Hallo Bernd,
Es freut mich, wenn dir meine Kommentare weitergeholfen haben.
Zu Russula queletii zitiere ich aus der digitalen Ausgabe von Marxmüllers Russularum Icones, den Teil "Kommentar zur molekularen Bestimmung einer Auswahl der vorgestellten Täublingskollektionen" von Felix Hampe und Ursula Eberhardt:
"Russula queletii (R-0745): Die Sequenz dieser Aufsammlung unter Weißtanne gehört zu einer Klade von R.queletii Kollektionen, die ebenfalls unter Abies alba gesammelt wurden. Sequenzen von Kollektionen verschiedener Sammler, bei denen Fichte als Begleitbaum angegeben wird, stehen in einer Klade zusammen mit der ITS eines Paratyps von R.fuscorubroides (Bon50824.8)".
Es ist wahr, dass die Guajak-Reaktion sehr variabel ausfallen kann, in Abhängigkeit von der Art, Durchführung und weiterer Begleitumstände. Jedoch kann man die meisten Störfaktoren über eine einheitliche Methodik ausklammern. In dem speziellen Fall von Russula badia ist das deutlich abweichende Ergebnis von Hut und Stiel so auffällig, das es meiner Meinung nach erwähnenswert ist. Bei der Großzahl der Täublinge unterscheiden sich die Reaktion von Lamellen und Stiel nur geringfügig.
Allgemeine Durchführung bei Russula:
Einen Tropfen Guajak-Lösung auf die unverletzte Stielrinde im oberen Drittel bzw. auf den Lamellen auftragen, 8 Sekunden abzählen und die Farbe beurteilen. Braun ist als negativ (0), ein trübes Türkis als schwach positiv (+), ein Blau als positiv (++) und ein Dunkelblau als stark positiv (+++) zu bewerten. Dabei sind Farbveränderungen, die später auftreten zu ignorieren, denn nach einiger Zeit wird die Reaktion immer positiv (Reaktion mit anderen Oxidationsmitteln/Luftsauerstoff).
Die Zusammensetzung der Guajak-Lösung ist dabei auch nicht unwichtig. L. Gröger (Bestimmungsschlüssel für Blätterpilze und Röhrlinge in Europa Teil1) kommen auf 1 Teil Guajakharz 5 Teile 60-70%iger Alkohol [hab ich mir selber schon hergestellt und für unbrauchbar befunden, da zu stark braun]. Vom Myko-Service von Andreas bezogen 5-10% in 80% Ethanol. Der "Goldstandart" l. Chalange ist 10% in 60-70% Alkohol (schreibt aber, dass die 80%ige Lösung evtl. länger haltbar ist). Man sollte für vergleichbare Ergebnisse am besten immer eine vergleichbare Lösung nutzen. Zudem ist die fertige Tinktur nur begrenzt haltbar, so dass jedes Jahr eine frische bezogen werden sollte. (Es kann an einer stark positiv reagierender Art wie Russula delica agg. leicht getestet werden - alles was nicht sofort dunkelblau wird ist für weitere Reaktionen nutzlos).
LG Thiemo