Beiträge von kruenta

    N'abend allerseits,


    ungeachtet der vielen frischen Pilze im Forum hab ich mal wieder eine Stecknadel anzubieten. Eine Eiche, die seit einiger Zeit als Einzelobjekt unter Naturschutz steht, laut Dokumentation mit einem Umfang von 5,6 m, und die im Wald stand / steht und damit einen recht hohen Stamm und erst weit oben beginnende Krone offeriert. Noch halb am Leben, allerdings wieder von der Strauchschicht und Jungbäumen zuwachsend.

    Auf morschem Holz, teils auch +/- morscher Borke gab es eine oft verzweigte Nadel, meist über weißlicher Algenschicht und oft vermischt mir Microcalicium disseminatum.

    Auflicht, Köpfchen ohne abgesetzten Kelch braun bis schwarz

    oft mehrfach verzweigt

    in Wasser nach längerem Malträtieren

    der Stiel weigert sich, innen heller, anders aufgebaut zu sein

    Asci sehr kurz, ca. 25-30*3 µm

    Sporen 3,5-6,5*2-2,5 µm, hier in Luftblase

    und in BWB in einer Probe samt Algen


    bei allen benutzten Schlüsseln komme ich zu Ch. savonica - kleine, unseptierte Sporen; ziemlich kurze, uniseriate Asci; Assoziation mit Stichococcus [oder Calicium / Chaenotheca - die waren aber weiter weg], sodass bei dieser Art kein Zweifel besteht.


    LG, Bernd

    Hallo Emil,


    der Sporenabwurf war leider so spärlich, dass es schwierig ist, die Farbe mit dem bloßen Auge oder auch per Makrofoto zu beurteilen. Also habe ich versucht die Sporen samt Objektivträger auf weißes Papier und dann ins Durchlicht zu legen

    zusätzlich mit Auflicht (seitlich) kriegt man zwar irgendwelche räumlichen Effekte, aber nix mehr mit Farbe


    LG, Bernd

    N'abend,


    beim Einräumen des Brennholzes fand ich einen kleinen Pilz unter dem Haufen. Da hat schon vor über einem Jahr Brennholz gelegen in dicker Schicht, so dass es dort finster war. Der Boden unter dem Brennholz ist natürlich locker und kompostig. Hut etwa 15 mm breit, Stiel etwa 25 mm hoch. Hut braun wie mit kleinen Streuseln bedeckt - das fand ich spannend und hab ihn deshalb einkassiert. Der Stiel ist hohl, von unscheinbarerer Farbe, die an Druckstellen einem Rosa Platz macht. Die Lamellen sind rosa.

    Die Sporen sind oval, Sportplatzförmig, 5-6*2-3 µm, farblos. Basidien 4-sporig. An den Lamellen sind vereinzelt blasige Objekte zu erkennen, evtl. Cheilozystiden. Die Hutschicht besteht im Auflicht oben aus unförmigen Objekten, eingeschrumpelte Kullern, die sich in Wasser als Kullern präsentieren, 12-35 µm im Durchmesser, bräunlich.


    Auflicht: der Stiel mit Tropfen / tropfenförmigen Kaulozystiden

    Hut

    Lamelle mit ähnlichen klaren Tropfen / tropfenförmigen Cheilozystiden

    Einzelne Lamelle samt HDS im Durchlicht

    nicht sonderlich kugelig, eher wie ein verunglückter Brilliant, aber das deckt sich mit den Auflichtbildern

    Lamellenschneide anscheinend fertil, Basidien 4-sporig

    Sporen in Wasser

    und mit etwas BWB

    in Wasser werden die Hutstreusel schön rund, wieder aufgequollen


    Ich habe keine Ahnung, wo der hingehört, hoffe aber, dass mit diesen charakteristischen Eigenschaften irgendjemand weiterhelfen kann.

    Danke für's Anschauen und ggf. Vorschläge,


    LG, Bernd

    Hallo allerseits,


    auf der Wiese gibt es mitlerweile einige wenige Wiesenpilze - nach über 170 mm (laut Karte vom Wetterdienst) Regen im Juli. Davon möchte ich 2 Pilze zeigen, die zusammen gewachsen sind - wieder wie im vorigen Jahr in so einem kleinen Loch (7...8 cm), das entsteht, wenn Fuchs nach Würmern buddelt. Jeweils nur 2 Stück gleichaltrig, also nix mit Kollektion ...


    1) gelboranger Saftling, 1-1,5 cm Durchmesser, Stiel mindestens 3 cm lang, 2,5 mm dick. Hut leicht genabelt ansonsten +/- halbkugelig, nicht schleimig. Stiel wachsartig, hohl. Lamellen buchtig angewachsen und leicht herablaufend, dick, ca. 18 Lamellen erreichen den Stiel, Zwischenlamellen vorhanden. Zum Geruch kann ich nichts sagen, Geschmack unauffällig. Sporen 7-9 [10]*5-6 µm, nicht eingeschnürt, aber oft einer Seite etwas breiter, Basidien 4-sporig, ziemlich klein [35] 40-45*8 µm. HDS trockene Cutis.

    Auflicht

    Durchlicht, Lamellenschneide fertil

    (überwiegend) 4-sporig

    HDS

    Lamelle im Querschnitt, Wasser

    Trama, Hyphen nie länger als 180 µm

    Basidien

    Sporen

    Bei keinem der 3 genutzten Schlüssel komme ich zu einem befriedigenden Ergebnis, wo alles passen würde. Insbesondere die relativ kurzen Basidien stören.


    2) braune Entoloma, die auf den ersten Blick zu dem Cluster von E. longistriatum passen könnte, aber durch Anastomosen auffällt. 20 mm im Durchmesser, 65 mm hoch. Stiel olivgrau, glatt, hohl, innen weiß, oben 1,5 mm dick, unten 2,5 mm und weiß bereift. Hut braun, mittig dunkler und leicht genabelt, nach oben aufgeschirmt (beim Trocknen Wölbung nach unten), Lamellen weißlich, dünn, buchtig angewachsen, viele Zwischenlamellen.

    Cheilozystiden nicht gesehen, Lamellenkante fertil, 4-sporig, Sporen 8-11*6, HDS mit breiten keuligen Hyphen

    bereits leicht getrocknet

    Durchlicht, 4-sporig

    Lamellentrama

    HDS

    mittig, Hyphen steil aufragend

    weiter außen deutlich flacher

    Stiel, ist das eine Kaulozystide?

    gelegentlich sind Puzzleteile eingebaut

    Hier stellt sich mir die Frage, ob die Anastomosen artspezifisch sind oder fakultativ - ob man trotzdem E. logistriatum agg. ansetzen kann.


    LG, Bernd

    Hallo Martin, dass der Kelch unter den Asci durchgeht konnte man eigentlich auf den bisherigen Bildern schon erkennen. Wobei mir nicht klar war, dass das wichtig ist.

    Ein leidlicher Schnitt mit ziemlich viel Material über den Ascispitzen

    die Sporen jetzt nicht pigmentiert, 3-fach septiert

    15-21*3,5-6 µm


    Wenn ich damit schlüssele, komme ich zu Pseudoschismatomma rufescens, wo es heißt (bei Italic)

    "Ascospores 3-septate, hyaline but often turning brown when overmature, straight or often slightly curved, fusiform, 15-27 x 3-5 μm", was zu den pigmentierten Sporen oben passen würde. Eine Art, die in LT als häufig vorkommend angegeben ist.


    LG, Bernd

    Hallo allerseits,


    zur Abwechslung habe ich mal eine Krustenflechte, von den selben alten Eichen, wie Calicium quercinum. Makroskopisch ohne auffällige Merkmale, graues Lager, schwärzliche etwas lirellenförmige Apothecien. Auf glatter Borke weit außen. Die Kruste felderig aufgerissen.

    Das Bild ist etwa 9*6 mm groß

    Auflicht

    Wasser, mikroskopisch mit einer interessanten Merkmalskombination. Algen - Trentepohlia, Sporen quer septiert (4z.) und pigmentiert. Asci so ~50-65*10-12

    freie Sporen waren kaum zu sehen 15-20*3-5 µm

    Melzers, J- und erkennbar, dass die Asci dickwandig sind, bzw. eine Geleehülle haben (?), zudem sind einige Sporen in den Asci zu erkennen


    Bei Wirth et al. komme ich mit dem Hauptschlüssel für Krusten zu Opegrapha, kann aber Arthonia nicht sicher ausschließen. Im Detail weitergeschlüsselt kommt aber nichts mit dieser Mekrmalskombination. Wenn ich bei Italic8 bei Opegrapha schlüssele, komme ich zu Cresponea premnea, die aber größere Apothecien und Sporen haben sollte, ansonsten aber leidlich passen könnte - abgesehen vom Verbreitungsareal.


    LG, Bernd

    Hallo,


    Epipactis, die am Straßenrand wächst, ggf. gern im Büschel, im Habit bis auf die Farbe sonst wie atrorubens, kann gut Epipactis distans sein. http://www.aho-bayern.de/epipactis/ep_dist.html

    An mageren Standorten mit kurzen Blättern, die relativ weit voneinander entfernt sind ("distant"), jedenfalls im Vergleich zur Länge der Blätter. Die ist nicht standorttreu, jedenfalls nicht lange, sondern als Pionierpflanze recht mobil.


    Teufelsabbiss musst Du in feuchten Wiesen // Kalkflachmooren suchen, gern mit Epipactis palustris zusammen. Die sollte noch nicht blühen.


    LG, Bernd

    N'abend,


    an ein paar soliden Eichen gab es vor einiger Zeit einen Fund, der sich dann als Calicium quercinum herausstellte und aktuell wohl der einzige bekannte Fundort der Art hier ist [es gibt auf iNaturalist noch einen anderen, aber soweit ich das verstehe, erfolgte die Bestimmung nur anhand von Fotos - was wohl geht, wenn die Fotos idealtypische Exemplare zeigen, sonst aber eher nicht].


    An der letzten Eiche wurden wir fündig - der Originalfinder hatte leider vergessen, an welcher der Eichen - sodass von Neuem gesucht werden musste. Schwarze, dicht stehende relativ stämmige Nadeln auf grauem Lager.

    weitaus charakteristischer diese Gruppe hier mit grauer Bereifung

    Auflicht

    Die waren partout in Wasser nicht zu quetschen. Asci waren trotzdem zu sehen 1,5-seriat

    Sporen ziemlich groß, vereinzelt bis 14 µm, ornamentiert, teils mit diagonaler Streifung - hier mittig zu sehen


    Da passt ausnahmsweise mal alles.

    LG, Bernd

    Hallo allerseits,


    ich muss dieses Thema doch noch mal auswalzen. Mittlerweiter ist die Angelegenheit eher noch unklarer geworden ...


    Einerseits habe ich diesen Artikel (https://www.npsumava.cz/wp-con…/2019/06/sg12_2_peksa.pdf) aus der Tschechei gefunden, der C. parvum behandelt und mit der Verwechslungsart C. pinastri vergleicht. Dessen Abbildung mit den Asci würde ja nun auch bei meinem Fund für C. parvum sprechen. Es kommt darauf an, wie man die Schlüsselung "clavate Asci" vs. "zylindrische Asci" versteht. Entweder "alle Asci clavat", "Asci überwiegend clavat", "ältere Asci clavat", "mindestens einzelne Asci clavat" ... Denn bei meinem Fund sind ja bei weitem nicht alle Asci clavat, nicht mal die Mehrheit.


    Dann habe ich nochmal Fotos gemacht und bei einigen Exemplaren kann man einen dünnen weißlichen Rand erkennen. Ob ich den ursprünglich übersehen habe, oder ob das erst durch Trocknen / Reifen entstanden ist?

    Italic erwähnt außerdem für C. parvum "Spot tests: thallus K+ dull yellow" - man kann nach KOH 3% eine leichte bleibende Verfärbung (mittig, großflächig) erkennen. Als Plausibilitätstest - bei Wasser bleibt nichts zurück, wobei die Färbung "nass" in beiden Fällen +/- gleich aussieht.

    Andererseits wird für C. parvum erwähnt, dass die auf Borke wächst und einen deutlichen Thallus haben soll. Wobei ja auch C. pinastri auf Borke wachsen soll. Und beim Wachsen auf morschem Holz erscheint es einfacher, dass der Thallus sich ins Substrat verkrümelt. Kugelige Algen werden für beide Arten genannt.


    Also eventuell ist es doch C. parvum. C. glaucellum schließe ich nach wie vor aus, denn wenn es die clavaten Asci sind, die gegen C. pinastri sprechen, dann tun sie das eben auch gegen C. glaucellum.


    LG, Bernd

    Hallo,


    anhand dieser Bilder ist da noch nichts zu bestimmen, insbesondere, ist nicht erkennbar, ob der Pilz Lamellen oder Poren hat - was möglicherweise aufgrund der Jugend auch noch gar nicht zu sehen ist. "Sehr hart" spricht aber eher gegen Lamellen.


    Wie hoch über dem Boden ist diese Stelle? Woraus ist das Haus gebaut? Fachwerk? Ziegel? Gipsplattenverkleidung? Ggf. Baujahr.


    LG, Bernd

    Hallo allerseits,


    zur Abwechslung mal eine leichter zu bestimmende Art. An einem längs abgebrochenen Baum, sieht aus wie Birke, und wenn ich mich recht erinnere, hat da auch nie was anderes gestanden. Innen an der Bruchstelle, mäßig morsch.

    Deutlicher grüner Thallus (manche Schlüssel führen da in die Irre, weil sie "ohne Thallus bzw. endosubstratisch" schlüsseln, um dann zu erwähnen, dass "selten grauer bzw. grün-grauer Thallus vorkommt"), gelb bereifte Köpfchen, Mazaedium schwarz und ausgeprägt, relativ kurz, bis max. 0,7 mm hoch.

    Mit gelb bereiften Köpfchen bleiben nur 2 Arten übrig, wovon C. adspersum noch kürzere Stiele und deutlich breitere Köpfe haben soll. Also C. trabinellum

    Gut zu sehen, die äußere Schicht am Stiel ("thin, paler, non-amyloid gelatinous sheath")

    Asci sind zylindrisch, 36-48*4-5 µm, uniseriat.

    Sporen bis 11*5,5 µm

    Algen rund.


    LG, Bernd

    N'abend allerseits,


    von Kiefernholz vom Moorrandwald stammt diese kleine schwarze Nadel. Die sich von den üblichen C. glaucellum durch sehr kurze Stiele (Gesamthöhe unter 0,4 mm), kaum ausgeprägtes Mazaedium (bei glaucellum, siehe hier Calicium glaucellum , ragt dies zunächst zylindrisch über das Köpchen hinaus um dann das ganze Köpchen zu bedecken), zudem fehlt der weiße Rand am Köpfchen. Gut es hätte auch eine sehr junge Population sein können ... Auffällig auch die stämmigen Stiele, also das Verhältnis von Dicke zu Länge.


    vor Ort

    Auflicht

    in Wasser samt Substrat, Thallus nur endosubstratisch, runde Algen (bis 10 µm) im Holz

    Sporen groß, die ornamentierten bis 13*7, die noch nicht ornamentierten bis 10*5

    teils in Luftblase

    die Asci sind variabel, meistens uniseriat und zur spitze etwas breiter werdend, weil hier die sporen schräg liegen, daneben aber auch Kartoffelbeutel


    Wenn ich den Schlüsseln bei Italic8 und Wirth et al. folge, und die Asci als "zylindrisch & uniseriat" ansetze, komme ich mit den Größenangaben unschwer zu C. pinastri. Die Alternative "Asci keulig & sporen 2-3-reihig" bringt nicht wirklich was passendes (C. parvum wird deutlich größer beschrieben, mit kleineren Sporen). Italic gibt als Substrat zwar Borke an, wobei eins der beiden Bilder Holz als Substrat zeigt.


    Bis auf ein paar Abzüge bei der Haltungsnote passt Calicium pinastri also ganz gut.


    LG, Bernd

    Hallo allerseits,


    Vom Moorrand an (harzigem) Holz einer Kiefer stammt dieser Haarbecher, bis 1,5 mm im Durchmesser, nur mittig aufsitzend, wobei ich keinen Stiel erkennen kann.


    vor Ort, trocken

    feucht, Auflicht

    in Wasser, kaum reife Asci, nur wenige freie Sporen

    KR, Asci ca. 90*8 µm, Paraphysen septiert, mittig bis 4...5 µm dick, spitz auslaufend

    Melzers

    Sporen schlank spindelförmig, spitz auslaufend, 24-26*3-4

    Haare dunkel, septiert, ungleichmäßig dick


    Ich hab versucht, mit dem holländischen Asci-Schlüssel zu schlüsseln und komme, falls ich nicht falsch abgebogen bin, zu Haglundia/Mollisia. Nach Mollisia sieht es mir nicht aus ...

    vielleicht hat ja jemand eine Idee?


    Danke für's Anschauen,

    LG, Bernd

    Hallo allerseits,


    vor Ort stehen weitere Exemplare. Mit direkter Farbbeurteilung vor Ort sei dem Schlüssel für die Eröffnung Genüge getan: junge Exemplare haben keinen Blauanteil im Hut, im Stiel aber schon, wenn auch nicht sehr ausgeprägt.

    LG, Bernd

    Hallo Björn, ganz junge Frk. habe ich nicht gefunden, von den 3 Stück ist der jüngste aber noch nicht völlig aufgeschirmt.


    Dass die Lamellenkante fertil ist, sieht man doch auf Bild 6. Dass sie nicht gefärbt ist, sieht man auch.


    Sporen habe ich nur solche vermessen, bei denen der Schnabel zu sehen ist, klar geht das besser bei frei schwimmenden als über dem Rest der Lamelle. Ansonsten kann man E-Sporen immer so drehen, dass Q=1 ist. Viel interessanter ist folglich der andere Grenzwert ...


    Die litauische Checklist von 2024 hat für Entoloma nur 80 Arten (davon mindestens 3 von meinem Hof) - die Chance, dass das was ist, das noch nicht geführt wird, ist ziemlich hoch. Keine Ahnung, ob die 3 hauptamtlichen Mykologen in LT aktuell Interesse daran haben ...


    LG, Bernd

    Hallo Karl, danke. Also ich kann keine anders geformten Cheilozystiden erkennen. Ob die Dinger ohne Sporen nun Basidiolen oder genauso geformete Cheilozystiden sind, kann ich nicht beurteilen. Ich finde, man sieht das Fehlen anders geformter Elemente sehr gut im Durchlicht der kompletten Lamelle.


    Wie viele europäische Arten umfasst denn Subg. cyanula aktuelle, 70? Oder doch eher 100? (Brandrud et al. 2023 listet 53 für Norwegen) Und wie viele Arten davon haben die hier gezeigten wesentlichen Merkmale, insbesondere die herablaufenden Lamellen? Doch kaum mehr als 5, oder?


    Dass eine Bestimmung von Entoloma bis zur Art mittlerweile kaum mehr geht, ist mir schon klar, insbesondere, wenn man die 17 in der letzten Woche neu beschriebenen Arten noch berücksichtigen muss.


    LG, Bernd

    N'abend z'sammen,


    zur Abwechslung mal ein richtiger, großer Pilz. Entoloma hätte ich dort nicht erwartet, wie man sieht Giersch und Moose auf Schutt - das war mal der lokale Kolchos.

    Hut bis 2 cm Durchmesser, genabelt, außen nach unten eingebogen. Braungrau mit leichtem Blaustich (die Fotos hier etwas zu sehr ins Blaue verfälscht). Radial riefig, kaum schuppig. Lamellen weiß, herablaufend, mit Zwischenlamellen. Stiel blaugrau, hohl, keulig verdickt, ohne weißen Filz am Ansatz. Bis 7 cm.


    Lamelle, ganze Lamelle im Durchlicht

    sehr schön zu sehen, dass die Basidien 4-sporig sind

    KR, Basidien 27-37*9-13, ohne Schnallen; Sporen 8-10*6,5-8 µm

    HDS im Durchlicht

    in Wasser, kaum Pigmente zu sehen, gelegentlich intrazellulär. Die oberflächennahen Hyphen sind meist < 10 µm, nur wenige Hyphen erreichen 10...12 µm

    Stiel, Radialschnitt, Durchlicht

    in Wasser, ist das eine Caulozystide?

    weiter innen sind die Hyphen dicker


    Mangels Literatur kann ich keinen Namen dranschreiben. Der gehört aber wohl zu subg. cyanula.


    LG, Bernd

    Hallo Martin, in der Literatur werden Formulierungen verwendet, die ich dahingehend deute, dass die Längsschnitte anfertigen. Querschnitte vom Stiel habe ich noch nirgends gesehen, daran habe ich schon gedacht, das erscheint mir plausibler machbar. Dafür brauche ich aber erst mal wieder neue Klingen.


    Am ehesten werde ich das mit der Ch. debilis versuchen, davon habe ich ja unendlich Material am Haus.


    LG, Bernd

    Hallo allerseits,


    an einer kräftigen Eiche (5 m Umfang) relativ weit unten im Bereich einer Verletzung wächst eine kleine (~0,5 mm) schwarze Nadel auf hellem mäßig morschem Holz. Vermutlich wieder Mycocalicium subtile aber trotzdem mitgenommen.

    Und siehe da, hier zeigen die septierten Sporen, dass das was besseres ist.

    Von der Größe der Sporen unterscheidet die sich nicht sehr von der Ch. debilis, allerdings ohne übermäßig große Ausreißer - nur vereinzelt gibt es unseptierte Sporen. Dafür aber durch den deutlich helleren Stiel. Keine Algen am Ansatz zu erkennen. Wiederum kann ich die immer wieder genannte Zweiteilung des Stiels "innen heller, außer dunkler" nicht sehen.


    Sporen mit deutlichem Septum, teils etwas weniger ausgeprägt als die Wand. 6-8*3 µm

    Asci sind nirgends sauber zu erkennen, man kann aber 8 aufgereihte Sporen vermessen und dazu die Länge des Apex geben, nicht unter 45...50 µm

    Zugabe von KOH - ich sehe keine Verfärbung.


    Hat einige Ähnlichkeit mit der kürzlich als Ch. debilis gezeigten, allerdings mit hellerem Stiel, so dass ich annehme das ist was anderes (bzw. wenn das hier Ch. debilis ist, dann ist jene was anderes). Ch. pusilla sollte es wegen der deutlichen Septa nicht sein. Dann wären da nach Ch. tasmanica und Ch. vainiona ebenfalls mit septierten Sporen, und vermutlich noch die eine oder andere weitere Art. Aber dazu gibt es kaum Angaben und Vergleichsmaterial.


    LG, Bernd

    N'abend,


    Matthias ist ja nicht mehr dazu gekommen, sich diesen Pilz anzuschauen - er gab den Stecknadeln Vorrang. Also weiterhin unklar.


    Als zusätzliche Information kann ich geben, dass der sehr haltbar ist und immernoch vor Ort befindlich ist. Da sind sind nicht neue Exemplare die wiedergekommen sind, sondern immer noch die selben.

    LG, Bernd

    N'abend,


    zur Unterscheidung von Chaenothecopsis und Mycocalicium haben Tibell & Vinuesa eine Tabelle mit Merkmalen publiziert

    als Illustration wird aber dieser Ascus gezeigt, der, wenn man dem Marker Glauben schenkt, länger als die genannten 45 µm ist


    Bei einigen Arten der Gattung, die womöglich erst später beschrieben sind, werden denn auch längere Asci genannt. Das hilft nicht unbedingt mein Vertrauen in die Abfrage der Länge der Asci in den Schlüsseln zu stärken.


    Ich finde es sehr schwer, die Asci zu separieren, auch nach langwierigem Malträtieren.

    Das was als Kanal im Apex bezeichnet wird, habe ich aber wohl gefunden, Sporen sind nicht mehr im Fokus

    und hier bei Vergleichsmaterial von Ch. debilis von der Hauswand, anscheinend ein unreifer Ascus


    Damit ist zumindest geklärt, dass es Chaenothecopsis und nicht Mycocalicium ist.


    LG, Bernd