Beiträge von Tricholomopsis

    Servus Stefan und Pablo,


    ja - die ITS ist sehr lang, was wohl an den Mikrosatelliten liegen dürfte.

    dan Bakker hat diese als solche identifiziert und sie aus den Sequenzen herausgenommen. Dadurch haben sich die Stammbäume im Vergleich zu früheren deutlich geändert. Das war eine tolle Leistung und verdient wirklich Respekt. Leider hat er dann die Ergebnisse als "ist so" angenommen und nur anhand der Rest-ITS (und teils auch ohne Genetik) taxonomische Schritte ausgeführt. Leider wurde ihm dann direkt so gut wie blind gefolgt, weshalb seitdem kaum noch jemand was mit der Gattung gemacht hat. Ich hatte deshalb auch aufgehört, was mit Leccinum zu machen (primär wegen Zeitmangels, aber die Situation, dass die ganzen Synonymisierungen angenommen wurden, haben den Spaß an der Gattung natürlich reduziert).


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Michael,


    Agaricus campestris s.l., also im weiteren Sinn passt gut. Er sollte angenehm pilzig riechen.

    Gut wäre ein Längsschnitt für die exakte Fleischverfärbung.


    Es gibt aber mehrere Wiesenegerlinge. Parra hat da zwar vieles zusammengelegt, aber die Bestimmung ist dennoch nicht einfach. Der Ring scheint recht dick und doppelt zu sein - 2. Foto, mittlerer FK oben - man sieht die Abrisskante des Velum universale. Das macht Agaricus pampeanus so, wobei das dann oft noch stärker ausgeprägt ist. Agaricus moellerianus kann man ausschließen - der gilbt und riecht nach Anis.

    Ohne Mikroskopie sage ich hier aber nur Wiesenegerling im weiten Sinn.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus abeja,


    Involutin ist ein Derivat des Atrotomentins. Ähnliche Substanzen kommen bei allen möglichen Röhrlingsverwandten vor. Gyrocyanin, Gyroporin und Chamonixin sind auch chemisch verwandt. Das Blauen der Stielbasis mancher Leccinum-Arten basiert daraus, auch das Blauen des Kornblumenröhrlings, der Blaunuss, das Bräunen der Kahlen Kremplinge (etc.). Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass Involutin das Paxillus-Syndrom auslöst.


    Lesenswert finde ich zum Paxillus-Syndrom folgenden Artikel: paxillus-syndrom.pdf


    Da in dem von dir zitierten Thread die Fütterungsmengen auf den Menschen hochgerechnet wurden (z.B. Erdritterling) - da muss man wirklich sehr vorsichtig sein. Die Empfindlichkeit der Labortiere auf Substanzen hängt immer vom Tier und der Substanz ab. Bei dem Wirkstioff in Russula subnigircans, der bei Erstkonsum Rhabdomyolyse auslöst, sieht man, dass die Menge, die Ratten davon fressen müssen, um auch wie der Mensch Rhabdomyolyse zu bekommen, locker 4 x höher sein müssen (ich bin in der Arbeit, kann gerade nicht nachsehen, es war aber deutlich höher). Man muss das immer erst kalibirieren.


    Erdritterlinge enthalten zytotoxische Stoffe. Solange nicht beklegt ist, dass die Saponaceolide beim Kochen oder vom Magen zerstört werden, esse ich selber keine mehr. Er löst keine Rhabdomyolyse aus, ist aber, wenn die Wirksubstanzen Kochen / Verdauung überstehen, zumindest ungesund. Ich esse ja auch keine Seifenritterlinge, die die gleichen Inhaltssoffe haben.


    ich selber bin auch experimentierfreudig, was Kulinarik angeht. Ich muss aber nicht jeden Pilz essen, der mich gerade nicht umbringt. Erdritterlinge kommen mir nicht auf den Teller und ich gebe sie auch nicht in der Pilzberatung frei. (Off topic, aber den alten Thread aufwärmen, wollte ich nicht unbedingt).


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Larchbolete,


    ja, Hybridisierung ist auch bei höheren Pilzen - so auch bei Agaricales und Boletales - bekannt. Das kann dann auch zu Hybridpopulationen führen, die sich etablieren. Sowas kann man dann teils auch genetisch nachweisen. Bei Flammulina gibt es in Südamerika eine Hybridpopulation von je einer amerikanischen und einer russischen Ausgangspopulation (zweier Arten).


    Zwischen Goldröhrling und Grauen Lärchenröhrling gibt es recht sicher auch Hybridpopulationen. Da wurde es m.W. aber noch nicht genetisch getestet.


    Bei Leccinum wurde halt bisher auch sehr wenig sequenziert. Nur ein Teil der ITS wurde bislang verwendet - abgesehen von einzelnen Belegen, die für die Gesamtphylogenie der Boletales verwendet wurden, aber das betrifft nur wenige Arten.


    Liebe Grüße,

    Christoph


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Hi Michi,


    wenn du die Netzhexen gut durchgarst und es Netzhexen sind, ja klar. :) Und Butterpilze werden, wie auch hier schon erwähnt, im Handel in Konserven sogar verkauft. Also klar.


    Was Steinpilze und Rotkappen angeht, ist das schon länger bekannt, da das in Tierversuchen bereits bei beiden Arten auftrat. Ebenso bei dem einen oder anderen Täubling - z.B. Russula claroflava. Ich habe in der Mycol. Bav. die Thematik Rhabdomyolyse zusammen mit anderen Syndromen ausführlich aufgearbeitet (für Pilzberater und alle, die sich sonst dafür interessieren):


    Hahn C, Grünert H (2016): Über neue und teils altbekannte Vergiftungssyndrome. Mycol. Bav. 17: 69-96.


    Ihr habt ja die Mycologia Bavarica in Nürnberg, wenn ich richtig informiert bin. ;)


    Liebe Grüße,

    Christoph


    P.S.: ich hab die Info zur Pubilkation reinkopiert, bekomme aber den Fettdruck nicht weg.

    Servus beinand,


    soderla, jetzt habe ich mal die Mikrofotos etwas aufgearbeitet und zeige zwei stellvertretend. Wie gesagt, ich komme im Moment nicht dazu, Vergleichsbilder von Leccinum / Leccinellum pseudoscabrum zu machen, kenne aber die HDS mit den auffälligen Reihen von Kugelzellen und nur wenigen Zylindrozysten. Das hier sieht m.E. anders aus:



    Das ist eine Stelle der HDS mit Endzellen, die auffallend aus länglichen Elementen und auch normalen Hyphen besteht. Bei L. pseudoscabrum kenne ich das nur sehr vereinzelt mit eingestreut.


    Und hier eine andere Stelle der HDS, wo man den Gesamtaufbau ganz gut erkennt - die Palisaden bestehen teils aus deutlich langen Zellen - das ist bei Leccinum pseudoscabrum durchaus ähnlich, aber nach oben geht das dann - so wie ich es kenne - in deutliche Kugelketten über, was hier nicht so auffällig ist. Ich habe das Foto mal kopiert und rechts ein paar Zellen / Verläufe beispielhaft rot umrandet.




    Man sieht hier durchaus auch isodiamterische Zellen. Das, was das obere Bild zeigt, kenne ich nicht von L. pseudoscabrum, das, was das zweite Bild zeigt, entspricht ungefähr dem, was Lannoy & Estadès zeichnen, wobei die hier recht schematisch zeichnen.


    Blum - er hat "Boletus brunneobadius" beschrieben - hatte zwar ein sehr enges Artkonzept, hat aber dafür sehr genau beobachtet, was anatomische Strukturen angeht. Er hat die HDS-Analyse quasi in die Boletenkunde eingeführt und versucht, hier Details herauszuarbeiten. Lannoy & Estadès stützen sich auf Blums Vorarbeiten. Unabhängig davon, welche Schlüsse man zieht - ob als Varietät, als Art, oder ob man sagt, dass diese HDS noch in den normalen Variationsbereich von L. pseduoscabrum gehört - ich habe jedenfalls das so noch nicht bei L. pseudoscabrum s.str. gesehen.

    Das ein Teilbereich der ITS identisch sein soll, ist für mich ähnlich aussagekräftig wie "hat die gleichen Sporenmaße" - die ITS ist ein Merkmal. Nicht mehr und nicht weniger.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Michi,


    nein, bei der Netzhexe ist mir nichts in Sachen Rhabdomyolyse bekannt. Butterpilze esse ich nicht, weil mir die labbrigen Schleimer nicht wirklich schmecken. Ich gebe sie aber in der Pilzberatung frei, erwähne dann aber, dass es einen Fall einer Autoimmunreaktion gab.


    Servus Pablo,


    es gab mittlerweile einige Fälle von Rhabdomyolyse durch Grünlinge - so in Frankreich, in Polen und auch in Deutschland. Dass es nur in Frankreich zu Todesfällen kam, kann durchaus daran liegen, dass die Behandlung mittlerweile besser klappt - ob die Ärzte auf die Idee Rhabdomyolyse kamen (bei den ersten Fällen in Frankreich), ist mir unklar.


    Es ist auch nicht klar, ob die gemeldete Vergiftung mit Cortinarius spelendnes nicht doch Grünlinge waren, die ja eigentlich gesammelt werden sollten. Das Nierenversagen kann auch ein Beisymptom der Rhabdomyolyse sein.


    In Polen gab es auch einen Fall von akuter Rhabdomyolyse durch Mehrfachverzehr von Steinpilzen und Rotkappen.


    Kurz gesagt: solange man nicht Russula subnigricans isst, trifft im Moment die Rhabdomyolyse durch Pilze nur die, die in Unmengen die Pilze in sich reinstopfen - und das mehrfach.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Karl,



    Die Saftlinge am Teichrand schwärzen im Alter in allen Teilen deutlich wie man auf dem Foto von 2014 schon erkennen kann.

    das ist ja interessant - dann entspricht dein Gartensaftling in der Tat Hygrocybe riparia - der schwärzt komplett, während Hygrocybe conicopalustris s.str. nur schwach und wenn, dann eher an der Stielbasis schwärzen soll.


    Hier findest du die Originalbeschreibung von Hygrocybe riparia: GWDG - GWDG - IT in der Wissenschaft


    Inwieweit das für due Trennung reicht, weiß ich natürlich nicht. ^^


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Michi,


    es gibt einen Fall, in dem der Butterpilz das Paxillus-Syndrom ausgelöst hat. Also eine durch das Immunsystem ausgelöste Autohämolyse. Dies ist meines Wissens aber nur einmal aufgetreten. Insofern scheint der Butterpilz an sich keine große Gefahr in sich zu verbergen - aber einmal ist einmal. Die Information ist daher nicht unwichtig, denn man soltle sensibilisiert sein, dass ein zweiter Fall auch bekannt und publik wird.


    Die Netzhexe wird im Münchner Raum regelmäßig mit und ohne Weißbier genossen und es passiert nichts, wenn sie gut durchgegart ist - ich habe auch mit und ohne Alkohol Netzhexen verspeist... Allerdings wurde in Netzhexen ein Hemmstoff der Acetaldehyddehydrogenase festgestellt, sodass er prinzipiell das Anatbus-Syndrom auslösen kann. Leider wurde der Text auf die Hemmwirkung nur am Rohextrakt ausgeführt. Ob der Hemmstoff auch abgekocht noch wirksam ist, ist die Frage. In München offenbar nicht. Coprin ist es aber nicht, das wär auch kochstabil (es kommt aber in der Gattung Imperator vor).


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Karl,


    tolles Foto! Ich selber bin immer wieder am Kämpfen, wie oder ob man Hygrocybe riparia Kreisel von Hygrocybe conicopalustris abtrennen kann. Schärzt dein Gartensaftling g'scheit oder nur ein bisserl? Und falls nur ein bisserl, wo dann?


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus klüppli,


    der Zunderschwamm geht auch an andere Substrate - ich selbst habe ihn auch an Birken (sehr häufig - ist zusammen mit Buche der Hauptwirt und der Typus stammt von Birke, wenn ich mich recht erinnere), an Erle, an Vogelbeere und an Weißtanne gesehen.


    Es sind auch Funde von Fichte bekannt und weiteren Substraten. Auch Eiche nimmt er, Weiden, Pappel usw. - siehe z.B. hier: 43b0c7f2-77c3-4169-a9e2-a7fba551adee.pdf


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Hallo zusammen,


    ich hatte den besagten Röhrling eben unter dem Mikroskop. Ich habe auch Mikrofotos gemacht, werde die aber erst im Lauf der nächsten Tage aufarbeiten und einstellen können. Dann schaue ich mir den Pilz nichmal genauer an - bald habe ich richtig viel Zeit, die Sommerferien stehen an.


    Zunächst an Bernhard:

    Vielen Dank für das Zuschicken - es hat sich für mich absolut gelohnt. Der Pilz ist noch recht jung, aber alt genug, um die HDS sehr schön ausgeprägt zu haben. Dass es sich um Leccinum pseudoscabrum s.l. handelt, war ja schon anhand der gelblichen Röhren klar. Die HDS besteht entsprechend auch aus dicht stehenden, senkrecht aufsteigenden Hyphen, die eine Palisade bilden - genau, wie man es erwarten würde. Allerdings finde ich auffallend viele langgestreckte Zellen, dazwischen auch normale Hyphen, aber auch die zu erwartenden, sehr kurzen und breiten Zellen. Eine Mischung aus Kugelzellen und Cylindrocysten.

    Ich habe allerdings noch nicht soooo oft Leccinum pseudoscabrum s.str. mikroskopiert, da der ja makroskopisch leicht kenntlich ist. Hier stutzte ich am Foto, weil einerseits die Hutfarben nicht so sind, wie ich sie kannte (wobei das durch die anderen Beiträge hier entkärftet wurde) und weil mir die für L. pseudoscabruzm so typische Schüppchenstruktur am Stiel fehlte - diese sehr auffälligen Längsrippen, auf denen die Schüppchen stehen. Die kenne ich sonst auch jung stärker ausgeprägt.


    Wie auch immer, die Hutdeckschicht entspricht ziemlich gut dem, was Lannoy & Estades in ihrer Monographie als Leccinum brunneobadium bezeichnen. Inwieweit diese Art berechtigt ist (oder als Varietät), sei erstmal dahingestellt. Und vielleicht variiert die HDS auch von Kollektion zu Kollektion (vielleicht findet Bernhard ja später im Jahr mehr Fruchtkörper und vielleicht dann auch typisch als L. pseudoscabrum - was auch interessant wäre, da man dann wirklich die Trennmerkmale begraben könnte, also auch die mikroskopischen. Oder es bleibt konstant so, was noch spannender wäre.


    Langer Rede kurzer Sinn:

    Ich nenne das Ding einfach mal Leccinum cf. brunneobadium - das cf. wegen meiner mangelnden Stichprobenzahl an mikroskopierten L. pseudoscabrum, um die Lannoy-&-Estadès'sche Art selber genauer interpretieren zu können.


    Daher sher spannend. Ich grabe mal in meinem Herbar (und dem Münchner Herbar) weitere, typische L. pseudoscabrum aus, um da nochmal die HDS im Vergleich anzusehen. Daher wird es noch etwas dauern, bis ich das cf. weglassen kann oder auch selber die Art L. brunneobadium über den Haufen werfe :)


    Liebe Grüße,

    Christoph


    (Die Mikrobilder werde ich noch nachliefern)

    Servcus Pablo,


    Climacodon pulccerrimus kannte ich bis dato gar nicht. Ein Bildabgleich im Internet ergibt in der Tat eine recht gute Übereinstimmung - dann ist der Fund womöglich wirklich was ganz besonderes. Stark! (Climacodon septentrionalis kenne ich eigentlich ganz gut - das glaube ich nicht, zumal Habitat und Substrat auch nicht passen.)


    Der Dachpilz ist mit hoher Wahrscheinlichkeit Pluteus chrysophaeus (siehe weiter oben). So gut es halt am Bild geht und ohne Mikroskopie ;)


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Beli,


    das Glück haben wir gut gebrauchen können - 2:1, das war knapp.


    Wenn ich mir die jungen Fruchtkörper so anschaue, die du jetzt gezeigt hast, sind die Stacheln doch etwas dicker - vielleicht ist es ja doch Spongipellis pachydon. Ich kenne den nicht so dunkel, aber das kann an der Hitze / Sonne liegen?! Wäre mikroskopisch leicht zu klären. Oft habe ich den auch noch nicht gesehen... Das letzte Mal heuer (Reste vom Vorjahr im Frühling) in Franken an stehender Buche. Was anderes fällt mir nicht ein ;)


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Beli,


    der Stacheling ist ja verrückt. Hydnellum kann es nicht sein - Korkstachelinge sind Ektomykorrhizapilze, deiner ist klar saprob und baut das Holz ab. Ich habe aber keinen Stachelpilz parat, der so aussieht. Spongipellis pachydon hat keine solche Hutoberfläche und die Stacheln sind meist dicker.

    Hericium cirrhatum ist weißer und hat andere Hutstacheln/Fasern, nicht so verwoben.

    Tyromyces kmetii kenne ich mehr orange, leuchtender und der hätte Poren. Ob es eine Wuchsanomalie eines Porlings ist, der jetzt das Inverse - Stacheln statt Röhren - zeigt? Keine Ahnung.


    Ich bin überfragt. Bei Steccherinum kenne ich keine so fleischige Art. Was bleibt noch?


    Liebe Grüße,

    Christoph


    P.S.: der Dachpilz - vergleiche mal mit Pluteus chrysophaeus

    Servus Beli,


    ich sehe da auch Panus conchatus - die Hutfarbe passt, die Lamellenschneide ist für Lentinellus viel zu wenig gesägt - sie ist ja eigentlich gar nicht gesägt auf dem Foto.


    Die Stielbasis deiner Pfifferlingsbilder bestätigt Cantharellus friesii. Ganz typisch und (leider) nicht C. romagnesianus. ;)


    Liebe Grüße,

    Christoph (und Gratulation zum 0 : 3 - Sieg gegen Argentinien)

    Servus Beli,


    bei Rheubarbariboletus armeniacus gehe ich auch völlig mit - sehr typisch. Rheubarbariboletus persicolor kenne ich nur mit gelbem Stiel und höchstens roten Punkten an selbigem und auch etwas anderen Hutfarben (ich kenne ihn aus Griechenland). Zu dem zweiten sage ich so gar nichts ;)


    Im Mittelmeerraum solltest du bei Pfifferlingen auch auf die hierzulande seltenen Arten achten. So gibt es z.B. Cantharellus romagnesianus, der aber eine rote Stielbasis hätte, die bei Cantherellus friesii fehlt. Leider sieht man auf den Fotos die Stielbasis nicht. Hier findest du einen Schlüssel für edie Gattung Cantharellus (aktueller Stand): Der Cantharellus-Fred


    Zu den anderen ist ja bereits alles gesagt worden :)

    Schöne Funde!


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus ihr drei,


    ich kann mich auch nur anschließen. Ich sehe zwar eine Gelbfärbung in der Stielbasis, das kann aber am Foto liegen - sieht etwas überstrahlt aus. Der stark pilzige Geruch schließt Exoten wie Agaricus freirei aus (wäre ein rötender Karbolegerling).


    Sieht schon sehr nach Agaricus sylvaticus aus, aber wie Pablo richtig schreibt: ohne Mikro geht da wenig. Zu deutsch Blutegerling i.w.S. passt aber.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Nosozia,


    wunderbar, das passt ja wirklich gut. Man sieht schön die fusiformen, intermiedären Zystiden, die Cheilozystiden sind nicht dominant und es fehlen die Schnallen. Makroskopisch passt es auch.

    Und Gerüche sind immer so eine Sache - jeder riecht anders und jetzt ist es heiß/trocken - da kann ein Pilz auch mal seltsam riechen. Ich hatte ihn bisher jedenfalls nur in süß. Ist aber gut zu wissen.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Claudia,


    es kommen mehrere Arten in Frage - klar. Du hast einen rötlichhütigen, rötlichstieligen, blassgelbsporenden, scharfen Täubling. Ich hätte auf eine abgetrocknete Russula sanguinaria getippt, aber vermutlich ist der Hut dafür zu matt. Schwer zu sagen.


    Russula queletii s.str. soll nach bisherigen, aktuellen Erkenntnissen nur bei Weißtanne fruktifizieren.

    Russula fuscorubroides wäre dann der häufigere "Stachelbeertäubling", der bei Fichten wächst. Beide würde ich ausschließen. Da passen die Farben nicht, finde ich.

    Russula sardonia braucht Kiefern und hätte deutlicher zitronengelbe Lamellen und eine andere Stielfarbe.

    Russula torulosa bräuchte auch Kiefern und schmeckt mild (wenn man die scharfen als Russula fuscorubra abtrennen mag) - ich habe beide erst sehr selten gesehen, Russula torulosa nur einmal - sieht aber auch mehr wie eine große R. fuscorubroides aus.

    Russula badia kenne ich mehr mit leicht geripptem Hutrand, bin aber kein Täublingsexperte. Zudem wäre die dann für Nichtchilliesser auffallend scharf und die lange Latenzzeit bis zum Eintreten der Schärfe wäre auch auffällig.


    Bleiben für mich die Arten rund um Russula rhodopoda und Russula sanguinaria.


    Mit mehr Mikrodetails kann man vielleicht was sagen.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Pablo,


    die Schnallen werden jedenfalls von Justo et al. (2014) nicht so extrem als Merkmal verwendet. Ihr Konzept von Pluteus cervinus lässt auch vereinzelte Schnallen an den Basidienbasen und z.B. in der Lamellentrama zu, da sie Pluteus brunneoradiatus mit Pl. cervinus synonymisieren. Und Pluteus pouzarianus wird z.B. von Pluteus primus vor allem durch die Sporenmaße unterschieden. Fragen nach den Prozentwerten der Schnallen kommen im Schlüssel gar nicht vor. Es geht aber primär darum, ob in der HDS Schnallen sind oder nicht. Es ist egal, ob an 10%, an 30% oder an mehr % der Zellen. Insofern betrifft das eher die früheren Schlüssel als den aktuellen.


    Die verwendeten Merkmale erscheinen mir eher harte Merkmale zu sein. Insofern müsste dir die Arbeit deutlich entgegen kommen. ;)


    Liebe Grüße,

    Christoph

    passt; kannst ja gerne noch mal ne Kostprobe machen. ;) Die ist in dem Fall völlig ungefährlich.

    Servus Bernhard,


    zur Bestimmung ist ja alles gesagt... Aber die Kostprobe bitte unbedingt ausspucken. Völlig ungefährlich glaube ich nicht. Caloboletus calopus ist magen-darm-giftig - er wird nur wegen der Bitterkeit nicht gegessen. Caloboletus ist eng mit Rubroboletus verwandt (Satansröhrlinge i.w.S.) und vermutlich daher auch bei geringen Menegn roh unangenehm giftig. Ich würde es jedenfalls nicht ausprobieren wollen.


    Ich kenne Caloboletus radicans süßlich-mild, C. calopus kenne ich nur bitter. Ich koste aber auch sehr selten, da man die Arten auch so gut erkennen kann ;-).


    Liebe Grüße,

    Christoph