Beiträge von KaMaMa

    Hallo Nobi,


    vielen Dank für's Einstellen deines Berichtes.

    So tolle Funde würde ich auch gerne mal machen.

    Besonders die Erdzungen und die meisten der vorgestellten Discomyceten finde ich sehr interessant und neu für mich.


    Da muss man sicher ein erfahrenes Auge wie du haben, um die Pilzlein im Moos und in der Krautschicht zu erkennen.


    Eindrucksvolle Bilder und Impressionen!


    LG, Martin

    Hallo Erik,


    so einen toll gewachsenen Pilz habe ich bisher nicht entdeckt. Sehr schön! :gschock::gbravo:

    Schade nur, dass du kein Foto mit dem verzweigt wachsenden Pilz noch im Substrat steckend zeigst. Vielleicht hast du ja eines?


    LG, Martin

    Hallo!


    Letzte Wochenende habe ich kräftig rosarote Schleimpilz-Fruktifikationen auf einem alten Laubbaumstubben gefunden.


    Makroskopisch:

    Farbe: Die Sporen, Peridie und Capillitium sind makroskopisch altrosa.

    Die Stiele wirken rotbraun, bis gelbbraun, allerdings im angefeuchteten Zustand.

    Größe: Höhe der offenen FK um 2-3 mm, Breite um 1 mm nach Aussporen.

    Die Stielchen etwa 1mm hoch und weisen eine Längsriefung auf, die auf den Peridienbecher übergeht.

    Peridienrest ist sehr flach becherförmig.

    Das Capillitium steht aufrecht und ist fest mit dem Becher verwachsen. Es muss mit der Pinzette zur Untersuchung herausgerissen werden.


    Mikroskopie:

    Die Sporen haben Durchmesser von 6-7,5µm und besitzen sporadisch kleine Wärchen.

    Capillitium besteht aus einem geschlossenen Netzwerk mit kleinen Ösen in Verzeigungen, mit unverbundenen Ringen und Halbringen als Ornament.

    Die Filamente haben einen Durchmesser um 5µm (inkl. Ornament gemessen).

    Den Hypothallus konnte ich nicht gut genug erkennen, um Aussagen darüber zu machen.


    Ich komme beim Nachlesen im Neubert auf die häufige A. denudata:
    A.denudata sei die einzige rote Acyria-Art, bei welcher das Capillitium so fest sitzt.

    Das Capillitium steht aufrecht im Becher.


    Verwechslungspartner seien:

    A. incarnata, das aber hellrosa ist und dessen Capillitium schon knapp über dem Rand seitlich deutlich über den Peridienbecher expandiert.

    A. oerstedtioides + A. oerstedtii mit Stachen als Ornament auf dem Capillitium

    A. stipata mit eine Spiralstruktur auf dem Capillitium

    A. affinis + A. major hat ein weit in Längsrichtung expandierendes (wurstförmig), niederliegendes Capillitium, das sich leicht aus der Peridie löst.


    Ich hoffe, der Bestimmungsversuch passt, zumal die Verwechslungspartner auszuschließen sind - oder gibt es weitere? ==Gnolm4

    Allein, die Stielfarbe kommt mir komisch vor, sollte sie nicht auch rötlich sein?


    LG, Martin


    Bild 1 Wie gefunden


    und gleiche Stelle etwas weiter links nach Ausklopfen der meisten Sporen:

    Bild 2 Sporen ausgeklopft und versucht abzuwaschen (Substrat nass)


    Bild 3 Bilck auf Peridienreste nach Herausreißen des Capillitiums


    Bild 4 Kugelige, hellrosa-braune Sporen mit wenigen Warzen


    Bild 5 Capillitium mit scheibenartigem Ornament über vollen oder halben Umfang (Durchmesser um 5µm)

    Guten Morgen Ingo,


    ich denke, du hast völlig Recht mit der Zuordnung zu N. adhaerens.

    Knapp daneben ist auch daneben. :gzwinkern:

    Ich hatte die vielleicht wichtigste Eigenschaft, die Klebrigkeit des Pilzes, seinem vermeintlichen Alter und ev. Hinterlassenschaften von Kleingetier zugeschrieben und deshalb unterschlagen.

    Er passt makroskopisch sehr gut.

    Auch mikroskopisch passt alles zum Pilz.

    Zudem ist er wohl auch erheblich häufiger als N.suavissimus anzutreffen.


    Alleine die blasigen Strukturen die ich als Zystiden versucht habe einzuordnen, in Bild 7 finde ich nirgends beschrieben. Was soll's...


    Also, vielen lieben Dank für deine Korrektur!


    LG Martin

    Hallo Pilz-Freunde!


    Ich war heute im Mischwald in der Nähe zu einem Bachlauf unterwegs und stieß an einem weißfaulen Stubben auf einen cremefarbenen Lamellenpilz, der direkt aus dem Holz wuchs.

    Interessanterweise verströmt der Pilz einen eigenartigen Duft mit starker Kopfnote (Zitrus / Anis / ev. leicht süsslich ?).


    Leider hatte ich meine Kamera vergessen, was mich sehr bedauere. Also konnte ich nur mit dem Handy fotografieren.

    Bei dem Regenwetter heute wurden die Aufnahmen vor Ort leider entsprechend schlecht!

    Bild 1 Baumstubben mit weißlichem Holzbewohner


    Der Hut ist 4-5 cm breit.

    Der Stiel setzt asymmetrisch am Hut an und verschwindet seitlich im Holz.

    Die weitstehenden Lamellen wirken etwas gesägt, der Stiel ist auffällig längsriefig (Schildkrötenhals).

    Die Riefen gehen direkt in die Lamellen über, welche herablaufend mit Graben sind.

    Bild 2 Zwei Fruchtkörper mit Lamellen und faltig wirkendem, seitlichem Stiel.

    Bild 3 Fruchtkörper (Kunstlicht!) von oben, leider stark verschmutzt


    Der Stiel erweist sich bei genauerer Betrachtung im oberen Bereich zwischen den verlängerten Lamellen als sehr feinfilzig (Kaulozystiden)?.

    Diese Strukturen sind im Bild unten erkennbar.

    (Die dunklen Verfärbungen könnten eventuell von anderen Pilzen stammen, die mit im Korb lagen - z.B. Russula nigricans)

    Bild 4 Fruchtkörper von unten (Kunstlicht)


    Das Stielfleisch ist deutlich gelblich.

    Zwischen den Lamellen erkennt man viele feine Strukturen, die ich erst für Pleurozystiden hielt, die sich aber mikroskopisch nur als Hyphenenden herausstellten.

    Bild 5 Blick durch Lupe zwischen die Lamellen


    Das Sporenpulver ist weiß und inamyloid.

    Die Sporen sind glatt, leicht zylindrisch/elliptisch, dünnwandig.

    Die Sporenmaße liegen bei 6,0-8,0 x 3,0-3,5 µm.

    Bild 6 Sporen in Lugol


    Hut und Lamellen erweisen sich als überaus zäh und elastisch.

    Unter dem Deckglas schnurrt das Lamellenstück nach dem Quetschen, was überhaupt erst in KOH möglich wird, wieder zusammen.

    Ich finde viele dickwandige Hyphen in dern Lamellen.

    An der Lamellenkante sind dickwandige Zystiden mit runden Ballonenden zu erkennen.

    Bild 7 Dickwandige Hyphen und Zystiden an Lamellekante


    Ich stöße beim Stöbern auf den Anis-Sägeblättling (Neoflavus suavissimus), das könnte ganz gut passen.

    Nur die Sporen dürften eine Tick größer und breiter sein.

    Was meint ihr dazu?


    LG, Martin

    Hallo Flechtenfreunde,


    letztes Wochenende war ich mit der Familie auf der Schwäbischen Alb und dort im Lautertal unterwegs.

    Wirklich hübsch dort, bis auf die Radfahrer.

    Bild 1 Im Lautertal


    An einem der Laubbäume am Wegesrand neben dem Flüsschen fallen mit viele schwarze, fast lirellenförmige Apothecien auf.

    Da die Borke schuppt, nehme ich eine der Schuppen mit, das tut dem Baum nicht weh. :grolleyes:

    Bild 2 Laubbaum mit Borkenflechten


    Die Flechte hat einen dünnen, grünlichen Thallus und viele, schwarz-glänzende Apothecien.

    Die Apothecien sind meist länglich, kleinere auch kreisrund, wenige verzweigt in Form eines Y, immer mit breiten, runden Enden.

    Bild 3a Detail des Flechtenfundes


    Ein Teil der Apothecien wirkt grünlich bereift - ob das ausgebüxte Algen sind, kann ich nicht ausschließen.

    Bild 3b grünlich bereifte Apothecien


    Farbreaktionen bleiben makroskopisch aus: R- (K-, C- P- geprüft).


    Ein Querschnitt durch Apothecium zeigt schwach bräunliche, 6-8-zellige Sporen mit dicker (Schleim?)Hülle.

    Die Sporenabmessungen liegen bei (23-32) x (5-8) µm.

    Epi- und Subhymenium sind hellbraun, der Hypothallus dunkelbraun.

    Hymeniumdicke um 80-100µm

    Asci etwa 80 x 18 µm (l x b), zylindrisch, Wand schwach amyloid

    Bild 4 Querschnitt durch Apothecium


    In Lugol reagiert die Hymenialgallerte K/J+ blau, das Ascoplasma tiefgelb, die Wand bereichsweise bläulich, ein winziger Apikalapparat scheint erkennbar.

    Die Sporen färben sich in Lugol nicht ein, erweisen sich aber als cyanophil.

    Bild 5 Hymenium nach Lugoleinwirkung (J+), gelbe Schläuche und blaue Gallerte mischen sich zu einem grünem Gesamteindruck.


    Die Paraphysen sind miteinander vernetzt.


    Freie cyanophile, mehrzellige Sporen (BWB gefärbt), typisch 20-30µm lang, um 7µm breit (über alles)

    Bilder 6 Sporen in BWB gefärbt, 6-8 zellig mit dicker (Schleim)Hülle


    Der Algenpartner ist Trentepohlia, im Ritztest schwach orange, unter dem Mikroskop eindeutig durch eingelagert, karotinoidhaltige Tröpchen erkennbar.


    Nach einigen Irrläufen im Schlüssel, lande ich endlich bei Alyxoria varia, womit ich endlich zufrieden bin. Zurecht?

    Eigenschaften lt. Schlüssel:

    - Algenpartner Trentepohlia
    - Unbereift oder grüngelb bereifte, weit geöffnete, lirellate Apothecienscheiben

    - Spindelförmige, querseptierte Sporen

    - Asci apikal mit kleinem K/J+ blauem Ring

    - Spindelförmige Sporen mit Schleimhülle

    - Excipulum deutlich unten geschlossen, Ap. sitzend

    - Hymenium J+ (orangerot bis) gelblich

    - Sporengröße 20-37 x 5-9, gerundete Endzellen, vergrößerte Mittelzelle(n)

    - Vorkommen auf Laubbäumen, in luftfeuchter Lage

    - im schwäbischen Jura nachgewiesen

    Eigentlich passt von der Beschreibung im Schlüssel alles, wie ich finde. :gpfeiffen:


    Vielleicht kennt jemand diese Flechte und kann die Zuordnung bestätigen oder Einwände erheben.

    Mich würde alles davon freuen, weil lehrreich!

    Danke für euer Interesse!


    LG, Martin

    Hallo Bernd


    sehr interessant!

    Vielleicht solltest du die Flechte nochmal im trockenen Zustand kontrollieren, vielleicht hilft das ja weiter!

    Ich habe gerade mal Acarrospora nachgeschlagen und stelle fest: ich muss mir fürs Mikroskop holen.

    Acarospora hat sackartige Schläuche mit vielen (>100) Sporen, sowas hatte ich bisher noch nicht unter dem Mikroskop.

    Gefunden habe ich wahrscheinlich schon öfters welche, bisher habe ich aber noch keine wirklich untersucht.

    Das muss jetzt nach deiner Anregung erfolgen, Danke!


    Wurzelpeter

    Ich stelle mir Acarospora eher so vor, was meinst du hierzu?

    Schon toll!


    So viele sehr gute Fotos, von denen viele in vergangenen Monaten wahrscheinlich einen ersten Platz erhalten hätten!

    Ein toller Beweis dafür, dass das Pilzjahr nach der sommerlichen Dürre zu einem Höhenflug ausholen konnte.

    Schade, dass es jetzt zu Ende geht!


    LG, Martin

    Hallo Bernd,


    bitte nicht falsch verstehen!

    ICH kann viele der Flechten makroskopisch nicht unterscheiden, nicht mal auf Gattungsebene und muss mich deshalb durchschlüsseln.

    Wenn du da einen flechtenkundigen Botaniker dabei hast, ist das sicher klasse und sehr lehrreich.

    Auf solchen "Luxus" muss ich leider verzichten und mir anders behelfen. :gzwinkern:


    Der Anaptychiafund gefällt mir!

    LG, Martin

    Hallo Bernd,


    die sterile, wuschelige Flechte (Anaptychia) ist spannend.

    Kann man da Heterodermien ausschließen?

    Ich habe beide Gattungen noch nicht gefunden, also finde ich deinen Fund auf jeden Fall sehr interessant!


    Flechten und Pilzen mit Lirellen finde ich makroskopisch immer noch sehr ähnlich und ich tue mich damit schwer.

    Ähnliches finde ich, gilt bei Nadelflechten, von denen ich einige Arten im vergangenen Sommer zum ersten Mal gefunden habe.

    Bis dahin bin ich an ihnen vorbeigelaufen, weil sie noch viel winziger sind, als von mir ursprünglich erwartet.

    Meistens konnte ich erst am Mikroskop eine Zuordnung wagen, denn der Schlüssel verlangt meist eine Sporenkontrolle.

    Chaenotheca brunneola hat keinen sichtbaren Thallus, das scheint bei deinem Fund ebenso zu sein, und damit kommt sie bestimmt in die engste Auswahl!


    Bei graubraunen Krustenflechten mit schwarzen, lecideinen Apothecien fürchte ich, kommt man rein makroskopisch nicht weiter.

    Über eine ähnliche Flechte hatte ich auch schon mal als vermeintliche Rhizocarpon gefreut, um später am Mikroskop festzustellen, es war viel unexotischer und einfacher - eine Lecidea (s.lat), dann u.a. waren die Sporen einzellig und nicht mehrzellig!

    Das Problem hier ist, man muss nicht nur mikroskopieren, sondern zuvor auch noch verwendbares Probenmaterial der Flechte vom Stein lösen. :gkopfkratz:

    Auch die Farbe mancher Krustenflechten wird nicht unerheblich durch das Substrat und die Aufnahme von Metallverbindungen beeinflusst.

    Ich habe mal am Neckar auf der Uferbefestigung eine ganze Reihe von Krustenflechten gefunden, bei denen der jeweilige Thallus eine für diese Flechtengattungen eigenartige beige-graubraune Färbung angenommen hatte:


    Ich vermute, dass hier besonders viele wasserlösliche Schwermetalle (wie z.B. Fe, Mn, etc) in den Thallus eingelagert werden und die Farbe beeinflusst.

    Aber das ist nur eine Vermutung...


    LG, Martin

    Hilfe!


    Ich bin eben mit meinen ersten Risspilzen beschäftigt und bin nicht sicher, wie die Sporen zu messen sind.

    So schöne Sporen hat der Pilz, und ich stehe auf dem Schlauch, oh je! ==Gnolm11

    Misst man richtig inklusive oder exklusive der Sternen-Zacken?

    Warzenornament (Russulaceae) lässt man ja weg bei der Messung, wie ist das hier?

    Ich habe hier I. asterospora im Verdacht, aber die Sporenangaben von 9-12 x 7-10 µm passen so gar nicht mit meinen Messungen exklusive Zacken.

    Wenn ich die 2-2,5 µm langen Zacken an beiden Seiten d'raufaddiere, würde es hinkommen.


    Wie geht man hier bei der Messung vor, bitte?


    LG, Martin


    Hallo Fungichen,


    nein, so sehen die Flechtensporen nicht aus, auch nicht auf den eingestellten Mikroskopbildern. Schau mal die Bilder von Matthias (Mreul) an, die sind qualitativ viel hochwertiger als meine.

    Die Sporenabmessung liegt etwa bei 8x5um.

    Nadelbaumpollen sind schon unter der Lupe als Riesenprügel zu erkennen, die sind bisüber 100um groß!


    LG, Martin