Beiträge von kruenta

    N'abend allerseits,


    noch ein Pilz von heute, der völlig außerhalb meiner bisherigen Funde liegt. Kleine, 1-2 cm große, weiße umgekehrt trichterförmige Fruchtkörper, teils kreisförmiger Grundriß teils "wolkenförmig". Mit Zähnchen, die an Basidioradulum radula erinnern. Auf Boden am Fuß einer Zitterpappel, wo aber auch Nadeln rumliegen. Es scheint so was, zu meinem Erstaunen, tatsächlich zu geben. Sistotrema confluens sieht zunächst erst mal passend aus - wobei es bei dem Zahnzeug sja sonst immer heißt, dass da ohne Mikroskop nichts geht.

    Das ist 100 m hin, da mach ich morgen noch bessere Fotos, einstweilen erst mal diese suboptimalen - die zeigen etwa ein Drittel der Population



    LG, Bernd

    Hallo, vorhin war ich noch ein Stündchen im Wald, ohne Fotoapparat. So ganz ging das aber doch nicht, ein paar Pilze habe ich doch gleich eingesteckt. Diesen gelben Pilz mit Schleier und beschupptem Hut habe ich auf dem Boden im Mischwald gefunden, recht zahlreich, aber nicht eng gedrängt. Dass da Totholz drunter ist, nehme ich an - geprüft habe ich es nicht. Die beiden Exemplar gehören zu den größeren, die da waren, um die 2 cm Hutdurchmesser.


    Danke für's Anschauen und für Vorschläge,


    LG, Bernd

    Hallo Ingo, danke für die Vergleichsbilder, das sieht schon sehr gut aus. Ich schaue mir, wenn ich Vorschläge bekommen, die Verbreitung (fast) immer auf Pilze Deutschlands an, um eine Vorstellung von der Seltenheit und der Wahrscheinlichkeit zuverlässige Vergelichsbilder zu finden, zu bekommen. Dort wird pullei von atroumbrina getrennt, und dann könnte da vielleicht auch noch asperulispora (dazu habe ich gar nichts gefunden) in Frage kommen. Für Litauen gibt es eine Publikation über die clavarioiden Pilze von 2009, von Shiryaev (hatte ich neulich schon verlinkt, kann ich aber gern wiederholen), und vom gleichen Autor auch aus der Oblast Kaliningrad von 2014 (auf russisch, was den Namen natürlich keinen Abbruch tut). In beiden wird pullei als selten (und jeweils Neufund) gelistet. Was nutzt du für Literatur für die Wiesenkeulen?


    Matthias Reul hat sich bereit erklärt, diese und auch die andere Keule mit anzuschauen. Irgendwann im Laufe des Herbsts kommen dann noch mikroskopische Daten dazu.


    Die Wiese gehörte bis 1992 zum hiesigen Sowchos, als Wiese und Weide. Zuletzt also vielleicht 1990 umgebrochen und neu gesät. Seitdem einschürige Mahd, gelegentlich beweidet im Herbst mit geringem Besatz. Also eigentlich schon erstaunlich, dass knapp 30 Jahre doch schon eine ganz ordentliche Artenvielfalt hervorbringen. Alles was hier in der Gegend die Sowjetzeiten als naturbelassene Wiese überstanden hatte, darunter noch vor 10 Jahren tolle Orchideenwiesen, ist jetzt komplett zugewachsen. Oder umgepflügt.


    LG, Bernd

    Hallo allerseits,

    neulich hatte ich von der Wiese eine ins Rosa gehende Keule gezeigt,

    diese hier vom 1.9.

    vorgestern sah der Pilz dann so aus

    und heute habe ich Belege entnommen

    Trotzdem habe ich bis jetzt keinen Arbeitstitel.

    Vielleicht hat ja jemand einen Vorschlag

    LG, Bernd

    Hallo allerseits, diesen Lamellenpilz habe ich heute auf magerem Boden am Waldrand gefunden. Da könnten im Boden schon Wurzeln oder Kienzapfen sein, aber eigentlich hatte ich den Eindruck, dass der aus dem Boden kommt. Das würde dann ja Pluteus ausschließen. Und was anderes fällt mir dazu nicht ein. Leider ein Einzelstück.


    Hutdurchmesser etwa 5 cm. Hut leicht samtig beschuppt, das kommt leider auf dem Foto nicht rüber. Geruch unauffällig, nicht verkostet. Lamellen deutlich frei. Stiel längsfaserig und hohl, etwas verdickt unten, relativ kurz.

    Vielen Dank für's Anschauen und für Vorschläge.


    LG, Bernd

    Hallo, noch 2 Bilder von dem gelben Dachpilz, von gestern. Etwas abgetrocknet wurde der deutlich hygrophan. Heute ist der komplett eingetrocknet und eingetütet.

    LG, Bernd

    Hallo Werner, erst mal vielen Dank für Deine Vorschläge. Gestern bin ich endlich dazu gekommen, die Nummer 1 zum Absporen abzulegen. Das Ergebnis ist rosa. Damit würde ich zum würzigen Tellerling tendieren. Der abgesporte Hut riecht ganz angenehm, stärker als im Wald, das könnte auch hinkommen. Auch das Wachstum im Cluster.


    LG, Bernd

    Hallo, danke für Eure Vorschläge


    1) wegen der Galerina da traue ich mir nicht zu G. sphagnorum von G. tibiicystis zu unterscheiden (ich hab's auch noch nie versucht, vielleicht geht es ja makroskopisch), die wachsen beide auf Schwingrasen und Hochmoor werden in den Biotopen als häufig bezeichnet

    2) aha, wahrscheinlich Sphagnurus (Lyophllum) palustris


    4) Leccinum holopus traktiere ich nach der heimischen Literatur und da ist holopus der typische und häufige weiße Birkenpilz von Mooren - wobei hier nur Kiefern waren. Sonst käme höchstens noch L. percandidum in Frage, der unterscheidet sich aber vom Biotop und Erscheinungsbild und sagt mir persönlich nichts.


    6) Lactarius ist eine sehr gute Idee. Die kam mir vor Ort leider nicht, sodass ich weder Milch, noch Geschmack getestet habe. Leider etwas weiter weg. So eine moräne Hügelkette mit Fichte, Kiefer, Espe, Birke, Eiche und viel Hasel. Das erlaubt auch keine Einschränkung. Laut der heimischen Literatur sind picinus und fuliginos nur sehr vereinzelt gefunden worden.


    7) an L. repraesenteus glaube ich nicht, der sollte doch haarig sein und sich verfärben



    LG, Bernd

    Hallo allerseits,

    heute war ich mal nach der Clavaria sphagnicola suchen, die ich vor längerer Zeit mal gefunden hatte ( Clavaria sphagnicola ). Die habe ich leider nicht gefunden, zumal es gerade beim Rumlaufen auf dem fraglichen Schwingrasen anfing zu regnen. Interessantes gab es trotzdem. Da ich mit meinem Sohn unterwegs war, gab's nicht ganz so viele Fotos.


    0) Moorsee Nr. 1

    dieser ehemalige See ist komplett zugewachsen und hat keine offenen Wasserflächen mehr

    Moorsee Nr. 2

    1) vermutlich Galerina sp. vom Schwingrasen

    2) keine_Ahnung sp. (davon gab es besonders viele :D), auch vom Schwingrasen

    3) Galerina sp.?


    4) Leccinum holopus

    5) Lactarius sp. mit samtiger roter Huthaut, im Nachklapp meerrettichartig ätzend scharf

    6) bis zu den anderen beiden Seen gab es nun etwas hügeliges Festland, samtiger Krempling, nur ohne Samtfuss

    7) Artomyces pyxidatus

    8) Lactarius scrobiculatus

    9) einer der Egerlinge mit Anisgeruch

    10) das könnte jetzt was richtig interessantes sein, ein knallgelber kleiner Dachpilz (m.E.), kurz vorm See im nassen Erlen-Weiden-Fichten-Gestrüpp, leider nur ein Einzelexemplar (Beleg mitgenommen). In Frage käme da ja nach Wuchsort am ehesten Pluteus chrysophaeus. Nur so wie Pablo den hier ( Erstfunde im Auwald. ) zeigt, hat der einen weißen Stiel, ist aber vielleicht kein Hinderungsgrund.

    11) das sah mir erst aus wie Trichoglossum hirsutum, aber da keine Haare zu erkennen sind, muss es wohl Geoglossum sphagnophila sein, auch davon habe ich Belege mitgenommen.





    LG, Bernd

    Hallo Nobi, interessanter Gedanke. An den hatte ich gar nicht gedacht, aber müsste der nicht auf Totholz wachsen? Auch das kann ich nicht komplett ausschließen, ein Kiefernzapfen würde ja schon reichen.

    Hierzu werden ich auch sicher Bilder nachreichen, wenn sich was tut.

    LG, Bernd

    Hallo, hier mal ein kleine Auswahl von Waldpilzen aus dem aprilwetterlichen Wald. Keine Bestimmungsanfrage, da es so ziemlich an allem fehlt - wer trotzdem Vorschläge hat, natürlich gern.


    1) ockerfarbener Ritterling, seit Wochen mal hie und mal da

    2) ein Pilz

    3) vermutlich ein Dachpilz auf Birke

    4) Fliegenpilze

    5) Tricholoma imbricatum

    6) Lactarius und noch irgendwas


    7) Lactarius turpis

    8) noch ein Lactarius

    9) zur Abwechslung ein Täubling

    10) ein frischer und madenfreier Steinpilz

    11) Grünspanbecher, hatte ich gar nicht gewusst, dass es den auch gleich am Hof gibt, auf Eiche. Mit einer Postia.

    12) zum Schluss noch eine Koralle, die ich noch nie gesehen habe, leicht ins Graue gehend


    LG, Bernd

    Hallo, an sehr magerer Stelle auf Kies wächst dieses haarige Etwas. Der erste Gedanke war ein Schleimpilz, aber das kann man nach den Bildern nun wohl ausschließen. Ein Ozonium? Aber welcher Tintling sollte sich auf solchem Geländer niederlassen wollen? Das ist außerhalb der Weide, Wildtiere gibt es natürlich schon, also ausschließen, dass da Dung drunter ist, kann ich nicht. Und dann kam mir noch der Vergleich mit Pterula, da soll es ja auch noch einiges an kleineren Arten geben, zu denen man nichts findet.

    Hat jemand vielleicht noch andere Ideen oder kann die obigen Optionen sicher ausschließen?

    Vielen Dank für's Anschauen und für Vorschläge.


    Gruß, Bernd

    Hallo Matthias, danke,


    1) an Laccaria hatte ich ja nun gar nicht gedacht, dass es da so kleine geben könnte - da muss ich mal suchen

    2) genau, der 3 Pilz stand 2 m weiter und war oberseits geringfügig dunkler, könnte auch was anderes sein, die Lamellen sehen schon etwas kräftiger aus (hab die alle 3 eingepackt)

    8) den hatte ich auch mitgenommen. Ist total eingetrocknet, ein Haar mit nem halben Stecknadelkopf dran


    LG, Bernd

    Hallo allerseits, heute hat die Zeit nur für eine ganz kurze Pause gereicht. Kurz am Waldrand bis zur Thymianwiese.


    Das war alles Kolchosacker, teilweise auch damals schon am Waldrand. Ist jetzt entweder ein sehr selten befahrener einschürig gemähter Fahrstreifen oder wenig beweidete Magerweide, die zwischenzeitig brach gelegen hatte.

    1) wohl irgendeine Arrhenia

    2) Mycena, vielleicht die gleiche, für die auf der Wiese M. latifolia vorgeschlagen wurde.

    3) keine Ahnung, auf den magersten Stellen in der kalkigen Kieswiese

    4) ein recht stämmiger Saftling mit Schuppen und anscheinend schwärzend, vielleicht H. nigrescens, aber wohl in jedem Fall H. conica s.l.

    5) ein Tintling auf Aas

    6) Unmengen an Helvella lacunosa am Waldrand entlang, sogar auf der Fahrspur - kommt leider auf dem Bild nicht so gut rüber. Von winzig klein, wenige mm, bis zu knapp 10 cm.

    7) eine Keule als Einzelstück in Partnerschaft mit einem vermutlichen Risspilz

    8) 5 mm groß, vielleicht auch Arrhenia?

    9) mit den braunen Lamellenseiten (letztes Bild) wird das wohl ein Samthäubchen sein

    LG, Bernd

    Hallo Karl,

    vielen Dank, die Nr. 3 habe ich gerade aus dem Glas gefischt und zum Absporen abgelegt. Woran kann ich hier erkennen, dass es eine Entoloma ist?

    die 8 wird dann wohl wie die meisten Saftlinge auf der Wiese zu acutoconica gehören.


    Bei der Nr. 7 stimmt das mit Entoloma incanum? Das ist nämlich die einzige Entoloma, die es in die hiesigen roten Listen geschafft hat, mit 3 halbwegs aktuellen Funden und einem von Hlasek geklauten Bild. Für die Gattung gibt es hierzulande keinen Kenner, nicht dass man annehmen sollte dass die anderen Arten häufig werden. wobei ich sagen muss, dass Entoloma anfängt mir zu gefallen.


    LG, Bernd

    Hallo Ingo, ich habe 3 Proben mitgenommen. Für mich ist das alles die selbe Art nach Wuchs, Größe und Farbe (was nicht viel zu sagen hat, Wiesenkeulen habe ich hier das erste Mal, abgesehen von einer möglichen krieglsteieneri im letzten Herbst). Ich habe immer die Erwartung, dass die wissenschaftlichen Namen Sinn ergeben oder doch mindestens nicht kontraproduktiv sind. Wenn man also keine zuverlässigen Eigenschaften hat, nachdem man die benennen möchte, dann gibt es immer noch Fundort oder irgendwelche Personen, die man ehren möchte. Bei solchen Arten bringen die Trivialnamen meist nicht viel, da die ein Abklatsch der wissenschaftlichen sind oder eben neu kreiert. Nichts was irgendwie auf viel Erfahrung basiert.

    Ja ich weiß, dass das nicht stimmen muss. Aber es macht wenig Sinn eine schweinerosa Art "weißgelb" zu nennen.

    Derweil habe ich einen Artikel gefunden, wo die in Litauen vorkommenden / gefunden wordenen Keulen, Korallen etc. gelistet sind, allerdings sehr allgemeinkonkret bezüglich der Fundsituation. Und vermutlich nicht vollständig, da weitgehend von einem Einzelkämper gesammelt.

    2009BotLith152117-128_clavarioid1.pdf

    LG, Bernd

    Hallo, nachdem ich in den letzten Tag nur auf Wiese und Weide geschaut habe, heute mal ein paar Meter am Waldrand entlang. Wie es vielleicht schon aufgefallen ist, ist hier ein mega-hammer-super-Pilzjahr. Man kommt einfach nicht hinterher.


    In den Tiefen des Forums gibt es diverse Diskussionen zu Öhrlingen und da wird betont, dass O. bufonia und O. mirabilis quasi Schwesternarten sind und ansonsten auf das hier verwiesen A monograph of Otidea (Pyronemataceae, Pezizomycetes)

    Da heißt es nun "Thorough morphological comparisons show that O. bufonia differs from O. mirabilis in lacking lilaceous-bluish shades". Womit ich dreisterweise schlussfolgere, dass meine Fotos hier O. mirabilis zeigen. Auch der Wuchsort in Fichten- und Kiefernnadeln passt.



    LG, Bernd