Beiträge von KaMaMa

    Hallo Karl und Raphael,


    ohje - da habe ich aber ein Fass aufgemacht!


    Das wollte ich bestimmt nicht so verstanden haben...

    Ich wollte eigentlich sagen, weiter als bis Agrocybe lässt sich der Pilz mit meinen spärlichen Mitteln nicht einkreisen und konne zu keinem Ergebnis.

    Und einen guten europäischen Schlüssel hatte ich nicht gefunden, leider nur den angegebenen.

    Die Gegenprüfung nach dem Schlüsseln ist Pflicht, da pflicht ich bei. Dass die Zystiden nicht gut passen, hatte ich zwar auch festgestellt, aber nicht explizit erwähnt.


    Da habt Ihr natürlich mit allem völlig Recht, Asche auf mein Haupt!


    LG, Martin

    Hallo Werner,


    beim Lamellenansatz bin ich mir ein wenig unschlüssig.

    Hier das Foto vom noch "frischen", trotzdem schon recht angefressenen Pilz im Wald.

    Es zeigt mMn keine Ausbuchtung der Lamellen:

    Bild L1 Lamellen-Ansatz im Wald fotografiert (Datail aus Bild 2 oben)

    Zählt der dünne, weiße Fortsatz am Stiel mit zur Lamelle?

    Wenn ja, wäre sie am Stiel "herablaufend". Da der weiße Fortsatz sehr dünn ist, wahrscheinlich "mit Zahn herablaufend"


    Der Lamellen-Ansatz beim zerschnittenen Pilz einen Tag später sieht man eine Lücke ( = Ausbuchtung ?) auf:

    Bild L2: Sich durch Trocknung vom Stiel ablösende Lamellen


    Ich vermute, die Lücke ist nicht echt, sondern geht auf einen Trocknungsriss zwischen Lamelle und Stiel zurück und ist also nicht echt.

    Eine Ausbuchtung liegt vielleicht eher nicht vor, wird nur durch die Überlagerung suggeriert.

    Wie man ein solches Anwachsmuster genau nennt - tja, keine Ahnung...



    Voraussetzend

    1) die Sporen besitzen tatsächlich einen Keimporus am stumpfen Ende (Bild 6)

    Bild L3 Keimporen


    2) die gefundenen dicken Zystiden (Bild 7 oben) wachsen im Hymenium unmittelbar zwischen Basidien, also handelt es sich um Pleurozystiden

    Bild L4 Pleurozystide und Basidie


    3) die Fetzen und Verfärbungen im oberen Stielviertel sind Rückstände eines Velums

    Bild L5 Velumreste


    4) Sporengröße 8 x 5 (s.o.), die Sporenwandstärke wurde ich aus den Bildern auf nur 0,3µm abschätzen


    ... dann gelange ich unter Verwendung des Schlüssels aus

    Niveiro N, Uhart M & Albertó E, "Revision of the genera Agrocybe and Cyclocybe (Strophariaceae, Agaricales, Basidiomycota) in Argentina", 2020, DOI: http://dx.doi.org/10.1590/2175-7860202071038


    1) ... with a germ-pore => 2

    2) Veil .. marginal patches in the pileus => 3

    3) Pleurocystidia present ... or .. with spores less than 13 mm long, generally < 10 mm long => 4

    4) Large Pleurozystidia (46–77 × 22–48 mm) => Agrocybe broadwayi

    Smaller pleurocystidia (up to 53 × 25 mm) => 5

    Hier liege ich mit gemessenen 40-50 x 17-23 natürlich genau dazwischen...

    5) ... growing in grasslands

    ... growing in forests => Agrocybe neocoprophila


    ... zu dem Ergebnis:

    Naja - irgendein Ackerling wird es schon sein, Die gemessene Zystindegröße hilft mir nicht wirklich, und im Wald wächst auch Gras...

    Hier hätte ich wohl viel mehr Zystiden messen müssen, um zu einem Ergebniss kommen zu können. Aha!

    Mir geht es mehr um die Beschäftigung als solche, das Üben und Erkennen von Details. :grolleyes:


    LG, Martin

    Hallo,


    da immer mehr Pilze mit Hut aus dem Boden sprießen, komme ich nicht umhin immer wieder einen einzustecken und zuhause genauer anzusehen.

    Gestern z.B. war da dieses hübsche ockergelbe Pilz-Duo auf dem Waldboden.

    Bild 1 Pilze in Laubstreu


    Bild 2 Glatter Stiel mit schwachen Velum-Überresten (?), Lamellen herablaufend.


    Bild 3 Ein Saprophage


    Bild 4 Weißes Mycel im Boden


    Leider habe ich den Pilz wegen meiner anderen Funde vergessen und erst einen Tag später aus seiner Sammeldose befreit.

    Bild 5


    Die Sporen sind braun (wie meine Finger), glatt-dickwandig, ohne Ornament, inamyloid, aber ev. mit einem Keimporus.

    Die Sporenmaße liegen um 7,5-8,0-8,5 x 4,8-5,2-5,5 (Q=1,7, N=10).

    Bild 6 Sporen in Wasser


    An den Lamellen lassen sich dicke, ölgefüllte (leicht gelbliche) Zystiden mit 1(-2) fingerartigen Ausstülpungen erkennen:

    Bild 7 Zystiden


    Die Huthaut lässt sich abziehen.

    Die Huthaut in Aufsicht zeigt kugelige Zellen

    Bild 8 Aufsicht auf Huthaut (Wasser/Kongo)


    Ich lande bei den Braunsporern mit nicht ornamentierten Sporen und kugelförmigen Zellen in der HDS.

    Und letztlich bei den Ackerlingen (normal geformte Basidien, nicht kopfige Cheilozystiden, etc.).


    Bevor ich weitermache und einzugrenzen versuche, würde ich gerne wissen, ob ich hier mit Agrocybe richtig liege?


    LG, Martin

    Hallo Stefan,


    danke für deine Anmerkung! Wieder was gelernt. :gfreuen:


    Allerdings hatte ich doch nicht geschrieben, dass der Rettichgruch fehlt, sondern ich habe nicht am Pilz gerochen - und deshalb keinen Geruch aufgenommen, den ich hier nennen könnte (Anfängerfehler); d.h. der Pilz mag sehr wohl nach altem Rettich - oder nicht danach - gerochen haben, ich weiß es nicht, weil ich es nicht überprüft habe.


    Wenn ich das Gelesene (Wikipedia) richtig interpretiere, gibt es drei untereinander ähnliche, in der HDS schnallenlose Dachpilze (P.cervinus, P.hongoi und P.rangifer = P.cervinus-Klade) - P.rangifer allerdings nur boreal vorkommend und in Mitteleuropa nicht nachgewiesen.

    Dann blieben P.cervinus und P.hongoi (wie du erwähnst) übrig, die beide in Mitteleuropa vorkommen.

    Das Label "Dachpilz aus der P.cervinus-Klade" ist mir genau genug!


    Dass ich die Bestimmung nicht vollständig hinkriege, macht mir nichts aus - ich stehe ja noch am Idiotenhügel der Lernkurve.

    Jedenfalls habe ich keinen Rötling oder Pfifferling falsch zugeordnet, das hätte mich eher geärgert. :gzwinkern:


    LG, Martin


    P.S.

    Ist es jetzt gewünscht oder nicht, den Titel nach einer Bestimmung/Korrektur anzupassen?

    Ich würde dann "Pilzfunde aus dem P.cervinus-Aggegat" oder so als Überschrift wählen.

    Hallo Frank! Hallo Pablo!


    Vielen Dank nochmal für euere Korrekturen und Hinweise, sie sind mir viel wert. :gbravo:

    Dadurch konnte ich bereits und kann ich weiterhin vieles lernen!


    So völlig daneben lag ich zum Glück wohl nicht.

    Vielleicht klappt's ja doch noch irgendwann in ferner Zukunft bei mir mit dem Bestimmen. :gzwinkern:


    Vielen Dank sagt

    Martin

    Hallo,


    anderthalb Wochen später habe ich auf einem liegenden Baumstamm am Wegesrand des gleichen Waldes, nur ein paar hundert Meter weiter, wieder einen Lamellenpilz gefunden.

    Obwohl der Pilz recht groß ist (13/14cm), ist es nur ein Zufallsfund.

    Die Stelle habe ich aufgesucht, da 2m weiter ein Eichenstubben mit einem Schwefelporling steht, den ich kontrollieren wollte.

    An meinen Dachpilzfund vor ein paar Tagen hat mich dieser Pilzfund nicht erinnert.

    Der Pilz ist diesmal (über)reif und angefressen.


    Die Huthaut wirkt sehr dünn, braun-grau mit leichtem Grünstich.

    Da ich bei der Bestimmung nach mikroskopischer Kontrolle aber zum gleichen Ergebnis - nämlich Pluteus cervinus - komme, hänge ich den Fund hier mit an.

    Bild N1 Seitliche Ansicht


    Bild N2 Stiel ohne Velum


    Bild N3 Hutoberseite wirkt glänzend grau-braun


    Für zuhause steche ich einen Bereich aus der Hutmitte aus.

    (Hier hätte ich wieder eine Geruchsprobe nehmen sollen - vergessen...)

    Die Huthaut lässt sich leicht abziehen, wie ich feststelle.


    Der Sporenabwurf der Probe liefert viele dickwandige, glatte, elliptische Sporen mit rosa-braunem Schimmer.

    Die Abmessung der Sporen liegt bei etwa 6,6-7,0-7,4 x 4,7-5,0-5,3 (Q=1,4, N=10)

    Bild N4 Basidie, Sporen, Zystidie


    An der Lamellenkante liegen dünnwandige ballonförmige Zystiden, teilweise schwach inkrustiert:

    Bild N4 Lamellenkante


    Daran schließen sich einige dickwandige Zystiden mit nur einer Spitze ,teilweise auch inkrustiert, an.

    Weiter entfernt von der LAmellenkante herrschen nicht inkrustierte, dornenbewehrte Zystiden vor.

    Bild N5 Zystiden mit 2-5(?) Haken im Hymenium


    Die Hutdeckschicht habe ich noch auf Schnallen überprüft, an 40 geprüften Septen keine Schnalle gefunden.

    Bild N6 Hutdeckschicht gequetscht in Wasser mit schnallenlosen Septen


    Auch dieser Pilz würde dem Schlüssel nach wohl zum P.cervinus agg. gehören, obwohl er doch ganz anders aussieht wie der Pilz aus der Anfrage selbst (s.o.).


    Die Huthaut bestimmt den optischen Eindruck stark. Sie wirkt beim 2.Fund sehr viel dünner, heller, glänzender als die sattbraune Hut beim ersten Fund!

    Ich vermute, das es könnte daran liegen, dass sich beim Strecken der Hyphen im Fruchtkörper die Huthaut stark dehnt, bis sie fast durchscheinend wirkt wie in Bild N3.

    Wenn das so sein sollte, dann könnte ich mir gut vorstellen, dass es sich tatsächlich um den gleichen, oder zumindest um nahe verwandte Pilze handelt.


    Ist das auch P.cervinus, trotz der anderen Erscheinungsform?


    LG, Martin

    Hallo Prawdziwek!


    Auf jeden Fall tun Spaziergänge an der frischen Luft, über Feld und im Wald einer geplagten Seele meist sehr gut! (Wobei meine Sorgen sicher vergleichsweise läppisch und bisher immer vorübergehend waren.)


    Wichtig ist es, etwas Sinnvolles zu tun zu haben, und die Beschäftigung mit den friedfertigen Pilzen kann da vielleicht auch ein wenig helfen.


    Liebe Grüße, guten Mut und Besserung wünscht

    Martin

    Guten Morgen Frank Tomentella ,


    gerade habe ich die Beschreibung von Oxyporus latemarginatus auf 123 durchgelesen.

    Ja, das passt, wie du sagst, sehr gut. Auch die verweigten Hyphen werden dort explizit erwähnt.

    Ich werde heute nochmal die Zystiden und Basidien versuchen zu vermessen und schauen, ob das auch hinkommt mit den Angaben.

    Und den Schlüssel muss ich natürlich auch nochmals prüfen, wo ich falsch abgezweigt bin.


    Ob die dort erwähnten "geschweiften Hyphen" diejenigen sind, die man in Bild 7 in den oberen Bildeinsätzen sehen kann? (Die untere Zelle wächst nach der Septierung seitlich noch ein Stück weiter und sieht dadurch ein wenig wie ein Schwänzchen aus.)


    Ooh, gar nicht so einfach das!

    Vielen Dank für deinen wertvollen Hinweis!


    Beim Rückwärts-Schlüsseln von Oxyporus müsste ich im letzten Schritt statt wachsigem Frk (Physisporinus) also den korkigen Frk wählen (Oxyporus), hmmm...

    Korkig kam mir die Masse gar nicht vor, sonst passt schon alles.

    O.latemarginatus wird allerdings auch nicht als Art erwähnt, hier würde ich (deshalb) bei O. obducens landen.

    Offenbar versagt mein Schlüssel hier, O.latemarginatus ist nicht berücksichtigt.


    Gerade habe ich das Paper inkl. Oxyporus-Schlüssel von R.K.Schumacher zum Thema P.latemarginatus gelesen (Boletus, 28, 2006, Heft 2, S.119-124).

    Ich kann hier keinen Widerspruch entdecken.


    Auf jeden Fall ist das ein sehr schöner Pilz der sich zudem angenehm präparieren lässt.


    LG, Martin

    Hallo Frank,


    die Hyphen haben einen Durchmesser von 3,5 - 5 um, so habe ich es notiert. 3,5um sind typisch für die losen Hyphenenden in Bild 7. Die auffällig dicken nur selten und weiter innen Richtung Matrix.


    Leider ist mir nicht ganz klar, was mit Basalhyphen gemeint ist, sonst könnte ich morgen nachmessen.


    LG, Martin

    Hallo Porlingsfreunde!


    Bei der Bestimmung dieses Porlings hoffe ich, auf der richtigen Fährte zu sein. Diesmal gibt's hierfür auch Sporen genug... :gzwinkern:

    Gefunden habe ich ihn an der Basis eines Laubholz-Stubbens im Unterholz, unterhalb von alten Trameten.

    Bild 1 Baumstubben mit Trameten und weißer Kruste auf Moos


    Unterhalb der Trameten war der Baumstumpf und das darauf wachsende Moos großflächig mit einer schneeweißen, wachsartigen Kruste überzogen.

    Bild 1 Weiße Kruste auf Moos entpuppt sich als Porling


    Diesen Porling finde ich natürlich interessant und nehme also ein Stückchen an mich.


    Zuhause unter besserem Licht kann man die strahlend weißen Poren gut erkennen.

    Er hat sich durch mein Manipulieren nicht verfärbt.

    Bild 3 Probe


    Bild 4 Die Poren und Bewohner vergrößert


    Die Poren sind etwas irregulär, ev. leicht eckig geformt.

    Die Porendichte liegt bei 3-4/mm.

    Der Rand des Porlings, oder was man vielleicht als solches bezeichnen kann, wirkt flaumig, zum Schlüsseln benötige ich dieses Detail aber dann gar nicht...

    Bild 5 Porlingsrand


    Der Porling wird rückseitg etwas befeuchtet und zum Abwurf über Nacht auf einem Objektträger abgelegt.

    Der Sporenabwurf liefert hyaline, elliptische, glatte und dünnwandige Sporen.

    Die Sporenabmessungen liegen bei etwa 5,0-5,8-6,5 x 3,1-3,5-3,9 (Q = 1,7, N=10) - die Messung wurde in Wasser durchgeführt.

    Die Sporen reagieren nicht in Lugol (IKI-), sind inamyloid, nicht dextrinoid

    Bild 6 Sporenabwurf


    Ein Abzupfel ist sehr gut quetschbar und verrät unter dem Mikroskop folgende Eigenschaften:

    Das Hyphensystem ist mMn monomitisch: nur dünnwandige Hyphen ohne Schnallen sind zu finden.

    Bild 7 Dünnwandige Hyphen ohne Schnallen


    Das Subhymenium ist dicht gepackt und enthält zudem eine wachsartige Matrix mit (Oxalat-)Kristallen.

    Auch hier kann ich zumindest keine Schnallen erkennen.

    Bild 8 Hyphen und Kristalle in Matrix


    Im Hymenium befinden sich kristalltragende Zystiden (Kristallschöpfe).

    Diese Zystiden sind etwas verdickt und verjüngen sich zum Ende hin etwas spindelförmig.

    Einige derartige Zystiden lassen sich auch ohne Kristallbesatz finden.

    Die Basidien sind 4-sporig:

    Bild 8 Hymenium mit viersporigen Basidien & kristalltragenden Zystiden


    Beim Schlüsseln nach Bresinsky gelange ich, voraussetzend, es gibt nirgends Schnallen, zur Gattung Physisporinus, die im Buch mit 2 Arten beschrieben wird.

    Dort passt P. vitreus sehr gut mit den beobachteten makroskopischen und mikroskopischen Merkmalen überein:

    Einjährig; ... Fruchtkörper weiß, nicht fleckend, ohne Schnallen, Sporen inamyloid und nicht warzig, kristalltragende Zystiden vorhanden, Fruchtkörper wachsartig => P.vitreaus


    Beim Gegenvergleich mit weiteren Eigenschaften von P.vitreaus sollen die Sporen 4-6,5 x 3-5,5 µm groß sein, was sich mit meiner Messung deckt, aber nach 123-Pilze soll der Q-Faktor eher bei 1,2 haben sollen, also eher etwas rundlicher als meine Sporen (Q=1,7) sind.


    Ich bin sehr gespannt, ob jemand hierzu was sagen kann und möchte (irre ich mich mit den Schnallen?).

    Falls ja, möchte ich mich für die Mühe schon mal bedanken! :gbravo:


    LG, Martin

    Hallo Malone,


    platzt N.cinnabarina so unter der Rinde hervor?

    Normalerweise wächst doch häufig auch die Anamorphe dicht daneben.

    Kleine, rote Pyrenos gibt's doch ziemlich viele, oder (z.B. Neonectria)?


    LG, Martin

    Hallo Werner, hallo Norbert!


    ja S.flavipora sieht im Vergleich sehr gut aus.

    Makrokopisch passen Fundort, die Porengröße, Habitus und Färbung. Mikroskopisch passt auch alles (kopfige Hyphenenden, Schnallen, Inkrustation, dickwandige Hyphen,..) - aber die Sporen! :thumbup:

    Danke Werner Edelmann !


    Ja, die Sporen passen so gar nicht dazu! Ich kann mich erinnern, dass die Ausbeute recht mager war.


    An diesem Tag fand ich sehr, sehr viele stramme Judasohren räumlich bei und zeitlich unmittelbar vor diesem Fund.

    Wahrscheinlich hatte ich Sporen an den Fingern, als ich meine Probe nahm, oder der Wind hat sie auf den Nachbarbaum verfrachtet. Das ist ja auch der Sinn der Sporen.

    Auf jeden Fall, liegst du, Norbert.S mit deinem Verdacht, es handele sich um Judasohrentzündung absolut richtig, Chapeau! :gbravo:


    Super, vielen Dank euch beiden!


    LG, Martin


    Die Autokorrektur mit der Entzündung lasse ich mal stehen, weil sie witzig ist und sogar gut passt.

    Hallo,


    beim Kramen in der "unbestimmten Ecke" meines Foto-Herbars bin ich auf einen saftig-weichen, resupinaten, weißlich/gelblichen Porling gestoßen, den ich noch nicht zuordnen konnte.

    Gefunden habe ich den Porling vor etwa drei Wochen, als ich durch den feuchten Laubwald (Eiche, Rotbuche, Ahorn, Kirsche, Hollunder, ...) umherstreifte...

    Bild 0 Der Wald Ende April


    ... ich fand ihn also an einem umgekippten Stämmchen, etwa einen Meter über dem Boden.

    Bild 1 Der Fund


    Bei genauerer Betrachtung war ich hin und hergerissen, ob das nur ein oder zwei Porlinge sind, die hier wachsen, oder ob es sich um unterschiedliche Ausprägung, bedingt durch den Winkel des Substrates relativ zur Vertikalen, handelt.

    Bild 2 Ein oder zwei Porlinge?


    Ein Stück weiter rechts geht der Pilzbewuchs in diesen Habitus über, und hier habe ich die Probe entnommen.

    Bild 3 Entnahmestelle der Probe


    Bild 4 Entnommenene Probe


    Die Porenweite ist hoch und liegt bei etwa 5-6/mm:

    Bild 5 Makrospokaufnahme der Porenweite


    Bild 5 Verfärbung der Poren bei Druck ins Gelbe


    Ein Sporenabwurf liefert lange, bockwurstförmige Sporen, die in Lugol nur gelb werden (inamyloid).

    Die Maße der abgeworfenen Sporen liegen bei 17,0-19,0-20,4 x 5,3-6,0-6,7 (Q = 3,0, N = 20). Diese Sporen stammen aber nicht vom Porling, sondern vermutlich von einem benachbarten Judasohr - Danke Norbert für die Zuordnung!

    Bild 6 Fremd-Sporen (Lugol)


    Mikroskopisch lassen sich neben dickwandigen Hyphen auch viele inkrustierte sowie kopfige Hyphenenden finden.

    Bild 7 grob inkrustierte Hyphenenden


    Bild 8 kopfige Hyphenenden


    Basidien habe ich nicht gefunden, weil ich vermutlich meinen Schnitt an der falschen Stelle gesetzt habe.

    Die resupinaten Porlinge in meiner Literatur haben Sporenlänge unter 15µm, meist unter 10µm.

    Beim Schlüsseln passt immer was nicht.

    Welchen Fehler mache ich?

    Falle ich womöglich auf durcheinander vermischte Porlinge herein?


    Vielleicht weiß jemand Rat?


    LG, Martin

    Da wünsche ich viel Spaß bei deinem Versuch!


    Eine warme und feuchte Umgebung sind sicher hilfreich beim Auskeimen.

    Vielleicht legst du das Beefsteak in eine Schale mit Wasser auf ein südlich ausgerichtetes Fensterbrett.


    Ich fürchte nur, so sehr sich der Pilz bemühen wird, so werden immer andere Einzeller das Rennen für sich entscheiden und nach kurzer Zeit für ein unvergessliches Ambiente sorgen. ==Gnolm9


    LG, Martin

    Hallo Öhrling!


    Sehr schön, dann lag ich wohl richtig, das freut mich.

    Zum Geruch verweigere ich die Aussage! Ich kann mich nicht erinnern. Besonders intensiv war der Geruch jedenfalls nicht.

    Zum Schnallenzählen in der Huthaut ist es zu spät, der Halbpilz wurde in kleinen Teilen über Totholz im Garten verteilt. Vielleicht gefällt es ihm hier.

    Nächste Mal dann!


    LG, Martin

    Hallo Freunde der Pilzwelt!


    Am Sonntag fand ich auf Holz Stink-Normalo-Lamellenpilze - ein mir aber noch gänzlich fremdes Thema.

    Deshalb möchte ich meinen Fund kurz vorstellen und hoffe ggf. auf Korrektur meiner Bestimmung.


    Am Fuße einer Kirsche wuchsen zwei (fast) verwachsene Pilze im Moos über/im Holz sehr eng beisammen.

    Ob das Holz zur Kirsche gehört weiß ich nicht, aber Nadelbäume waren keine in der Nähe (?), zumindest nicht viele...

    Bild 1 Zwei Pilze im Wald


    Pilze mit dunkelbraunen Kappen, schneeweißen Lamellen und einem braun-weiß gefasertem Stiel!

    Richtig hübsche sind das, finde ich! ==Gnolm13

    Bild 2 von der Seite


    Der Pilz verfärbt sich beim Ausstechen nicht durch Fingerdruck, auch die Lamellen nicht.

    Bild 3 Schräg von unten, kein Ring, keine Ringreste, weiße Lamellen


    Auch das Innere bleibt nach dem Aufschneiden weiß.

    Eine Hälfte habe ich mitgenommen, die andere zum Aussporen auf einen benachbarten Baumstamm gelegt.

    Bild 4 Querschnitt - Blick auf frei stehende Lamellen


    Der Stiel lässt sich leicht vom Hut trennen.

    Die Huthaut ist was man wohl radialfasrig nennt.

    Ob sie sich leicht ablöst, habe ich nicht getestet, aber auf dem Bild sieht man, dass sich links ein Streifen beim Schneiden abgelöst hat.

    Deshalb denke ich, sie ließe sich vermutlich leicht abziehen.

    Bild 5 Blick auf Huthaut


    Der Sporenabwurf übernacht war ergiebig und hellbraun.

    Vergleich mit den Farbtabellen im Buch (FoTE) ergibt eine Bezeichnung zwischen "cinnamon" und "clay buff".

    Auch die Lamellen hatten morgens die Sporenfarbe angenommen.

    Die Hutbreite liegt bei > 6 cm.

    Bild 6 Sporenabwurf


    Interessant sind die Mikro-Aufnahmen.

    Schon im Makroskop lassen sich bei 40x Vergößerung Zystiden mit verbreiterten Enden auf den Lamellen erkennen:

    Bild 7 Indiskreter Blick zwischen die Lamellen (40x)


    Wenn man eine Lamelle unters Mikroskop legt, konnte ich eine Stelle mit braunen Sporen finden.

    Zu dem Zeitpnkt hielt ich sie noch für eine Kontamination.

    Der Sporenabwurf hat mich eines besseren belehrt.

    Bild 8 Schrägaufsicht auf Hymenium mit reifen, braunen Sporen


    Etwas eingefärbt, um den Kontrast zu erhöhen, lassen sich sehr dickwandigen Zystiden mit Haken unter dem Mikroskop gut erkennen.

    Bild 9 Zystiden im Hymenium in 400x Vergrößerung


    Ach ja, Schnallen konnte ich keine ausfindig machen.

    Es müsste sich also um einen Pluteus handeln, alles spricht dafür.

    Bild 10 weitere Zystiden: keulenartige und spindelförmige Zystiden (Lamellenschneide?)


    Die Messung der Sporen ergibt die Werte 6,0-7,0-8,0 x 4,7-5,3-5,8, Q = 1,2-1,3-1,5; N = 8

    (Nur 8 Sporen? Da war ich ein wenig faul! Es waren einfach zu viele Sporen, die alle wild durcheinander schwammen und sich nicht beruhigen wollten ==Gnolm4 )

    Bild 11 Sporen


    Ich habe bestimmt auch am Pilz gerochen, in der Hinsicht hat der Pilz aber keinen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen. ==Gnolm23


    Darf ich hier einen Pluteus cervinus vermuten, der seinen Namen, wie ich lese, wegen der "geweihartigen" Zystiden erhalten hat (finde ich ein wenig weit herbeigeholt)?

    Ich habe aber irgendwo hier gelesen, die Art wurde zur Artengruppe erweitert - dann vielleicht also ein Pluteus cervinus "sensu latu"?

    Allerdings sollte der Sporenabwurf dann eher pink sein, das kann ich hier (Bild 6) nicht erkennen.

    Einen weiterführenden Schlüssel habe ich im WWW leider nur für nordamerikanische Plutei gefunden, das hilft mir nix!


    Passt das so? Falls ja, wäre das mein erster Dachpilz! ==Gnolm7


    LG, Martin

    Hallo Ulla,


    das Capillitium hat, wie du sagtest, jede Menge Stacheln, in der Tat!

    Ich hatte die Stellen für abgerissene Querverbindungen des Capillitiums gehalten, die waren mir viel zu groß, für das was ich gesucht hatte.

    Und schon biegt man beim Schlüsseln in die falsche Richtung ab... ==Gnolm10


    Ich nehme an, die Stacheln sind folgende Gebilde hier:

    Bild N1 Stacheln im Capillitium bei S. fusca


    Man muss halt wissen, wonach Ausschau zu halten ist!


    LG, Martin