Beiträge von Tricholomopsis

    Und gebe eine Runde Augustiner in der Flasche aus.

    Servus Rudi,


    das Gustl nehme ich gerne - aber ich hoffe, du hast das Lagerbier und nicht den Edelstoff im Gepäck - letzterer macht Kopfweh. Dann kann ich nicht so viel Whisky trinken ^^


    Liebe Grüße,

    Christoph

    P.S.: meinen Beitrag habe ich geschrieben, während Mausmann seinen geschrieben hat. Ich beziehe mich daher nicht auf diesen, sondern auf die früheren, in denen ein langes Interview mit Udo Ulfkotte beworben wurde. Und wie man unschwer erkennen kann, ist (bzw. war, denn er ist ja verstorben) Ulfkotte ein Rotes Tuch für mich. Ich tue mich mit der politischen Rechten "etwas schwer".

    Servus beinand,


    ich muss auch zugeben, dass ich, wenn ich über den Namen Udo Ulfkotte stolpere, die Links zu den Interviews gar nicht mehr anklicke. Ulfkotte hatte sich zu einem rechtspopulistischen Verschwörungstheoretiker entwickelt. Und wenn ich Kopp-Verlag schon höre (da hat Ulfkotte am Ende publiziert...) - die drucken jeden Müll, von Alientheorien über Impflügenpropaganda bis hin zu rechtspopulistischem bis radikalen - sorry - Dreck.


    Solche "Medienkanäle", auf denen dann auch noch Medienschelte kommt (dabei sind sie selbst nichts anderes) und deren Protagonisten sich den Nimbus der Verfolgten geben, die sich doch mal trauen, die "Wahrheit" auszusprechen, meide ich wie ich Sekten und andere entsprechende Bünde meide.


    Was dabei rauskommt, wenn die, die mal auf den Tisch hauen und die "Wahrheit" sagen (AfD-Jargon), sieht man aktuell gut in Österreich.


    Sorry für die deutliche Meinung - aber wenn am Stammtisch politisiert werden darf, dann mache ich ausnahmsweise diesbezüglich auch mit. Ich bin halt der typische Gutmensch - links angehaucht, Fan der sozialen(!) Marktwirtschaft und Skeptiker allen Fanatikern und Hasspredigern gegenüber. Migration wird in der Zukunft noch viel akuter werden - der Klimawandel wird viele Menschen zur Migration zwingen. Wir, die Verursacher (ich meine die Industriestaaten) werden da etwas Wiedergutmachung betreiben müssen. Dem stehen die Rechtspopulisten diametral gegenüber. Deshalb empfinde ich die Rechtswelle, die im Moment schwappt, als besonders heikel. Ulfkotte lieferte diesen Strömungen reichlich Futter.


    Ich habe früher Interviews von ihm gesehen, deshalb - sorry Mausmann - habe ich die Links gar nicht erst angeklickt. Und ich motze trotzdem *hihi. Und zum Glück darf ich das, denn wir leben eben nicht in einer Mediendiktatur. Und deshalb darfst du auch Intervies von Verschwörungstheoretikern frei posten - und auch das ist dein Gutes Recht.


    Um die Wogen wieder zu glätten, spendiere ich eine Runde Ardbeg Uigeadail - auf Islay weht der Wind rau, doch im Nachgeschmack kommt dann eine wohlige Wärme und Süße... :)


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Pablo,


    wenn es um die Mikromerkmale geht, kann man auch die Skeletthyphenbreiten und die Breite der vegetativen Hyphen heranziehen. Natürlich hat Polyporus arcularius größere Sporen, aber es geht halt nur um ein bis zwei Mikrometer in der Länge und ein bisserl was in der Breite. Klar, dass sie reif sein müssen.


    Die Skeletthyphen von Polyprous brumalis sind etwas schmaler als die von P. arcularius. Das kann bei sterilen Fruchtkörpern manchmal helfen. Ich empfinde hier aber die Hutoberseite wirklich als Aausschlusskriterium gegenüber Polyporus brumalis an. So hätte ich einen Winterporling noch nicht gesehen, wohl aber das, was ich als Polyporus arcularius kenne. Ich wollte ja nur klarstellen, dass ich nicht nur anhand der Hutrandhaare geurteilt hatte. Auch Polyporus brumalis kann bewimpert sein. Für mich ist die Hutoberseite das Hauptargument neben der Porengröße. Die Porenform wiederum kenne ich eben auch bei Polyporus brumalis länglich ausgezogen, die nehme ich nur als Indiz (bei P. arcularius immer länglich, bei P. brumalis oft länglich.


    Bei mir kommt Polyporus arcularius vor allem an südexponierten Waldrändern vor, wo es richtig warm ist (Oberbayern ist kühler als die Tieflagen), Polyporus brumalis hingegen quasi überall. Polyporus arcularius ist deutlich wärmeliebend - jedenfalls hier bei mir, in Bezug auf das, was ich hier als Wärme ansehen würde. ;)


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Pablo,


    völlig d'accord - ich hatte auch nicht nur den bewimperten Hutrand gemeint, sondern die Hutoberseite insgesamt. Die länglichen Poren sind ein Indiz, aber eben auch nicht 100% sicher.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Rudi,


    drittes Bild von oben, etwas rechts oberhalb des kleineren Hutes am Stiel des größeren Fruchtkörpers (bin gerade in der Arbeit, drum kann ich das Bild nicht runterladen und mit Pfeil versehen wieder hochladen). Noch deutlicher am siebten Bild von oben - da sieht man am Stiel den Abdruck, wenn man genau hinschaut - finde ich...


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Stefan (und Dieter),


    genau so meinte ich es auch - deshalb schrieb ich Komplex - Inocybe dulcamara s.str. ist bisher ohnehin unsauber definiert, da noch kein Typus festgelegt ist und somit kein Abgleich über Sequenzen möglich ist. Das, was ich als Inocybe dulcamara s.str. interprtiere, hat sehr feine, weiße Velumfasern am Hut (Velum universale ist cremebräunlich, aber mit auch rein weißen Fasern gemischt) - aber bei weitem nicht so intensiv wie z.B. bei Inocybe leucoblema.


    Der Komplex ist sehr schwierig, da relativ merkmalsarm und möglicherweise dennoch artenreich. Die teils nierenförmigen Sporen zeigen an, dass dieser Risspilz in das Aggregat rund um I. dulcamara gehört. Ob s.str. - kann ich so logischerweise nicht sagen. Nicht jedenfalls nach meiner eigenen Interpretation dieser Art.


    (Ich habe mich mit Mallocyben etwas ausführlicher beschäftigt, drum melde ich mich auch dazu etwas detaillierter zurück - ich finde diese Kollektion interessant, die du, Dieter, vorstellst)


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Ute,


    der Maiporling fällt, wie schon erklärt wurde, raus, da er viel engere Poren hat. An den Winterporling glaube ich allerdings nicht, sondern aufgrund der Hutoberseite und der deutlichen Behaarung des Hutrandes bin ich eher bei Polyporus arcularius, dem Weitlöchrigen Porling.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Dieter,


    dein dunkelhütiger Filzröhrling gehört sicher in die Gattung Xerocomus s.str. (= Ziegenlippen). Zur Bestimmung braucht man da z.B. die Farbe des Basalmyzels und die Fleischfarbe (Schnitt durch den Fruchtkörper...).


    Beim Korbinhalt fällt mir Chroogomphus auf - eine sehr spannende Gattung. Die Bestimmung ist diffizil, aber machbar. Der Chrrogomphus "rutlius" in Pilze der Schweiz ist beispielsweise kein C. rutilus, sondern (wenn ich's gerade richtig im Kopf habe) Chroogomphus subfulmineus. Den hatte ich vor kurzem in Nürnberg bei der NHG unterm Mikroskop.


    Hier findest du einen Schlüssel zur Gattung: Schlüssel der sechs (!) europäischen Chroogomphus-Arten


    Vermutlich hast du ihn aber (leider) schon unbestimmt verkocht. Die meisten Arten der Gattung sind völlig unterkartiert, da sie nicht beachtet werden.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Dieter,


    dein "Schüppling" ist ein Risspilz i.w.S., Inocybe subgenus Mallocybe (wird wohl bald eine eigene Gattung). Die Art ist so nicht leicht zu bestimmen, aber die Sporenform passt gut zum Inocybe dulcamara-Komplex. Der Aufbau der Lamellenschneide ist typisch für Mallocyben


    Die Rotkappe ist klar, nur ist Leccinum leucopodium der deutlich ältere Name (ich weiß nicht, warum sofort die unnötige Neubeschreibung, die einen überflüssigen Namen erzeugt hat, sofort übernommen wurde - für mich völlig unsinnig).


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beinand,


    eine Phaeocollybia kann das nicht sein. Da passt weder die Stieloberfläche noch die Huthaut. Zudem sieht man bei einem Foto das Sporenpulver auf dem Stiel. Aber auch ohne den Sporenabdruck am Stiel ist das für mich auch eindeutig ein Rötling. Und da hört es dann auf. Mehr geht hier nach Foto nicht.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Pablo, (servus beinand,)


    Ach, das ist natürlich interessant.

    Danke für den Hinweis, denn das war mir nicht bekannt.


    schau dir doch mal die Blütenstände von Hainbuche und Hasel (und Birke...) im Vergleich an - du wirst große Ähnlichkeiten feststellen.


    Und die Früchte: alle drei haben Nussfrüchte, hierbei fallen Hasel und Hainbuche durch die Tragblätter auf, die die Nuss teils umhüllen (Hasel) oder als Flughilfe dienen (Hainbuche). Hasel und Hainbuche sind sich so ähnlich, dass nahe Verwandtschaft auf der Hand liegt ;-).


    Birke und Erle sind "Geschwister", genauso wie Hainbuche und Hasel. Wobei die Erle von diesen vier durch ein paar Eigenheiten rausfällt.


    Hainbuche und Hasel teilen auch andere, spezifische Arten (nicht nur Leccinum carpini) - man denke an Hypoxylon fuscum...


    Dann gibt es sehr nah verwandte Artenpärchen, die sich jeweils auf Hasel oder Hainbuche spezialisiert haben - so z.B. Lactarius pyrogalus vs. Lactarius circellatus.


    Ich finde die Familie der Betulaceae ziemlich "griffig" und empfinde die "Degradierung" der Corylaceae (mit Corylus, Carpinus) zur Unterfamilie recht logisch.


    (das alles nur nebenbei angemerkt)


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beinand,


    Agaricus campestris s.str. würde ich auch ausschließen - da passen weder die Stielbasis, noch die Hutform (der Knick am Hut), noch der auch oberhalb des Rings doch deutlich flockige Stiel.


    Ohne sauber die Sektion bestimmen zu können - also Mikroskopie, KOH-Reaktion, Schaeffer-Reaktion, Abziehrichtung des Rings (usw.) sage ich einfach Agaricus spec. - also irgendein Egerling. Bestimmung für mich so nach Bild schlicht unmöglich.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Christian,


    das freut mich aber - Xanthoriicola physciae ist sehr häufig. Im MIkroskop wird man durch die kleinen, braunen "Fußbälle" belohnt (das Ornament erinnert mich ein bisserl an die alten Fußbälle von früher).


    Hier noch ein paar weitere Fotos:








    Das ist mein Notizblatt zu einem Fund (alle Maße mal 0,95, da mein Messokular nicht 1 zu 1 funzt), wo man den "Fußballeindruck" etwas besser nachvollziehen kann.


    Xanthoriicola physciae ist ein imperfekter Pilz, der aber zu den Ascomycota (in die Ordung Capnodiales, Klasse Dothideomycetes) gehört.


    Liebe Grüße,

    Christoph


    P.S.: weitere Funde von Capronia suijae waren spannend - wer suchet, der findet (man muss da aber auf den Thalli und nicht auf den Apothecien suchen).

    Servus Tuppie,


    Stefan hatte es ja schon erklärt. ;) Sorry für die mangelnde Erklärung. Ich dachte, dass es diejenigen, die nicht mikroskopieren, ohnehin nicht interessiert. Sonst hätte ich es allgemeiner erklärt.


    Sklerobasidien können auch eigene Sporen erzeugen, die andere Maße als Sporen normaler Basidien haben. Man nennt das dann Heterosporie, da man dann zwei unterschiedliche Sporenpopulationen im Abwurf hat. Das führt dann beispielsweise durchaus zu Ausreißern nach oben.


    Sklerobasidien treten vor allem in den Gattungen Armillaria und Amanita auf (jedenfalls ist es da bekannt und publiziert - und da habe ich das auch beobachtet). Bei Agaricus bisporus ist mir das aufgefallen, als ich Fruchtkörper aus dem Supermarkt mikroskopiert habe. Dementsprechend waren einzelne, aberrant große Sporen zu beobachten. Ob dieses Merkmal einen taxonomischen Wert hat, weiß ich allerdings nicht. Daher habe ich es als "fun fact" verkauft. ;)


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Stefan,


    da ist gar nichts peinlich dran. Es kann genauso gut sein, dass ich völlig daneben liege (und das wäre mir wiederum nicht peinlich, denn das kann immer passieren). Agaricus am Foto zu bestimmen ist gewagt.


    Nebenbei angemerkt gibt es den Zuchtegerling auch als viersporige Wildsippe. Die ist aber wirklich sehr selten. Zweisporige findet man immer wieder auf passendem Substrat (und das müssen keine Kulturflüchtlinge sein).


    Mein Verdacht lässt sich ja schnell überprüfen ;-). Und noch als "Funfact" - Agaricus bisporus neigt gerne dazu, im Alter Sklerobasidien zu bilden, teils auch mit Nekropigmentation. Das sieht man gut bei alten Exemplaren aus dem Supermarkt (es lohnt sich, auch sowas mal zu mikroskopieren).


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Peter,


    natürlich braucht man ein bisserl KnowHow dafür. Das Zusammenpipettieren dürfte aber leicht zu erlernen sein - Primer, Puffer, Anleitung usw. werden ja mitgeliefert.

    Was man dann mit den Rohdaten macht (Alignment, Auswertung) ist etwas komplizierter.


    Was den Kurs in Wien angeht, hat Irmgard mit Sequenzierung an sich viel viel mehr Erfahrung als ich. Vielleicht wäre das ja mal ne Idee, wenn die Uni einen Kurs für Laien anbieten würde.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Stefan,


    bayerisches Restaurant? Des is ja griabig... und auf hochdeutsch: zudem sehr löblich!


    Was das Überarbeiten aller Datensätze angeht... wenn du bis auf 45 fertig bist, würde ich die 45 noch fertigstellen und du hast den Vertrag erfüllt. Wenn nachträglich mehr gemacht werden soll bzw. unnötigerweise noch mehr Arbeit dazukommt, dann lass dir dafür einen Zusatzvertrag geben und das entsprechend bezahlen. Der Arbeitgeber kann ja nicht ständig neue Dinge einfordern... Denk da lieber an dich und schütze dich vor Ausnutzung / Ausbeutung. ;)


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Chris,


    ohne Foto... wie schon gesagt wurde... Und gerade bei den Erdritterlingen kann man vieles auch mit dem Mikroskop machen (HDS-Aufbau, Länge der HDS-Zellen, Sporenmaße und -quotienten). Frühe Funde kenne ich auch - aber ebenso wie es Stefan beschreibt, finde ich dann vor allem gilbende Erdritterlinge, gerne bei Birke oder anderen Laubhölzern.


    Deine Infos bezüglich Habitat (keine Nadelbäume) und Verfärbung (gilbend) sind zwar sehr sparsam, aber beides zusammen klingt nach einer der gilbenden Arten (Tr. argyraceum, Tr. scalpturatum oder Tr. inocybeoides). Pablo hat sicher recht mit Frostartefakten - insofern ist jeder Bestimmungsversuch anhand deiner spärlichen Infos unseriös. Dass aber Erdritterlinge i.w.S. schon früh kommen können, kann ich wie gesagt ebenfalls bestätigen (und draum ging es dir ja vermutlich).


    Liebe Grüße,

    Christoph