Beiträge von Steigerwaldpilzchen

    N'abend.


    Jetzt dachte ich, wenigstens L. oedematopus aus dem Aggregat erkennen zu können, jetzt ist das auch wieder so eine unklare Sache. X/
    Bleibt wohl beim L.volemus agg., wenn ich nicht doch mal 45Mikrometer lange Haare zu Gesicht bekommen...

    LG Thiemo

    Hallo,


    du hast die Gattungs Täublinge richtig erkannt. :thumbup:

    Die Beobachtung, dass der Hut leicht klebrig ist tut dazu allerdings nichts zu Sache. Täublinge sind Sprödblatterpilze, dass heist ihr Fleisch, z.B. der Stiel bricht mürbe wie eine Karotte ohne aufzufasern. Die bei uns vorkommenden Täublinge haben auch nie einen Ring oder eine Knolle, sind also ganz schlicht aufgebaut. Ein Hilfsmerkmal, welches ich gerne anführe sind die Lamellen ohne regelmäßige Zwischenlamellen/Lamelletten. Bis auf die Gruppe der Schwärz- und Weißtäubling haben Täublinge fast nur die vom Stiel bis zum Hutrand durchgehende Lamellen, was du an deinem Fund auch bewundern kannst. Wenn man sich z.B. einen Fleigenpilz anschaut erknnt man mindestens so viele Lamelletten (oder sogar mehr) als ganz durchgehende Lamellen.


    LG Thiemo

    Hallo,


    Karl W Nachdem ich eher zufällig diesen Fund Felix Hampe gezeigt hatte, bekam ich Rückmeldung, dass dies wohl wahrscheinlich nicht Lactifluus oedematopus sondern volemus s.str. sei. Er hat mit Van de Putte diese Art zur Beschreibung gesammelt und kennt sie mit sehr kurzen im Schnitt 45 Mikrometer langen, basel erweiterten und dickwandigen Haaren. Die Fruchtkörper sollen massiv und deutlich dunkelbraun sein. Es handelt sich wohl eher um eine (sub)mediterrane Art sein. Bei 60 Mikrometer braucht es wohl wieder eine Sequenzierung welcher der drei Brätlinge es wohl ist.

    LG Thiemo

    Hallo,


    Berechtigter Einwand, das Habitat wäre komisch, es sei denn es gäbe genau dort eingestreute Buchen.


    Allerdings würden mir diese großen und v.a. nicht direkt im Torfmoos wachsenden Fruchtkörper auch nicht für den Kirschroten Russula emetica s.str. passen. Da wäre noch R. sylvestris, ebenfalls mit langsamer Guajak-Reaktion, der auch ohne Kiefer auf trockenen Böden kann.


    Das beste wäre noch mal eine weitere Guajak-Reaktion auf der Stielrinde zu testen, mit Zeitangabe bis zum Farbumschlag nach blau.


    LG Thiemo

    Hallo,


    Der Gelbfleckende Täubling Russula luteotacta gilbt schon deutlich (Hutrand, Lamellen, Stiel), das wäre an einem der zahlreichen Fruchtkörper bestimmt aufgefallen, angenommen er wäre es. Mein Fund dieser Art hatte einen sehr scharfen, aber nicht bitteren Geschmack, daher würde ich nicht danach gehen. Und wie man im folgenden sieht sind die Hutfarben blasser.


    Russula luteotacta



    1 Tag später:





    Sofern die Blauverfärbung durch Guajak schnell (in wenigen Sekunden) kommt, ist das schon der Buchen-Spei Täubling Russula fageticola, da die anderen wie z.B. R. emetica nur zögerlich reagieren.


    Und wie Claus schon zurecht darauf hinweist, das Guajak bitte nur auf Stielrinde und Lamellen, nicht das Fleisch. Sonst ist das Ergebnis nicht mit der Litertur vergleichbar.

    LG Thiemo

    Hallo,


    ich hätte den Fund zumindest makroskopisch Kampfer-Milchling Lactarius camphoratus getauft. Gute Merkmale sind die dunklen Lamellen und der sehr dunkle Stiel (v.a. Basis!). Die Milch sollte weißlich aber recht wässrig sein.

    Die von dir genannten Verwechslunspartner würde ich wie folgt ausschließen: Lactarius badiosanguineus kommt wohl nur auf Kalkböden vor, Lactarius rufus ganz klar scharfer Geschmack und eine helle Stielbasis, Lactarius serifluus (inkl. subumbonatus) heller gefärbte Lamellen und Stiel, sowie Vorkommen unter Laubbäumen.

    Lactarius rostratus wäre noch ein naher Verwandter der Sektion Olentes, kommt aber nur unter Buchen und hat mehr orange-Töne.

    Mikroskopisch müsste man Pleuromakrozystiden finden (sonst wäre es streng genommen der ohne ebendiese, Lactarius serifluus s.l.), nur sind die wohl ziemlich fein und klein beim Kampfer-Milchling.

    LG Thiemo

    Hallo,


    #1 Ist richtig bestimmt der Ockergelbe Täubling R. ochroleuca


    #2 Milde Cremesporer mit lila Hutfarben, klingt nach einem Griseniae. Möglich wäre der Papagei-Täubling Russula ionochlora aber ohne Mikoskopie (und selbst dann) ist das nicht sicher.

    #3 Da war bestimmt auch eine Buche in der Nähe, denn das ist für mich der Buchen-Spei Täubling Russula fageticola (ehemalig: mairei oder nobilis) wenn die Guajak-Reaktion innerhalb weniger Sekunden erfolgte. Die anderen Spei-Täublinge reagieren nicht so zügig mit Guajak.


    #4 Mal über Nacht liegen lassen um zu schauen, ob es Farbveränderungen (gilben, bräunen) gibt. Wenn ja spricht viel für Russula atrorubens. Da aber auch eine Eiche am Fundort war und es dort eher trocken aussieht möchte ich R. atropurpurea noch nicht ausschließen. Die Angaben für die Guajak Reaktion bei den beiden gehen in der Literatur auseinander, daher wäre das mir persönlich zu wenig für die Bestimmung. Bei dem Fund würde ich dann schon lieber "reinlinsen" um mir sicher zu sein.

    LG Thiemo

    Hallo,


    da dein Pilz bräunt und wie der Brätling riecht, bist du bei den Heringstäublingen schon richtig.
    Leider ist die Gruppe noch nicht abschließend bearbeitet. Ohne mikroskopische Eckdaten könnte man den Starkriechenden Heringstäubling Russula graveolens oder Buchen Heringstäubling Russula faginea vermuten.


    LG Thiemo

    Hallo Claus,


    Gratulation zum schöner Fund, hatte ich auch erst einmal.

    Ein schönes Makromerkmal sind die roten Flecken der Huthaut, die der Pilz bei aller Vielfarbigkeit fast immer hat. So auch dein Fund, wie z.B. im zweiten und dritten Bild zu sehen.


    LG Thiemo

    Hallo,


    solche Grüngefelderten Täublinge ohne deutliches Grün wollten mich auch schon veräppeln. ;) Ich finde auch das Merkmal des Fischgeruchs/käsigen Geruchs das der Pilz im adulten Zustand entwickelt ziemlich treffend. Die anderen beiden fischartig riechenden "Brätlings-Täublinge" sehen ja ziemlich verschieden aus und die Heringstäublinge würden ocker absporen und an Druckstellen bräunen.




    LG Thiemo

    Hallo,


    Ein Unterscheidungsmerkmal wäre, dass Russula nitida sehr stark mit Guajak reagiert, also ein fast augenblicklicher Farbumschlag nach blau erfolgt. Auch sollte der Hut stärker gefurcht sein und die Sporen tendenziell größer (10 Mikrometer erreichend). Die Festigkeit des Fleisches kann ich nach Bild natürlich nicht beurteilen, R. nitida müsste schon recht zerbrechlich sein.


    Ich hätte hier den Ziegelroten Täubling Russula velenovskyi vorgezogen. Die mehrfach septierten, recht schmalen Zystiden wären passend. Die Birke auch.


    LG Thiemo

    Hallo,

    Man darf sie nicht zu lange braten, sonst werden sie trocken, strohig, zäh und bitter.

    Dann war ich wie Karl zu vorsichtig und habe 10 Minuten darauf rumgebraten, bevor ich mir wieder wie zuvor mit der Milch die Zunge verbrenne. Ich werde ihn wohl noch mal probieren.


    LG Thiemo

    Hallo,


    kaum aus dem Urlaub zurück, hab ich eine Nachricht von Pablo Alvarado erhalten.

    "2021-2036-ALV30518 Russula = polymorphism, 635bp ok, 100% uncultured
    DQ061911, 99,45% Russula galochroa MT738279"

    99,45% ITS Übereinstimmung sind dann ausreichend um den Pilz als Russula galochroa zu kartieren? :kaffee:

    LG Thiemo

    Hallo,


    so nach Optik fällt mir die Ähnlichkeit zu meinem Fund des Sternschuppigen Riesenschirmlings Macrolepiota rhodosperma auf. Dieser hatte einen recht schmächtigen Ring und kann diesen bestimmt bei entsprechender Witterung schnell verlieren.


    LG Thiemo