Beiträge von kruenta

    Hallo allerseits,

    Andreas hat hier ein paar Begriffe in die Runde geworfen


    "Hobbymykologe" und "wissenschaftliches Niveau"


    Was ist das Gegenstück von einem Hobbymykologen? Ein Profimykologe? Und wenn ja, was zeichnet diesen vor dem Hobbymykologen aus? Der Umstand einen Hochschulabschluss in Biologie zu haben? Oder den Dr. rer. nat.? Oder der Umstand, dass dieser dafür bezahlt wird? Wie hoch muss dann die Bezahlung sein, um als Profi durchzugehen? Ist dann jemand, der in der Schweiz mit Pilzführungen sein Geld verdient automatisch professioneller als ein Professor in Bangladesh, der damit wohl weniger verdient? Oder zeichnet sich der Profi dadurch aus, wissenschaftlich zu arbeiten? Das würde ja implizieren, dass ein "Hobbymykologe", der auf wissenschaftlichem Niveau arbeitet. automatisch vom Amateur zum Profi geadelt werden würde. Also vielleicht ist es der Zeitaufwand oder die zur Verfügung stehende Zeit? Nun, hier ist es wohl oft so, dass die Amateure (die, wie die Bezeichnung sagt, das gerne tun), oft mehr Zeit aufwenden, als die Profis, die ja keine Amateure sind (also das eigentlich gar nicht gerne machen, sondern nur nach Stechuhr).


    Was ist wissenschaftliches Niveau? Jede banale Aufsammlung von Pilzen (oder was auch immer), die ordentlich dokumentiert ist, mit Fundort, Zeit, Bedingungen und je nach Fähigkeit auch Substrat, ist wissenschaftlich. Das ist die Grundlage jeder Wissenschaft, Datenerfassung. Und auch die wissenschaftliche Erkenntnis, dass XY am Standort yx vorkommt ist ohne dem nicht möglich. Nur leider wird meist nur noch das Paper als die Wissenschaft angesehen, die ganze Arbeit die dahin führt, eher nicht. I.A. werden ja auch die Laboranten, PTA etc., die einen Großteil der Arbeit machen, nicht Mal in der Danksagung erwähnt. Und bei dem Konzept "Citizen Science" bin ich mir nicht sicher ob das auf- oder abwertend ist. Wohl eher PR um billige Arbeitskräfte zu bekommen.


    Im Gros der Promotionsordnungen steht drin, dass der Doktor mit seiner Arbeit nachgewiesen hat, selbständig wissenschaftlich zu arbeiten. So war das Mal gedacht, dass Leute, die selbständig wissenschaftlich arbeiten können, dann auch den Grad bekommen (können). Nur stehen dem heute einerseits hohe bürokratische Hindernisse entgegen, etwa was die formellen Voraussetzungen an den vorherigen Studienabschluss betrifft. Andererseits werden Leute durch einen Promotionsstudiengang geschleust, ohne jemals Selbständigkeit auch nur von Weitem gesehen zu haben, womit eigentlich eine der Grundvoraussetzung für den Doktor gar nicht erfüllt ist. Der ganze Wissenschaftsbetrieb entwickelt hier eine Eigendynamik und hat sehr oft nichts mehr mit der Faszination am Forschungsobjekt zu tun, es ist ein Job, zu dem es gehört zu publizieren um in der privatwirtschaftlichen Datenbank von Thompson&Reuters gute Noten zu bekommen. Das hat nicht viel mit Geltungsdrang zu tun, den Andreas sarkastisch eingeworfen hat. Mit der Suche nach Erkenntnis allzu oft aber auch nicht. Wer nicht mitmacht ist raus.


    LG, Bernd

    Moin allerseits, vielleicht sollte man sich Mal wieder Gedanken machen, was der Begriff der Art überhaupt bedeutet. Eigentlich ist das ja was anderes als ein formalmathematischer Wert der Übereinstimmung der Basenpaare innerhalb eines (meistens sehr kleinen) Abschnitts von Genen (von dem man sagt, dass er wichtig ist, meistens wohl nur deswegen, weil sich da die Unterschiede verbergen). Ferner ist es klar, dass der Messprozess Auswirkungen auf das Verständnis des Gemessenen hat, eine biologisch definierte Art ist etwas anderes als eine makroskopisch, mikroskopisch oder durch chemische Reaktionen definierte, oder eine, die durch bestimmte Sequenzunterschiede im Genom abgegrenzt wird.

    LG, Bernd

    Hallo Peter, der Strauch ist 50 m vom Computer weg, den würde ich schon wiederfinden :D und getrocknet ist er ja schon. Aber die Sendung an Pablo ist eh schon umfangreich, es sei denn Pablo sagt selbst ausdrücklich, dass er den will ... Wenn es der Pilz ist, dann wäre der ja farblich sehr auffällig und womöglich sogar makroskopisch zu bestimmen, und der kommt sicher wieder.


    LG, Bernd

    Hallo Peter, wow, das ist ja mutig, sogar der Nr. 2 einen Arbeitstitel zu verpassen. Danke. Der Stacheling geht in den nächsten Tagen mit an Pablo, es steht also zu erwarten, dass es in den nächsten Wochen eine Auflösung geben wird.


    LG, Bernd

    Hallo Pablo, danke. Ich habe heute das Stück mit den kleinen Hütchen (Bild 1.3) abgemacht. Schicke ich mit. Was "lang" und "kurz" in dem Zusammenhang ist, habe ich nicht herausgefunden. Also im Sinne von absoluten Zahlenangaben, die man nachmessen kann.

    Hab heute noch Mal an diversen Haseln nachgeschaut, aber diesen Pilz sonst nirgends gefunden.

    Dafür erhielt ich heute den Hinweis, dass der Haselporling als sehr selten gilt und bei uns in der Roten Liste geführt wird.


    LG, Bernd

    Hallo Ulla, da ist dann aber eher die Frage, was denn hier nun invasiv ist, die Straße oder das Kraut. Dass die Störung von Biotopen mit einer Änderung der Artenzusammensetzung einhergeht, steht außer Zweifel. Die wirklich flächendeckenden invasiven Pflanzen sind doch eher Mais, Raps, Weizen, Roggen ...

    LG, Bernd

    Hallo Andreas, danke für Deine Einschätzung,


    für bourdotii und gegen ochraceum spricht:

    -- die Farbe der Stacheln, die ich als rosa, lachsfarben, rötlich bezeichnen würde, keinesfalls aber als ocker, orange, bräunlich;

    -- die Form der Stacheln, die relativ unregelmäßig und ziemlich breit sind, stechbeitelartig, wohingegen die bei ochraceum eher gleichförmig und wie Stricknadeln daherkommen;

    -- die Farbe der Hutoberseite, weiß an der Kante braun danach, nicht jedoch ocker, orange.

    Dagegen spricht vor Allem die Plausibilitätsannahme, dass der nächste bekannte Fundort relativ weit weg ist, in Südpolen (Publikation von 2000) bzw. in der Oblast Kaluga (was etwa die gleiche nördliche Breite ist), wohingegen S. o. zwar auch selten ist, aber immerhin im Land schon nachgewiesen ist. Angesichts einer Mykologendichte von unter 1/5000 km2 ist diese Annahme aber nicht viel wert.


    LG, Bernd

    Moin allerseits,

    heute Mal ein paar Bilder von einem einzigen Haselnussstrauch, eigentlich nix besonders, nicht sehr alt (mindestens aber 40 Jahre), nicht sehr kräftig. Von dem hier:

    0)


    1) Hier lande ich wieder bei Steccherinum bourdotii, vielleicht stimmt es ja diesmal. In verschiedenen Altersstufen. Hier wäre ich über Bestätigung oder Korrektur erfreut.

    bei dem Bild könnte der Überrest links auch zu was anderem gehören


    Alles andere nur zum Zeigen, der Vollständigkeit halber. Da mehr oder weniger alles fehlt, was einer Bestimmung zuträglich wäre.

    2) Leiche eines Lamellenpilzes mit irgendwas Schimmeligem am Hut


    3) Haselporling


    4) Phellinus in resupinater Bauweise, wobei ich mich frage, ob dieser so schön aufgeräumte Abraum wirklich von Insekten stammt


    5) vermutlich einer der Rindensprenger


    6) Krebsbildung, vielleicht aufgrund von Nectria galligena


    7) irgendwas Kohliges, mein Arbeitstitel wäre Diatrype undulata


    LG, Bernd

    Hallo Uwe, Du musst in die unteren Hierarchien der Themen im Forum gehen, in denen es Beiträge gibt, also etwa "Pilzbestimmung und Bestimmungshilfe". Relativ weit rechts oberhalb der Liste mit den Beiträgen, findest Du das Feld "+ neues Thema", damit erstellst Du den neuen Beitrag.

    LG, Bernd

    Hallo Pablo, danke. Hohenbuehelia halte ich für eine gute Option, aber so richtig scheint da nichts zu passen. H. atrocaerulea sollte doch eigentlich nicht so pelzig sein. Der bleibt dann halt unbestimmt, mit 2 neuen Arten am Tag kann ich leben :D

    LG, Bernd

    Hallo allerseits,


    1) Kann das ein Haselporling (Dichomitus campestris) sein, falls ja, könnten auch einige der früheren Bilder an Hasel zu der Art gehören. Sinnigerweise an Hasel.

    2) Ein Seitling mit am Hutrand sehr markant aufgewölbten Lamellen. An toter Eberesche. Finde ich nichts zu.

    3) Ein Porling an totem Kreuzdorn (Rhamnus cathartica).

    Danke für's Anschauen, LG, Bernd

    Hallo Stefan, na das wäre ja witzig, wenn das Judasohr doch noch auftritt. Das Substrat ist sicher, ist eigener Wald gleich am Hof. Ist aber kein Auwald, eher trocken, Fichte + Kiefer mit Beimischungen aus Laubbäumen. Auf Sand. Ich schau es mir an, wie es sich entwickelt.


    LG, Bernd

    Hallo Felli, der Becher (auf Salix caprea, die ein älteres Exemplar ist, und wo der Ast wohl auch schon 20 Jahre tot, also schon gut morsch ist) ist ein Einzelstück, deswegen habe ich ihn nicht abgemacht um zu schauen ob Stiel oder so ... aber wenn der Schnee weg ist, tauchen vielleich noch mehr davon auf. Kutorga (2020) meint, dass R. firma neben Eiche auch auf Grauerle, Birke und Hainbuche gefunden wurde, wobei ich davon ausgehe, dass da jeder Fund auch mikroskopisch abgesichert ist. Ob man aber Irrtum bei der Substratbestimmung ausschließen kann, weiß ich nicht. R. firma sieht mir auch nicht so passend aus.

    Schon klar, dass das vieles sein kann. Insbesondere bei einem Einzelstück. Trotzdem finde ich es immer gut, Vorschläge zu bekommen was es sein könnte. Letzendlich ist das Abgleichen mit einem oder mehreren Arbeitstiteln immer einfacher, als das Schlüsseln ab Reich.


    LG, Bernd

    Hallo allerseits, einen der Kleineren hatte ich mitgenommen, der ist mittlerweile aufgetaut. Und es sieht schon ziemlich drüsig aus, sollte wohl doch nur E. truncata sein.


    oben

    unten

    Den Arbeitstitel Lachnellula habe ich auch, aber man will ja den Andreas nicht immer erzürnen ;). Von denen, die hier registriert sind, käme bei dem Wuchsort eigentlich nur L. subtilissima in Frage, oder eben eine, die neu wäre für LT.


    Ähnlich sieht es bei Rutstroemia aus, da käme in der Gattung mit Wuchsort auf Holz nur R. firma in Frage. Wobei die Listen ja weit davon entfernt sind, vollständig zu sein.


    LG, Bernd

    Hallo allerseits,

    in Ermangelung von Schwarzem Holunder (hier gibt es nur den Roten) hatte ich eigentlich nicht mit Judasohren gerechnet, und so ganz typisch sind sie nicht, deswegen wäre ich über eine Bestätigung der mich, sofern zutreffend, neuen Art erfreut. Ganz ausschließen möchte ich die diversen Exidia-Arten nicht. An einer jungen, toten Eiche. Der größte mag so um die 5-6 cm groß sein.

    1) Judasohr?


    2) Gleich daneben an einem toten Ast von Salweide dieser Becher in Augenhöhe, etwa 3 mm im Durchmesser,


    3) Ebenda in der Astkerbe dieser Phellinus, offensichtlich auch entomologisch genutzt


    4) Und noch viele gelbe Becher an Fichtenast


    LG, Bernd

    Hallo allerseits,

    an einer Reihe von noch stehenden toten Grauerlenstämmen (die Kronen sind alle abgebrochen und unter Schnee) gibt es etliches an pilzartigen Objekten:


    1) Da wäre eine schwarzweiße Struktur, auf dem ersten Bild sieht man zudem links oberhalb die Schleimis (2)


    2) Schleimis, also wohl was für lamproderma


    3) Könnte ein Pilz sein, ein Pyreno aus dem Umkreis der Diatrype?


    4) Undweils so schick ist, zum Abschluss noch eine Phlebia radiata

    LG, Bernd

    Hallo Gernot, ich bin kein Flechtenexperte und habe nur einige Grundkenntnisse. Aber Melanohalea exasperatula ist jedenfalls eine häufigere Art und plausibel an der Rinde von Bäumen. Farblich verändert die sich zwischen sattgrün und braun/oliv je nach Luftfeuchtigkeit. Würde ich auch so sehen.


    LG, Bernd