Beiträge von KaMaMa
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Hallo Murph,
Toller Fund, Glückwunsch!

Ein Frage dazu: Ich sehe weißliche, grau-grünliche, sehr dunkle; dabei die Größe unabhängig von der Färbung.
Sind das unterschiedliche Reifestadien oder unterschiedliche Arten?
LG, Martin
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Hallo Werner,
was es nicht alles gibt!

Da staune ich!
Vielen Dank für deine Erklärung, da wäre ich nicht drauf gekommen.
LG, Martin
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Hallo,
gerade stoße ich auf dieses alte Posting mit dem noch ungeklärten letzten Fund mit dem grauen, unterseits eingedellten Sporangium aus der Feuchtkammer.
Mittlerweile habe ich in den "Fungi of Temperate Europe" einen sehr gut passenden Pilz zu den letzten Aufnahmen gefunden: Der Zygomycet Rhizopus stolonifer stimmt vermutlich recht gut überein mit dem Fund vom 24. Juli überein.
Schade, jetzt hätte ich ein Mikroskop!
LG, Martin
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Hallo Pilzgemeinde!
Heute stand ich vor einer stattlichen Hainbuche, deren Stamm über große Bereiche - vom Wurzelbereich bis auf vielleicht 3-4m Höhe in die Äste - von einer rosa Kruste überzogen war.
Es wirkte so, als ob rosa Farbe von oben herabgelaufen und angetrocknet sei.
Dieser Rindenpilz schien in seiner Ausbreitung dem ablaufenden Regenwasser am Stamm zu folgen.
Bild 1 Blick nach oben
Bild 2 Stamm in Kopfhöhe mit rosa Ablaufspuren
Offenbar handelt es sich um Pilzliches.
Bild 3 Detail der Kruste
Auch noch im Wurzelbereich ist der Pilz vorhanden. Der Schnecke schmeckt es.
Bild 4 Wurzelbereich des Baums mit rosa Kruste
So etwas habe ich bisher nicht gesehen. Ich dachte an eine Zystidenrindenpilz oder ähnliches.
Also nahm ich ein Stückchen Borke aus dem Wurzelbereich des Baums mit.
Unter der Stereolupe wirkt die Kruste glatt, brüchig und dünn, im Randbereich fädig-weiß.
Bild 5 Stereolupenaufnahme
Bild 6 Randbereich der Kruste ist weiß
In Wasser etwas eingeweicht und mit der Pinzette ein Stück für das Mikroskop entnommen.
Die Kruste ist nass butterweich und zieht sich in die Länge wie Kaugummi.
Mit ein wenig Kongorot eingefärbt lassen sich einige Strukturen besser erkennen:
Bild 7 Mikroskop-Übersicht nach Kongorot
Im gefärbten Randbereich des Quetschpräparates einzelne Hyphen und sehr viele freie, runde Zellen (Konidien?).
Es stechen kreisförmige, transparent wirkende Bereiche heraus, die in Kongo kaum angefärbt wurden.
Es lassen sich keinerlei hymeniale Strukturen wie Basidien, Zystiden, o.ä. in den Proben auffinden.
Es scheint nur ein Hyphentyp vorzuliegen (Durchmesser 3-4µm) mit schnallenlosen Septen.
Folgende typische Strukturen lassen sich mikroskopisch erkennen:
1) Einzellige Sporen/Konidien gibt es in allen Größen zwischen etwa 3 - 10 µm, rund bis elliptisch.
Bild 8 Sporen/Konidien
2) Dazwischen finden sich aber auch zwei- bis mehrfach septierte, länglich-gekrümmte Sporen/Hyphenfragmente.
Die Hyphen haben eine Breite von 3-4µm, ebenso die länglichen Sporen.
Bild 8
3) Die Sporen könnten eventuell von folgenden Strukturen gebildet worden sein:
Bild 9 Hyphenenden mit mehrfach-septierten, verdickten, in Kongo färbbaren Enden
4) In der Matrix eingebettet sind große Strukturen mit Durchmessern um 30µm.
Sie wirken wie kompakte Hyphen-Zusammenballungen.
In Lugol werden sie kräftig gelb angefärt.
Bild 10 In Kongo (gespült)
Bild 11 Kongo (gespült) + Lugol
Ich habe hier leider kaum eine Vorstellung, um was es sich hier handeln könnte.
Anamorphe von Erthricium? Oder Corticium?
Was könnte das denn in etwa sein?
Bestimmt hat jemand von euch so eine Kruste schon gesehen und kann mir sagen, wie ich vorgehen muss.
LG, Martin
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Hallo Erich T ,
da sich schon so lange niemand deiner Frage annimmt, will ich's mal versuchen.
Die K+ gelbe Reaktion der Rinde weist auf die Gattung Physcia hin, die ähnlichen Phaeophyscia-Arten (K-) wäre dann wohl raus.
Wegen der fehlenden fleckigen Bereifung kommen die ebenfalls Ap.tragenden Physconien nicht weiter in Betracht.
Die Apothecien bei Physcia haben typisch eine braun/schwarze Scheibe und einen lecanorinem, also lagerfarbenem und algenenthaltendem Ap.Rand, die Scheibe kann aber weiß bereift sein und damit weißlich wirken - so wie es hier das Fall ist.
Da keine Sorale vorhanden sind, muss man in erster Linie an die beiden häufigen Flechten P. stellaris oder P. aipolia denken.
Ap. sind auf den ebenfalls häufigen Physcien P. adscendens und P. tenella nicht ungewöhnlich, aber diese Flechten besitzen immer auch Sorale an den Lappenenden.
Die Reaktion K+ gelb auf der Oberfläche, wie du schreibst, ist allen Physcien gemein und für die Gattung typisch.
Makroskopisch lassen mich die weißen Flecken (Pseudocephyllen) auf der Oberrinde eher in Richtung P. aipolia als P. stellaris denken; sie sind für P. aipolia typisch. Am besten sind sie im feuchten Zustand erkennbar.
Auch die starke Bereifung der Ap. weist in die Richtung P. aipolia.
P. aipolia ist bei mir im Neckartal (allgem. in Süddeutschland) ziemlich häufig, bzw. in der Ausbreitung begriffen, P. stellaris finde ich eher selten.
P.stellaris ist, glaube ich, eher im nördlichen D häufiger.
Ein anderes, manchmal angegebenes, makroskopisches Merkmal zur Unterscheidung von von P. stellaris und aipolia, ist die Krümmung der Läppchen. Bei P. stellaris sind sie eher gewölbt, bei P. aipolia flach anliegend.
Zur Unterscheidung zwischen P. stellaris und P.aipolia solltest du die Reaktion des Marks auf KOH prüfen!
P. aipolia würde im Gegensatz zur ähnlichen P. stellaris im Mark mit K+ gelb reagieren.
Dazu am Besten die unberindete Unterseite betüpfeln, wo das Mark frei liegt.
Bei K- => P. stellaris, K+ gelb => P. aipolia
Mikroskopieren brauchst du erst mal nicht - macht aber Spaß, weil die Physcien gute Objekte hierfür sind.
Die Sporen von P. aipolia sind - wie bei den meisten anderen Physcien auch - zweizellig und braun, so wie du sie bei deiner Flechte findest.
Kurz und gut, ich denke, dass hier P.aipolia vorliegt aber zur Untermauerung oder zum Verwurf dieser Hypothese wäre noch die KOH-Färbereaktion des Marks nötig.
Ich hoffe, ich konnte dir ein wenig weiter helfen.

LG, Martin
PS: Im Übrigen ein hübscher Querschnitt durch das Apothecium, den du oben zeigst!
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Hallo zusammen!
Bei meinem letzten Spaziergang bin ich am Waldrand in Bachnähe auf einen weiß schimmernden Eichestamm aufmerksam geworden.
Bild 1 Waldweg mit locker stehenden Laubbäumen: Eichen, Buchen, Ahorn,..
Bild 2 Eiche mit tief rissiger, weißlicher Borke (Quercus cf. rubor)
Auf den weiß überzognen Borkenschuppen sind bei genauer Betrachtung grünliche Bereiche mit stecknadelförmigen Fruchtkörpern erkennbar.
Mit bloßem Auge wie schlecht rasiert wirkend.
Der weiße Hintergrund-Thallus weist immer wieder kleine orangenen Flecken (Anwesenheit von Trentepohlia-Algen?) auf.
Bild 3 Grünlicher Flechtenthallus auf Südseite des Baumes
An einer abgestemmten Borkenprobe sind die winzigen Fruchtkörper unter der Stereolupe erheblich besser zu erkennen:
Bild 4 Flechte mit grüngelbem Thallus und stecknadelförmigen Fruchtkörpern
Der weiße Thallus bricht stellenweise grünlich-leprös auf (oder sitzt der grünliche Thallus auf einem weißlichen Fremd-Thallus auf ?
)Nur aus dem gelb-grünlichen Thallusbereich erheben sich die gestielten Fruchtkörper.
Bild 5 Schrägansicht
Ritzt man den weiß bereiften Thallusbereich, kommt eine orangene Färbung zutage, was auf Algen der Sorte Trentepohlia hinweisen könnte.
Bild 6 geritzter, weißer Flechtenthallus
Beobachtungen:
In einem flächigen, weißen Thallus eingebettet oder aufgelagert befinden sich gelb-grünliche Thalli mit Fruchtkörpern.
Der gelb-grünliche Thallus ist leprös und unbereift, die coniocarpen Fruchtkörper ragen aus ihn hervor.
Der Chemikalienfärbetest ergibt für den weißen Thallus K-, C-, L-, P+ gelb, für den gelbgrünen Thallus K-, für das Mazaedium K-.
Der Fruchtkörper-Stiel an der Basis eher hellbraun, in Richtung Fruchtkörper dunkler werdend.
Die Unterseite das dunkelbraunen Apotheciums ist weiß bereift, die Bereifung greift auch auf den oberen Teil des Stiels über.
Auf dem Apothecium sitzt eine mittelbraune, körnige Masse, i.w. aus freien Sporen, Ascusresten und Paraphysen bestehend, auf (Mazaedium).
Die Stiellänge beträgt um 600-1000µm.
Die Apothecien weisen einen Durchmesser vom um 300µm auf.
Bild 7 Abgelöster Flechtenbrösel mit Fruchtkörper, Stiel und Thallus
Unter dem Mikroskop erweisen sich die Sporen als einzellig - kugelig bis leicht elliptisch geformt.
Sie sind gelblich/bräunlich (in Wasser).
Die Oberfläche wirkt glatt und strukturlos.
Bild 8 Sporen in Wasser
In Wasser bleibt die Flechtenprobe zäh und kaum quetschbar.
Die Algen schimmern unscharf und grün aus der Tiefe.
Bild 9 Flechte ungequetscht in Wasser
Nach Zusatz von KOH unter das Deckglas lässt sich die Flechte leicht planarisieren.
Bild 10 Flechte in Wasser + KOH (20%) Zusatz; gequetscht - keine Farbreaktion von Rinde, Mark oder Mazaedium erkennbar
Die einzelnen Algenzellen werden erkennbar, bleiben allerdings unscharf (wachs-/gallertartige Umhüllung?).
Die Algenzellen liegen in lockeren Clustern und Ketten vor.
Ihre Größe liegt bei etwa 5 x 10-12 µm.
Die länglichen Algen sind elliptisch oder zylindrisch, was für Trentepohlia sprechen sollte.
Die Zuordnung passt auch zur den orangenen Flecken auf dem Thallus und dem Ritztest.
Bild 9 Algenzellen der Flechte
Zuordnung:
Beim Schlüsseln lande ich bei der Gattung Chaenotheca.
(Schlüssel nach Wirth: Ap. deutlich gestielt; Flechte auf Rinde; nicht auf Alnus & Populus; Sporen einzellig; Ap.Köpfchen oberseits mit braunem oder hellerem Mazaedium, unterseits schwarz, weißlich bereift. Sporen kugelig, seltener ellipsoid bis zylindrisch, farblos bis braun; Thallus deutlich)
Innerhalb der Gattung Chaenotheca lande ich bei Chaenotheca cf. stemonea.
(Schlüssel nach Wirth: Sporen kugelig; Ap-Köpfchen nicht (grünlich)gelb bereift; Ap-Köpfchen nicht rotbraun bis braun bereift; Thallus deutlich; Thallus nicht stellenweise gelblich bis rostfarben und K+ rot, Sporen glatt; Algen nicht kugelig, sd. länglich .. oft in kurzen Ketten; Sporen größer als 2,5-3µm, +/- braun, Ap. weniger als 2mm hoch; Ap.Köpfchen kugelig, 0,2-0,3mm breit, unterseits leicht weißlich-bräunlich bereift, Stiel unten braun-schwarz. Ap. 0,6-1,4mm hoch. Thallus dünn, fein-mehlig h.bläulichgrün; P+ gelb bis rötlich, K-, C-; Sp. 3,5-4µm).
Zur C. stemonea heißt es bei Wirth: ... an älteren Bäumen mit saurer Rinde ... Quercus, tief in Borkenrissen oder Höhlungen und Nischen an der Stammbasis, meist an lichtarmen, völlig regengeschützten Kleinstandorten im Inneren von Wäldern, bis in montane .. Lagen, meist ohne Begleiter oder mit C.furfuracea.
Wo ich mir beim Schlüsseln unsicher war, sind folgende Punkte:
1) gehört der weiß bereifte Thallus überhaupt zur gesuchten Flechte? Die Farbreaktionen P, L, K und C wurden an dem weißen Flechtenthallus vorgenommen. (K zusätzlich unter dem Mikroskop an der Probe.)
2) die Form der Apothecien: ob nun "kugelig", "linsenförmig" ist mir nicht ganz klar.
3) die Farbe der Bereifung des Apotheciums ist schwierig zu erkennen, mal wirkt sie weiß, mal grünlich
Lichtarm erscheint mit der Fundplatz nicht wirklich, da die Flechten an eher exponierten Stellen, auf den Leisten der Borke gefunden wurde, nicht im Inneren tiefer Winkel.
Das ist mein erster Fund von coniocarpen Flechten.
Könnte die Zuordnung C. cf. stemonea stimmen?
Vielleicht kennt sich jemand mit dem Thema aus und kann und möchte Rat geben?
Ich würde mich über Rückmeldung sehr freuen!

LG, Martin
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Hallo Tuppie,
Das Programm (Händi-App) Birdnet kommt zum Ergebnis Mönchsgrasmücke, wenn auch nicht sicher.
Ich verwende das Programm sehr gerne zur Vogelstimmenbestimmung - kann ich empfehlen!
Es wird mit dem Vogel in natura sicher besser funktionieren.
Zumindest nicht unwahrscheinlich, das Vögelchen ist ja auch nicht allzu selten...
Pieppiep, Martin
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Hallo Peter ( Habicht (†) ),
Danke für deine Anregegung für einen effektiv Sporenabwurf, um reife Sporen zu finden.
Ich habe das so ähnlich gemacht, hatte allerdings keine Abstandshalter unter den Pilzen.
Diese Idee hatte ich nicht, sieht gut aus und macht Sinn.
Auch das Papier bei größeren Fruchtkörpern gegen Verschutzung der Unterlage ist clever!
Einen Sporenabwurf hatte ich schon gemacht, wenngleich die Sporenausbeute nicht riesig war, die Sporenabmessungen hatten zumindest nicht ganz schlecht gepasst.
Die Asci, die ich im Quetschpräparat fand, waren noch ohne Sporen.
Mir ging es jetzt hauptsächlich darum, ob sich die Sporen nach der Ernte durch Nachreifung bilden und in welcher Zeit.
Du schreibst, auf den Fotos mit dem neuen Quetschpräparat keine reifen Sporen erkennen zu können.
Die Sporen auf dem Bild S1/S2 befinden sich im Ascus - das ist natürlich richtig!
Die Asci enthalten jetzt jedenfalls Sporen.
Vielleicht habe ich etwas falsch verstanden, aber wenn ich richtig verstehe, dann sind die Sporen von Gyromitra (ancilis et al.) elliptisch, wirken durch die Anhängsel spindelförmig, und besitzen einen großen und zwei kleinere Öltropfen im Inneren. Solche Sporen dachte ich - in den Asci - erkennen zu können.
Wenn diese Sporen nicht reif sein sollten, frage ich mich, wie reife Sporen von Gyromitra auszusehen haben?
Vermeintlich reife Sporen mit drei Öltropfen und spitzen Anhängseln - noch im Ascus befindlich
Sind diese Sporen noch nicht vollständig reif, weil sie noch nicht ausgeworfen wurden?
Vielleicht wachsen sie noch ein wenig? Wahrscheinlich ist das so. Ist der Apfel reif, so fällt er vom Baum.
Die Größe darf ich wegen der Lichtbrechung sowieso nicht im Ascus messen.
Dann kann nur ein Sporenabwurf reife, vermessbare Sporen zeigen!
Nicht alle Sporen des Abwurfes erschienen mit reif zu sein, im Sporenabwurf fand ich auch unreife Sporen.
Das liegt vielleicht daran, dass ich keine Abstandshalter verwendet hatte? (=> Schläuche kleben fest, reißen auf, hinterlassen unreife Sporen)
Jedenfalls, einen Sporenabwurf kann ich mit der Lorchel jetzt nicht mehr machen, da sie verschwunden ist!

Sie hat wohl einer Gartenmaus gut geschmeckt!

LG, Martin
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Hallo!
Nach einer Woche im schneckenfreien Flaschengarten (vgl. Bild 2 oben) ist die Scheibenlorchel zwar schlabbrig weich angegammelt, sie stinkt noch nicht, riecht aber etwas muffig unangenehm. Dafür hat sie jetzt aber üppig Schläuche und viele reife Sporen ausgebildet!

Es hat für mein Empfinden sehr gut geklappt, die Lorcheln in geschützter, feucht-warmer Umgebung nur ein paar Tage nachreifen zu lassen.
Bild S1 Quetschpräparat in Wasser mit Schläuchen
Bild S2 reife Sporen in Ascus
Vielleicht hatte ich auch nur nur Glück und der Fruchtkörper war schon hinreichlich vorgereift - aber hier hat eine Woche Nachreifung offenbar genügt.
Den Schwabbel mitsamt aller Untermieter habe ich im schattigen Garten abgelegt, vielleicht fühlen sich ihre Nachfahren irgendwo dort wohl...
LG, Martin
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Hallo,
auch von mir Frohe Ostern an alle hier!
Ich bin sehr froh, dieses wunderbare Forum entdeckt zu haben.
Nobi, ich habe schon den Eindruck, es gibt hier noch immer viele Mitglieder, die viel wissen, viele, sehr interessante Beiträge schreiben und vor allem sich freundlich der Anfragen von Neulingen wie mir annehmen.
Danke euch allen!
Martin
Die Blauholzeier übrigens sind genial, deine Erklärung dazu habe ich gefunden, Tuppi.
Mal schaun, vielleicht machen wir nächstes Jahr auch welche...
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Hallo.
Am Ostersamstag geht's nach einiger Zeit wieder am Flüsschen entlang, wo ich schn einige Zeit nicht mehr war.
Es ist hier etwas geschützter und feuchter als im Umland ist und weil es hier auch Eschen gibt, dachte ich, könnte ich vielleicht meine erste Morchel entdecken.
Bild 1
Schon nach ein paar Metern der erste Fund an einigen rocken Laubholz.
Ich vermute hier Ceriporus squamosus gefunden zu haben.
Ganz schön dicke Wäscher!
Und die sind erst in der Entwicklung.
Bild 2
Bild 3
Zwar an einem anderen Holzstamm gefunden, aber schon ein großes, hübsches Exemplar, das sich unter der Rinde hervorzwängt:
Bild 4
Einen Stubben weiter hinten fallen mit weitere Baumpilze auf.
Eine größere Menge pechschwarzer, eingetrockneter Ohrlapppilze (Auricularia mesenterica).
Beim Nähertretzen erkennt man die pelzigen, grau-gezonten Oberseiten der Hütchen.
Bild 5
Bild 6
À propos Stubben: Mein Lieblingsbach ist kaum wiederzuerkennen. In den letzten Wochen waren Baumsachverständige und die Holzfäller hier unterwegs.
Das Reinemachen (hier grassiert das Eschensterben) lässt die Gegend abschnittsweise schrecklich aussehen! Zum Heulen...



Bild 7 Kahlschlag an Bachlauf
Der Vorteil hingegen ist, man kommt besser an manche Stellen ran...
Ein weiterer Stubben wird von einem ziemlich großen Lackporling geziert ,den Zitzengallen auf der Unterseite nach wohl Ganoderma applanatum.
Bild 8
Bild 9
An einer geschützen Stelle in der Hecke entdecke ich zu meiner Überraschung eine kleine, wuschelige Bartflechte (Usnea spec.).
Wo anders nichts besonderes, hier aber selten!
Und mit Abstand die größte, die ich bisher hier finden konnte, bisher konnte ich nur einzelne Ästchen entdecken:
Bild 10
Mein Weg führt vorbei an einer weißen Schachbrettblume
20220416 1600579 An der Schozach.jpg
Bild 11
Am Baumstamm hier etwas weißes - ein Schleimpilz?
Ich tippe auf Enteridium lycoperdon, den Stäublings-Schleimpilz.
Er scheint schon reif zu sein. Ich nehme eine kleine Probe mit.
Bild 12
Bild 13
Auch die Pfaffenhütchen wurden beim Großreine-Machen auf den Stock gesetzt.
Zum meinem Glück erkenne ich dadurch die Porlinge knapp über dem Boden, die ringsum an den Stämmen wachsen.
Die Oberseiten sind richtig dick braun-filzig, die älteren Hüte dicht übermoost.
Im Querschnitt erkennt man eine dunkle Linie (Hutkruste?) unter dem braunen Filz.
Das könnte gut Phylloporia ribis, der Stachelbeer-Feuerschwamm sein:
Bild 14
Bild 15
Neben einem Stumpf liegt einer der Porlinge im Gras.
Auch nicht wirklich klein.
Bild 16
Ach ja, der Frühling ist vollends da!
Bild 17
Und ja - eine Morchel (oder doch eine Verpel?) habe ich vielleicht entdeckt - direkt am Wegesrand, von Schnecken schon angeknabbert.
Da es nur eine einzige war, habe ich sie natürlich stehen lassen und habe sie auch nicht durchgeschnitten.
Ein Stückchen vom brüchigen Hymenium habe ich mir aber mitgenommen, die Schnecken mögen mit verzeihen!
Bild 18
Von oben kann man durch ein Fraßloch ins Innere hinein blicken.
Bild 19
Mir hat der Spaziergang Spass gemacht. Ich hoffe euch auch!
LG, Martin
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Alles Gute auch von mir zum Geburtstag!
LG, Martin
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Hallo Timm,
tolle Aufnahmen!
Nicht dass ich es wüsste, aber vielleicht etwas aus der Ecke Hyalorbilia?
Ich bin schon gespannt, was die Experten hier dazu sagen...
LG, Martin
Und frohe Ostern!
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Hmmm,
da könntest hast du, Philipp, natürlich Recht haben!
Wobei ich dazu sagen muss, dass die Rinde nicht so über dem Moos lag, sondern von mir aus dem Laub geklaubt, umgedreht und für das Foto auf des Holz gelegt wurde.
Und vom Baum daneben ist sie wahrscheinlich nicht heruntergefallen, da stehen im Moment nur noch Rotbuchen und eine Kirsche d'rum 'rum.
Dazwischen aber jede Menge Nadelholzstubben, und ein paar Dekameter weiter wachsen noch jede Menge Fichten. Auch Kiefern und Lärchen sind nicht fern.
Auch scheint das Holz schnell gewachsen zu sein, da die Jahresringe für mich recht breit wirken.
Wahrscheinlich anhand der Fotos nicht zu klären, aber so wichtig ist das nun auch wieder nicht.

Bild vom Holzhaufen
Bild mit Holzstapel unter Rotbuche
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Hallo!
Juhu, der Sporenabwurf übernacht hat einige Sporen erbracht!
Dennoch kann ich leider keine Asci finden. Es gibt derer wohl nur eine sehr begrenzte Anzahl auf dem Fruchtkörper.
Die Sporen sehen auch so aus, wie man es wohl erwarten darf:
Ellipsoid, mit klebrigen Anhängseln; im Idealfall mit einem großen in der Mitte und mehreren (typisch zwei) kleineren Tropfen.
Ich messe ohne Anhänge (22,0) 23,0-25,8-28,5 (31,0) x (10,5) 12,8-14,5-16,2 (16,0), Q = (1,7) 1,8-1,9-2,1 (2,2); N = 14
und damit vielleicht einen Tick zu lang für G. parma; G.ancilis, wie Norbert vorgeschlagen hat, passt da viel besser.
Kiefern gibt es an der Fundstelle, Buchen allerdings halt auch.
Die Mikroskopbilder sind mMn unergiebig, da ich keine reifen Schläuche finde (wenn überhaupt Schläuche da sind).
Ich lasse die Scheibchen mal vor sich hin reifen / gammeln, vielleicht tut sich ja noch was, ich bin allerdings skeptisch, ob die 3 Wochen durchhalten...
LG, Martin
Noch ein paar Bilder:
Bild N1: Fruchtkörper vor Ort
Bild N2: viel hellere Unterseite, Stielchen abgebrochen (hatte kein Messer dabei)
Bild 3N Ausbeute sehr runzeliger Scheiben, rechts konvex (und nach feucht vom waschen)
Bild 4N helle Unterseiten (ohne Stiele)
Bild 5N diverse Sporen vom linken Fruchtkörper (s.o.) mit Anhängseln. In Wasser, in Lugol und in Baumwollblau
Interessant finde ich die unterschiedliche Reaktion der Sporen auf das BWB.
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Ohojojoj,
ihr desillusioniert mich und überbietet euch ja mit immer langen Zeitangaben. Ich fürchte, wenn das so stimmt, ist selbst jede fußkranke Schnecke schneller mit dem Fressen, als dass der Pilz reifen kann.
Jetzt hoffe ich auf Notreifung von einer oder beider der gepflückten Scheiben bei mir zuhause. Bei Saroscypha hat das neulich ja auch geklappt. Ohne Kühlschrank und zwar innerhalb von einigen Tagen. Tiefe Temperaturen bremsen die Entwicklung, nicht nur die der Pathogene. Als sich die Fruchtkörper fast zersetzt hatten, waren die Sporen ausgebildet.
Schauen wir mal! Ich werde berichten, falls es klappt.
LG, Martin
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Danke Norbert!
Da muss ich mich wohl noch eine Weile gedulden...
LG, Martin
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Hallo,
heute habe ich eine Stelle mit frischen, leider noch zu jungen Lorcheln gefunden und mich schon auf's Mikroskopieren gefreut.

Tja, die Schläuche sind zwar angelegt, aber die Sporen fehlen leider noch.

Deshalb: Wie lange braucht es denn typischerweise, bis die Fruchtkörper reifen, jetzt wo es warm wird?
Stunden? Tage? Oder eher viele Tage/Wochen?
Sicher hängt das vom Wetter ab, aber eine ganz grobe Vorstellung wird es doch darüber geben.
Wann macht es ganz grob Sinn, nochmal hinzugehen, um reife Pilze fürs Mikroskop zu ernten?
LG, Martin
Bild 1 Scheibenlorcheln
Versuchsweise habe ich meine Lorchel ins Moos in meinen Flaschengarten gelegt, vielleicht reift die ja nach.
Bild 2: Anfeuchten, Deckel drauf und warten...
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Danke Armin!
ich hatte deinen Beitrag mittlerweile durch Zurückblättern gefunden.
Toller Beitrag mit vielen Mikrobildern, die den Beleg gut zuordnen lassen!

So viele Details wie du konnte ich nicht entdecken, speziell die Dentrohyphiden sind mir nicht aufgefallen ( ich hatte allerdings auch nicht danach gesucht) und Schnallen konnte ich keine erkennen.
Der Pilz ist grauenhaft zu mikroskopieren, überall dieses wachs- oder kristallartige Zeug, das alles verklebt und einem die Sicht verstellt.
Ich werde bei Gelegenheit nochmal die mikroskopischen Details suchen und versuchen zuzuordnen!
Jetzt kenne ich ja die Eigenschaften / Eigenheiten dieses Pilzes und weiß, wonach Ausschau zu halten ist.
LG, Martin
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Hallo Armin,
das macht doch nichts.
Deinen Beitrag finde ich leider nicht bei der Forumssuche nach Crustomyces.
Vielleicht kannst du ihn verlinken - ich würde ihn natürlich gerne lesen.
LG, Martin
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Ahoi Pablo!
Wahnsinn - auch wenn die Sporen zu groß sein mögen, das ist schon verdammt nah dran, denke ich.
Makroskopisch zumindest sieht Crustomyces subabruptus dem Fund hier sehr, sehr ähnlich!
Hab gleich mal Google bemüht und finde bei Krieglsteiner 1991 Crustomyces heteromorphus mit passenden Sporengrößen!
Zitat:
Habe mich gerade vom Mikroskop gelöst, zwar keine Schnallen entdeckt, aber der Pilz ist nicht einfach mit dem ganzen Wachszeugs, das alles überdeckt.
Freie Hyphen zu sehen ist schon fast Glückssache.
Nun ja, das könnte er wohl dann sein, oder was sehr ähnliches.

Vielen Dank Pablo für deinen (Fast-)Volltreffer!
Manch einer löst sowas so nebenbei, schon erstaunlich...

LG, Martin
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Hallo,
seit einiger Zeit grüble ich über einen hellgrau/beigen, wachsigen Rindenpilz, den ich derzeit häufig an der Unterseite von liegenden Stämmen (Laubbäume) finde.
Häufig wächst er in unmittelbarer Nähe von schwarzen Pyrenomyceten wie Kretzschmaria oder Jackrogersella.
Er besitzt bereichsweise auffällige, zähnchenartige Auswüchse, deren Spitzen weiß auffasern.
Meines Empfindens nach ist der Habitus recht eigenartig, ich vermute, er müsse makroskopisch zuordenbar sein, aber ich scheitere!
Zwischenzeitlich hatte ich kurz den Verdacht, es handele sich um die graue Anamorphe von Kretzschmaria deusta - die ist es aber ganz sicher nicht, denn:
Es handelt sich aber um einen Basidiomyceten mit wachsartigen Einlagerungen im Fruchtkörper.
Die Sporen sind glatt, ellipsoid, teilweise leicht gekrümmt, farblos und IKI-.
Ihre Abmessung beträgt etwa 4,8-5,2-5,6 x 2,8-3,0-3,2 µm² (Q=1,7 N=15).
Die Färbung des Fruchtkörpers geht übrigens auf gelb gefüllte Zystiden (Gloeozystiden?) zurück.
Die Hyphen habe ich noch nicht untersucht, hätte ich vielleicht sollen...

Ich hoffe, jemand erkennt den Pilz und kann mir einen Tipp zum weiteren Verfahren zur Zuordnung geben.
LG, Martin
So, hier noch Bilder zum Pilz
Bild 1 Fundstelle von heute, Übersicht
Bild 2
Bild 3
Bild 4
Bild 5 Andere Funstelle
Bild 6 zähnchenartige Auswüchse; sie brechen sehr leicht ab
Bild 7 Fünf Zähnchen in Wasser, ungedrückt
Bild 8 Zystiden, tw. gelb gefärbt (Gloeozystiden?)
Bild 9 Sporen aus Abwurf in Wasser
Bild 10 zerquetschte Zähnchen enthalten eine wachsartige Masse
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Hallo Steffen,
es kommt natürlich immer darauf an, was man will oder meint zu brauchen - aber was man wirklich braucht, weiß man häufig erst im nachhinein.
Später ist man bekanntlich immer klüger. Aber anfangs weiß man halt noch zu wenig.
Ich kann dir sagen, dass ich mit einer binokularen Stereolupe für 200€ angefangen habe. Sowas kann man immer brauchen, selbst wenn die Flechten und Pilze mal nicht mehr so interessant sein sollten. Auch zum reparieren, basten, etc. ist eine Stereolupe im Haushalt sehr gut zu gebrauchen. Ein Mikroskop hingegen braucht man im Alltag eher weniger.
Die Stereolupe besitze ich nun seit etwa einem Jahr und bin vollauf zufrieden damit und benutze es nicht nur zum Pilze angucken.
Die Bilddokumentation am Gerät mache ich mit meinem Smartphone: Ein Handy hat man normalerweise sowieso und mit einer passenden Handyhalterung an einem der Objektive kann man Fotos schießen, und am anderen trotzdem Proben präparieren ohne dauernd hin- und herschrauben zu müssen. Das ist nicht teuer!
Eine große, schwere Kamera mit Wahnsinns Auflösung an das Mikroskop zu adaptieren halte ich für unnötig, da es das gar nicht braucht.
Dabei gilt zu bedenken, wie klein ein Okulardurchmesser ist!
Ein Smartphone ist erst mal völlig ausreichend und auch super leicht zu adaptieren und die Kamera ist quasi umsonst dabei.
Zudem sollte man die Handy-Fotosensoren nicht unterschätzen!
Sie sind durch den Massenmarkt trotz ihrer mittlerweile sehr hohen Qualität äußerst erschwinglich.
Ferner haben sie für ein riesiges Display, auf dem man vorab schön sieht, was man aufnimmt.
Spezielle Mikroskopkameras hingegen sind aufgrund der geringen Nachfrage sehr teuer.
Die Stereolupe hat mir nach einigen Monaten nicht mehr gereicht, da die Sache anfing immer mehr Spaß zu machen und ich habe entschieden, zusätzlich ein Mikroskop anzuschaffen.
Ich habe mich entschlossen, mit einem nicht allzu teuren Einsteiger-Mikroskop "anzufangen" (300-400€-Klasse) und muss sagen, ich bin nicht enttäuscht.
Im Gegenteil, ich bin äußerst positiv überrascht von der Qualität!
Ich arbeite in einem Betrieb mit sehr guter Analytik, u.a. auch Auflichtmikrosopen (Zeiss, Nokia) im Labor und bin von daher brilliante Mikroskopbilder gewöhnt.
Mit den Objektiven dort könnte man wahrscheinlich jemanden erschlagen, so groß und schwer sind die - zumindest auf den Fuß sollte man ich die nicht fallen lassen.

Diese Mikroskope kann man natürlich nicht ernsthat mit meinem vergleichen, aber wie gesagt, ich bin mit dem Ergebnis zuhause vollauf zufrieden, trotz der nur daumendicken Okulare!
Bei meinem tri-okularen Mikroskop (natürlich ohne drittes Okular geliefert) kann ich eine zweite Handyhalterung anbringen, ohne auf den binokularen Einblick verzichten zu müssen, das war mir wichtig.
Noch ein drittes passendes Okular geordert, Messokulare gibt's schon für unter 100€, und man kann auch noch loslegen mit Messen - und Software braucht's dafür gar nicht zwingend...
Wenn man nicht messen möchte, kann man das Geld auch sparen.
Und sollte mir in einigen Jahren tatsächlich mein in den Augen einiger hier vielleicht zu einfaches, weil nicht ausbaufähiges Mikroskop nicht mehr genügen, findet sich bestimmt ein jüngerer Interessent in meiner Familie (= Sohnemann), der sich über ein Geschenk freut und den ich damit fördern kann.
So teuer wäre mMn das erste Mikroskop dann nicht gewesen, bis dahin werde ich viel gesehen und gelernt haben und könnte es besten Gewissens weitergeben.
Da geben viele Leute ganz andere Summen für Autos, Fernseher, Computer etc. aus...

Als Pilz-Literatur verwende ich zur Bestimmung sehr gerne die nicht teuren und noch erhältlichen Bände "Fungi of Temperate Europe".
Wie in jedem guten Bestimmungsbuch werden makroskopische und mikroskopische Angaben gemacht.
Solche Bücher, die über ein 10€-Pilzbestimmungsbüchlein hinaus gehen, machen natürlich schon lange vor dem Kauf eines Mikroskops Sinn.
Sie können zur Bestimmung verwendet werden und führen zugleich ein wenig in die Pilz-Mikroskopie ein.
Gerade die Anzahl der besprochenen Pilze finde ich sehr gut und zudem thematisch äußerst breit gefächert, da findet wirklich jeder was interessantes!
Die häufigsten Pilze sind, denke ich, enthalten und die selteneren, naja, da muss man halt versuchen, über andere Quellen der Sache näher zu kommen (z.B. Literatur im Internet).
Ansonsten habe ich mir noch den Bresinskys "Pilze und Flechten" zugelegt, um bis zur Gattung schlüsseln zu können.
Ich muss aber gestehen, dass ich den Bresinsky noch gar nicht ernsthaft verwendet habe. Schande über mich!
Ich hoffe nicht gelangweilt zu haben. Vielleicht hilft dir meine Schilderung bei deinen Überlegungen ein wenig weiter.
Letztlich sollte man einige Tage darüber schlafen, auf seinen Bauch hören und von Spontankäufen Abstand nehmen, sonst ärgert man sich nur.
Wenn man noch nie mikroskopiert hat, finde ich Peters Tipp mit dem Mikroskopierkurs natürlich super!
LG, Martin
