Beiträge von kruenta

    Hallo Suillus,


    ja gut, wenn man ein Kleinstfahrzeug wie ein Quad, die gezeigte Raupe oder einen Kleintrecker (meiner wiegt auch bloß 1300 und passt gut durch den Wald) nutzt, braucht man aber gar keine Rückegasse - die kommen auch so durch den Wald. Die Frage steht dann ja, wer oder was hat die Bäume gefällt. Wenn man das manuell macht, kann man auch sehr gut pläntern und benötigt wiederum keine Rückegasse. Macht man es maschinell - die Dinger wiegen deutlich mehr - dann spielt das Rücken überhaupt keine Rolle mehr und kann bei der Abschätzung als Rundungsfehler angesehen werden.


    Will sagen, sobald man anfängt, von Rückegassen zu reden, impliziert man damit die Verwendung schwerer und breiter Holzerntetechnik.


    Wenn ich das aus Deinen Kommentaren richtig in Erinnerung habe, bist Du gelernter Physiker und Dir sollte dann schon klar sein, dass der Bodendruck in Tiefe 0 nicht 1:1 in die Tiefe 1 m übertragen wird, sondern dass dabei auch noch die Fläche, auf die dieser Druck eingebracht wird, zu berücksichtigen ist.



    LG, Bernd

    Hallo Wutzi,


    die Geschichte mit der Bodenverdichtung und den Pferden dürfte einem Denkfehler gechuldet sein. Wenn man nämlich nur Physik 6. Klasse kennt (Druck = Kraft durch Fläche) und mit Kenntnis der Huffläche und Masse (Kraft = Masse * Gravitation) den Bodendruck abschätzt und mit dem einer Raupe vergleicht (abgeschätzt nach selbiger Formel). Nur ist es jetzt so, dass für die Bodenverdichtung, in sagen wir einer Tiefe von 1 Meter, dieser Bodendruck allein noch nicht ausreicht. Während das Pferd den Boden nur punktuell (nicht im mathematischen Sinne) belastet, bringt die Raupe die Last linear ein. Die Druckausbreitung des Bodendrucks erfolgt nun nicht in senkrechter Flächenprojektion, sondern mehr oder weniger allseitig - je nach Bodenkonsistenz und in 1 m Tiefe kommt davon nicht mehr viel an. Zudem erfolgt die Verdichtung nicht gleichmäßig und es bleiben auch in den oberen Schichten ungequetschte Bereiche, wo nicht aufgetreten wurde, wo also Bodenlebewesen der oberen Schichten gar nicht beeinträchtigt werden. Etwas anders sieht die Sache mit einer Raupe oder jedem anderen Fahrzeug aus, wo über eine ununterbrochene Linie Druck ausgeübt wird und dieser sich entlang der Fahrspur in die Tiefe auch in der Summe nicht so stark reduziert.


    Andernfalls müsste man ja argumentieren, dass dort wo frau mal mit Stöckelschuhen langgegangen ist (da ist der Bodendruck um ein Vielfaches höher als beim beschlagenen Pferd) gar nichts mehr wachsen kann :D

    Glücklicherweise führt der enorm hohe Bodendruck dazu, dass frau mit Stöckelschuhe im Wald einsinken würde und deswegen der Waldboden von diesem Schicksal verschont bleibt.


    Also nein, die Geschichte mit Pferden, die den Boden stärker verdichten als Raupen ist Humbug.


    LG, Bernd

    Hallo Wolfgang, hallo sonstige Interessierte,


    da Wolfgang geltend gemacht hat, dass bei besserer Meßmethode erkennbar sein würde, dass die Sporen Stacheln haben und es sich um Ramariopsis handele, mir aber bessere Meßmethoden aktuell nicht zur Verfügung stehen, bleibt mir nur die alternative Beweisführung, indem ich die bestehende Meßmethode auf eine echte Ramariopsis anwende und zeige, dass, wenn dort Stacheln vorhanden sind, diese auch zu sehen sind (zu sehen wären).

    Also heute früh vor dem Frühstück ein paar Ramariopsis eingesammelt - der Vorzug eine gut sortierten Wiese.

    Schon im Auflicht ist hier unterm 25er beim Durchscrollen die Rauigkeit der Sporen zu sehen. Auf den Fotos davon eher nicht mehr. In KR dann aber ganz deutlich, ganz ohne BWB und Erhitzen ...

    Schnalle


    Ich bleibe also dabei, dass die eingangs gezeigte Art eine Clavulinopsis mit glatten Sporen ist, die der Beschreibung von Clavulinopsis dichotoma genügt und daher entsprechend benamst werden kann.


    Wenn man, wie Wolfgang eine komplette Neudefinition der Gattungen vornimmt, dann hat man zwar vielleicht einige enge Gattungen die schlüssig beschrieben sind, aber mit Ramariopsis eine Müllgattung in der alles Mögliche reinfällt und die ziemlich sicher nicht monophyletisch wäre. Wurde denn eine solche Neudefinition der Gattungen gültig publiziert?


    LG, Bernd

    N'abend,


    noch ein kleiner Einwurf am Rande, der m.E. nicht unwichtig für die Bewirtschaftung und den Zustand von Wäldern ist. Wenn der Gesetzgeber das GG "Eigentum verpflichtet" dahingehend auslegt, dass ein Waldbesitzer Bodensteuern für den Wald zu bezahlen hat, dann wird der Besitzer dazu gezwungen (falls er nicht anderweitig bedeutende Einkommen hat), den Wald so zu bewirtschaften, dass er abzüglich der Betriebskosten mindestens soviel geldwerten Gewinn (vor Steuern) macht, dass er diese Steuern zahlen kann. Zudem unterliegt diese Wirtschaftstätigkeit noch zahlreichen Regulierungen, was dazu führt - wie im Diskussionsfaden erwähnt - dass kleinere Waldbesitzer ihren Wald abstoßen und überhaupt Waldpreise eher gering sind. Speziell im Vergleich mit Ackerland.


    Anders in Ländern, wo es solche Steuern nicht gibt. Wo Wald nicht von einer Grundstückssteuer betroffen ist. Da können Besitzer den Wald auch einfach sich selbst überlassen [im Wesentlichen] und sind nicht auf Gewinnerwerb angewiesen. Das ermöglicht ein wesentlich breiteres Spektrum an Wirtschaftsformen, angefangen von "gar nichts" über "Kahlschlag gefolgt von 30+ Jahren gar nichts" bis zu "EU geförderten Plantagen auf Baumacker". Aus der Vielfalt der Bewirtschaftungsarten resultiert auch eine breite Artenvielfalt, wobei die letzte Kategorie dabei natürlich sehr schlecht abschneidet.


    LG, Bernd

    Hallo Wolfgang,


    ist das von mir erwähnte "BWB" nicht eine übliche Abkürzung für Baumwollblau? Jedenfalls sieht man doch das Blau des Hintergrunds? Das gezeigte Bild ist in der Tat mit fast geschlossenem Kondensor, aber wie ich sagte, habe ich mit den Einstellungen und Filtern (leider kein blauer oder violetter Filter vorhanden) experimentiert, und das war das maximale was an Relief zu sehen war. Bei offenem Kondensor hat man wesentlich weniger Beugungseffekte, die eventuelle Feinheiten zeigen könnten. Ein Orthoplan sollte die nötigen optischen Qualitäten haben. Abgesehen davon, dass das Trinokular nicht bestückt ist und ich per Handy fotografiere - sicher mit Qualitätsverlusten. Aber eine Ornamentierung war nicht zu erkennen. Ich weiß, dass meine Mikrobilder nicht sonderlich hochwertig sind. Das liegt aber eher daran, dass ich mangels Stereolupe freihändig präpariere und mit Handy durchs Okular fotografiere. Der erste Punkt greift aber beim Sporenabwurf nicht. Und beides ist nicht dem Mikroskop anzurechnen.


    Doch, der Begriff der Ornamentierung bezieht sich schon auf sichtbares Licht. Denn spätestens beim AFM kriegt man immer molekulare/atomare Strukturen zu sehen, die ncht mehr glatt sind. Der Begriff "ornamentiert" ergibt keinen Sinn, wenn man keine Bezugsgröße hat.


    LG, Bernd

    Hallo Joana,


    schön, dass ich Dich zum Lachen bringen konnte. Ich hoffe, es war die Art von Lachen, die den Menschen schön macht, nicht die gehässige Form ...


    Wenn Du auf Wortklauberei aus bist, ich schrieb "problemlos ... mit Fernsteuerung ODER KI", also eben nicht, dass das "NUR mit KI problemlos" wäre. Natürlich muss man eine KI trainieren und zur Anwendungsreife bringen - wird in D eher nicht passieren. Und es ging mir bei dem Quad auch nicht darum, dass das Ding genau 4 Räder haben muss (übrigens reichen 4 Räder um die 2 Ketten für Deine Raupe aufzuziehen), es können auch mehr sein oder mit Schreittechnologien für komplizierteres Gelände (Rücken am Hang). Es ging um die Breite und Manövrierfähigkeit des Geräts, damit keine Rückegasse mehr erforderlich ist.


    Es gibt Boden, da wirkt sich die Verdichtung und Belastung duch Befahren mehrjährig aus. Etwa in der Sandheide, wo man eine Fahrspur auch nach 10 Jahren noch sieht. Oder frischeren Boden, wo eine Fahrspur noch im selben Jahr wieder zugewachsen ist. Wie immer, schwer zu verallgemeinern und sehr von der konkreten Situation abhängig.


    Mit deinem Kommentar zur "Wette" gehst du automatisch davon aus dass das Ziel des Waldbesitzers ein Verkauf ist. Dies ist sehr weit gefehlt.

    Nein. Warum sollte eine Wette sich nur auf den Verkauf beziehen? Wenn man sich entscheidet, eine bestimmte Baumart zu pflanzen, macht man dies aus bestimmten Gründen. Das kann die erwartete Verwendung des Holzes im Schiffbau sein oder ästhetische Erwägungen oder die aktuelle Gesetzeslage oder Fördermittel für bestimmte Baumarten (in welchem Fall die Wette auf die Baumart von der die Fördermittel festlegenden Stelle übernommen wird).


    LG, Bernd

    Hallo,


    die Sporen aus dem Abwurf sehen in BWB so aus. Diverse Beleuchtungsvarianten und Filter brachten mich zu dieser Version, bei der man am ehesten ein Relief der Oberfläche erkennen kann. Da gibt es flache Erhebungen, aber keine Warzen oder Stacheln.

    Dass man unterm Elmi evtl. was sehen würde, kann schon sein. Das habe ich aber gerade nicht dabei. Im sichtbaren Licht halte ich das für weitgehend ausgereizt.


    Wolfgang P. - erkennst Du die Gattung Clavulinopsis nicht an? Oder warum meinst Du, dass man hier schon aus der Ferne Ramariopsis sieht? Ich sehe ja, dass Du ziemlich nihilistisch eingestellt bist

    nach allem was ich heute weiß, sind Wiesenkeulen aktuell nicht bestimmbar.

    das hindert doch aber nicht daran, einen Pilz einer konkreten Beschreibung einer Art durch einen Art zuzuordnen, deswegen gehört ja normalerweise der Autor zum wissenschaftlichen Namen (in der Faunistik auch das Jahr, was ich für plausibel halte). Dass eine heute bestimmte Art in 20 Jahren noch so Bestand hat, steht doch ohnehin in den Sternen. Letztlich ist die Taxonomie mehr eine Sozialwissenschaft (wie wir die Welt gern geordnet hätten) als eine Naturwissenschaft (wie die Welt ist), da darf man schon mal milde gestimmt sein.


    LG, Bernd

    ich sehe, dass hier Menschen ohne jegliches forstliches Wissen eine sehr starke Meinung haben, und meine Idee war, ich liefere Wissen (keine Meinungen!), dann kann sich jeder fundiert eine Meinung bilden

    Hallo allerseits, ich hab' doch tatsächlich den ganzen Diskussionsfaden durchgelesen. Das obige Zitat ist mir ob seiner philosophischen Wuchtigkeit ins Auge gefallen. Wie erkennst Du, wie unterscheidest Du, was "Wissen" im Faustschen Sinne von "so sind die Sachverhalte, das hält die Welt zusammen" ist und was "Wissen" ist im Sinne von "das ist die aktuelle Lehrmeinnung". Da man sich der ersten Art von Wissen zwar annähern kann, es aber nie erreichen, handelt es sich um die zweite Art von Wissen, die Kenntnis der Lehrmeinung. Die Kenntnis und Übernahme einer Lehrmeinung ändert nichts daran, dass es eine Meinung ist :D Selbst mit einem Masterdiplom. Und, der Autoritätsbeweis ist Gegenstand der Theologie - nicht der Wissenschaft.


    Für die Unkundigen süddeutscher Dialekte - der "Frächter" heißt auf Deutsch normalerweise "Frachtführer".


    Wenn der Wald ein komplexes Ökosystem ist, das von den diversen Arten umgeformt wird (etwa von Bibern in Tallage, Rotwild, das Lichtungen im Wald offenhält, Käfern und Pilzen, die für schnelleres Umfallen von schwachen Bäumen sorgen, oder Wildschweine, die auch mal ganze Stubben ausgraben) - darf der Mensch als biologische Art auch an dem Ökosystem teilhaben? Also, ist Wald nur natürlich, wenn der Mensch sich davon fernhält?


    Andererseits ist es Humbug, zu behaupten, dass Wald zum Wachsen der Bewirtschaftung und der Bejagung bedarf. Wald wächst schon ziemlich lange, länger als es Menschen gibt. Klar, die Art und Menge des Wilds, hat Auswirkungen darauf, wie Wald wächst. So hoher Wildbesatz, dass Wald gar nicht mehr wächst, ist aber nicht möglich, jedenfalls nicht unter natürlichen Bedingungen, nur mit Zufüttern. Wobei etwa Wisente ja gar nicht in den Wald gehen, um dort Lichtungen zu schaffen oder aufrectzuerhalten, wenn es nebenan wunderbare, riesengroße Lichtungen in Form von Rapsfeldern gibt. Wald wächst sogar, wenn man ihn nicht pflanzt. Wobei die Wahl einer Baumart, oder einer Mischung für einen Forstwirt/Waldbesitzer eine Prognose (eher wohl Wette) ist, welche Art von Holz und waldlicher Dienstleistungen man in 60...120 Jahren benötigen wird. Da man das eher nicht wissen kann, kann man genausogut die Natur machen lassen und schauen was wächst. Erinnert an die Story der schwedischen Marine, die vor knapp 200 Jahren dichte Eichenplantagen anlegte, damit sie Anno 2000 schicke Holzschiffe wird bauen können - und derer gibt es mehr.


    Bezüglich der Bodenverdichtung halte ich die Auswirkungen für kurzfristig. Sofern man nicht jährlich mehrfach die Rückegasse langfährt. Es gibt soviele Bodenlebewesen, die den Boden auflockern und wieder zugänglich machen. Man brauch sich doch nur mal eine Industriebrache - von denen es demnächst wieder deutlich mehr geben wird - anschauen. Von so exotischen Lagen wie Tschernobyl, Pripjat, die nur die wenigesten (mich eingeschlossen) aus eigener Anschauung kennen, absieht. Aber was man im diversen Berichten und Studien sieht, ist beeindruckend. Davon abgesehen sind Rückegassen hässlich. Technisch könnte man heutzutage problemlos ein unbemanntes Quad mit Fernsteuerung oder KI zum Rücken nutzen.


    LG, Bernd

    N'abend,

    war heute mal auf der Wiese schauen, an ein paar Stellen, die eher selten bestückt sind. Heute gab es aber reichlich:


    1) Hodophilus cf. foetens

    2) Entoloma, aus dem Umfeld von mougeoti, weiße Lamellen mit noch weißeren Schneiden

    Ober+Unterlicht, ~zylindrische Cheilozystiden

    3) Cuphophyllus, aber eher nicht virgineus, bis 6 cm Hutdurchmesser

    4) entoloma sp.

    5) winziger Tintling

    6) nicht ganz so winzig

    7) Cuphophyllus virgineus, schon etwas älter aber erstaunlich lange ausdauernd

    8) Entoloma infula

    und 9) E. chalybaeum

    10) vermutlich Entoloma, Einzelexemplar

    11) Papageien

    12) Entoloma sp.

    13) Entoloma incanum ungewohnt zahlreich >50

    14) Geoglossum sp.

    15) das Highlight: Clavaria greletii, Mikrodaten passen, insbesondere die Schnallen an den langen Basidien

    16) weißes Keulchen

    17) gelbe Keulen

    18) orange Keulen (wohl luteoalbum)

    19) Entoloma sp.

    20) weiße Koralle oder so

    21) mal ganz was anderes

    22) in allen Altersstufen, Tremellodendriopsis tuberosa mit gigantischen Sporen, 10-18*4-7 µm,

    makroskopisch sollte die eigentlich nicht so aussehen ...


    LG, Bernd

    N'abend,


    die Beobachtung neulich im abblätternden Zustand war ein Glücksfall, sonst wäre mir der wohl gar nicht aufgefallen. Dürfte stark vom Wetter abhängen.

    Heute:

    Das "Schreibtischexemplar" ist gut getrocknet und wohl auch noch etwas nachgereift und wurde geschlachtet:

    den kann man als reif durchgehen lassen:

    daraus ein Büschel von weiter unten in Wasser:

    immerhin gab es eine eindeutige Verzweigung

    Septen habe ich nach wie vor nicht gesehen


    LG, Bernd

    N'abend,


    es gäbe noch einiges mehr von der Wiese zu zeigen, aber ich komme zu nichts. Die Tage ist mir eine weiße, jeweils einfach - d.h. in zwei Äste - gegabelte Keule/Koralle untergekommen. Einen passenden Kandidaten dafür hatte Wolfgang P. vor einiger Zeit mit Clavulinopsis dichotoma genannt [altgriechisch dichotoma heißt genau das, aufgegabelt in 2 Teile]. Die im letzten Jahr gefundenen Exemplare entsprachen jedoch nicht den Vorgaben, insbesondere mit Verweis auf das Bildmaterial hier https://www.mycocharentes.fr/pdf1/1859.pdf


    Etwa 4,5 cm hoch, in drei Hierachien aufgegabelt. Weiß. Zwischen einer gelb-beigen Keule und Hygrocybe insipidia. Vorgestern.

    Heute entnommen

    Durchlicht, erfreulich - es sind reichlich Sporen zu sehen

    KR, Sporen sind 4,5-5,5*3-3,5 µm groß, gelegentlich mit einer Blase/Tropfen

    Wie heißen die Schnallen, die man im Englischen "crozier" nennt?

    normale Schnallen

    Das scheint soweit alles zu passen.


    LG, Bernd

    N'abend,


    war heute etwas unterwegs und eins der Mitbringsel hat mich unterm Mikroskop überrascht.


    Unter FIchten im Moos/Humus, evtl. auch finalmorsches Holz, relativ feucht in Bachnähe

    Vom ersten Blick her eine braune Mycena, wie ich sie normalerweise ignoriere. Auffällig der glatte, glänzende Stiel, der starr und robust ist.


    Ganz unerwartet zeigten sich schon unterm Auflicht dunkle Bartstoppeln an den Lamellen

    im Durchlicht einer Lamelle dann so

    und an der Lamellenschneide

    in Wasser kommen solche Strukturen zu Tage, keine Unterschiede zwischen denen an der Schneide und seitlich an den Lamellen - sind das nun Cheilozystiden, Pleurozystiden doch einfach Setae?

    der Stiel ist hohl

    die Sporen nicht sonderlich zahlreich, 7-8*4,5-5 µm


    Sieht mir nicht mehr nach Mycena aus. Ich habe aber auch keine Ahnung, was es sein könnte.

    Danke für's Anschauen und ggf. Ideen.


    LG, Bernd

    N'abend,


    ein Exemplar, das mit 35 mm Breite größte von allen, hat einen kleineren Trittschaden erlitten, sonst sind alle wohlauf.

    Auflicht auf ein Endoperidie und ein Stück abblätternde Exoperidie

    größer [keine Ahnung was der schwarze Gnubbel ist, aber zur Orientierung hier ganz nützlich]

    Entnahmestelle für Sporen und Capillitum

    Endoperidie mit ganz wenigen anhaftenden Zellen der inneren Exoperidie, auch diese Hyphen sind kaum verzweigt und nur ganz vereinzelt septiert

    Der Schichtaufbau stellt sich m.E. wie folgt dar: Innenleben - Endoperidie - innere Schicht der Exoperidie (das wäre die, welche 90 µm große Zellen haben soll - ich hab nur max. 50 µm gefunden bisher) - äußere Exoperidie = einzeln abfallende Stacheln. Im Gegensatz etwa zu Lycoperdon perlatum, wo die abblätternden Stacheln direkt von der Endoperidie abblättern. Bei dem jetzigen Exemplar ist die Endoperidie so zäh, dass ich da keinen Profilschnitt hinbekommen um diese Schichtung sauber zu zeigen. Vielleicht gelingt das mit einem unreifen Exemplar?


    Hier nur ein Stachel in KR

    hier Stachel und innere Exoperidie (die deutlich affiner zu KR ist) in Kongorot; in max. Vergrößerung


    Von denen werde ich sicher noch öfters was mikroskopieren und zeigen. Ich habe auch mal rumgeschaut. Es gibt ja bei einigen der Nachbarn auch ähnliche Biotope mit jungen Kiefernwald auf Ex-Acker - aber bisher Fehlanzeige.



    Kiefern, die als Erstbewaldung auf ex Acker wachsen, haben aufgrund fehlender Bodenlebewesen/Pilzpartner meist keine hohe Lebenserwartung. Hier ein totes Exemplar 20 m weiter mit dem Benzinporling, Ischnoderma benzoinum, den ich mit so schönen Guttationstropfen noch nicht gesehen hatte.


    LG, Bernd

    Hallo Peter, hallo Karl,


    danke Euch.

    Mit den Zeichnungen und der Beschreibung von Frau Dr. Maser habe ich natürlich auch verglichen (ihre Tafeln benutze ich sehr gern), sie zeigt ja auch ein umgedreht birnenförmiges Exemplar sehr ähnlich zu dem mikroskopierten in Bild 6. Wo genau diese bis 90 µm großen Zellen zu finden sein sollen habe ich noch nicht ganz verstanden - beim Jeppson klingt das, als wären das Zellen der Endoperidie. Karls Verweis auf Kreisel, dass dies eine Zwischenschicht zwischen den Peridien ist, die dann wohl auf der Endoperidien verbleibt ist da erhellend. Schau ich mir morgen im Detail an und zeige es dann. Ich meine, sie auf die Schnelle als glasige Objekte im Auflicht gesehen zu haben.


    Das Biotop ist wieder, wie auch bei B. tomentosa im vorigen Jahr, unüblich, nämlich ein junger Kiefernwald, der auf bis ca. 1992 Acker, wild wächst. Zudem weiden da seit einigen Jahren die Schafe, meist einmal für 3...4 Tage pro Jahr. In diesem Jahr sogar das zweite Mal. Es sind aber mehr Exemplare da, als oben gezeigt. Und direkt unter den Bäumen gibt es ja nichts zum Grasen und eigentlich auch kein Grund zum Zertrampeln. Ich schau morgen, ob eventuell ein paar kräftige Äste zum Schutz platziert werden sollten.


    LG, Bernd

    N'abend allerseits,


    im aktuellen Schafgelände wächst [auf Sand unter Pionier-Kiefern] ein Stäubling mit markant abblätternder Außenhülle. Das allein deutet schon auf Lycoperdon marginatum, aber auch alle anderen Eigenschaften passen.

    Jeppsen zeigt in "Puffballs ..." nur Exemplare von einer einzigen Stelle in der Slovakei und da sind keine mit solch abblätternder Hülle dabei. Auch sind seine Exemplare ungestielt, flacher. Andere Bilder, darunter hier im Forum (Lycoperdon marginatum - Abblätternder Stäubling) passen besser.

    die einzelnen Spitzen fallen auch sehr schnell ab

    die meisten Exemplare sind noch weiß, aber mit erkennbar abgetrennter Subgleba

    das mikroskopierte Exemplar ist schon braun innen, 28 mm breit

    daher in Wasser, Sporen 4-4,5 µm dick feinwarzig (in Luftblase besser erkennbar), tels mit kurzem Sterigmenrest, Hyphen gelb - Verzweigung oder Septen habe ich nicht gefunden [die Probe stammt allerdings von oben kurz unter der Hülle - das sieht vielleicht anders aus, wenn man tiefer stochert oder ein vollreifes Exemplar nimmt], 3-4 µm dick, gelegentlich mit Poren, relativ "dickwandig". Daneben noch transparente Hyphen.

    Im Jeppsen steht für Litauen zwar ein Vorkommen, aber das litauische Büchlein zu den Gastros von 1986 und die aktuelle Checklist von 2024 listen die Art nicht. Dass GBIF Punkte in LT hat, darunter einer im Stadtzentrum von Vilnius kann man wohl getrost ignorieren.


    Ich nehme an, dass die Schafe nicht alle zertrampeln und es richtig reife Exemplare geben wird. Dann werde ich hier ergänzen.


    LG, Bernd

    Hallo allerseits,


    die Tage hatte ich hier (Hydnellum (cf. cumulatum/concrescens)) einen Stachelpilz der Gattung Hydnellum gezeigt, darunter auch ein bläuliches Exemplar.

    Den hier

    Dann habe ich doch noch mal nachgeschaut, ob das nicht doch was anderes ist.

    Siehe da, ist es. Zusammengewachsen aus 4 Stielen, mit deutlichem Geruch nach Suppenwürze. Und auch unterseits eher blaugrau. Stiel im Schnitt ebenfalls dunkelbraun.


    Sporen aus dem Abwurf in BWB, 3-4*3 µm

    und in Melzers, die Warzen, oder wenigstens deren Spitzen scheinen sich dunkel zu verfärben.

    könnten das sporen sein, die bereits keimen? Oder Fremdobjekte, immerhin fehlen ja die Warzen?


    LG, Bernd

    Hallo allerseits,


    als Ergänzung noch Sporen in BWB aus dem Abwurf.

    Die Abmessungen der Sporen bleibt so wie oben angegeben. Wobei ich hier ziemlich eindeutig einfache Warzen und keine verzweigetn Warzen sehe. Was eher für H. cumulatus spricht.


    LG, Bernd

    Hallo Inge, die ersten 5 sollten schon Schleimpilze sein. Nr. 1 ist ein Plasmodium, da kann man meistens nicht viel zur Art sagen. Bei der Nr. 6 kommen Hypomyces und Angrenzendes in Frage, da gibt es zahlreiche Arten die Porlinge befallen und sich dabei auch über den Boden ausbreiten. Es kann sein, dass sich das bei bekanntem Wirt tatsächlich auf eine wirtsspezifische Art eingrenzen lässt, bei vielen Wirten geht das aber nicht


    LG, Bernd

    Hallo allerseits,


    heute ist mir bei Nachbar im Wald ein Stacheling begegnet. Davon hatte ich noch nie einen unterm Mikroskop und außerdem hatte ich die Tage einen aktuellen Schlüssel heruntergeladen (um dann festzustellen, dass ich den im voriger Jahr schon von woanders heruntergeladen hatte) - [21. august 2024 – Keys to the fungi of temperate Europe (Læssøe, T., Petersen, J.H., Frøslev, T.G. & Heilmann-Clausen, J.) Hydnellum etc key 2024.pdf ]


    Mischwald mit vorwiegend Fichte, vereinzelten älteren Kiefern und jüngeren Ahorn und Birke sowie Eberesche, Hasel usw. in der Strauchschicht.

    ca. 3 cm im Durchmesser

    der sieht farblich etwas anders aus, stand aber gleich daneben und war etwas größer, über 5 cm - habe ich vor Ort als älteres Exemplar angesehen

    dünnes, +/- ledriges Fleisch, braun. charakteristischer Geruch ist auch vorhanden, aber wonach? Jedenfalls kein Curry, wie es der Schlüssel abfragt. Geschmack weder bitter noch scharf

    in Wasser: ziemlich kleine warzige Sporen, 4-5*3,4-4 µm



    Mit diesen Angaben komme ich im oben angehängten Schlüssel bis 22, da steht nun die Frage, ob der Hut konzentrisch gezont ist oder nicht, wenn ja (ansatzweise ja deutlich vorhanden, wenn auch nicht wirklich konzentrisch), kommt man zu Hydnellum concrescens s.l., wo die Sporengröße passen würde. Da mir beim Vergleich mit Bildern der Art die Konzentrik nicht so ganz gefällt, wäre die andere Option "Without obvious, concentric zones near the margin" wo mit passender Sporengröße nur Hydnellum cumulatum bleibt. Als Unterschied wird noch erwähnt, dass die Sporenwarzen einfach bzw. gegabelt sind - finde ich bei diesen Winzigkeiten schwierig zu beurteilen.


    Danke für's Anschauen,


    LG, Bernd

    Hallo allerseits,


    vielen Dank für die Vorschläge. An Irpex lacteus hatte ich auch erst gedacht, dann aber verworfen, weil Kiefer und volle Sonne - das frühere Vorkommen in der Nähe an Eberesche für den direkten Vergleich ist leider hinüber. Der Kiefernstubben ist auch erst 2 jahre alt, 2023 habe ich die abgesägt, aber jetzt schon im unterirdischen Teil so verrottet und ameisig, dass man den einfach mit der hand rausziehen kann. Birkenstubben gleichen Alters haben meist Trametes hirsutum oder treiben einfach wieder aus. An denen habe ich den hier gezeigten Pilz nicht gefunden.


    Im ersten Mikrobild sieht man ja schon herausragende Strukturen, hier in größer, so etwa 50 µm hervorstehend und auch krustiert, das könnte gut passen. Schnallen habe ich keine gesehen, aber auch nur einen Zahn mikroskopiert.


    Irpicodon pendulus würde vom Substrat her viel besser passen, scheint mit aber doch deutlich anders auszusehen und auch etwas größere Sporen zu haben.


    Dass die "Tramete" mit dem angefragten Pilz identisch ist, nur eben älter, halte ich schon für möglich. Andererseits sieht der ja nun auch nicht wirklich nach Irpex lacteus aus.


    LG, Bernd

    N'abend,


    an einer Magerstelle fand ich vor einigen Tagen zwischen Geoglossum und Hygrocybe einen blauen Schleimpilz auf Habichtskraut. Der sich dann nach Weiß verfärbte und schließlich schwarzes Eingeweide zeigte. Nach heftigem Nachtregen war nicht mehr viel davon übrig. Heute Reste eingesammalt zum Anschauen.

    1.9.

    2.9.

    4.9.

    von den meisten Exemplaren ist nur noch die Bodenplatte da, die sehen nach wie vor sitzend / ungestielt aus. Sehr feines Capillitum, dünner als 2 µm. Sporen rund 8-9 µm, feinwarzig

    und dann gibt es noch diese kleinen Kullern, so um 2 µm


    Keine Idee wo der hingehört.


    Danke für's Anschauen und weiterführende hinweise,


    LG, Bernd

    Hallo allerseits,


    an einigen Stümpfen von jungen Kiefern (auf aufgelassener Fläche gewachsen, abgesägt, damit wieder Magerwiese draus wird, leichte Neigung nach SW) wächst ein Porling mit Zähnen, teils resupinat aber überwiegend mit samtigen Hüten. Die meisten solcher Stümpfe haben aber Trichaptum fuscoviolaceum.

    Am gleichen Stubben auch noch etwas älter Trametes hirsutum - oder was ich dafür halte - die ja eigentlich auch nichts an Kiefer zu suchen hat.


    mit KOH tritt Orangefärbung ein (ähnlich auch an dem obigen Exemplar von Tr. hirsutum)

    Mikroskopisch

    Auflicht, Zahn

    Hut

    in KR, Sporen 4-6*2-2,5 µm


    Für die Bestimmung fällt mir nichts Plausibles ein, nur vage Ideen

    (1) Trametes hirsutum in Sonderausführung - das wäre plausibel, weil es den am gleichen Stubben gibt ...

    (2) Trichaptum fuscoviolaceum als Albino - das ist die Art, die am ehesten auf solchen frische Kieferstubben zu erwarten ist

    (3) Climacodon pulcherrimus - auch der sollte eher an Laubbäumen zu finden sein und ist in der Gegend wohl bisher noch nicht (identifiziert) angetroffen worden

    (4) Arten, die ich übersehen habe ... und nicht so extravagant sind, wie (1)-(3)


    Vielen Dank für's Anschauen, ggf. Meinungen und bessere Vorschläge ( Werner Edelmann , Tomentella , ... )

    LG, Bernd

    Hallo allerseits,


    wieder aus dem Brennholzstapel ein gelbes Etwas, das makroskopisch wie Trichia aussieht, aber von Nahem dann gar nicht mehr

    Auflicht

    in Wasser, dicker Brei, schwar was zu erkennen, Sporen sind rund, glatt, kein 2-3 µm

    mit KOH Zugabe etwas besser


    vielleicht ein Schleimi in unreif? Ansonsten habe ich keine Idee.


    LG, Bernd