen mehr Strukturen.


    Einige Bilder:

    Bild N1 Ascus


    Bild N2 Sporen mit Substrukturen in Ascus


    Bild N3 Paraphysen mit leicht verbreiterten, schaufelartigen Enden


    Anschließend nochmals Kongorot durchgezogen.

    Auch hier keine Färbung der Ascusspitzen (ohne Bild).

    Es fallen ellerdings jede Menge leere Schlauch-Hüllen auf, die mMn längs aufgerissen erscheinen.


    Bild N4 Hauuptsächlich leere Schläuche


    Bild N5 Leere Asci


    Vielleicht helfen die Schlauchhüllen weiter?

    Ich bliebe (noch) ahnungslos zurück.


    LG, Martin

    Hallo Felli,


    vielen Dank für deine Antwort!


    Vielleicht bist du so freundlich, mir zu verraten, welches die überreifen Sporen sind. Sind es die strukturlosen, ohne Tröpfchen?

    Die toten Asci sind vermutlich diejenigen ohne Turgor, bei denen die Sporen sich durch die Seitenwand des Schlauches durchprägen.

    Also es gab auch welche mit höherem Innendruck, z.B. in Bild 5 mit dem Haken.


    KOH hatte ich noch nicht versucht. Und die Variante KOH 3% + Lugol werde ich noch ausprobieren! Das klingt vielversprechend.


    Ein Querschnitt wird herausfordernd bei der Winzigkeit der Fruchtkörperchen. Mal schauen, ob ich das hinbekomme...


    Sind Flechtenartige nicht lichenisierte Ascos, die direkt mit den lichenisierte Ascos eng verwandt sind? Wenn ich jetzt wüssten, welche das wieder sind - es gibt noch viel zu tun und zu lernen, ojoj...


    LG, Martin

    Hallo nochmal!


    Mein Haselnuss-Ästchen erweist sich als recht ergiebig.

    20220402 173234065.jpg

    Nach Hysterium angustatum (hier) und einem noch genau zu bestimmenden Discomyceten (hier) ein jetzt dritter, leichter zu bestimmender Pilz.


    Man erkennt - eingebettet ins Holz - leuchtend weiße, aufgeplatzt wirkende, mehlige Flecken - Fructificationen des Pilzes.

    Bild 1 unregelmäßig geformter Fruchtkörper


    Bild 2 pulvrig wirkende Oberfläche des Fruchtkörpers


    Mit der Präpariernadel ein Stückchen ausgehoben und unter dem Deckglas in Wasser platt gedrückt.

    Bild 3 Zerdrückter Fruchtkörper mit graubrauner, wachsartig/kristalliner Masse, insbesondere am Rand; im Zentrum bräunliches Fremdmaterial


    Bild 4 Asci und Paraphysen verklebt mit wächserner Masse


    Unter Zusatz von KOH löst sich die Wachs/Kristall-Masse und die Struktur wird vollkommen klar:

    Bild 5 nach KOH-Zusatz ist fast nur noch das Fremdmaterial erkannbar, der Pilz selbst wird annähernd durchsichtig


    Die Schläuche sind 8-sporig, zweireihig angeordnet und über 100 µm lang, Durchmesser um 13 µm.

    Bild 6 Ascus mit Sporen


    Die Sporen selbst sind einzellig und messen 20,1-22,0-23,9 x 6,2-7,0-7,8 µm²; Q = 3,3.

    Die Sporen zeigen 2 große und mehrere kleine Tropfen.

    Bild 7 Sporen mit großen Tropfen im Inneren


    Nach langem Suchen und mehrfachem Dünner-Quetschen und Zerreiben der Probe konnte ich endlich auch Haken an den Acsi-Basen finden:

    Bild 8 Haken an unterem Ende eines Schlauches (in Kongorot)


    Tut nichts weiter zur Sache, aber die Schläuche, Sporen und Wachs sind cyanophil.

    Bild 9 Mit BWB gefärbte Sporen und Asci


    Die Beobachtungen passen meiner Meinung nach bestens zu Propolis farnosa (syn. Propolomyces farinosa), dem Grauweißen Holzscheibchen.

    Dass die Asci inoperculat sein sollen, kann ich nicht erkennen - wie geht das wohl?


    LG, Martin

    Irre, was hier los ist! ==Gnolm14

    Ich hab's erst beim mehrmaligen Durchlesen NACH der Auflösung von Wolfgang kapiert.

    Was für Nerds! ==Gnolm8

    Sehr unterhaltsam, das!


    LG, Martin

    Hallo, Freunde der Pilzwelt!


    An dem kleinen Haselnuss-Ästchen, das ich vor einigen Tagen mit nach Hause genommen hatte, lässt sich allerhand Pilziges finden.

    Der Ast befand sich ursprünglich auf etwa 1m Höhe über dem Boden an einem umgestürtzen Haselbusch-Stamm am Waldrand.

    Der Ast ist entrindet und sichtbar von Hysterium angustatum bevölkert (hier!), deswegen hatte ich ihn vor ein paar Tagen abgebrochen und zur Analyse eingesteckt.


    Bei der Inspektion zuhause entdeckte ich neben den Hysterium-Fruchtkörpen u.a. winzige, runde Fruchtkörper ohne erkennbaren Stiel.

    Die Fruchtkörper wirken fein warzig, am Rand und auf der Oberfläche.

    Seine Färbung ist hellbraun/rosa; er wirkt transluzend.

    Randhaare scheinen die Fruchtkörper nicht aufzuweisen.

    Bild 1 Durchscheinende Fruchtkörper auf Haselholz, Durchmesser des Werkzeugs rechts an der Spitze etwa 120µm


    Pfückt man ein Früchtlein und dreht es um, ist ein sehr kurzes Stielchen erkennbar.

    Die Probe(n) wurde aus einem Bereich mit umgebenden brauen Fremdhyphen herausgelöst:

    Bild 2 Fruchtkörper mit Nadel gelöst und gedreht - ev. ist ein kurzes Stielchen auf der Unterseite vorhanden


    Zerquetscht in Wasser ist der Fruchtkörper nahezu farblos:

    Bild 3 Fruchtkörper zerquetscht in Wasser, mit etwas braunem Fremdmaterial


    Die Hyphen und Asci scheinen in einer wachsartigen Masse eingebettet zu sein

    Bild 4 item


    Die achtsporigen, keulenförmigen Schläuche sind etwa 50µm lang und 10µm dick.

    An der Basis befinden sich Haken.

    Bild 5 Ascus mit Haken, hier in Kongorot


    Die Ascuswandung wirkt mal glatt, mal durch die Sporen beulig deformiert.

    Bild 6 Schläuche mit unterschiedlich entwickelten Sporen im Inneren (in Wasser)


    Die Sporenabmessungen betragen etwa (10,5)10,4-11,5-12,6(14,0) x (5,5)5,4-5,8-6,1(6,0) µm².

    Die reifen Sporen (vermutlich links) sind mehr oder minder deutlich septiert

    Gelegentlich ist die Septierung auch im (früheren?) Stadium mit den Tröpfchen erkennbar.

    Bild 7 Sporen in Kongorot mit erkennbarer einfacher Septierung (links) und mit Tröpfchen (rechts)


    Eine Spore wurde beim Kemen erwischt:

    Bild 8 Frei schwimmende, septierte Spore, doppelt auskeimend?


    Die Schläuche und und insbesondere die Sporen in den Schläuchen färben sich in Lugol kräftig gelb.

    Alle Strukturen sind aber inamyloid.

    Bild 9 Quetschpräparat nach Einziehen von Lugol


    Die dicke Ascuswandung ist nun gut erkennbar (im Bild unten besonders bei dem unreifen Ascus).

    Die Sporen sind eventuell dextrinoid, da bereichsweise orangebraun eingefärbt.

    Bild 10 In Lugol gefärbte Asci und Sporen, die dicke Ascusspitze bleibt ungefärbt


    Bild 11 Paraphysen-Enden in wachsartiger Masse verklebt (Lugol)


    Es lassen sich Bereiche mit rundlichen Zellen finden:

    Bild 12 Rundliche Zellen (=Peridium?)


    Die Zellwände der Asci und Sporen sind ferner cyanphil:

    Bild 13 Quetschpräparat nach (kalter) BWB-Behandlung und Spülen mit Wasser


    Ob es sich hier um operculate, inoperculate oder bitunicate oder sonstwas für Asci handelt, kann ich leider nicht erkennen - keine Ahnung!

    Das ist aber mitentscheidend für die Bestimmung.


    Hat jemand einen Tipp für mich, wie man diese Ascuseigenschaft erkennt / bestimmt, wenn keine leeren Schläuche mit aufgerissenem Deckel oder runtergeschobener äußerer Hülle zu finden sind? :ghilfe:


    Durch Vergleichen meine ich, dass eventuell etwas wie Coprotus hier passen könnte - dann müssten die Asci allerdings operculat sein - aber sind sie das hier???

    Ich stecke an dier Stelle leider fest!


    Erbarmt sich jemand und gibt mir bitte eine Tipp, wo ich weitersuchen kann?

    Zumindest die Klärung des Ascus-Typs könnte vielleicht schon helfen.


    Dann könnte ich mich des nächsten Pilzes auf meinem Haselnussästchen annehmen (ich habe schon eine ziemlich sichere Vermutung).

    Das kleine Ast hat sich als äußerst ergiebig herausgestellt! g:D


    LG, Martin

    Hallo Schupfnudel,


    in meinem Mirkoskopierbuch wird zur Kernfärbung noch Kresylechtviolett erwähnt; ferner die Carbolfuchsin-Färbung, die Feulgensche Nuclealreaktion, die Giemsa-Lösung etc. etc.

    Ich hoffe, ich habe mich nicht verschrieben. Jedenfalls scheint es schon mehrere Möglichkeiten zu geben, ich habe allerdings noch keine davon angewendet!

    Karmesinessigsäure habe ich zuhause, muss es nur noch in der Praxis richtig verwenden lernen: Erklärt bekommen haben wir das von Stefan ja ganz wunderbar!

    Ob ich nun aber die Sklerodienbecher dafür finde, weiß ich nicht...


    LG, Martin

    Hallo Thorben!


    Vielen Dank für deinen Kommentar und die Verlinkung zu deinem Fund!

    Das Paper hatte ich auch entdeckt, dennoch natürlich danke auch dafür! :gnicken:

    Hab's aber noch nicht gelesen; auf jeden Fall ein tolles Paper zum Thema mit einem großen Überblick.

    Ich fand mich jedenfalls durch die Beschreibung und den Schlüssel darinnen bestätigt.


    Dein Pilz(fund) scheint ja das Holz grün zu färben... :gneutral:

    Auf deinem ersten Bild (1.0) wirkt das zumindest ein wenig so.

    Das hatte ich bisher (gut, ich verfolge das Theam ja noch nicht lange) nur bei Trichoderma strictipile beobachtet und als charakteristisch für den Pilz beschrieben gefunden!


    LG, Martin

    Hallöle!


    Vergangenen Samstag, eigentlich bei der Suche nach einem Haselporling, stieß ich an einem abgestorbenen Haselast auf hysterioide Fruchtkörper.

    Bild 1 Haselbüsche am Waldrand


    Bild 2 Entrindeter Haselast mit kleinen, schwarzen, hysterioiden Fruchtkörpern


    Bisher hatte ich diese Pilze noch nicht genauer untersucht.

    Dieses Mal nahm ich den Ast mit den schwarzen Fruchtkörpern zur Bestimmung mit nach Hause.

    Die Fruchtkörper sitzen gesellig, tw. gedrängt, auf dem Ast, sie sind glatt, länglich gesteckt und pechschwarz.

    Sie bestehen aus zwei Hälften mit einem Schlitz in der Mitte, und bleiben auch nass geschlossen.

    Die kürzeren FK erinnern durch ihre Form entfernt an Kaffeebohnen.

    Bild 3


    Die FK sitzen vollständig auf dem Substrat auf.

    Unter leichtem Druck der Präpariernadel platzen sie auseinander und das Innere wird sichtbar.

    Bild 4


    Mit etwas Glück quetscht man mit dem Deckglas die Schläuche aus den FK heraus:

    Bild 5 Gequetschte FK-Hälfte in (verdünntem) Lugol


    Die Schläuche wirken sehr dickwandig (laut Literatur sind die Schläuche von Hysterium doppelwandig/bitunicat!) und beherbergen 8 graugrüne bis gelbbraune Sporen.

    Sie reagieren nicht mit dem Färbemittel Lugol (IKI-).

    Bild 6 Achtsporige Asci mit dreifach septierten Sporen


    Die Sporen sind dreifach septiert, und an den Septen nur leicht eingeschnürt, die mittlere etwas stärker.

    Auffällig ist die Assymmetrie der Sporen, sie besitzen ein spitzeres und ein stumpferes Ende, größere und kleinere Zellen.

    Alle vier Zellen zeigen die gleiche Färbung, insesondere die beiden Endzellen sind nicht hyalin/farblos.

    Bild 7 Sporen mit gleichmäßig gefärbten Zellen


    Bild 8 Schägansicht auf Ascusspitzen


    Die Sporenmaße sind (20,0) 20,3-21,5-22,7 (24,0) x (6,0) 6,5-7,0-7,5 (8,0), mit Q=3,1, N=15

    Die Merkmale (Habitus; keine Längsseptierung, 4-Zelligkeit, gleichmäßig gefärbte Zellen) führen mich zu Hysterium acuminatum (syn. angustatum), dem Ritzenschorf bzw. Spaltkohlenpilz.


    Keine der gefundenen Sporen weist Längseptierungen auf!

    Nur eine einzelne Spore hatte sich entschieden eine der Zellen nochmals zu teilen - wieder in Querrichtrung.

    Bild 9 Einzelne 4fach septierte Spore


    Wenn die Zuordnung zu Hysterium angustatum nicht stimmen sollte, würde ich mich freuen, wenn mich jemand korrigieren möchte. :gnicken:


    LG, Martin


    Über eine Bestätigung würde ich mich gg.f natürlich auch freuen...

    Hallo,


    bei uns an der Schozach, gedeihen auch weniger verbreitete Flechten, wie die folgende, die ich als Opegrapha vermicellifera - die "Wurmförmige Zeichenflechte" eingeordet habe.

    Den Doppelgänger Lecanactis abietina kann ich durch die gezeigtne Merkmale ausschließen.


    Etwa 20 m von Bach entfernt, am Waldrand steht ein grau überzogener Baumstubben.

    Bild 1


    Bei näherer Betrachtung erkennt man eine strukturierte Oberfläche:

    Ein hellgrauer Thallus ist mit vielen weißen, kugelförmigen Pyknidien übersäht.

    Gelegentlich lassen sich auch an Schriftflechten erinnernde Apothecien erkennen, die häufig (!) gegabelt oder verzweigt sind.

    Bild 2 Flechte mit hellen Pyknidien und schwarzen, langgezogenen, teilweise verzeigten Apothecien


    An einem anderen Baum, direkt am Bach, lässt sich in Kopfhöhe ein Stück Borke bequem abbrechen:

    Bild 3 Flechtenprobe noch in situ


    Unter der Stereolupe erkennt man die massig und weiß austretenden Pyknosporen und die Form der unbereifen Apothecien besser.

    Die Pkynidien reagieren nicht mit C! (L.abietinum C+, rot)

    Bild 4 Pyknidien mit austretender Sporenmasse und schwarzen Apothecien


    Auf dem Thallus befinden sich gelbe Algen (Trentepohlia). Ritzt man den Thallus, treten diese gelbe Algen sichtbar hervor:

    Bild 5 geritzter Thallus


    Ein paar Pyknidien auf den Objektträger und anschließend zerquetscht, setzt die Algen und Sporen im Wasser frei

    Bild 6 Abgelöste, zerquetschte Pyknidien


    Bild 7 Pyknidien-Quetschpräparat


    Die orange gefärbte Kruste färbt dunkelt nach KOH-Zugabe deutlich ab und wird braun.

    Unzählige hyaline, einzellige, zylindrische Sporen wurden freigesetzt.

    Sie dienen der Abgrenzung gegen den Doppelgänger L.abietinum:

    Bild 8 Pyknosporen in KOH (Abmessungen etwa 10-11 x 1-1,5 µm²) - zu kurz und viel zu schmal für Lecanactis abietina


    Die gelben und gelb-grünen Algen sind dickwandig und elliptisch geformt

    Bild 9 Algenzellen in KOH


    Quetscht man ein Teilstück eines Apotheciums, so finden sich die 8-sporigen Schläuche

    Bild 10 Quetschpräparat von Apothecium


    Die Schläuche sind dickwandig und enthalten 8 langgestreckte Sporen.

    Ich messe eine Sporenlänge von etwa 26 µm, bei einer Breite von 2,5 µm.

    Die Sporen sollten mehrfach septiert sein, was im Wasser und in den Schläuchen nur andeutungsweise zu erkennen ist.

    Bild 11 Dickwandiger Schlauch mit 8 länglichen, spindelförmigen Sporen und einigen freien Sporen links daneben


    Weder Lugol noch Kongorot färben die Schläuche oder den Apikalapparat der Schläuche.

    Nach Kongorot-Zugabe lassen sich die Sporenseptierungen (etwa 6-7) besser erkennen:

    Bild 12 Spore mit erkennbarer Septierung (in Kongo)


    Wegen des besseren Kontrastes (für die Bestimmung bringt das sonst nix) habe ich zum Schluss noch etwas BWB kalt zugesetzt und wieder gespült.

    Die Schläuche wirken jetzt deutlich kontrastreicher und die Sporen im Inneren zeigen ihre Septierung deutlich:

    Bild 13 septierte Sporen in Ascus


    Auch die dicke Schleimhülle, wenn ich das folgende Bild richtig interpretiere, der Sporen ist so besser erkennbar:

    Bild 14


    Die O.vermicellifera konnte ich hier gegen den Doppelgänger L.abietinum durch die ausbleibende Farbreaktion der Pyknidien, die Pyknosporenmaße und die dicke Schleimhülle um die Ascosporen abgrenzen.

    Zudem bevorzugt L.abietinum Koniferen (Tanne) als Substrat und kühlere Habitate - beides liegt hier nicht vor, was weiter für O.vermicellifera spricht.


    Würmchenförmig austretende Pyknosporenmasse habe ich auf der Probe zwar nicht gefunden, aber es ist leicht vorstellbar, dass nach längerem Austreten eine längliche, weiße Sporenmasse in Form von Würmchen beobachtet werden kann, woher der Name der Flechte rührt.


    LG, Martin

    Hallo Bernd,


    von Nectriopsis lecanodes hatte ich noch nichts gehört/gelesen. Der Pilz lebt also auf abgestorbener Peltigera?


    Da muss ich aber aufpassen, wenn mir mal wieder eine Peltigera begegnet!


    Tolle Sache!


    LG, Martin

    Hallo Pablo,


    was ist denn das jetzt: Offizieller Beitrag? :gschock: Wirst du jetzt amtlich??


    Wenn du meinst, das Zusammenführen macht Sinn und Thorben nichts dagegen hat, dass mein Gewurstel mit/zu seinem Beitrag zusammengeworfen wird - an mir soll's nicht scheitern. Ich habe nichts dagegen, wenn du meinst, dass das der Übersichtlichkeit dienlich ist.


    LG, Martin

    Hallo Thorben,


    deinen Beitrag hatte ich tatsächlichbei meiner Rechereche nach H.peziza gefunden!

    Die Beschreibung in Fungi of Temperate Europe und dein Beitrag und haben mich geleitet und vorab bestätigt.


    Vielen Dank für deine Bestätigung bzw. deine Antwort auf meine Anfrage!


    LG, Martin

    Hallo,


    auf einem vergammelten Porling unbekannter Art, den ich gestern im Wald eingesammelt habe, befinden sich vertrocknete, orangene Fruchtkörper von 200-300µm Durchmesser.

    Bild 1 Porlingsmumien


    Bild 2 Porling mit undeutlich erkennbaren orangenen Pyrenos


    Die winzigen, ausgetrockneten Fruchtkörper sind scheibchenförmig und wirken auf den ersten Blick wie kleine Discomyceten.

    Bild 3


    Nach dem Anfeuchten werden die Früchtchen kugelrund, die Delle verschwindet!

    Bild 4 Blick durch Wasserfilm nach Quellenlassen


    Bild 5 Abgelöste Fruchtkörper


    Bild 6 zerdrückter Fruchtkörper in Wasser


    Die Sporen sind 2-zellig (oder einfach septiert):

    Bild 7 achtsporige Schläuche in diversen Entwicklungsstadien


    Freie Sporen finde ich nur sehr wenige, die Sporenmaße liegen bei 9,6-11,0-12,4 x 4,7-5,0-5,3 µm²,

    wobei ich auch die größeren, reifen Sporen in Schläuchen messen und die Verfälschung durch Brechung der Schläuche in Kauf nehmen musste.


    Mein Verdacht fiel auf Hydropisphaera cf. peziza.

    Die zweizelligen Sporen des Pilzes sollten in diesem Fall längsgestreift ornamentiert sein, was in Baumwollblau am besten sichtbar werden soll.


    Mein allererster Versuch mit BWB fiel viel zu blau aus, aber man kann die einzelnen Zellen der Fruchtkörperhülle und die Außenwände der Schläuche recht gut erkennen.

    (Der Apikalapparat reagierte nicht auf Lugol und nicht auf Kongorot.)

    Bild 8 Fruchtkörperhülle mit rundlichen Zellen


    Bild 9 unreife Schläuche


    Beim zweiten Anlauf mit ganz kurzem Erhitzen und längerem Spülen hat es geklappt!

    Et voilà:

    Bild 10 längsgestreifte Sporen :gbravo:


    Nun würde ich mich sehr freuen, wenn jemand mit mehr Wissen sich kurz äußern möchte, ob meine Zuordnung zu Hydropisphaera peziza (agg.) richtig sein könnte?


    LG, Martin

    Hallo Bernd,


    da sich sonst keiner meldet, hab ich mal P.rufescens mit deinem Fund verglichen.

    Vorneweg: ich kenne diese Flechte leider nicht aus eigener Anschauung.

    Ich finde dennoch, du könntest durchaus Recht haben mit deiner Vermutung!

    Magerrasen am Straßenrand, da ist es wohl relativ besonnt und warm?

    Jedenfalls erhabene Adern mit schwärzlichen Rhizinien auf der Unterseite; weiß bereifte Lappen, deren Ränder hochgebogen sind;

    keine Isidien und Sorale; würde meiner bescheiden Meinung nach schon passen, das!


    LG, Martin

    Nachtrag zum 2.Porling von der Rückseite des Buchenstamms (vgl. Bild 5 oben):


    Weil ich schon mal dort war, habe ich noch einen Beleg vom resupinaten Porling, der auf der anderen Buchenstammseite wächst genommen.

    Im Gegensatz zum Ischnoderma auf der anderen Seite, der mittlerweile abgestorben und holzig trocken ist (auch in den resupinaten Anteilen), ist dieser Porling 6 Wochen später, Mitte März, noch immer frisch und weich und bildet weiter Sporen (s.u.).


    Die mikroskopische Sporen- und Hyphenanalyse bestätigt den Verdacht, dass tatsächlich - wie von euch vermutet (Pablo, Andreas, ..) - Ceriporiospsis gilvescens vorliegt. :gverstanden:

    - nur generative Hyphen

    - Schnallen vorhanden

    - Hyphen kristallbesetzt

    - größere Kristalle zwischen den Hyphen eingebettet

    - Sporenmaße 4,5 x 2,0 µm,

    - Sporen elliptisch, hyalin


    Ein schöner Pilz, wie ich finde - und er lässt sich hervorragend mikroskopieren, da er keine Skeletthyphen besitzt, deshalb sehr weich ist und mikroskopisch auch einiges zu bieten hat.

    Lustigerweise nennt man diesen Pilz offenbar im Deutschen u.a. auch Harzporling (Fleckender Harzporling).

    Warum das so ist, habe ich nicht herausbekommen - er riecht jedenfalls unauffällig, kein Vergleich zu Ischnoderma! :gnichttraurig:


    LG, Martin


    Bild C1 Probe


    Bild C2 Sporen


    Bild C3 kristallbesetzte Hyphen


    Schnallen konnte ich erst nach dem Einfärben erkennen:

    Bild C4 Beschnallte Hyphen vorhanden