Beiträge von Steigerwaldpilzchen

    Hallo,


    Ich sehe da wie Wolfgang mit großer Wahrscheinlichkeit giftige Karbol-Champion!


    Ob sich bei 1-2 kleinen Exemplaren Symptome äußern ist individuell unterschiedlich. Ich hatte letzte Jahr jemanden in der Pilzberatung, der nachdem ich seinen Champions als giftige Karbol-Champions bezeichnet hatte meinte, er habe davon gestern 3-4 mit Ei gegessen und keine Probleme gehabt. :P

    Er hat’s dann lieber nicht noch mal darauf ankommen lassen, zumindest sind die Stoffe ziemlich ungesund (krebserregend).


    VG Thiemo

    Hallo Daniel,


    also ich würde hier als Arbeitshypothese vom Apfeltäubling ausgehen. Aber weil du die Heringstäublinge erwähnst, ich habe schon Russula clavipes mit orangefarbenen Hut gefunden.
    Es ist so wie du, andere Forumsmitglieder und auch ich schon geschrieben haben, mit derart wenigen Angaben einfach nicht möglich den Pilz sinnvoll zu bewerten. Und das Thema Pilzgerüche (erst Recht wenn man informativ gesehen voreingenommen ist) ist noch mal ein ganz anderes Thema. :)

    LG Thiemo

    Hallo nochmal,


    danke für die Information.

    Hm, Wikipedia nennt Pilze der Schweiz Band 6 als Quelle für die Beschreibung - nicht gerade ein Täublingsstandartwerk, umso mehr verwundert es, dass die makroskopische Beschreibung Merkmale nennt die selbst absolute Gattungsspezialisten in ihren Büchern nicht erwähnen. Bin gespannt und werde den nächeten R.velenovskyi darauf hin untersuchen.

    Nach allen Regeln der Kunst wird R.velenovskyi weder durch auffälligen Geruch noch Geschmack, sondern vielmehr durch die an der Basis schwach inkrustiertern Dermatozystiden bestimmt, die diese Art einzigartig machen.

    LG Thiemo

    Hallo Daniel,

    bei R. velenovskyi wär auch noch der Geruch der Lamellen interessant. Die würde zwischen den Fingern zerrieben durchaus +/- etwas fischig riechen.

    Der Geschmack wird teils als leicht mentholartig beschrieben.

    Davon lese ich zum ersten Mal. Die Standartliteratur der Täublinge von Marxmüller, Sarnari bis Einhellinger berichtet nichts dergleichen. Hast du diese Erfahrung machen können oder gibt es dafür eine Literaturquelle? Beim meinem letzten Fund konnte ich zumindest dergleichen nicht feststellen, sonst werde ich mal verstärkt darauf achten.

    Oder meintest du vielleicht einen anderen Täubling als den Ziegelroten.

    LG Thiemo

    Hallo,


    ich habe heute dank Hannes2 das Vergnügen erstmals den Fahlen Röhrling Hemileccinum impolitum in der Hand zu halten und habe (für die Wissenschaft - und aus Neugier) ein kleines Stück vom Hut mitgenommen und verkostet. Das Fleisch hat im Nachgang einen leicht säuerlichen Geschmack, würde im Mischgericht sicherlich untergehen. Aber an die bewährten Speisepilze kommt er für mich nicht ganz ran. In der gemeinsamen Liste ist er nun eingepflegt. Mich überraschte, dass ich der Erste von uns war, der so einen Jodoformröhrling probiert hat :huh:.

    LG Thiemo

    Hallo,


    Hier kann man leider nur raten, bitte beherzige den Ratschlag von Sebastian und liefere ein paar Angaben zu deinen künftigen Täublingsfunden. Insbesondere Geschmack, Sporenpulverfarbe und welche Baumarten (Mischwald kann alles sein, da gibt’s keine Definition).


    Sofern es denn der Orangerote Graustieltäubling sein sollte, wäre das ja einfachst durch Stiel ankratzen zu verifizieren. Daneben sehe ich mehr Alternativen als nur R.paludosa, wie z.B.auch R.velenovskyi.


    LG Thiemo

    Hallo Jörg,


    Glückwunsch zu den schönen Sommersteinis! Wenn ich da an unsere ausgetrockneten Wälder denke. Diese Woche konnte ich gerade mal einen Perlpilz sowie Wurzelnden Schleimrübling finden.

    Ich befürchte ohne weiteren Regen kann man sich dann auch die morgendliche Runde in Chemnitz in zwei Wochen schenken...

    LG Thiemo

    Hi,


    wie Uwe schon geschrieben hat, wird das sicherlich einer der vielen Ledertäublinge sein.

    Neben Russula carpini könnte es mit dem lila Hutrand z.B. auch Russula romellii sein. Ohne Mikroskopie ist das schwer zu lösen.


    LG Thiemo

    Hallo,


    gibt es denn schon einen Sporenabwurf? Damit würde sich zumindest die Sektionszugehörigkeit klären lassen.

    Und bei der Guajak Reaktion wäre wie Sebastian oben schrieb das Resultat nach 8 Sekunden interessant.

    Wie schnell kommt denn die Verfärbung mit Eisen(II)sulfat? Nach wenigen Sekunden oder erst nach einer halben Minute?


    LG Thiemo

    Hallo,


    Was noch nicht erwähnt wurde soweit ich gelesen habe:


    Zur korrekten Bestimmung der Sporenpulverfarbe müsstest du dein zusammengekratztes Häufchen mit einem zweiten Objektträger abdecken, damit eine einheitlich dicke Schicht entsteht.

    Ohne diesen Schritt erscheint das Pulver oft dunkler als es normalerweise wäre.


    Und dann bitte noch ein genauer Blick auf das Sporenornament, wie Oehrling es beschrieben hat.


    LG Thiemo

    Hallo,


    Bzgl. des Tiger-Ritterlings und seiner Latenzzeit kann ich von einem befreundeten PSV berichten, dass die Wirkung wohl ziemlich schnell jedoch nicht sofort eintritt.

    Er machte davon eine Kauprobe, die wohl im wahrsten Sinne im Wald in die Hose ging.


    Im Sinne der Frage dürfte maximal ein allergischer Schock als Sofortreaktion zutreffen. Da aber nach „Vergiftung“ gefragt wird, was eine Überempfindlichkeit nicht erfüllt, ist die Antwort „Es gibt keine entsprechenden Pilzarten“ als richtig zu werten. Sonst müsste die Frage zumindest von Minuten sprechen.


    Ich denke, dass Spei-Täublinge bei üblicher Zubereitung hitzebeständige Terpen-Scharfstoffe haben. Da man die schleimhautreizenden Gifte „schmecken“ kann, müsste im Umkehrschluss bei hitzelabilen Terpenen der Pilz analog des Pfeffermilchlings während der Zubereitung sonst mild und essbar werden.


    LG Thiemo

    Hallo Bernd,


    Tatsächlich hatte ich letztes Jahr meine ersten Funde aus dieser Gruppe.

    Hier kannst du für Russula pelargonia agg. reinschauen. Das Sporenpulver war blass Cremefarben IIa, Hutdurchmesser ca. 5cm.

    Russulaceaen dieser Woche - Teil 2

    Wenige Tage später konnte ich dafür in einem ganz anderen Habitat Russula violacea finden. Wirkt makroskopisch fast identisch aber Im Kontrast zu vorher Genanntem, ist das Sporenornament deutlich(!) isoliert.Leider war es ein Einzelfruchtkörper, mit Matsch bedeckt und ist mir beim Entnehmen schon zerbrochen, daher gibt's dazu keine Fotos.

    Da ich beide nur einmal in der Hand hatte ist folgendes natürlich wenig repräsentativ und zudem subjektiv, aber ich finde, dass Russula pelargonia frisch "reiner" nach Geranien duftet und bei Russula violacea der Geruch mehr mit einer fischigen Komponente vermischt ist. Falls du noch "Daten" brauchst kannst du mir per PN schreiben, damit dein Thread hier übersichtlich bleibt.

    LG Thiemo

    Hallo Bernd,


    Da bin ich ganz bei dir. 5 Sekunden scheinen mir auch zu knapp zu sein um die Guajak-Reaktion richtig zu beurteilen.


    R.ionochlora VS. R.grisea - das ist tatsächlich eine schwierige Angelegenheit. Das Problem ist, dass sich beide in ihrer Makro- wie Mikromerkmalen zu einem großen Teil überschneiden.
    R.grisea habe ich noch nicht finden können. Die Info dazu habe ich von Felix. Soweit ich weis forscht er an eindeutigen Trennmerkmalen, hat wohl auch schon erste Anhaltspunkte abernäheres kann ich hier dazu nicht ausführen. Aktuell ist anzuraten jede vermutete R.grisea zu sequenzieren, meist wird dabei R.ionochlora rauskommen, da R.grisea deutlich seltener ist als allgemein angenommen.

    VG Thiemo

    Hallo Bernd,

    Es freut mich, wenn dir meine Kommentare weitergeholfen haben.


    Zu Russula queletii zitiere ich aus der digitalen Ausgabe von Marxmüllers Russularum Icones, den Teil "Kommentar zur molekularen Bestimmung einer Auswahl der vorgestellten Täublingskollektionen" von Felix Hampe und Ursula Eberhardt:

    "Russula queletii (R-0745): Die Sequenz dieser Aufsammlung unter Weißtanne gehört zu einer Klade von R.queletii Kollektionen, die ebenfalls unter Abies alba gesammelt wurden. Sequenzen von Kollektionen verschiedener Sammler, bei denen Fichte als Begleitbaum angegeben wird, stehen in einer Klade zusammen mit der ITS eines Paratyps von R.fuscorubroides (Bon50824.8)".


    Es ist wahr, dass die Guajak-Reaktion sehr variabel ausfallen kann, in Abhängigkeit von der Art, Durchführung und weiterer Begleitumstände. Jedoch kann man die meisten Störfaktoren über eine einheitliche Methodik ausklammern. In dem speziellen Fall von Russula badia ist das deutlich abweichende Ergebnis von Hut und Stiel so auffällig, das es meiner Meinung nach erwähnenswert ist. Bei der Großzahl der Täublinge unterscheiden sich die Reaktion von Lamellen und Stiel nur geringfügig.

    Allgemeine Durchführung bei Russula:
    Einen Tropfen Guajak-Lösung auf die unverletzte Stielrinde im oberen Drittel bzw. auf den Lamellen auftragen, 8 Sekunden abzählen und die Farbe beurteilen. Braun ist als negativ (0), ein trübes Türkis als schwach positiv (+), ein Blau als positiv (++) und ein Dunkelblau als stark positiv (+++) zu bewerten. Dabei sind Farbveränderungen, die später auftreten zu ignorieren, denn nach einiger Zeit wird die Reaktion immer positiv (Reaktion mit anderen Oxidationsmitteln/Luftsauerstoff).

    Die Zusammensetzung der Guajak-Lösung ist dabei auch nicht unwichtig. L. Gröger (Bestimmungsschlüssel für Blätterpilze und Röhrlinge in Europa Teil1) kommen auf 1 Teil Guajakharz 5 Teile 60-70%iger Alkohol [hab ich mir selber schon hergestellt und für unbrauchbar befunden, da zu stark braun]. Vom Myko-Service von Andreas bezogen 5-10% in 80% Ethanol. Der "Goldstandart" l. Chalange ist 10% in 60-70% Alkohol (schreibt aber, dass die 80%ige Lösung evtl. länger haltbar ist). Man sollte für vergleichbare Ergebnisse am besten immer eine vergleichbare Lösung nutzen. Zudem ist die fertige Tinktur nur begrenzt haltbar, so dass jedes Jahr eine frische bezogen werden sollte. (Es kann an einer stark positiv reagierender Art wie Russula delica agg. leicht getestet werden - alles was nicht sofort dunkelblau wird ist für weitere Reaktionen nutzlos).

    LG Thiemo

    Hallo,


    noch ein paar Verbesserungsvorschläge:


    - R.atropurpurea(=bresadolae) ist nicht ausschließlich an Eichen und Rotbuchen gebunden

    - Was früher meist als R.queletii bestimmt wurde ist oft R.fuscorubroides, R.queletii s.str. scheint ein Tannenbegleiter zu sein, daher sollte entweder diese Baumart zumindest zusätzlich erwähnt werden oder die Arten getrennt betrachtet werden

    - R.grisea hat eher keine rein isoliertwarzigen Sporen, vielmehr ist das Ornament meist mit ziemlich vielen Verbindungslinien (natürlich aber nicht teilnetzig wie R.parazurea) - [Info F.Hampe]

    - R.turci & R.amethystina (als agg.) haben eine sehr große Streuung in der Sporenpulverfarbe. IVa ist ein guter Mittelwert, scheint aber von Ocker IIIb bis Dottergelb IVc (konnte ich eigens verifizieren an einer R.amethystina) zu gehen.


    - R.badia (agg.) hat das Charakteristikum mit Guajak-Tinktur am Stiel negativ, jedoch auf den Lamellen klar positiv zu reagieren

    - R.ochroleuca sport bis zu IIc ab? Eigene Erfahrung? Das lese ich zum ersten mal und Marxmüller/Romagnesi/Sarnari meinen auch das sei ein Weißsporer. Aber tatsächlich habe ich selbst noch nicht so viele R.ochroleuca absporen lassen um mir davon ein eigenes Bild zu machen.

    - Bei 3) S.1 fehlt die halbe Tabelle von R.carpini

    Ohne Garantie auf Vollständigkeit.


    LG Thiemo

    Hallo Bernd,


    Ich hatte noch nicht die Zeit mich mit allem zu beschäftigen aber ich schreibe bereits was mir aufgefallen ist:


    Russula olivascens hat sehr dunkles Sporenpulver mit IVe nicht IVc.


    Bei Russula galochroa kannst du Eiche/Kalkböden daranschreiben


    Hast du die Violaceinae auch behandelt? Ich suchte z.B. Russula violacea?


    LG Thiemo