Beiträge von Schrumz

    Hallo zusammen,

    Ich fand heute diesen hübschen Zwerg in York unter Eiche am Wegrand. Er roch angenehm süßlich, fruchtig. Das erste Bild ist zwar nicht das schärfste, aber das einzige, das die rosa Farbe ansatzweise richtig wiedergibt, Hutschuppen deutlich rosa, Velumreste und Verfärbungen am Stiel auch. Lamellen reinweiß und völlig frei. Damit bleibt eigentlich nur Lepiota oder? Und mit der Farbe komme ich zu Subincarnata, einem der Amanitinhaltigen Schirmlinge. Die Bilder sind echt nicht die Besten, ich lasse ihn gerade sporen und versuche, noch bessere zu liefern. Außerdem werde ich am Montag einen Wieland-Test auf Amatoxine machen. Haltet ihr hier L. subincarnata für plausibel?

    Viele Grüße

    Danke Matthias,

    Ist das auch bei den “exotischeren” Rubroboleten wie dupainii und lupinus der Fall? Für Suillellus fand ich bei den Bildern das kräftige, enge Netz, das nur leichte Blauen ohne Verfärbung der Huthaut und die nicht vorhandene Battaille Linie ungewöhnlich. Letzten Endes wirds natürlich Spekulation bleiben aber ich finde diese Boleten spannend und man darf ja auch mal ein bisschen spekulieren.

    Viele Grüße

    Hallo zusammen,

    Vorab, dieser wunderschöne Pilz wurde vom User Danj.duke in der Mushrooms app von nature mobile gepostet. Ich fand ihn spannend und darf ihn mit seiner Erlaubnis hier zur Bestimmung einstellen. Er wuchs in Ohio unter Roteiche und wurde von OP wohl für Suillellus oder Neoboletus gehalten. Ich glaube aber, dass es ein Rubroboletus ist, eventuell Rubroboletus rhodosanguineus. Klar kennt sich hier wohl kaum einer mit Pilzen aus den USA gut aus, aber ich denke die Experten hier können den Unterschied zwischen Suillellus und Rubroboletus an den Bildern erkennen. Kann dazu jemand was sagen?

    Viele Grüße

    Hallo zusammen,

    Oehrling die Täublinge wurden leider gemeuchelt :( ich habe noch eine Geschmacksprobe von einem Hut nehmen können, den ich zum Sporen gelegt habe, konnte kein bisschen Schärfe auch nach längerem kauen feststellen. Geruch war süßlich tranig, eher unangenehm, ich erinnere mich an grau bräunlich verfärbtes Stielfleisch.

    Die Champis habe ich mir auch nochmal angeschaut.

    Die vermeintlichen Karbolier sind ordentlich gewachsen. Im frischen Schnittbild sieht man überall ganz leichtes, gelbes Gilben, der Geruch definitiv unangenehm chemisch.


    Die Anischampis waren auch dezimiert (die großen ganz weg, viele andere rausgetreten). Der hier war noch da, Geruch immer noch angenehm nach Anis.



    Frische vermeintliche subperonatus


    Den schönen Nelkenschwindlings-Hexenring kann ich auch noch zeigen.

    Viele Grüße

    Danke dir,

    Ja bitorquis und was ich eventuell für subperonatus halte wachsen hier tatsächlich bunt durcheinander. Direkt neben dem fotografierten wuchs ein astreiner Doppelring bitorquis, kann gut sein dass das andere subperonatus ist. Den folgenden hatte ich mit jörgs Hilfe als subperonatus bestimmt.

    Ich Versuch heute noch gute Bilder von den vermeintlichen Karbolis zu liefern.

    Viele Grüße

    Hallo,

    Hab ihn auch schon gegessen und fand ihn super. Ein paar Male in der Soße und einmal gebraten und dann auf Pizza. Beim zweiten Mal auch mit einem Bierchen, immer ohne Probleme. Individuelle Unverträglichkeiten könne immer vorkommen und man sollte sich auch seiner Bestimmung sehr sicher sein.

    Viele Grüße

    Danke Oehrling , ich dachte bei denen sei eine Bestimmung ohne Mikro fast unmöglich (vor allem die foetens/subfoetens Geschichte) daher hab ich ihn nur fotografiert, da stehen aber noch ein paar also kann ich morgen noch eine Geschmacksprobe machen. Die Champis kann ich weiter beobachten, da stehen einige. Die hatten definituv dunkle Hutschuppen. Vielleicht mache ich auch das Pfannenexperiment, aber gelb gilbende, nicht nach Anis riechende Champis sollten immer zumindest zur Sektion Karbolegerlinge gehören oder?

    Viele Grüße

    Danke euch,

    An den hatte ich auch kurz gedacht, dachte aber irgendwie der hätte mehr rot an Hut und Stiel, passt aber sehr gut.

    Viele Grüße

    Hallo zusammen,

    Da ich zwei Bestimmungsanfragen drin habe, stelle ich meinen Bericht aus England mal in dieses Forum. Hier ists im Gegensatz zu Deutschland sehr feucht (fast 50l am Wochenende und auch einiges in den Wochen davor), aber recht kalt (fast nie über 22 grad im Juli). Von Freitag auf heute sind die Pilze hier buchstäblich aus dem Boden geschossen.

    1. Als erstes: Champis, Champis, Champis. Überall schießen verschiedenste Champignons aus dem Boden.

    a) Agaricus bitorquis ist der häufigste, aber die sind alle noch sehr klein.

    b) Recht kapitale, nach Anis riechende Champis auf einer Wiese neben ein paar Kiefern.

    c) Meine erste Bestimmungsanfrage. Ich hatte noch nie Karbolis und die hatten auch nicht die typisch chromgelbe Stielbasis, gilbten aber Gelb und rochen sicher nicht nach Anis sondern irgendwie chemisch, ein bisschen wie Pflaster. Wuchsen auf einer Wiese.

    Ich bin ehrlich gesagt fast versucht einen in die Pfanne zu hauen (und natürlich nicht zu essen), da soll der Geruch ja ungleich stärker werden. Seht ihr hier Karbolchampis?

    2. Dann gab es einen einzelnen, stinkenden Täubling unter Zerreiche.

    3. Hübsche Hainbuchenmilchlinge, leider ohne begleitende Röhrlinge.

    4. Rötliche Lacktrichterlinge in Massen

    5. Ebenfalls in Massen: Katrtoffelboviste, auf ziemlich feuchtem Boden direkt am See, was mich ein bisschen gewundert hat.

    6. Waldfreundrüblinge(?) unter Zerreiche

    7. Zwei mir unbekannte Risspilze, beide unter Pappel

    8.Kremplinge unter Pappel, könnte ganz eventuell P. validus sein

    9. Achtung Alliterationsattacke: Es gab von sehr schnellen Schnecken ziemlich zernagten, nagelneuen Netzhexennachwuchs, aufgrund wegen wochenendlichen rauschenden Regens fast fehlender Fliegen sogar meist madenfrei. (Irgendwelche Deutschlehrer hier? Passt das? :D)

    10. Und zum Schluss meine zweite Bestimmungsanfrage: Ich dachte hier zuerst an eine schnöde Ziegenlippe, aber das starke blauen und die karottenrote Färbung ganz in der Stielbasis machten mich etwas stutzig. Dann las ich, dass es in England einen X. sildwoodensis in Parkbiomen unter Pappel geben soll (was hier zutrifft, fairerweise war aber eine Buche auch in der Nähe). Zu dem finde ich fast nix im Netz, ist das einfach eine Ziegenlippe oder ganz was anderes?

    Hoffe euch hat mein kleiner Bericht gefallen, wenns dieses Wochenende nicht wieder in strömen regnet, schau ich mal was hier im Wald so geht.

    Viele Grüße

    Hallo

    Ja bei Raufüßen können die Schuppen gerne mal netzartig angeordnet sein, das sah bei denen die mir aufgefallen sind aber immer noch wie Schuppen aus, die halt nur ein Netzmuster hatten.



    Ich finde deinen Goldröhrling schon ein bisschen ungewöhnlich.

    Viele Grüße

    Nach wath komm ich wahrscheinlich nicht, aber im Dalby forest war ich schon und werde da auch wieder hin, die Sitka-Fichten sind schon beeindruckend. Allerdings leider auch ziemlich Monokultur-lastig da.

    Viele Grüße

    Hallo zusammen,

    In D ist es zu trocken und zu heiß, hier in Nordengland sehr feucht aber kaum über 20 grad. Langsam quälen sich hier aber auch die Pilze aus dem Boden.

    1. Ein Rotfuß unter Populus auf ziemlich feuchtem Boden. Blaut am Stiel auf Druck und im ganzen fleisch ziemlich stark. Kann ich da X. cisalpinus dazu sagen?

    2. Ganze Rudel dieses einem risspilz ähnelnden Ritterlings unter Populus.

    3. Echte Risspilze unter Populus, Betula oder was auch immer das im zweiten Bild ist.

    4. Weitere Risspilze unter Fagus oder Betula

    5. Einige Kartoffelboviste

    6. Und zum Schluss noch ganze Rudel dieser gilbenden, nach Anis riechenden Champis unter verschiedenen Bäumen. Schade, dass man die nicht mehr essen sollte, die waren überall im Besten Alter.

    Die haben hier auch schöne, etwas geschlossenere Baumbestände, aber in deren Schatten wächst noch gar nix, hoffentlich kommt das noch.

    Viele Grüße

    Tricholoma inocybeoides ist ja mal ein passender Name. Bei denen soll wohl der SQ unterschiedlich sein? Wenn ich Zeit finde schicke ich mal vll noch Mikrobilder.

    Viele Grüße

    Hallo zusammen,

    Ich fand heute in York auf dem Campus unter einer großen Schwarzpappel, vielleicht auf Kalk, buchstäblich hunderte dieser Pilze. Aufgrund der grazilen Statur und der eingerissenen Hüte älterer Exemplare dachte ich zuerst an Risspilze, aber beim herumdrehen schlug mir der Mehlgeruch fast entgegen und ein deutlicher Burggraben wurde sichtbar. Ich bin dann auf 123Pilze auf Tricholoma argyraceum, den risspilzartigen Erdritterling gestoßen, der gut zu passen scheint, sicher bin ich mir aber natürlich nicht. Da wachsen Exemplare in allen Altersstadien und vielleicht kann ich sogar Mikrobilder machen, worauf muss ich denn da achten?

    Viele Grüße

    Hallo zusammen,

    Ich stelle hier mal ein paar Dinge klar. Beim Denaturieren von Proteinen werden Sekundär-, Tertiär- und oft Quartärstruktur der Proteine zerstört oder grob verändert. Diese haben einen erheblichen Einfluss auf die biologische Funktion eines großen Anteils aller Proteine, bis zu dem Punkt, dass einige Proteine die ihre ursprüngliche Struktur nach dem Denaturieren nicht von selbst wiederherstellen, ihre biologische Funktion fast vollständig verlieren. Die ursprüngliche Aminosäurensequenz bleibt aber erhalten.

    Es ist wohlbekannt, dass einige als essbar geltende Pilzarten hitzelabile, hämolytisch aktive Proteine enthalten. Man geht davon aus, dass weitaus mehr Pilzgattungen und -arten hämolytisch wirkende Proteine enthalten. Aus dem Paper „Fungal hemolysis“ (Ajay P. Nayak, Brett J. Green und Donald H. Beezhold, 2012) nenne ich einige gut erforschte Beispiele dazu, im Paper sind noch einige mehr aufgezählt, es ist frei auf Pub Med zugänglich:

    Agrocybe aegerita (Südlicher Ackerling) enthält Aegerolysin, ein 16kDa großes Protein

    Amanita rubescens (Perlpilz) enthält Rubescenlysin

    Pleurotus ostreatus (Austernseitling) enthält Ostreolysin, ein 16kDa großes, hitzelabiles Protein, dessen Wirkmechanismus gut erforscht ist und dessen Sekundärstruktur maßgeblich an letzterem beteiligt ist.

    Zu Ostreolysin zitiere ich aus genanntem „Fungal hemolysis“:

    Fungal hemolysins are typically found in a β-sheet conformation, barring the exception of nigerlysin [30,3840]. An in silico secondary structure analysis of protein sequences suggests that all the proteins belonging to the aegerolysin family are β -sheet proteins. The aegerolysins are pore-forming proteins that aggregate on the cell surface after recognition of distinct membrane components. The process of pore formation is dependent on protein conformation and unfolding as for all pore-forming toxins [1]. Experimentally, ostreolysin was found to bind in a β -sheet conformation and then unfold into an α-helical structure following permeabilization of target vesicles [41]. Similarly, unfolding of ostreolysin from a β-sheet conformation to α -helical structure prior to interacting with target cells resulted in the loss of lytic activity [38].

    Wichtige Punkte daraus auf deutsch zusammengefasst:

    Ostreolysin bindet als beta-blatt und untergeht nach dem Eindringen in Zielvesikel einer Konformationsänderung in eine alpha-helix. Als im Experiment Ostreolysin vor der Bindung an Zielzellen zu einer alpha-helix umgewandelt wurde, verlor es seine zelllysierende Wirkung vollständig.


    Ostreolysin verliert also nach Änderung seiner Sekundärstruktur seine Zelllytische Wirkung, Denaturierung hätte den exakt gleichen Effekt. Das ist ein gut erforschtes , hämolytisch aktives Protein aus einem tonnenweise gegessenen Speisepilz. Wie gesagt gibt es sehr wahrscheinlich weitaus mehr unerforschte. Zum Umgangston in diesem Thread sage ich hier mal nix.

    Viele Grüße

    Danke euch,

    Das mit dem cremigen Velum/Fleisch habe ich hier auch schon gelesen, kann ich aber bei diesem FK so nicht bestätigen. Das Fleisch war sehr fest und das Velum recht dick und zwar weicher als das Fleisch aber auch nicht cremig.

    Viele Grüße

    Hallo zusammen,

    Die amanita babies sind gewachsen und da einer eh schon angeknickt war, dachte ich ich mach mal einen raus und versuche mich an der Bestimmung. Standort ist ein recht trockener, sonnenbeschienener Hang auf dem Campus in York, England, als Mykorrhizapartner kommt nur Hainbuche in Frage. In der Nähe fand ich Netzhexen und einen klitzekleinen Röhrling der vielleicht mal ein Hainbuchenraufuß werden will.

    Ich habe versucht, die Knolle auszugraben, aber keine Chance. Der Pilz sitzt sehr tief im harten Boden und ist massiv, der Stiel hat über 4cm Durchmesser. Der Geruch war angenehm, leicht erdig. Interessant das Velum partiale, es ist im Schnittbild auf einer Seite noch deutlich über den Lamellen und recht dick, auf der anderen Seite fehlt es völlig und ist auch am Hutrand nicht deutlich zu erkennen. Die Lamellen sehen fast am Stiel angewachsen aus, geht das bei Amanita?

    Standortfoto, den ganz rechten zeige ich in den folgenden Bildern.


    Umgedreht am Standort.

    Hutoberfläche

    Alles, was ich vom Pilz herausbekommen habe.

    Schnitt des oberen Teils mit Velum partiale rechts.

    Sich zum Rand hin ablösendes Velum partiale.

    Ich glaube hier an den fransigen Wulstling, den Hannes2 wohl irgendwie schon als Babies erkannt hat. Ich weiß die Bilder sind nicht annähernd optimal aber haut der hin? Wäre ein Erstfund für mich. Die anderen lasse ich natürlich weiterwachsen, vielleicht kommen da dann noch bessere Bilder.

    Viele Grüße

    Hallo zusammen,

    Die Schuppigen Porlinge wachsen schön,

    die Amaniten strecken sich nur ganz leicht, aber ich denke Hannes2 hat da sehr gut geraten, das könnte gut Amanita strobiliformis werden. Die sollen in England gar nicht so häufig sein. Vielleicht ists denen gerade doch ein bisschen zu trocken, morgen sollen 18 Liter runterkommen, mal schauen ob sich da noch was tut.


    Den braunen champi hat wohl leider jemand rausgekickt :(

    Viele Grüße