Beiträge von Werner Edelmann

    GriasDi Benjamin,

    bei Nr.1 könnt ich mir C. elegantior, Strohgelber Klumpfuß, vorstellen. Da müsste man aber zumindest die KOH- Reaktionen testen.

    Zu Nr.2 sag ich so ausm Stegreif nix. Cortinarius saginus hat aber auch jung keine blauen Lamellen. Der ist es also nicht.

    An liabn Gruaß

    Werner

    Servus beinand',

    anbei eine Bestimmungsanfrage von H. Ostrow von der PKA Coburg.

    Es spricht viel für L. meleagris.

    Vllt habt ihr den schon mal gehabt und könnt die Bestimmung bestätigen.



    Funddaten:


    Gewachsen auf einem Haufen verrottenden Laubholzmaterials (wahrscheinlich Salix sp.)

    Beschreibung von H. Ostrow


    Fk: büschelig wachsend

    Hüte: 4-6cm breit, zunächst glockig, dann ausgebreitet, Oberfäche mit zentral dichten, nach außen locker verteilten, eingewachsen kleinen braun-schwarzen Schüppchen, Hutrand durchscheinend gerieft

    Lamellen: weiß, später mit blassgrünem Schimmer, dicht, frei am Stiel ansitzend


    Stiel: 6-8cm lang, 0,5cm dick, weiß, mit vielen braun-schwarzen Schüppchen besetzt, deutlicher aufsteigender Ring, bei Berührung stark orange-rot färbend, später schwärzend;

    Fleisch: weiß


    Sporen: 8-12/5-7µ, Form und Größe sehr variabel, elliptisch, glatt, dextrinoid (MR),

    Cheilozystiden: dünnwandig, bauchig mit apikalem dünnem Anhängsel

    Zunächst dachte ich an L. badhamii, doch sind die Sporen zu groß und zu breit. Nach den Untersuchungen würde ich den Pilz als Leucoagaricus meleagris ansprechen.


    Bei solch seltenen Pilzen bleibt immervein Restzweifel. Vllt kann den ja jemand ausräumen.

    An liabn Gruaß

    Werner

    Servus beinand',

    schaut mal genau hin. Die Milch gilbt sehr wohl! Der hat halt wenig Milch. Im Schnittbild ist das Gilben am Übergang Lamelle-Hutfleisch und auch am Stielrand zu sehen. Und beim Bild von der Hutunterseite sind die Milchtropfen deutlich gelblich.

    An liabn Gruaß

    Werner

    GriasDi Benjamin,

    Cortinarius sanguineus seh ich auch so.

    die stattliche Nr.4 ist Cortinarius saginus.

    Ein guter Speisepilz übrigens.

    Für typische C. anomalus fehlen mir bei Nr.2 die auffälligen ockerfarbenen Velumbänder am Stiel.

    Nr.3 kann schon C. brunneus sein. Da gibt's aber ein paar sehr ähnliche. Die Größe würd mich nicht stören.

    An liabn Gruaß

    Werner

    Vielen Dank ihr beiden.

    Nicht Unterarten, echte Arten!

    Eine sichere Unterscheidung zu z.B. C. citrinofulvescens, oder C. tophaceoides geht wohl makroskopisch gar nicht. Das ist was für Spezialisten.

    Danke Werner. Ich finde die Arten C. citrinofulvescens oder C. tophaceoides auf Pilze 123 und im Fungi of Temperate Europe gar nicht. Sind diese nur in spezieller Schleierlingsliteratur genauer beschrieben? Haben diese denn auch den speziellen Geruch?

    Schau Dir auf der Seite vom Hias (interhias.de) mal seine Dokumentationen an. Da sind 3 als C. callisteus bestimmte Funde, ein als C. tofaceus bestimmter Fund und ein C. infucatus (das ist ein neuer Name für C. citrinofulvescens) dabei.

    Da kannst Du dir selbst ein Bild dieser schwierigen Gruppe machen.

    Dein Fund tendiert demnach wegen der weißlichen Huttrama eher zu C. citrinofulvescens / infucatus. C. callisteus sollte orangefarben durchgefärbte Trama haben. Inwiefern das von der Durchwässerung des Fleisches abhängig ist, weiß ich nicht.

    So jetz geht's aber ins Bett.

    Nicht Unterarten, echte Arten!

    Eine sichere Unterscheidung zu z.B. C. citrinofulvescens, oder C. tophaceoides geht wohl makroskopisch gar nicht. Das ist was für Spezialisten. Evtl wurde der Komplex schon in noch mehrere Arten aufgedröselt.

    Wenn Du ihn kartieren willst, sollte er deshalb als Bestimmung auf Aggregatsebene gekennzeichnet sein. Für eine spätere etwaige Nachbestimmung solltest Du aber dann auch einen Beleg machen.

    An liabn Gruaß

    Werner

    GriasDi Benjamin,

    ja genau.

    In dem Komplex verbergen sich aber mehrere sehr ähnliche Arten. Wenn Du also noch ein "s.l." oder "Agg" dahinter machst, passt das. Der Geruch hat was von "U-Bahnschacht", "bremsende Tram" oder "heißem Blech"

    Schön, dass Du die Unterschiede zu C. limonius nachvollziehen konntest.

    An liabn Gruaß

    Werner

    GriasDi Beli,

    das ist mE schon T. vaccinum.

    Ich hab mir Dein Bild vom Ausgangspost nochmal angschaut. Das ist wohl eine Mischkollektion. Der linke Fk mot den grauen Lamellen ist aber ein Rißpilz.

    An liabn Gruaß

    Werner

    Wow, welch tolle Funde, Beli!

    Dein Bärtiger Ritterling ist aber ein Rißpilz.

    Riesengallertträne kann gut sein. Kommt an Fichte montan häufig vor.

    Der Agaricus ist einer aus dem Dunstkreis um A. semotus.

    Richtig toll ist der Hygrophorus. Mit der Lamellenfarbe muss das H. karstenii sein. Das ist wirklich was seltenes. Ich hab den mal einen Fruchtkörper im Zillertal ghabt, der war aber bei weitem nicht so schön wie Dein Fund. Den Ritterling oben halte ich für ziemlich typische T. scalpturatum. Die gilben doch auch schon vorschriftsmäßig.

    Wenn Du aus dem L. scrobiculatus was anderes machen willst wegen dem zugegebenermaßen wenig grubigen Stiel, musst mikroskopieren. Die ein oder andere skandinavisch verbreitete Art wurde in den Alpen schon gefunden.

    Die hellen Pfiffis sind auch toll.

    An liabn Gruaß

    Werner

    GriasDi Benjamin,

    Du hast es ja schon geschrieben.

    Mit dem hygrophanen Hut nehm ich Dir die Bestimmung vollkommen ab. Einer aus der Gruppe um C. callisteus wird Dir bald über den Weg laufen, wenn Du weiter in solchen Habitaten unterwegs bist. Dann kannst Du die Unterschiede zum Hauptverwechslungspartner aus eigener Anschauung studieren.

    An liabn Gruaß

    Werner

    GriasDi Bäda,

    auch wenn kein Sporenabdruck gelang ist doch deutlich zu sehen, dass die Sporen braun sind. Zusammen mit dem Geruch "auf keinen Fall nach Maggi" und auch den mE doch eher braunen als weißen Stacheln kann das doch kein Phellodon mehr sein, oder?

    Es schaut alles nach einem der braunen Hydnellumarten aus, die bekanntermaßen schwer zu bestimmen sind.

    An liabn Gruaß

    Werner

    GriasDi Daniel,

    das mit dem "freigeben" ist immer so eine Sache. Was heißt denn das? Ich kann dem Ratsuchenden ja nicht die Schwammerl wegnehmen bzw konfizieren, damit er sich ja nicht vergiftet. Ich klär halt auf und geb ihm auch seine Knollis oder andere Giftpilze wieder mit. Bei den Champignons ist es genauso. Ich selbst hab jahrelang Anis-, Riesen-, Wiesen- und Waldchampignons gegessen. Dass es verschiedene Anischampignons gibt, hab ich mir damals schon gedacht. Und auch bei den "Wiesen"- und rötenden "Waldchampignons" schauten natürlich nicht alle gleich aus. Heute weiß ich das natürlich alles besser und kläre über Karbolchampignons, Cadmiumsammler, Agaritin und auch dem Doppelgänger des Wiesenchamignons auf. Ich bin aber letztendlich nur ein Pilzberater. Was der dann damit macht liegt in seiner Verantwortung, und ist mir letztlich auch relativ egal. D.h. ich klär speziell bei der Gruppe der Anischampignons auf und sag, dass ich sie aus bekannten Gründen nicht mehr esse. Vllt meinst Du ja das mit "nicht mehr freigeben".

    An liabn Gruaß

    Werner