Beiträge von Tricholomopsis

    Servus Pablo,


    zunächst: Pluteus hongoi ist nicht weiß, sondern braunhütig, kann aber auch mal hell daher kommen. Ohne Mikroskopie geht da (fast) gar nichts. Manche Kollektionen kann man im Moment nur genetisch von Pluteus cervinus s.str. abgrenzen.


    Der ganze Formenkreis um Pluteus cervinus wurde in Bezug auf die Nordhalbkugel ausführlich überarbeitet und revidiert (Justo et al. 2014). Pluteus hongoi ist offenbar häufig, wurde aber bisher bei uns übersehen. Er hat wie Pluteus cervinus keine Schnallen und ist durch die Hakenzystiden, deren Dornen teils bifurkat sind, am besten zu erkennen. Dann noch durch die fehlenden Längsfasern am Stiel. Albinos gibt es von ihm wie von Pluteus cervinus s.str. Bei dem Albino, das ich hier vorgezeigt habe, bin ich mir aber sicher, dass es Pluteus cervinus var. alba ist (und kein hongoi-Albino), da die Mikroskopie perfekt passt.


    Der Pluteus-cervinus-Formenkreis ist sehr kompliziert. Mittlerweile sind es über 30 Arten - davon bei uns ca. 12 (plus x). Der hier abgebildete gehört in diese Gruppe. Die Pleurozystiden sind mit den Haken versehen, die Cheilozystiden keulig.


    Bei dem abgebildeten müsste man erstmal wissen, ob Schnallen auftreten (in der HDS, wie häufig? An den Basidienbasen? An den Zystidenbasen? In der Lamellentrama?).

    Auch ist die genaue Form der Pleurozystiden wichtig (wieviele Haken im Schnitt, wie deutlich sind die abgegrenzt, verzweigen sich die Haken auch usw.)


    Nehmen wir mal an, es gebe keine Schnallen in der HDS...

    Dann würden passen (inkl. blassen Formen):


    Pluteus petesatus, Pluteus leucoborealis, Pluteus rangifer, Pluteus cervinus und Pluteus hongoi. Pluteus leucoborealis und Pl. rangifer sind offenbar auf Betulaceae beschränkt (ersterer an Alnus und Betula, letzterer nur an Betula).


    Der Geruch von Pl. petasatus hat immer(!) eine deutliche, süße Komponente bzw. ist aufdringlich süß - muss man mal gerochen haben. Die Sporen sollten variabler in der Länge sein: 5,5–8,0(–9,5) × 3,5–5,5(–6,0) μm, aber es wäre nicht ausgeschlossen. Die HDS zeigt bei Pl. petesatus keine Schnallen. Zudem sind bei dieser Art die Cheilocystiden nur zerstreut, sie bilden keine sterile Palisade an der Schneide. Die intermediären Zystiden zwischen der Schneide und der Fläche müssten vorherrschend fusiform und ohne Haken sein.

    Nahestehend sind Pluteus leucoborealis und Pl. rangifer, die aber breitere Sporen (bis 6,5 µm Breite) und dicht stehende Cheilozystiden besitzen.


    Pluteus cervinus und Pluteus hongoi hätten variable, intermediäre Zystiden - mal mit Haken, mal ohne, mal fusiform, mal mehr abgerundet...


    Treten in der HDS Schnallen auf, so sind mehr Arten zu prüfen. Ich nehme jetzt mal nur die typischerweise hellen Arten:


    Pluteus pellitus: Sporen 5,0–7,5(–8,0) × 3,5–5,0(–5,5) µm, also einen Tick kleiner als bei Pl. petesatus. Cheilocystiden wieder einen dichten Streifen an der Schneide bildend, intermediäre Zystiden schwanken von Kollektion zu Kollektion (mal alle wie Pleurozystiden mit Haken und nur dünnwandiger und kleiner, mal auch fusiform-dickwandig ohne Haken, mal bunt gemischt... und klar: Schnallen im ganzen Fruchtkörper auffindbar.


    Pluteus salicinus: Sporend eutlich größer, kann man ausschließen - zudem zeigt der Grüntöne und passt makroskopisch nicht.


    Weitere Arten sind gewöhnlich braunhütig:

    Pluteus alniphilus, Pl. brunneodiscus, Pl. kovalenkoi


    An Nadelholz findet man die ebenso braunhütigen Pl. pouzarianus (sieht aber m.E, makroskopisch anders aus und riecht süßlich, nicht nach Radi), Pl. primus (hat deutlich größere Sporen). Pluteus atromarginatus fällt eh weg (schwarze Schneiden, dunkler Hut). Pluteus pouzarianus ist in sich wohl noch ein kleines Aggregat (sehr variabel).


    Jedenfalls muss man die braunen mit einbeziehen, da sie auch zu hell bis ganz weiß ausfallen können. Rein makroskopisch passt m.E. Pluteus petesatus ganz gut - aber der Geruch: das Süße müsste dir auffallen - denk z.B. an Kunsthonig / Knolligeruch... Kann auch fast widerlich sein, weil zu intensiv, kann aber auch nach Radi (Rettich) ausfallen, dann aber plus Süße...

    Prüf auf alle Fälle mal nach, ob du Schnallen in der HDS findest und schau, wie häufig die Cheilozystiden sind. Deren Zerstreutheit ist ein gutes Merkmal üfr Pl. petesatus.


    Südliche Arten habe ich jetzt nicht mit verglichen (z. B. Pluteus sandalioticus Contu & Arras - auch creme bis hell, Schnallen überall) oder Pluteus atropungens (Pleurozystiden meist ohne Haken, zudem Haken recht klein, fällt daher weg); es gibt auch noch einen Pluteus nothopellitus, dem der süße Geruch von Pl. pellitus fehlt.


    Ach, da fällt mir noch ein: Pluteus pellitus hat eine gelifizierte Lamellenschneide, Pluteus nothopellitus nicht.


    Als Literatur kann ich dringendst empfehlen:

    ALFREDO JUSTO, EKATERINA MALYSHEVA, TATIANA BULYONKOVA, ELSE C. VELLINGA, GERRY COBIAN, NHU NGUYEN, ANDREW M. MINNIS & DAVID S. HIBBETT (2014): Molecular phylogeny and phylogeography of Holarctic species of Pluteus section Pluteus (Agaricales: Pluteaceae), with description of twelve new species. Phytotaxa 180(1): 1–85.

    dx.doi.org/10.11646/phytotaxa.180.1.1


    Pluteus ist sehr spannend - aber die Gattung ist größer, als man denkt. Alle hier genannten Arten gehören zum Pluteus-cervinus-Formenkreis (Pluteus sect. Pluteus).


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Thorben,


    hinter Epicoccum nigrum würde ich ein "agg." setzen. Schau mal z.B. in Chen et al. (2017): Didymellaceae revisited. STUDIES IN MYCOLOGY 87: 105–159.

    Natürlich ohne Schlüssel, sondern nur mit Einzelberschreibungen. Jedenfalls ist neben der Konidiengröße auch wichtig, welche Farbe das Stromamyzel hat, wie die konidiogenen Zellen aussehen (usw.).


    Zu den phomaartigen schweige ich lieber - ich verzweifle da immer mehr. :)


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Pablo,


    nein, der Mährische ist ganz was anderes, klar.


    Ich meine:


    Xerocomus subtomentosus

    Xerocomus chrysonemus

    Xerocomus silwoodensis

    Xerocomus ferrugineus


    Das sind die von Hills, Taylor (usw.) aktuell definierten Ziegenlippen. Was nicht heißt, dass es nicht mehr Arten gibt, z.B. mediterran.


    Wohin "Xerocomus" heterodermus hingehört, weiß ich ehrlich gesagt nicht.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Rudi und Josef,


    KOH ist völlig unproblematisch (z.B. 10%-ige Lösung - bekommt man sehr günstig, z.B. Mykoshop), Alkohol natürlich auch.


    Ich muss aber (leider) was ergänzen - die Sektion Minores beinhaltet auch die Anisegerlinge. Ich finde nur den Geruch so deutlich, dass die ganze Sektion leicht kenntlich ist (wenn ich keinen Schnupfen habe).


    Es gibt aber gilbende Arten z.B. auch bei den Wiesenegerlingen (und in weiteren Sektionen) - und die Unterscheidung zwischen Agaricus campestris s.l. und Agaricus pseudopratensis kann tricky sein (ohne Mikroskop), wenn letzterer nicht in der Stielbasis gilbt. Da hilft dann die Kalilauge (bzw. vermutlich auch der Ethanol - Parra hat das wohl nicht bei allen Arten getestet).

    Dummerweise kann die Schaeffer-Reaktion bei den gilbenden der Wiesenegerlingsgruppe sowohl positiv wie auch negativ ausfallen. Bei Karbolis ist sie negativ, bei Anisegerlingen positiv, aber eben leider zu giftig, um einfach so angewandt zu werden. Daher ist Kalilauge sehr hilfreich (wenn das so konstant klappt, wie Parra es beschreibt).


    Wenn der Pilz jetzt wirklich nach Anis riecht, ist klar, dass es kein Mitglied der Karbolegerlings-Sektion ist. Am Bild allein ist das halt extrem schwierig, weil es eben so viele unterschiedliche Karbolis gibt. Den klassischen mit dem trapezförmigen Hut und den grauen Längsstreifen am Hut erkennt man, aber die anderen ohne Trapez oder mit völlig anderer Huthaut... schwierig.

    Beispiel: Agaricus freirei sieht aus wie ein Blutegerling ("Waldchampignon"), rötet im Fleisch und gilbt nicht und ist dennoch ein Karbolegerling. Mit KOH aber soll auch er gilben (Waldchampignons nicht). Ich habe aber selber noch nie Agaricus freirei in der Hand gehabt.


    Persönlich kenne ich sechs Karbolis aus eigener Anschauung:

    Den "echten", Agaricus xanthodermus

    Agaricus moelleri,

    die beiden Hühner (Perlhuhn- und Rebhuhn-Egerling) - Agaricus placomyces und A. phaeolepidotus

    den Falschen Wiesenegerling - Agaricus pseudopratensis

    und den ominösen Agaricus xanthodermulus (/ A. laskibarii)


    deshalb bin ich immer so vorsichtig, denn es gibt einfach einige Karbolegerlinge. Und ich kenne ja selber nur einen Teil der Sektion. Ich würde gerne auch mal Agaricus freirei finden, oder Agaricus parvitigrinus oder Agaricus iodosmus oder Agaricus menieri usw.


    Die Sektion Minores treibt mir aber manchmal auch Schweißperlen auf die Stirn. Zumindest ist hier aber klar, dass es sich um einen Verterer der Sektion Minores subsect. Flavescentes (ich hoffe, ich habe den offiziellen Namen zitiert) handelt. Büscheliges Wachstum bei Karbolergerlingen i.w.S.? Müsste ich nachdenken, ob ich das hatte. Bei Wiesenegerlingen ja (sect. Agaricus), bei Sektion Bivelares auch, bei Sektion Minores ja, bei Sekt. Xanthomseratei - warum nicht? Ich muss aber zugeben, dass ich mich nicht an büschelige Funde erinnern kann (Büschel meint zwei bis drei, nicht so wie bei Agaricus bohusii).


    Und Rudi: natürlich wirst du ernstgenommen :) Zudem sind wir ja alle etwas gaga - wenn ich Normalmenschen erzähle, dass es mehr als "den Champignon" gibt und die Gattung richtig schwierig ist, würden die mich als verrückt bezeichnen. Jeder weiß doch, dass es zwei gibt: den Hellhütigen, der Champignon heißt und der dunkelhütige, der Egerling heißt. Das sagt der Supermarkt. Und wer etwas mehr weiß, kennt den Dritten, den Paraplui, der auch braun ist, aber eben groß. ==Gnolm9==Gnolm10


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Mischa,


    "die Ziegenlippe" sind bei un auch ca. 4 Arten, es gibt in der eingeengten Gattung Xerocomus also mehr Arten als nur Xerocomus subtomentosus. Und nur weil die Gattungen aufgespalten werden, müssen die deutschen Bezeichnungen nicht geändert werden. Insofern ist ein Butyriboletus immer noch ein Dickröhrling und ein Rotfuß ein Filtröhrling und der Georgsritterli8ng (Maipilz) ein Ritterling auf deutsch. Die deutschen Namen bezeichnen halt Formgruppen.


    Warum du so darauf pochst, dass man eine Marone nicht ausschließen dürfe, verstehe ich hingegen nicht. Natürlich sind Bildbestimmungen immer so eine Sache - und hier geht die Artbestimmung per Bild auch nicht wirklich. Man kann aber Arten ausschließen. Und den Maronenröhrling kann man meines Erachtens hier sehr klar ausschließen.


    Gerade die Filzröhrlinge im weiten Sinn sind derart kompliziert, dass die Artbestimmung für Nichtspezialisten sehr schwierig ist. Ich kann jetzt auch anführen, dass ich seit 30 Jahren intensiv Pilze zu bestimmen versuche und genauso lange intensiv mikroskopiere, Fachliteratur studiere - und trotzdem traue ich es mir oft nicht zu, im Gelände makroskopisch einen Filzröhrling im weiten Sinn zu bestimmen. Dass du ca. 60 Jahre Speisepilze sammalst, ist daher kein stichhaltiges Argument dafür, dass dein persönliches Artkonzept mit dem heute durch DNA-Studien plus anatomischen Studien entwickelten Artkonzept übereinstimmt. Wenn für dich also Pilze Maronen sind, die für Spezialisten keine Maronen sind, dann ist es doch kein Problem, solange es nicht um Giftpilze geht.


    Für mich passen weder die Stieloberfläche, noch die Stielfarben, noch die Huthauttextur und noch die Huthautfarbe zu Maronenröhrlingen. Ich bin mir äußerst sicher, dass es keine Maronen sind.


    Ich habe gestern auch über das Schnittbild nachgedacht - ich bleibe auch, trotz der fehlenden Karottenpunkte, bei der Gattung Hortiboletus, vor allem wegen der Stieloberfläche mit den Längsrillen, die am großen Fruchtkörper gut zu sehen sind. Ich stimme aber völlig mit Pablo überein, dass ohne Mikroskop eine belastbare Bestimmung nicht möglich ist. Wären die Fruchtkörper noch topfit und nicht hitzegeschädigt (Fleischfarbe im Stiel mehr braun als mit typischen Farben), wäre es vielleicht am Bild möglich. So gehe ich nach Gefühl und da bleibt Hortiboletus übrig. Zumindest würde ich Hortiboletus bubalinus mangels Röten ausschließen.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Josef...

    Den Karbolchampignon hatte ich schon öfters, allerdings nicht in so jungem Zustand. Ich weiß nicht, ob der im geschlossenen Stadium auch so cremefarbene Lamellen hat, Wenn er weiter auf ist, sind die deutlich rosa (wie beim Wiesenchampignon). Auf jeden Fall kann ich mich nicht erinnern, dass sich bei meinen Karbolchampignons der Hut derart intensiv gelb gefärbt hätte.

    der Karbolchampignon ist eine ganze Sektion teils sehr schwer unterscheidbarer Arten. Junge Karbolegerlinge i.e.S. haben sehr blasse Lamellen. Junge Agaricus pseudopratensis haben hingegen intensiv rosa Lamellen und ähneln dem Wiesenchampignon wirklich frappierend.

    Die Sektion ist tückisch - es gibt auch rötende Arten, die gar nicht in der Stielbasis gilben (oder am Hut). Manche gilben und röten, manche reagieren mal so mal so. Manche haben den doppelten Ring mit Zahnrad, andere einen einfachen. Die Hutform ist unterschiedlich. Ich habe kürzliche Agaricus xanthodermulus (s.l. - es sind zwei Arten, die im Moment nur genetisch getrennt werden können) gesehen - da ist die Hutform anders als bei deinen jetzt gezeigten, jungen Fruchtkörpern.


    Es gibt aber Tricks, die Sektion zu erkennen - deshalb schreibe ich auch nochmal dazu (die Bestimmung geht ja am Bild allein nicht). Einfach mit Kalilauge auf den Hut tupfen - Karbolegerlinge i.w.S. und Arten der Sektion Minores reagieren direkt und deutlich gelb, die anderen nicht. Die Minores riechen schon sehr nach Anis... das ist auffällig. Oder mit Ethanol (ja, Alkohol) ins Fleisch, an den Ring, eventuell auf die HDS - da gilben auch nur die beiden Sektionen Xanthodermatei und Minores (das habe ich aber noch nicht selber ausprobiert - ich habe das aus der Monographie von Parra).

    Die Schaeffer-Reaktion kann man ja nicht einfach so mal testen - wer hat schon das hochgiftige Anilin und zudem Salpetersäure daheim?


    Frische Agaricus xanthodermus s.str. werden schon sehr deitlich gelb am Hutrand, wenn man reibt, finde ich - und ja, meist in Richtung chromgelb. Ist der Hut aber zu sehr von der Sonne angetrocknet, klappt das nicht immer.


    Blöd ist halt schon, dass die gelbe Reaktion in der Stielbasis nicht bei allen Arten auftritt - das dürfte dann auch viele Pilzsachverständige/Pilzberater aus der Spur werfen. Ohne die oben genannte Chemie ist dann die Nase der wichtigste Detektor - ohne Geruch oder nach Tinte Karbolis, egal ob gelb unten oder nicht. Dabei auch immer die Stielbasis testen. Agaricus pseudopratensis riecht manchmal auch pilzig, nur in der Stielbasis später nach Tinte. Mein bisher einziger Fund dieser Art roch aber auch im Fleisch nach nichts und kam dann nach längerem Liegen in der Stielbasis schon sehr kräftig. Gegilbt hat er in der Stielbasis nicht, nur ein leichtes Röten im Stielfleisch war zu sehen und ein sehr sdhwaches Gilben außen am Hut. Lamellen schweinchenrosa, Ring hinfällig. Deshalb sind Fotobestimmungen bei Agaricus saumäßig tücksich.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beisammen,


    der ganz schwarze ist ja wirklich steil. Wie gesagt - ich habe jung so dunkle noch nie gesehen (ich habe aber auch wenige Hainbuchen - wer im Eichen-Hainbuchen-Areal hockt, wo es wärmer ist, wird da sicher mehr gesehen haben als ich).


    Die Bestimmung (s.l.) ist ja eh geklärt, aber ich schaue mir wie gesagt die HDS sehr gerne an. Ich gebe dir Bescheid, wenn der Pilz angekommen ist, Bernhard.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beinand,


    ich bin ebenfalls bei Hortiboletus - und auch der große passt m.E. dazu und ist kein Xerocomus. Ein Schnittbild würde aber in der Tat helfen.


    Imleria schließe ich völlig aus - das passt m.E. gar nicht - und Xerocomus s.str. kann ich auch nicht bei den abgebildeten Pilzen sehen. Aber nur per Foto ohne Nähere Beschreibung wird es bei "filzröhrlingsartig im weitesten Sinn" bleiben ;)


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Marco,


    Morcheln findet man immer wieder in so hohen Lagen. Ich habe Mitte Juni mal eine Spitzmorchel am Schlappoltsee (Fellhorn, Allgäu) gefunden - ist zwar nicht ganz so weit oben, aber auch recht frisch ausgeapert.


    Was die Losung angeht: hier ein Vergleichbild, das dir bei der Entscheidunbg helfen dürfte: tet027.jpg


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Kagi / Grüni,


    ich kenne den Fransigen nur als den Fransigen. Amanita solitaria und Amanita echinocephala sind synonym. Es wurde aber, wenn ich mich recht erinnere, auch der Fransige auf schlau mal Amanita solitaria genannt. Insofern gibt es potentiell zwei "Einsiedler" (solitarius /-a - solitär, einzeln). Vielleicht kommt daher die Namensverwirrung.


    Du hast aber völlig recht, man sollte den Grünsporer wohl besser Igelwulstling nennen und den Fransigen nur den Fransigen Wulstling und den Einsielder nicht als Namen verwenden - und es kommt zu keiner Namensverwirrung mehr. Ich habe mir allerdings den Namen Einsiedlerwulstling für den Grünsporigen angewöhnt und muss mich dann erstmal wieder entwöhnen.


    Ganz verhindern kann man das aber nicht. Ein anderes Beispiel: im Bayerwald heißt der Flocki Zigeuner. Im Raum München ist der Zigeuner aber der Namen für den Reifpilz. Das heißt, allein in Bayern ist nicht klar, was gemeint ist, wenn man vom Zigeuner redet. Nur sind das Volksnamen, während der Igel, Einsiedler und Fransinge nur Übersetzungen der "schlauen" Namen sind und somit keine Tradition besitzen. Die deutschpsrachige Nomenklatur ist nicht so einfach ^^


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Pablo,


    Amanita strobiliformis zeigt gerne einen deutlichen cremegelblichen Ton in den Lamellen. Ein kräftiges Orange sehe ich auch nicht auf den Fotos. Die Arten mit richtig kräftig orange- bis orangeroten Lamellen (wie Amanita boudieri var. beillii) würde ich anhand des topfenartigen Velums ausschließen. Zudem sieht man ganz gut, dass die Hüllreste grau werden.


    Ich wüsste nicht, was es sonst sein könnte.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Adi,


    ich kann den Vorschreibern nur recht geben: Amanita strobiliformis. Das teigige Velum (wie Topfen = Quark in Norddeutschland) ist typisch und die breiten Velumreste am Hut (nicht spitz nach oben) sind bald grau - sieht man auf einem Foto schon. Das Sporenpulver ist übrigens nicht rein weiß, sondern creme.

    Es gibt im mediterranen Raum weitere ähnliche Arten, nördlich der Alpen einen "Doppelgänger" - der giftige Einsiedlerwulstling - mit gelbgrünem Sporenpulver, spitzeren Velumresten (heißt auch Igelwulstling) und mehr grünlichen, schmutzigeren Lamellen und nicht diesem Topfeneindruck des Velums .


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Rudi,


    ich hätte schon erwartet, dass er nach Anis riecht. Agaricus ist klar. Er hat jung sehr blasse Lamellen und gilbt, insofern ist es entweder ein Anisegerling i.w.S. oder ein Karbolegerling i.w.S. oder ein Zwergegerling i.w.S. - der Ring scheint mir aber durchaus komplex zu sein - auf dem untersten Foto erkennt man, finde ich, oben die Doppelschicht des Rings. Das würde für eine sich noch bildenden Zahnradkranz sprechen. Die unterste Stielbasis hast du allerdings abgeschnitten - so sieht es für mich aus. Der Geruch spricht für etwas aus der Karbolecke. Das sehr starke Gilben auch.

    Ein Test der Schäffer-Reaktion wäre hilfreich, aber wer hat schon Anilin (sehr giftig) und Salpetersäure (Sprengstoffherstellung...) daheim? Hast du KOH? Kannst du die Laugenreaktion am Hut prüfen?


    Die Fruchtkörper sind halt sehr jung. Der Pilz gilbt sehr stark am Hut auf Druck und du riechst Karbol - insofern würde ich auf die Karbolegerlinge tippen. Falls die unterste Stielbasis stark gegilbt hat, wäre es klar. Falls nicht: nicht alle Mitglieder der Sektion der Karbolegerlinge müssen in der Stielbasis gilben. Hier habe ich aber den Verdacht, dass sie bei dem geschnittenen fehlt.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Beli,


    für Amanita ceciliae sind mir die Velumreste am Hut zu groß - ganz so bröckelig war die Volva ja wohl nicht. Zudem wären die Velumreste am Hut richtig dunkelgrau. Und Amanita ceciliae kenne ich nicht so grauhütig.


    Allerdings kann ich nur Arten ausschließen, dafür keine als Namen nennen - jedenfalls nicht ohne Mikroskopie.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Jürgen,


    vielen Dank für die Fotozusammenstellung und deine Meinung :-). Den Synonymisierungen von den Bakker & Noordeloos allein anhand eines Teilabschnittes der ITS folge ich nicht. Da käme auch bei einigen anderen Gattungen ein ähnlich vereinfachtes bis konfuses Bild heraus. Ich nehme diese Information, dass ein Teil der ITS gleich ist, nur als ein weiteres Merkmal bzw. da dann als nicht zur Trennung verwendbares Merkmal oder noch anders ausgedrückt als ein Indiz pro Synonymisierung. Aber eben als ein Indiz neben anderen.


    Jung schwarzhütige Hainbuchenraufüße habe ich in der Tat noch nicht gesehen - dein Foto zeigt aber genau so einen Fruchtkörper. Das wiederum finde ich natürlich sehr spannend. Und da würde ich natürlich reinmikroskopieren, wenn er mir unterkäme.


    Dein Beispiel mit dem Strubbelkopf ist sehr treffend finde ich. Wer hat früher Kornblumenröhrlinge genauer angesehen? Jetzt sind es vier Arten. Wer hat früher die Rotbraunen Semmelstoppelpilze mikroskopiert? Ostrow und Beenken taten es und beschrieben Hydnum ellipsosporum (im Moment ist es da sehr artenreich geworden). Daher mikroskopiere ich immer wieder gerne auch in vermeintlich leicht bestimmbare Arten hinein. Natürlich ist bei diesen Beispielen die ITS variabler als bei den hier angesprochenen Leccinen. Solange aber bei Leccinum nicht Untersuchungen an mehreren Genloci passierten, bleibe ich skeptisch (zumal Polyploidisierung hier auch reinspielen kann, was sich nicht an der ITS oder anderen Loci zeigen muss, wenn rezent passiert).


    Und das, was Lannoy & Estades als L. brunneobadium beschrieben haben, habe ich anatomisch noch nicht gesehen. Folglich kann ich natürlich auch nicht beurteilen, inwiefern die von L. & E. postulierten Unterscheide brauch- und greifbar sind. Farblich ist L. pseudoscabrum aber offensichtlich sehr variabel. Da lohnt es sich dann durchaus, auch anaotmisch mal genauer reinzuschauen. Wieder ein Vergleich: Suillellus luridus - das war früher auch eine große, plastische Spezies. Was nicht heißen soll, dass es keine plastischen Spezies geben könne. Und vielleicht ist L. pseudoscabrum eben so plastisch. Bevor aber das Gegenteil nicht sauber begründet ist, erkenne ich gedanklich L. brunneobadium an - der Teil der ITS reicht mir da nicht.


    Umso wertvoller, wenn jemand mit so viel Felderfahrung wie du seine Meinung zu solchen Taxa äußert.


    Liebe Grüße und danke,

    Christoph

    Servus Josef,


    welche Pfifferlingsart du da vor dir hast, kann ich so von oben nicht sagen.


    Es sind rein optisch junge Exemplare. Es kann immer passieren, dass sie nicht auswachsen. Es kann reichen, dass mal zu trockener Wind weht oder was anderes nicht passt. Wenn es aber regelmäßig bei dem einen Myzel so ist, dann müsste man das ja, wie du zurecht sagst, ausschließen. Interessant wäre, ob die auch sporenreif werden oder irgendeine Anomalie das Ausreifen verhindert.


    Es gibt zwei Pfifferlingsarten bei uns, die wirklich meist klein sind, aber die wären mehr orangelich gefärbt und nicht so kompakt - die passen beide nicht.


    Kann es sein, dass du sie nie groß siehst, weil andere Pilzsammler sie vorher wegernten? Man findet in Wäldern mit vielen Pilzsammlern nur sehr selten sehr große Pfifferlinge, da sie, sobald sichtbar, geerntet werden. Und an Stellen mit nacktem Boden sieht man auch Knöpfe - manche rupfen auch die schon aus. Das würde erklären, warum du sie nur als Knöpfe findest und nei alt. Oder hast du sie mehrfach beobachten können - vom Knopfstadium bis hin zum Endstadium mit Schimmel / halbflüssig?


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Bernhard,


    ich liiiebe auch die Eierschwammerl im kulinarischen Sinn. Einer meiner Lieblingspilze. Falls du mal deine Eierschwammerl auf Arteben bestimmen willst, schau mal in diesen Schlüssel: Der Cantharellus-Fred


    Er geht fast ganz makroskopisch :) - und die schwärzenden sind nicht dabei, da diese mittlerweile Craterellen sind (Craterellus ianthinoxanthus und Craterellus melanoxeros)


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Jürgen,


    allein die gelben Röhren sind ja schon für die Bestimmung als Leccinellum ausschlaggebend. Ich bin mir nur bei der Art rein makroskopisch nicht wirklich sicher. Kennst du L. pseudoscabrum schon so jung und knackig so dunkelhütig? Ich kenne ihn nur heller und dann beim Eintrocknen / Altern mit fast schwarzem bis schwarzem Hut.


    Leccinum brunneobadium soll ja schon jung dunkler sein, aber eben mehr Maronenröhrlingsbraun als schwarz. Nur wäre ich da bei so jungen Exemplaren unsicher, wie dunkel L. brunneobadium sein kann (zumal der ja nicht so oft gefunden wurde).


    Insofern meine Nachfrage:

    Meinst du Leccinum pseudoscabrum s.l. (da gehe ich mit - und das habe ich auch schin so geschrieben, als die Makrobeschreibung dazu kam) oder Leccinum pseudoscabrum s.str.? Oder erkennst du L. brunneobadium nicht als Art an, was dann auch wieder ein L. pseudoscabrum im weiten Sinn bedeuten würde?


    Ich habe jedenfalls noch keinen jung (fast) schwarzhütigen Hainbuchenraufuß gesehen (es sei denn, er wäre eine jung verblichene Trocken- oder Kältemumie).


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus ihr drei,


    ein interessanter Fund - wäre der Pilz in einem Laubwald gewachsen, hätte ich Amanita beckeri vermutet. Allerdings ist die Bestimmung per Foto eine komplette Raterei.


    Bei eurem Fund fällt auf, dass der Stiel extrem genattert ist und dass die Volva offenbar sehr bröckelig ist (ciele Sphaerozysten im Velum). Dann sehe ich Ockertöne an der Volva.


    Die große Frage ist, was Amanita vaginata s.str. ist (es gibt so viele graue Scheidnestreiflinge). Ich glaube aber nicht, dass euer Pilz in die Gruppe rund um Amanita vaginata gehört.


    Insofern von mir nur die Bildbestimmung als "ein Scheidenstreifling mit stark genattertem Stiel und empfindlicher Volva", daher sicher nicht Amanita vaginata.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus manusili,


    Termitomyces ist für mich nicht so einfach, zumal ich noch nicht in Afrika mykologisch unterwegs war. Die Bilder sehen aber durchaus aus, wie Termitomyces medius. Ob er es wirklich ist, kann ich nur am Bild nicht sagen.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Craterelle,


    ich kann Wolfgang nur recht geben - sieht für mich sehr nach Hygrocybe (acutoconica var.) konradii aus.


    Ohne Beschreibung kann man (ich jedenfalls) nichts zu den Täublingen sagen. Ich würde vermuten, dass der gelbsporige rote scharf schmeckt. Das war's dann aber auch. Wobei ich vermutlich auch bei einer Beschreibung wenig Sachdienliches liefern könnte (Täublinge halt). Der rissighütige Braunsporer ist ganz sicher kein Risspilz - und auch hier kann ich den Vorschreibern nur "nachplappern" und Psathyrella spec. in den Raum werfen.


    Liebe Grüße,

    Christoph