Beiträge von kruenta

    'nabend allerseits,

    bei maihaften Wetter war ich heute mit meiner Frau im derzeit sehr farbenfrohen Wald, dem nächstgelegenen Hainbuchenwald, spazieren. Sehr schick und auch sehr ergiebiges Biotop, noch besser als erwartet. Am Hang eines - für hiesige Verhältnisse - tiefen Flusstals.


    1) Sicht übers Tal auf den gegenüberliegenden Hang

    2) ein Phellinus an Hainbuche

    3) Wald


    4) Dichomitus campestris

    5) Trametes versicolor

    6) Eine Ganoderma cf. applanatum an Esche mit unterseits fremdem Pilzbelag

    7) eine Flechte, bei der ich an Graphis elegans denke, oder Arthonia radiata?

    8) evtl. Gleoporus dichrous oder doch wieder nur Bjerkandera?

    9) Waldimpressionen und Ajuga cf. genevensis

    10) Trichaptum biforme

    IMGP2509.JPG

    11) gleich daneben dieses Etwas

    12) eine alte Hainbuche, wo aus allen Rissen dieser Pilz quillt

    13) Hier fällt mir nichts anderes ein, als evtl. Bjerkandera adusta

    14) Impressionen

    15) Trametes gibbosa

    16) irgendein Schichtpilz, charakteristisch gefaltet


    17) Meruliopsis corium mit irgendwas Anderem

    18) Daldinia sp.

    19) Enteridium lycoperdon (glücklicherweise wurde der letztens mehrfach hier gezeigt, sodass sofort klar war, was das ist)

    20) bunt

    21) Phellinus robustus

    LG, Bernd

    Hallo Wolfgang, Mikros kann ich nicht anbieten, aber einen spezifischen Geruch habe ich nicht wahrgenommen, auch nicht nach Zerreiben, allerdings habe ich mit den Gerüchen immer so meine Probleme. Der jüngere hat einen normalen Sporenabdruck hinterlassen, der ältere nur einen kaum Sichtbaren. In der hiesigen Literatur (Pilze Litauens, Bd. VIII-3, 1999) steht der allerdings in der Untergattung Entoloma. Wenn ich in der Untergattung Nolanea anfange, komme ich zu E. hirtipes, der da aber eher für feuchten Nadelwald angegeben ist.


    LG, Bernd

    Hallo, danke Euch für die Kommentare.


    Felli die Wälder sind natürlich extra ausgesucht, es macht ja keinen Sinn, die Assoziation eines Kahlschlags zu studieren, wenn man Hainbuchenwälder entlang der Verbreitungsgrenze untersuchen will. Um das Aussuchen im Voraus zu erleichtern gibt es hier Unmengen an öffentlich einsehbaren Daten, z. B. alle Grundstücksgrenzen, Daten ob Entwässerung erfolgte und wenn ja mit Drainage oder nur Gräben, dann die Lebensraumtypen nach FFH (Hainbuchenwald fällt unter 9160, übrigens vergeben auch die Letten 9160, ganz ohne Hainbuchen - die nationalen Interpretationen sind schon sehr verschieden, in Litauen erfolgte diesbezüglich eine landesweite Inventur 2012-2015) - auch wenn das kein absoluter Hinderungsgrund für Kahlschlag ist, dann kann man die Karte der "woodland key habitate" einsehen, wenn diese in staatlichen Wald fallen, ist man schon ziemlich auf der sicheren Seite, dass da nichts gemacht wurde. Dann gibt es eine gesonderte Seite der Waldwirtschaft beim Umweltministerium, da kann man sich für jedes Waldstück die vorherrschende Baumart und deren Alter ansehen. Zudem sind aktuell vergebene Genehmigungen für Kahlschläge und Durchforstungen eingetragen. Man hat also ziemlich gute Karten, um sich geeignete Wälder im Voraus am Bildschirm herauszusuchen. Klar, man findet immer wieder Aussetzer, die Daten sind halt nur so gut wie die Erfassung durch konkrete Personen.


    LG, Bernd

    Hallo allerseits,


    Liege ich hier mit Entoloma vernum richtig? Vermutlich mit s.l., weil in 10 neue Arten aufgeteilt? Im Kiefernwald, außerdem mit Eiche, Ahorn und Eberesche in der Nähe.


    LG, Bernd

    Moin allerseits,


    von der gestrigen Tour habe ich noch Fotos von 2 markanten Schleimpilzen.


    1) auf umgefallenem Laubbaum, wohl Ulmus sp., teilweise beschirmt von Porlingen, erinnert farblich an Metatrichia vesparium, bloß ohne diese Wabenstrukturen der Papierwespen, sondern eher in Honigbienenwabenanordnung


    2) am Fuß einer toten Zitterpappel auf Moos

    Vielen Dank für's Anschauen und für Vorschläge

    LG, Bernd

    Moin,

    die Arealgrenze der Hainbuche verläuft quer durch Litauen. Ein befreundeter Botaniker macht gerade eine geobotanische Studie zu den Hainbuchenwäldern und lud mich ein mitzukommen. Da die Auftragslage es gerade zulässt ... Heute waren drei Wälder dran, eine kleine Auswahl an Bildern.

    (1) Überwiegend Hainbuche mit einzelnen etwas älteren Eichen, anscheinend Privatwald, parkähnlich aufgeräumt, mit dem Kraut in voller Blüte und dem Bächlein sehr schick


    (1a) Graphis scripta ist an jeder Hainbuche anzutreffen, daneben auch an den wenigen Haseln

    (1b) Pilz an einem Eichast

    (1c) vermutlich Phleogena faginea an Hainbuche, leider nur ganz wenige Pilzlein

    (2) ein Totalreservat in hügeliger Lage, vom Baumbestand sehr vielfältig (Hainbuch bei ca. 10%) und viel Totholz

    (2a) Phellinus robustus und Daedalea quercina

    (2b)

    (2c) Ein Polyporus mit schwarzem Stiel, sehr engen Poren und hellem ockerfarbigen Hut, evtl. P. leptocephalus

    (2d) Trametes gibbosa an toter Hainbuche, die war neu für mich

    (2e) Moosbewuchs

    (2f) welcher Phellinus wächst denn an Ulme?

    (2g) eine Morchel, hier wären Waldmeister und Sauerklee die "Zeigerpflanzen" :D

    (3) gehört zum Staatsforst, ist aber nach dem skandinavischen Konzept "woodland key habitat" von der Bewirtschaftung ausgenommen (ohne jegliches Betretungsverbot), sehr variabel trotz fast flachen Reliefs, von quatschnassen Stellen mit Schwarzerle und Moorbirke bis zu trocken Espenbeständen, Hainbuche auch hier nur mit geringerem Anteil und kaum bei den Altbäumen

    (3a) Zitterpappeln mit den allfälligen Ph. tremulae (im Prinzip an fast jeder älteren Zitterpappel zu finden), der rechte Stamm mit einem interessanten Muster von Bjerkandera adusta, interessant aber vor allem der weiße Porling. Nicht ausschließen kann ich Trametes gibbosa in jung - falls der derzeit in jung sein darf - im Vergleich mit (2d) ist der aber viel dicker und hat nicht ganz so ausgeprägte eckige Poren. Dann gäbe es da noch die Idee Spongipellis spumeus und Spongipellis schulzeri ... (Beleg habe ich mitgenommen)

    (3b) selten hingegen ist Phellinus populicola, an Zitterpappel

    (3c) und welcher Phellinus darf an Hainbuche wachsen?

    LG, Bernd

    Hallo Jörg, die Spitzmorchel hatte ich gelegentlich - auch nur ein Mal - auf dem Hof, im Obstgarten unter Apfel oder Birne. Das hätte eine gewisse Plausibilität, aber darf die so trocken? Da ist sonst nichts außer Moosen und Flechten. Basisch ja, Sand und besonders Kies sind kalkhaltig.

    Spätere Bilder sahen so aus (das erste Bild oben vom 14.4.)


    vom 24.4.

    vom 13.5.


    LG, Bernd

    Hallo allerseits,

    Ich habe da auch noch eine Morchel aus dem Archiv, von 2008, ist seitdem leider nicht wiedergekommen, auf Sand/Kies, sonnenexponierter Südhang, Fichte und Birke, etwas weiter weg vielleicht auch noch Kiefer und Espe bzw. in der Nähe ganz junge Kiefern (10-15 Jahre), daher die Nadeln. Das waren damals nur zwei Exemplare, die ich stehenließ und wobei ich mir weiter nichts dachte. Nachdem ich im Forum jetzt die verschiedenen Biotopbeschreibungen gelesen habe, scheint da nix zu passen. Einzig die von Nobi eingebrachte M. steppicola klingt in die Richtung. Da müsste ich weitere Bilder von verschiedenen Zeitpunkten haben, ggf. vom Biotop damals und heute.



    LG, Bernd

    Hallo Ulla, ich würde sagen, da überwiegt die gelbe Form, vielleicht auch eine Variabilität beim Altern? Die ganze Fläche, das ist so eine Art Insel mit ringsrum Feuchtgebiet, ist zumeist mit recht jungen Birken und einigen Espen bestanden. Aber ausreichend viele Espen, dass ich die als Partner ansehe. Daneben noch je eine einzelne Fichte, Weide und Birne.


    LG, Bernd

    Hallo, das von Stefan genannte Video nennt eine ganze Runde banaler Pflanzenarten als "Zeigerpflanzen" die eben auch an Biotopen vorkommen, wo Morcheln wachsen können - aber auch ganz wo anders, etwa das Leberblümchen ist hier häufig im natürlichen Fichtenwald. Im Vergleich mit der Karte bei pilze-Deutschland sind diese Pflanzen aber allesamt sicher deutlich häufiger und damit eher keine Zeigerpflanzen. Höchstens in dem Sinne, dass man in einem Biotop, wo gar nichts von den genannten Pflanzen wächst, eher keine Speisemorchel finden wird, was aber auch nicht so ganz stimmt, denn da wären ja noch die Streuobstwiesen.


    LG, Bernd

    Hallo Pablo, interessant wird es sicher auch noch, wenn die ganz jungen Pilze dann wieder kommen. Ich hab mal gerade eben eine Scheibe abgeschnitten und einen Tropfen KOH (das selbstgestrickte) drauf getan - in der Tat ergibt das einen sofortigen Farbumschlag in Richtung rosa-pink-braun. Kann ich als Foto bei Tageslicht morgen noch dazu tun. Das deckt sich mit der Literatur, die gena oben genannt hat. Bei Deinem KOH 20% sieht die Verfärbung aber ganz anders aus. Weil Pilz jünger oder Laugenkonzentration stärker? Hätte ich der Sendung mit beilegen können ...

    LG, Bernd

    Moin,

    vom gleichen Fruchtkörper wie eingangs gezeigt noch Bilder von Ende März (sieht derzeit immer noch so aus), doch schon erheblich nachgedunkelt.


    Beorn vielleicht das ganze Thema in die Porlinge verschieben? Oder in die Porträts?


    LG, Bernd

    Hallo Karl, da ich den Tyromyces fissilis ja auf dem Hof habe - zu der Jahreszeit ist der ziemlich nachgedunkelt und nur im Schnitt noch weiß. Wenn es aktuelle Fotos sind, würde ich den ausschließen.


    LG, Bernd

    Moin, jetzt kommen die bei mir auch so langsam, aber überwiegend noch sehr klein und unter Blättern versteckt. An bekannter Stelle, 10 km weg - den habe ich nicht auf dem Hof.


    Und dann gab es da noch diesen nicht ganz so taufrischen Pilz, soweit erkennbar auf Erde, nicht auf Holz wachsend. Ohne ausgeprägten Geschmack.

    LG, Bernd

    "Waffe" - warum immer so kriegerisch? Und dann kombiniert mit Religion "Wunder" - toll. Das klingt anachronistisch, aus der Zeit als man noch nicht wußte wie artenreich der Mensch ist und man ganz hardcore auf dem Trip "der Erreger ist alles, das Milieu ist nichts" war. Wobei, zur Zeit ist ja auch der totale Krieg ausgerufen, medial passt es schon, wissenschaftlich (zumindest der Titel) nicht.

    Vielleicht ist der Beitrag ja besser als der Titel verheißt.


    LG, Bernd

    Hallo, zwei sommerliche Tage in Folge haben den Frühling deutlich voran gebracht ...


    1) An einem auf dem Boden liegenden Kiefernstamm findet sich dieser Pilz, darauf etwas, was ein Schleimi (1a) sein könnte,

    auf der anderen Seite des Stamms dann der hier (1b), wo ich nicht ausschließe, dass das eine andere Art ist

    2) Wo es vor vielleicht 15 Jahren gebrannt hat, sind in Folge dessen etliche Bäume verstorben und nach und nach umgefallen, an einer dicken Kiefer dieser Belag

    3) Der war zwischenzeitlich Heimstatt des Schwarzspechts, aber keine Sorge, der hat noch genug Optionen

    4) Manche Bäume, besonders Kiefern, haben es auch überlebt

    5) Ein Stückchen hin an einer anderen Kiefer, im Kronenbereich, nicht auf dem Boden aufliegend, dieser Belag

    6) Ein Raspelpilz an Ebereschemast in der Streu

    7) Ein weißer Puschelschleimi

    8) Und Gloiodon strigosus, der bei der Hitze merklich geschrumpelt ist

    LG, Bernd

    Hallo allerseits,


    jetzt habe ich zwischen den Peltigera ponojensis doch noch eine andere Peltigera entdeckt, die sich (für mich) vor allem durch die Apothecien unterscheidet, die deutlich kleiner und nur etwa halb so breit sind, sowie oberseits deutlich eingekerbt/gezackt sind.

    Links P. cf. rufescens, rechts P. ponojensis.

    Weitere Bilder


    Danke für's Anschauen,

    LG, Bernd

    Hallo beli, den Pilz hatte ich an 3 oder 4 Birken, immer sehr konstant im Aussehen. Im Schnitt, bei den Pilzen mittleren Alters, ist die Trama etwa 3-4 mm dick, das passt auch nicht zu Fomfom. Belege habe ich mitgenommen und demnächst geht wieder eine Sendung an Pablo.


    LG, Bernd

    Moin, bei sommerlichen 20°C und voller Sonne sollte das eigentlich eine längere Moorwaldtour mit meinem Jüngsten werden, aber die Biber waren fleißig und die "Wege" des letzten Jahres funktionierten nicht mehr. Normalerweise muss man ja nur stromab gehen, irgendwann kommt ein Biberdamm, normalerweise nach einer breiten, kaum zu passierenden Lichtung voller Biberkanäle (die gern mehrere Hektar groß sind). Oder ein passend gefällter Baum.

    1) Phellinus ignarius an Weide

    2) Die Gräben sind breit aufgestaut

    3) Ein Inonotus obliquus an einer Birke, die keine 10 cm dick ist

    4) Das war das Ergebnis eines früheren, noch höheren Biberrückstaus als aktuell

    5) Es quakt und unkt nur so vor sich hin, jede Menge der derzeit blauen Moorfrösche

    6) Krebsscheren (Stratiodes aloides)

    7) Kröten, Unken kann ich aus der Ferne und akustisch leider nicht bestimmen

    8) Bruchwald

    9) Haselwurz in Blüte

    10) Phellinus tremulae

    11) Hier habe ich den Verdacht auf Phellinus nigricans, kann aber Fomfom nicht sicher ausschließen, auch wenn der am Nachbarbaum vorhanden war und dort ganz normal aussah.

    12) An einer liegenden Schwarzerle diese Kruste, vielleicht Richtung Peniophora

    13) Eine Hutbildende Kruste am gleichen Stamm, keine Ahnung

    14) Etwas krustenartiges, dass unterseits eines Wurzeltellers von Moorbirke an Wurzeln und Torf siedelt, Probe habe ich mitgenommen, vielleicht einfach nur Bjerkandera adusta

    15) Hier bin ich mir beim Substrat nicht sicher, womöglich Eiche, bis ins Kernholz bin ich nicht vorgedrungen. Interessante Muster, u.a. mit Chloriciboria (oder kann noch wer anders solche Farben?) und Phelinussen.

    16) Eine Maser an Birke, unterseits auch mit Krusten bewachsen

    17) Ein farbenfroher Schleimi, lamproderma

    18) Anderer Standort, trockener Nadelwald. Eine surrealistische Birke mit vielen Čagas, die aussieht, als wäre sie gestrichen. Sporenpulver? Ein Frk. war aber nicht zu sehen.

    LG, Bernd