Beiträge von Tricholomopsis

    Servus "Cognacmeister",


    die Paraphysen passen. Die Schleimhülle der Sporen scheint seitlich anzusitzen (meine ich, in einem Ascus zu erkennen). Passt auch, der Stiel der Apothecien auch. Leider schreibst du nichts zu dem Fund – das Substrat war vermutlich Weißtanne? Wird der Fund kartiert? Woher ist er (Deutschland? Bayern? Bayerischer Wald?).


    Wolltest du den Fund nur vorstellen? Wolltest du die Bestimmung bestätigt bekommen?


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Björn,


    spannend! Und submediterran klingt gut. Ich bin auf fast 700 m und hier ist es eher "frisch". Das Beet bei mir im Garten ist allerdings an der Hauswand und liegt knallhart auf der Südseite. Der hier vorgestellte Fund ist aber ein schattiger Wuchsort, eher richtig kühl (der im Beet soll erstmal ausreifen). Interessant, dass sich die Art jetzt in kühlere Bereiche ausbreitet. Aus München kenne ich Fundmeldungen, aber da ist es viel wärmer als bei mir oben auf den Moränenhügeln. Verrückt ist, dass im Garten gar keine Winterlinge waren, bis "ich" (meine Frau und ich bzw. eher meine Frau ohne mich, da sie diesbezüglich im Garten aktiv war) sie aktiv gepflanzt hatte. Und kaum sind die ersten Pflänzchen da, ist schon der Rost drauf. Ich habe aber auch schon Silberröhrlinge auf knapp über 900 m Höhe (Oberammergau) gefunden, was früher auch nicht zu erwarten gewesen wäre. Vielleicht reichen da die heißen Sommer?! Also für beide. Leucotelium ist ja nicht nur auf Winterlingen, sondern eben auch auf Prunus. Vielleicht hilft der Art die Trockenheit im Sommer (auch wenn es in Dresden sehr trocken sein kann Climbingfreak – tja, wer weiß?).


    Ich habe aber auch Urocystis ficariae im Garten (hat Werner Edelmann vor wenigen Jahren in meinem Garten am Scharbockskraut neben den Kopostern entdeckt). Ist zwar ganz was anders (Brandpilz), aber auch nicht soooo häufig.


    Servus Stefan,


    ich habe gar nicht aktiv gesucht und trotzdem gefunden. Irgendwas machst du falsch :giggle: (duck und weg)


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Björn,


    super, danke dir! Ich habe im Klenke & Scholler gelesen, dass zwei weitere Arten (noch nicht nachgewiesen) auftreten. Noch nicht nachgewiesen heißt aber nix (Umkehrschluss und so). Die Blattflecken wären aber sicher ein gutes Merkmal, klar, und das fehlt hier ja eben. Die Dichte der Lager als zweites Merkmal sind ein guter Tipp! Dann weiß ich, dass ich die auch in edinem so frühen Stadium kartieren kann. Perfekt!


    Ist die Art übersehen worden oder neu bei uns eingeschleppt worden? Denn selten scheint sie ja nicht zu sein (die Verbreitungskarte zeigt wohl Unterkartierung an?!).


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beinand,


    gestern habe ich beim Spazierengehen Winterlinge mit sehr jungem Befall von Leucotelium cerasi gefunden. Ich bin auch in meinem Garten fündig geworden (obwohl ich erst vor zwei Jahren Winterlinge ausgesäht habe und noch sehr wenige wachsen). Der Reifegrad des Spaziergangfunds ist ungefähr so wie im Garten. Letztere will ich noch richtig ausreifen lassen, daher habe ich den jungen Befall mitgenommen, um das mal unterm Mikroskop anzuschauen (also das Stadium "0").


    Hier erstmal der makroskopische Anblick:

    Leucotelium cerasi ex Eranthis hyemalis – Spermogonien an der Blattoberseite


    Leucotelium cerasi ex Eranthis hyemalis – Aecien blattunterseits, noch im Blatt und unreif (müssen sich noch öffnen)


    Die Spermogonien sind, wie man am Foto sehen kann, bräunlich und haben eine helle Spitze in der Mitte. Das habe ich natürlich vergrößern müssen:

    Leucotelium cerasi ex Eranthis hyemalis – Spermogonien an der Blattoberseite im 40er Objektiv in zwei Schärfeebenen (damit man die Konidien sehen kann)


    Ich gehe davon aus, dass ich auch in diesem jungen Stadium kartieren kann (vielleicht kann mir da einer unserer Phytoparasitenprofis die Bestätigung geben?!). Viele Kartierungspunkte gibt es ja nicht. Der hier ist aus der Nöhe von Rott (am Lech, wobei der Lech doch noch ein Stück weg ist). Jedenfalls warte ich im Garten ab, bis die Aecien schön entwickelt sind. Praktisch ist, dass befallene Pflanzen längere Blattstiele entwickeln und die Blätter auch farblich ein klein wenig anders ausschauen. Die Blüte wird unterdrückt (oder der Rost geht nur auf nicht blühende Pflanzen, wobei ich eher vermute, dass es eine Folge des Befalls ist, dass sie nicht blüht). Am Fundort sind Sauerkrischen nicht weit und bei mir im Garten zumindest eine Zwetschge. Wobei ich nicht weiß, ob alle Prunus-Arten als Wirt genommen werden.


    Die anderen beiden Funde stammen vom selben Spaziergang. Ich habe einen Brennnesselhalm (vorjährig natürlich) mit nach Hause genommen, weil mal wieder so schön die Calloria urticae drauf saß. Schöne rote Kissen, also die Nebenfruchtform. Zudem waren die obligatorischen, schwarzen Punkterl drauf. Letztere haben mich insbesondere interessiert. Es war eine Nebenfruchtform. Im Bino waren nur wenige komplett ausgereift und zeigten ein etwas verlängertes Ostiolum. Makroskopisch sah es nach Leptosphaeria s.l. aus, nicht nach Phomatodes. Natürlich muss man mikroskopieren:


    Plenodomus acutus (Anamorphe) ex Urtica – Konidienmaße (n = 40): 5,8–7,0–8,9 × 2,0–2,4–2,7 Mikrometer, Q = 2,19–3,00–3,87


    Ich kenne drei "Phoma"-Arten auf Urtica: Phoma piskorzii (= Plenodomus acutus), Phoma acuta (= Leptosphaeria doliolum, trotz des Namens) und Phomatodes nebulosa. Die beiden letzteren haben deutlich kürzere Konidien. Phomatodes nebulosa habe ich auch einmal in meiner Gegend gefunden, allerdings zur Bestimmung sequenziert (und dann in der Mycologia Bavarica publiziert). Man muss bei den Phoma-artigen Nebenfruchtkörpern aufpassen: Konidienform und -maße, Verteilung der Öltröpfchen, Makroskopie der Pycnidien. Hier passt (fast) alles: lange, schmale Konidien und Pycnidien mit nur je einem Ostiolum (also nicht zusammenfließend). Was ich nicht gesehen habe: septierte Konidien. Die sind für die Art von Boerema & Loerakker (1981) als "occasionally" beschrieben worden, mir fehlt da aber noch die Erfahrung, wie konstant das Merkmal auftritt und ob meine Pycnidien vielleicht noch zu jung dafür waren.


    Die Hauptfruchtform von Plenodomus acutus ist ja völlig banal (muss aber auch mikroskopiert werden), denn es kommen ja zwei "Leptosphaeria"-Arten auf Brennnessel vor (wobei ich Leptosphaeria doliolum im Herbst reif finde, "Leptosphaeria" acuta im Frühling). Phoma-artige sind es dann aber schon (mindestens?) drei. Ich nenne den Fund jetzt einfach mal Plenodomus acutus ;-).


    Hier noch der Vollständigkeit halber die schöne Calloria (ich hatte keinen Fotoapparat dabei, deshalb sind alle Fotos aus meinem Arbeitszimmer, hier auf dem Tisch):

    Calloria urticae (Anamorphe) ex Urtica


    Was soll ich sagen – Schwammerlsuche macht einfach Spaß.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    I sags mal so I hab jetzt purpurea melitta glivescens bis jetzt durch mir fällt da jetzt momentan kein roter mehr ein.

    Servus "Cognacmeister",


    mit pruprurea meinst du Ceriporia purpurea? Der hat keine Schnallen, ganz andere Poren und sieht anders aus. "melitta" soll "ceriporia melitta sein? Hat auch keine Schnallen und andere Sporen. Mit "gilvescens" meinst du vermutlich Ceriporiopsis gilvescens? Der hat schmalere und kürzere Sporen.

    Braunfäule würde Ceriporiopsis ausschließen. Postia oder früher Oligoporus s.l. kommt da sehr in Frage. Auch da gibt es resupinate Arten. Laut deiner Fotos sind die Sporen bis mindestens 3,8 Mikrometer dick.


    Ceriporiopsis pseudogilvescens kenne ich nicht aus eigener Anschauung. Aber auch da passen die Sporenmaße so nicht ganz. Es gibt noch Ceriporiopsis subrufa, aber die Art kenne ich auch nicht. Da würden die Sporenmaße vielleicht eher passen. Bei Braunfäule ist Ceriporiopsis aber eh draußen.


    Poren pro Millimeter: einfach ein Lineal nehmen und entlang der Skala zählen, wie viele Poren du z. B. auf einen Zentimeter Länge hast. Genauer wäre es, flächig zu zählen, also wie viele Poren pro Quadratzentimeter. Dafür kannst du ein kleines quadratisches Fenster aus Papier ausschneiden.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus "Cognacmeister",


    du machst es einem nicht einfach mit deinen Anfragen. Bei Porlingen sind ein paar Informationen einfach hilfreich. So z.B., wie viele Poren pro Millimeter er hat, mehrjährig oder einjährig, ob das Holz an der Anwuchsstelle braun- oder weißfaul ist, ob du Rhizomorphen am Fruchtkörperrand oder im Holz gesehen hast, vielleicht noch Geruch und Geschmack...

    Wenn du Sporen anschaust, magst du vielleicht angeben, was du an Maßen herausbekommen hast. Also so klassisch von bis und mit Mittelwerten?! Und Angabe, wie viele du vermessen hast. (Ja, man kann ein paar Sporen mit Maßen sehen, aber das sind keine herausgearbeiteten Sporenmaße in ihrer Schwankungsbreite)

    Du sagst dimitisch, aber ich erkenne keine Skeletthyphen bei deinen Fotos, nur etwas skelettisierte, normale (= generative) Hyphen. Ich sehe eine Schnalle - das Hyphensystem ist also monomitisch mit Schnallen? Wie kommst du auf Ceriporiopsis pseudogilvescens, mit welcher Literatur hast du die Bestimmung versucht?


    All das sind wertvolle Merkmale. Es ist wie bei den Lamellenpilzen, die hier zur Bestimmungshilfe vorgestellt werden: ohne gute Beschreibung (mit zudem guten Fotos) ist eine Bestimmungshilfe schwierig bis unmöglich. Mit guter Beschreibung und guten Fotos geht es oft auch nicht, einen Pilz per Forum zu bestimmen. Wenn du aber keine Beschreibung und nur Fotos zeigst, dann ist es schwierig, was draus zu machen. Wirkt dann völlig lieblos (Texte fast nur in Kleinbuchstaben und fast ohne Punkt und Komma lesen sich auch nicht gerade angenehm).


    Ist alles ned bös gemeint – nur so machst du es einem schwer, dir bei der Bestimmung zu helfen.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Was geht denn hier ab? Am 1. März stellt jemand eine Frage. Über zwei Wochen später schaut die Person, die die Frage gestellt hat, wieder in das Forum (eine früheres Interesse wäre zumindest höflich). Mittlerweile haben sich trotzdem mehrere Foristi beteiligt. Die Aussagen der Foristi waren, dass einerseits die Baumbestimmung wohl falsch sei (was ich genauso sehe) und dass das abgebildete Objekt nicht einmal sicher als Pilz angesprochen werden können. Ob der Größe ist verwesender Kürbis eine plausible Möglichkeit. Das Objekt ist gefroren, wäre aufgetaut aber sicherlich völlig matschig.


    Mir würde da der unter Pilzkundlern (jedenfalls in meiner Region) bekannte Spruch einfallen: "Babys und Leichen soll man nicht bestimmen".


    Und der "Dank" für die Beteiligung werden die Beteiligten beleidigt. Sowas habe ich lang nicht mehr erlebt.


    Möglicherweise ist dem Threadersteller nicht bewusst, dass – sollte das Objekt pilzlich sein – es in dem Zustand nicht mehr bestimmbar ist. Möglicherweise ist ihm auch nicht bewusst, dass selbst bei perfekt ausgebildeten Fruchtkörpern die Bestimmung per Foto nicht einfach, oft nicht möglich ist. Spannend aber ist, welche Persönlichkeitsstrukturen man im Internet kennenlernen kann.


    Jedenfalls ist das kein guter Start, wenn man sich in einem Forum neu einbringen will. Eine Entschuldigung könnte aber vielleicht helfen. Manchmal ist man in seltsamen emotionalen Zuständen und versteht Dinge schnell falsch.


    Liebe Grüße und nichts für ungut,

    Christoph

    Servus Markus,


    wie gesagt: die Art erkenne ich schon makroskopisch gut (dein Foto ist sehr typisch). Die Sporenform, -größe und die vielen, auffälligen Öltröpfchen passen auch dazu. Die Basidien sind noch jung, aber die Form ist so, wie bei Exidiopsis zu erwarten. Ich meine, auch schon bei einer Basidie eine Längswand zu sehen. Reif sind die Basidien vierzellig und haben lange Epibasidien. Die Basidien einer Tulasnelle sehen ganz anders aus. Die Hypobasidie ist einzellig, nicht vierzellig. Dafür sitzen dann vier Epibasidien auf der Hypobasidie. Das ist ganz eigentümlich. Wenn du mal die Basidien einer Tulasnella von jung bis reif gesehen hast, dann kannst du das nicht mehr verwechseln. ;)


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Markus,


    makroskopisch sieht das für mich wie Exidiopsis effusa aus. Die Sporenform passt auch, nur sind sie noch ein bosserl kurz. Schau die Sporen besser in Wasser an, dann sterben sie nicht ab und du hast sie mit allen Vitalmerkmalen.


    Wichtig sind die Basidien. Die sehen bei Exidiopsis völlig anders als bei Tulasnella aus. Hast Du Basidien gesehen?


    Wenn du den Fruchtkörper anfasst, fühlt es sich dann wachsig an (und danach ist er dort, wo du drüberstreichst quasi weg)? Exidiopsis effusa ist extrem häufig.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Vitus, servus beinand,


    ich habe den Beleg per Post erhalten und habe ihn mikroskopiert. Da ich morgen in die Oberpfalz fahre, sind die Mikrofotos noch nicht für's Forum nachbereitet. Nur kurz als mein Eindruck:


    Die Basidien haben Basalsschnallen und sind reif viersporig (der Fruchtkörper beginnt erst zu sporulieren). Für R. rickii sind mir die Basidien deutlich zu lang und die Wurzel ist zu wenig vom Basidienkörper abgesetzt. Die Sporen erscheinen im Profil glatt (nur in Aufsicht teils etwas rau), das Ornament ist also zu fein, um direkt im Profil gesehen zu werden. Die Sporenform ist zu variabel für R. rickii, zu viele längliche Sporen dabei.


    Insgesamt bin ich daher bei Radulomyces confluens.


    Das Substrat ist für mich nach den Fotos klar eine Buche. Die Querstreifen kommen davon, dass die Borke spröde wurde. Die Lentizellen von Prunus sehen deutlich anders aus ( Maronisto).


    Soweit auf die Schnelle, liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Pedro,


    Frank ist einer der führenden Porlings- und Coritcioidenkenner schlechthin. Du kannst ihm das mit den 3% KOH ruhig glauben. Bei Agaricales hättest du recht, da nimmt man meist 20% KOH als Testlösung. Bei Porlingen nimmt man aber weniger konzentrierte Basen.


    Falls du Bestimmungstipps erhalten möchtest, wäre es hilfreich, etwas mehr an Information anzugeben. Frank hatte ja schon nach der Porengröße gefragt. Ich lege da gleich noch nach: war das Holz direkt unter dem Fruchtkörper weiß- oder braunfaul?


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Aber FAZIT ist doch, und ja, das finde ich auch nicht gut: JEDER darf sich PSV nennen, denn der Begriff ist nicht geschützt. Sehe ich es falsch? Egal wer, ob Ausbildung, Wildschytz- Absolvent oder totale Laie darf sich, ohne rechtliche Konsequenz PSV nennen?

    eben nicht DGfM geprüft, aber eben einfach so

    Servus hilmgridd,


    wäre der Begriff an sich geschützt, dürfte die BMG keine Pilzsachverständigen ausbilden. Ich glaube auch nicht, dass sich Privatpersonen einfach so als "Pilzsachverständige" bezeichnen. Wenn aber ein Verein selber ausbildet, dann kann der Verein Titel wie Pilzberater oder Pilzsachverständiger nutzen und diese vergeben.


    Deswegen nutzen wir von der BMG weiter das mit dem hochgestellten Zusatz: PBBMG und PSVBMG. So ist kurz und prägnant klar, dass es Pilzberater bzw. Pilzsachverständige sind, die nach unserer Prüfungsordnung ausgebildet und geprüft wurden.

    Die Stadt München bzw. der Verein für Pilzkunde München e.V. hat seine eigenen Pilzberaterinnen und -berater und die NHG Nürnberg kann, wenn der Verein mag, Pilzberater/-innen ausbilden. Es gibt also diverse Pilzberater und Pilzsachverständige von verschiedenen Vereinen. Eben weil der Begriff nicht geschützt ist.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Achim,


    zu Pilz #2:


    Gattung Pluteus ist klar, wüsste nicht, was es sonst sein könnte. Pluteus cervinus s.str. glaube ich nicht, da der starke Grauanteil im Hut untypisch wäre, so auch Nadelholz als Substrat. Die Artengruppe ist aber sehr komplex und aktuell ohne Sequenzierung nur bei Ausnahmen gut bestimmbar. Pluteus primus ist eine recht kräftige Art. Frühjahr allein reicht nicht, da auch die anderen früh erscheinen können. Trotzdem ist es immer eine Möglichkeit, die so früh im Jahr immer möglich ist. Pluteus pouzarianus wäre ein weiterer Kandidat. Beide Arten haben Schnallen in der Hutdeckschicht und wachsen auf Nadelholz. Man kann sie gut über die Sporenmaße voneinander unterscheiden (Pluteus primus hat breitere Sporen als Pluteus pouzarianus). Makroskopisch kann man manchmal, wenn die Fruchtkörper reif genug sind, Pluteus pouzarianus an einem Geruch nach Grünem Knolli erkennen (sog. Kunsthoniggeruch). Pluteus kovalenkei wäre auch möglich.


    Innerhalb des Pluteus cervinus-Aggregats wäre ich hier bei Pluteus pouzarianus s.l., also wohl einer der drei von mir genannten Arten (Pl. pouzarianus, Pl. primus, Pl. kovalenkoi). Und das abgeschwächt durch das "wohl". Mehr geht da m.E. leider nicht per Foto. Das ganze Aggregat sind in Europa ca. 13 Arten, auf der Nordhalbkugel ca. 25 Arten (Stand 2014).


    Pliz #3:

    Bischofsmütze? Kann man ausschließen. Kommt nie im Frühjahr und wäre klar und deutlich gestielt. Ich wäre hier wie Stefan bei der Gattung Discina (also Gyromitra s.l.) und auch bei Discina perlata = Discina ancilis im weiteren Sinn. Das sind aber vermutlich auch wieder mehrere Arten, so gibt es z. B. Gyromitra warnei ss. van Vooren, Gyromitra fluctuans, Gyromitra megalospora, die sich durch Sporenmaße und Anhängsellänge von Discina perlata unterscheiden. Ich hänge ein Bild von Gyromitra warnei ss. van Vooren an, von einem Fichtenstumpf:


    Die Sporen sind zu kurz für Discina perlata, jedenfalls laut der Bearbeitung van Vooren et al. in der Ascomycete.org – ob das ausreicht als Trennung? Discina warnei s.str. ist was Nordamerikanisches, daher ist für mich nicht klar, ob das dasselbe wie bei uns ist.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Vitus,


    mein Fund hatte Schnallen an den Basidienbasen. Wenn du wirklich gar keine Schnallen finden konntest und die Basidien zweisporig sind, dann sollten auch die Sporen im Schnitt das doppelte Volumenals die von viersporigen Basidien aufweisen. Wolfgang hat mit seiner Anmerkung natürlich recht, das Merkmal Schnallenlosigkeit und Zweisporigkeit sind gekoppelt. Ob es hier auch der Fall ist, dass es asexuelle, zweisporige Formen und sexuelle viersporige Formen gibt, müsste natürlich irgendwie geprüft werden. Möglich wäre es jedoch. Die Schnallen sind aber oft schwer zu finden, da sie klein sind und die Basidienbasen wegen des dünnen Stiels schwierig rauszupräparieren sind. Ich kann dir aber gerne anbieten, selber nachzumikroskopieren, wenn du mir etwas vom Material zuschickst.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Sabine,


    die beiden graulamelligen Pilzfruchtkörper sind für mich Rauchblättrige Schwefelköpfe. Die kommen gerne auch im Frühjahr vor und können auch so stämmig sein. Hier eine Kollektion von mir vom 10.4.2017 (hatte ich auch mikroskopiert, sind m.E. sehr sicher bestimmt):



    Der Farbverlauf am Stiel passt, die Rilligkeit der Stielspitze ist auch auf deinen Fotos gut zu sehen, der Farbton der Lamellen passt. Ziegelrote Schwefelköpfe schließe ich allein wegen der Farbgebung aus. Risspilze erkenne ich da gar nicht in deinem Foto.


    Das ist natürlich keine Essensfreigabe (du hast sie ja eh nicht mehr frisch vorliegen, nehme ich an). Mich würde es aber sehr wundern, wenn es etwas anderes sein sollte. Makrochemie habe ich noch gar nicht probiert, da bisher nicht nötig. Ich weiß nicht, ob man dadurch Hypholoma lateritium erkennen könnte. Wie gesagt, da passt mir gar nichts an der Farbgebung.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus "OtesOtum",


    dass du meine Replik als überheblich und direkt verurteilend empfunden hast, finde ich schade. Ich weiß nicht, ob du schonmal eine Satanspilzvergitfung mit bekommen hast. Ich schon. Der Patient lag auf der Intensivstation und der Arzt hatte Sorge, ihn durch die Nacht zu bringen. Ich hatte den Fall als Pilzberater mit betreut und konnte mit der Pilzbestimmung zum Glück helfen, da es den Arzt beruhigte, dass er "nur" den Elektrolythaushalt in den Griff bekommen musste. Ohne Intensivbetreujgn wäre das tödlich ausgegegangen.


    Der Riesenrötling (ich weiß, kein Röhrling) ist auch "nur" Magen-Darm-giftig, aber auch lebensbedrohend.


    Unabhängig davon – ich helfe seit vielen vielen Jahren Krankenhäusern bei Vergiftungsfällen. Mir wäre funktionierende Prävention lieber als Hilfe im Nachhinein, zumal es auch für mich anstrengend ist, mitten in der Nacht das Mikroskop anzuwerfen und mit Kliniken zu kommunizieren, wenn ich in der Früh wieder in die Arbeit muss.


    Und ja, ich habe "ein Herz für Pilze", sprich: ich empfinde Naturschutz als wichtig. Dass es mir etwas weh tut, wenn jemand einen wirklich sehr seltenen Pilz mitnimmt, um ihn dann einfach zu essen, tut mir nicht leid. Wenn du das als überheblich empfindest, muss ich damit leben. Dass meine Anmerkung, es hätte auch eine Art sein können, die noch nicht durch Verzehr und Beobachtung der Wirkung auf seinen Speisewert "getestet" wurde (wie bei Biletus gabretae, der eben auch völlig gelb ist), so wirkt, verstehe ich nicht.


    Es ist doch kein Problem, dass du dir mit der Bestimmung nicht sicher warst und hier nachgefragt hast. Aber dass du einen nicht bestimmten Pilz einfach so probiert hast, ist genau das Verhalten, das mir immer wieder Nächte kostet, wenn die Vergiftung passiert ist. Die Warnung vor Umkehrschlüssel war keine Spitze, sondenr ernst gemeint. Umkehrschluss ist: Satanspilz, manche Purpurröhlinge, Schönfuß und "WuBi" sind (stark bis weniger) giftig. Es war keiner davon, also muss er essbar sein. Korrekt wäre die Aussage "bei anderen Röhrlingen in Deutschland ist keine Giftigkeit bekannt".


    Ich weiß, man soll keine Ratschläge erteilen, wenn diese nicht explizit erfragt wurden. Du bist ein mündiger Bürger und du kannst beim Pilzeverzehren Umkehrschlüssen folgen, wie du lustig bist. In einem Pilzforum lesen aber auch andere mit. Und da Pilzberater und auch -beraterinnen u. a. Vergiftungsprävention betreiben wollen, schreibt man dann halt mal eine Warnung. Früher gab es die Regel, dass alle Riesenschrimlinge, also Pilze mit verschiebbarem Ring und freien Lamellen, essbar sind. Heute weiß man mehr, es gibt giftige Arten bei den Safranschirmlingen i.w.S. und ebenso macht der Jungfernschirmling Probleme. Daraus kann man ableiten, man müsse nur Chlorophyllum brunneum (inkl. Chl. venenatum) und Leucoagaricus nympharum kennen, dann stimme sie Regel wieder. Und siehe da, plötzlich taucht Chlorophyllum molybdites auf (es wird halt wärmer) und schon ist es passiert.


    Weltweit gesehen gibt es auch tödlich giftige Röhrlinge. Zudem werden auch neue Arten eingeschleppt (wie aktuell der Röhrling Aureoboletus projectellus, der zum Glück nicht giftig ist). Wie auch immer, ich will mich nicht rechtfertigen, dass ich versuche, vor Pilzvergiftungen durch Verzehr unbestimmter Arten zu warnen.


    Wie auch immer - ich habe gerne geholfen, den abgebildeten Pilz siweit es geht zu bestimmen. Zu den anderen Punkten, die ich geschrieben habe, stehe ich. Wo ich da abwertend dir gegenüber war, sehe ich immer noch nicht. Und wenn es für dich überheblich rüberkam, habe ich es wohl zu direkt formuliert. In dem Fall sorry, zum Inhalt stehe ich aber wie gesagt.


    Ich wünsche dir viel Spaß mit deinem Hobby und wünsche, dass du das Hobby auch langfristig ohne Probleme und Vergiftung betreiben kannst.


    In diesem Sinne ciao,

    Christoph