Beiträge von Suku

    Liebe Pilzler*innen,


    gestern fand ich in der Böhmischen Schweiz in einer kleinen, nicht verbrannten und scheinbar dauerfeuchten Klamm auf einem unbestimmten Stumpf die folgenden Fruchtkörper. Ich würde die gerne als Sparriger Schüppling (Pholiota squarrosa) ablegen, falls niemand eine andere Idee hat. Ich war mir sofort so sicher, dass ich vergessen habe zu schnuppern oder ein Schnitt-Bild anzufertigen. Geht der, auch mit diesem extrem feuchten Hut so durch?

    Danke für Anregungen.


    LG Michael



    Hi Pipette,


    meine Pilze, besonders die etwas weicheren Arten, wie Birkenpilze, brauchen ist auch länger als 8 Stunden bei 40 bis 50 Grad im Dörrer, bis sie rascheltrocken sind. Sind sie noch biegbar, ist das enthaltene Wasser ein Angebot für Schimmelpilze, deren Sporen ja praktisch ubiquitär vorhanden sind. Ich gehe dieses Risiko nicht ein, v.a. auch, weil ich Sorge habe, den vor dem Einweichen später zu übersehen.

    Ich habe mir inzwischen angewöhnt, die Pilze vorzutrocknen, bevor sie in den Dörrer kommen. Dann komme ich auch unter 8 Stunden weg.


    LG Michael

    Liebe Pilzkenner*innen,


    ich bin gerade für 3 Tage in der böhmischen Schweiz. Heute habe ich mich auf den Weg zum Prebisch Tor begeben, der jetzt von einer Zugangsseite wieder begehbar ist. Im Sommer gab es hier einen fürchterlichen Waldbrand, es ist, als ob man durch eine apokalyptische Landschaft ginge. Ca.1000 ha Wald sind verbrannt.


    Zum Thema: auf einen Baumstumpf in einer unverbrannten feuchten Klamm fand ich zweifelsfrei Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabilis). Auf den gleichen Stumpf eine weitere Pilzart, bei der ich zunächst den Gifthäubling (Galerina marginata) vermutete. Zumindest hatte der einen silbrigen Stiel, aber der Geruch passte gar nicht: aromatisch pilzig, vielleicht leicht fruchtig. Außerdem hatte der z.T dunkelbraune Hüte und dunkelbraune Lamellen. Ansätze eines Rings waren nicht zu erkennen. Jüngere Exemplare hatten hygrophane Hüte und hellbraune Lamellen.

    Ich bräuchte da mal einen Schubser, bitte.

    Danke schön jetzt für's Lesen und lenken.


    LG Michael


    1. Jüngere Exemplare





    2. ältere Exemplare








    3. Stumpf zusammen mit helleren Stockschwämmchen



    4. Stockschwämmchen Stiel

    Hi Schermeng,


    abgesehen davon, dass die Pilze z.T. nicht mehr taufrisch sind, solltest du beachten, dass der Kottenforst zum größten Teil Naturschutzgebiet ist. Dort ist das Verlassen der Wege und das Sammeln von Pilzen untersagt.


    LG Michael

    Hi Andre,

    der Pilz hat den Habitus und die Lamellen eines Täublings. Wenn du über die Lamellen streichst, werden die wahrscheinlich wie Mandelblättchen brechen. Das ist typisch für Sprödblätter.


    LG Michael

    Hi,

    ich finde, die extreme Brüchigkeit unterscheidet die echten Pfiffis sehr einfach von den biegsamen falschen. Die echten brechen auch am Hut ähnlich, wie der Stiel eines Täublings.


    LG Michael

    Hi,

    mich erinnert der am ehesten an den grünblättrigen Schwefelkopf, allerdings irritiert mich die verdickte Stielbasis.

    LG Michael


    Edit: ich habe die nochmal verglichen, grünblättriger passt auch vom Habitus nicht. Insofern bin ich auch bei Flämmling.

    Hi Sebastian,


    ja, Pilzpulver kannst du hervorragend zum würzen nutzen. Der Vorteil ist, das du dafür auch die Stiele einiger Arten nutzen kannst, die sonst zu zäh wären. Parasolstiele z.B. ergeben gutes Pilzpulver. Du musst aber darauf achten, das Pulver sich gut zu erhitzen, also nicht einfach nur drüber streuen. Ich persönlich finde aber nur Pulver in der Soße suboptimal, das fehlt mir das Mund-Gefühl der leckeren Pilze.


    Ich habe zuletzt die Pilze mit Nadel und Faden auf eine Schnur gefädelt zum Vortrocknen. Im Dörautomaten habe ich dann nur nachgetrocknet. Ist Energie sparend ==15


    LG Michael




    Hi R.


    bitte lies diesen Thread von Anfang an und gründlich. Stockschwämmchen sind wirklich keine Anfängerpilze. Die Verwechslungsgefahr mit tötlich giftigen Gifthäublingen ist sehr groß.


    LG Michael

    Hallo sladko,


    im Übrigen empfinde ich die Aussage


    Typisch Deutsch….

    als ebenso unzulässig verallgemeinernd, diskriminierend, zuschreibend, als wenn das Menschen anderer Nationalitäten, Hautfarbe, Geschlecht, Religion, sexueller Orientierung, ... zugeschrieben würde. Solche Pauschalisierungen spalten und stiften Unfrieden, wie ich meine.


    LG Michael

    Hallo Claudia,


    ich teile Deine Meinung. Vielleicht gilt es nicht immer und universell, aber was im Jagdbetrieb als Naturschutz tituliert wird erscheint manchmal Hanebüchen. Dass es deutliche Überbestände von Rot-, Schwarz-, Dam- und Rehwild aufgrund von fehlenden Beutegreifern gibt, ist sicherlich ziemlich unumstritten. Dass da eine Regulation sinnvoll ist, vielleicht auch. Jetzt ist es aber so, dass das Wild aufgrund des Jagddrucks auf freiem Feld vermehrt Schutz im Wald sucht und dort dann so übler Verbiss und Fegeschäden auftreten, dass ungeschützte Jungbäume kaum eine Überlebenschance haben. Insofern ist Dein Traum, den Du auf Leinwand dargestellt hast, sicherlich Teil einer möglichen Lösung. Es scheint schon fast zynisch, wenn dann unter dem Deckmäntelchen des Tierschutzes Fütterungen betrieben werden, um das Wild in der eigenen Jagd zu halten oder um hohe Bestände zu sichern. Damit sie dann in der nächsten Saison mit großer Strecke bejagt werden können. Dein Foto des Hirschkopfes ist in dieser Beziehung sehr aussagekräftig.


    LG Michael

    Liebe Pilzkenner*innen,


    ich habe letzte Woche an einem Laubholzast (ich vermute Buche oder Hainbuche) einen Fruchtkörper gefunden, der mich spontan an den Goldgelben Zitterling (Tremella mesenterica) erinnert hat, nur war der überraschender Weise nicht goldgelb, sondern fast klar mit nur einem Hauch von gelb. Meine Recherchen haben ergeben, dass es sich möglicher Weise um eine farbliche Variation von T. mesenterica handelt, der z.T. auch als Kristall Zitterling bezeichnet wird.


    Bevor ich das einzige Foto so ablege, wollte ich mich vergewissern, ob ich richtig liege. Wenn also jemand eine Bestätigung oder einen Einwand hier zurücklässt, freue ich mich.


    LG Michael


    Hi Stefan,


    eine andere Studie, die auch hier im Forum mal aufgetaucht ist, kam zu einem ähnlichen Ergebnis. Die war ganz spannend aufgebaut: 3 definierte Waldregionen wurden über Jahre bzgl. der qualitativen und quantitativen Anzahl des Fruchtkörperwachstums beobachtet. In Region 1 wurden keine Fruchtkörper abgesammelt. In Region 2 wurden Fruchtkörper auf herkömmlichen Weg gesammelt, in Region 3 wurde der Waldboden zum Ernten nicht betreten, sondern zu den bekannten Mycelien waren Stege verbaut, auf denen man sich bewegen konnte, ohne auf den Waldboden zu treten. Im Ergebnis stellte sich heraus, dass sich die Veränderung der Population in Region 1 und 3 in etwa gleich verhielten. In Region 2, also dort, wo der Waldboden betreten wurde, waren die Populationen signifikant kleiner. Daraus wurde geschlossen, dass die Ernte als solche keinen Einfluss hat, die Verdichtung des Waldbodens, die durch die Ernte bei intensiver Suche und Betreten um die Fundorte stattfindet, aber schon. Inwiefern eine einzelne Studie da wirklich aussagekräftig ist, sei dahingestellt, ich fand es trotzdem interessant.

    Leider finde ich den Beitrag hier nicht mehr, vielleicht weiß ja ein/e Mitleser*in, er zu finden ist.


    LG Michael

    Hi Zorox,


    die scheinen dieses Jahr Konjunktur zu haben. Ich finde die auch an Stellen, an denen sie, zumindest in den letzten Jahren, nicht auftauchten. Vor 3 Wochen habe ich mich noch riesig gefreut, mal einen zu finden und probieren zu können, heute sehe ich die im Vorbeigehen und finde es mehr spektakulär.


    LG Michael

    Amaretto? Das ist doch dieses Getränk, mit dem man jedes anständige Tiramisu versaut, wenn man damit den Rum ersetzt. Aber wir kapern gerade den Fred, 'tschuldigung Schnarzli.

    Hi,


    ich finde, das hängt auch von einem gewissen Grundverständnis ab. Wenn man den wirtschaftenden Menschen im Vordergrund sieht, bei dem die kurzfristige Verbesserung der eigenen Lebenssituation die entscheidende Bedeutung einnimmt, dann kann ich diese Sichtweise nachvollziehen. Ökologisch oder ökosystemisch betrachten spielen auch Parasiten eine wichtige Rolle. Das setzt voraus, dass man sich nicht in die Position des Bewertenden begibt, der die eine Lebensform wichtiger, sympathischer, lebenswerter etc. betrachtet.


    LG Michael

    Hi Muph,


    aus welchem Zeitalter kommst Du denn? Ist schwierig einzuschätzen, ob Du altmodisch bist. Wenn ich Dir mal ein Kompliment machen darf: Du blaues Alien erscheinst mir tatsächlich zeitlos (5 Jahre alt oder 5000, wer weiß das schon?). Damit bist Du wahrscheinlich auch niemals altmodisch, aber vielleicht mit schon lange gültigen Werten ausgestattet.


    LG Michael

    Hallo Marc,


    online Bestimmungshilfen sind mit einem Unsicherheitsfaktor verbunden, weil verschiedene Infos zwangsläufig fehlen (Haptik, Geruch, ggf. Geschmack, Wissen über den Kenntnisstand dessen der da Stellung nimmt...), insofern wird Dir hier niemand Deine Frage nach "Sicher" seriös beantworten.


    Bei den Glucken ist ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal der Geruch (der allerdings auch eher subjektiv ist). Die Breitblättrige Glucke soll eher nach Waschküche, Spüllappen riechen, die Krause Glucke eher angenehm pilzig-würzig. Die Breitblättrige habe ich noch nicht gefunden, die Krause roch für mich sehr angenehm nach Walnuss.


    LG Michael

    Hi,


    bei welchen von dem gezeigten Sammelsurium stellst du dir denn die Frage nach Steinpilz oder Rauhfußröhrling? Die im Korb befindlichen Espen Rotkappen sehen Steinpilzen auch auf den ersten Blick nicht ähnlich. V.a. haben die keinen gelb-oliven Schwamm. Die Marone aus dem Pulk, die einem Steinpilz schon näher kommt, dürfte keine Schüppchen haben :gkopfkratz: . Vielleicht zeigst du die Pilze, zu denen du Fragen hast, besser einzeln.


    LG Michael