Beiträge von AlexanderK

    Ich denke Karl hat recht. Vor zwei Jahren habe ich mal eine orangene und eine gelbe Byssonectria mit jeweils unterschiedlich großen Sporen sequenziert - das Ergebnis: konspezifisch. Seitdem glaube ich, dass es lediglich eine Byssonectria bei uns gibt und folgerichtig sollte alles Byssonectria terrestris heißen. Ich kenne die übrigens ausschließlich von Heide-ähnlichen Habitaten.


    Gruß

    Hallo Thorben,


    für G. graminea halte ich das nicht. Dafür sind die Sporen meines Erachtens nach zu gedrungen und zu breit. Auch kenne ich die nur von Standorten im Rasen. Ich vermute, dass Du hier G. similis gefunden hast. Da passt eigentlich alles sehr gut, gerade auch die Ökologie.


    Leider habe ich momentan den De Haan und Walleyn nicht parat, da ist G. graminea nämlich sehr gut abgebildet, aber eben die G. similis nicht drinnen. Hierfür bietet sich die Funga Nordica an.


    G. similis ist übrigens eine klassische Galerina des späten Herbstes und Winters und wächst gern auf bemoosten Steinen aber auch Betonplatten o.Ä.. Inwiefern ähnliche Funde auf bemoosten Baumstämmen (stehend oder liegend) konspezifisch sind, wäre mal interessant zu untersuchen. G. similis ist übrigens sehr selten kartiert und ich vermute, dass das nicht die tatsächliche Verbreitung widerspiegelt. Seltener als G. graminea sollte sie aber schon sein.


    Gruß,

    Alex

    Ansonsten hier bei Hartmut melden:


    LG

    Es ist schon verwunderlich, dass Marco Thines als Co-Autor der Art und des Artikels, sowie als Editor in Chief bei Mycological Progress, so einen Unsinn zulässt bzw. unterstützt. Ich wage zu behaupten, dass der Artikel aufgrund dieses Epithetons, das nun wirklich nichts mit der beschriebenen Art zu tun hat - der Typus stammt ja auch aus Deutschland - öfter zitiert wird, als wegen des eigentlichen Inhalts.

    Aber, Bon hatte das Taxon als Varietät zu G. leucophylla beschrieben und das war schon 1996.


    LG,
    Alexander

    Hallo Thorben,


    wie Wolfgang ja bereits schrieb ist die Gruppe um C. laeticolor, die auch C. helvola und C. trigonospora, beinhaltet schwierig und meine eigenen molekularbiologischen Daten legen nahe, dass es ein Aggrat aus mehreren Sippen ist. Anhand von Funden befreundeter Mykologen und eigener Belege kann ich aktuell 10 Sippen ausmachen.


    Darunter ist gerade "C. laeticolor" recht problematisch. Der Typus stammt nämlich aus Wäldern auf Cuba und als Zusatz schreiben Curtis und Berkeley "scarcely 1 Inch high". Dieses Epitheton dürfte also sehr wahrscheinlich nicht für hiesige Kolletkionen angebracht sein. Hier muss noch einiges überarbeitet werden. Ein großes Problem stellt, wie immer die Typisierung "alter bekannter" und etablierter Namen dar.


    Anhand der Sporenform Deines Beleges vermute ich hier die häufigste "laeticolor"-Sippe. Gern schaue ich mir den, gut dokumentierten, Fund näher an.


    Wenn Du magst, schicke den Beleg an:

    Alexander Karich

    Internationales Hochschulinstitut Zittau

    Markt 23// 02763// Zittau


    LG,

    Alexander

    Hallo Wolfgang,


    das ist verständlich. Ich hatte vor Jahren einen sehr ähnlichen Fund auf den Hermannsdorfer Wiesen in Sachsen.

    Den zu bestimmen gelang mir nicht. Eine radiale Faserung des Hutes ist zu erahnen, aber evtl. lag das an dem Alter der Ftruchkörper. So ähnlich ist es ja auch gelegentlich bei E. prunuloides und ebenso den großen Blauen. Am ehesten dachte ich an Entoloma luteobasalis, die im übrigen phylogenetisch auch nicht allzu weit weg steht. Deshalb hatte ich den Pilz sequenziert. Die Sequenz ging über Kai Reschke an Bálint Dima. Inzwischen weiß ich, dass der Beleg identisch mit dem Typus zu E. inopiliforme ist. Die Publikation ist soweit ich weiß akzeptiert und sollte kommendes Jahr erschienen.


    ABER, dass eurer Fund identisch ist, möchte ich nicht entschieden ohne den Pilz selbst in der Hand gehalten zu haben. Ich wollte nur darauf hinweisen.


    Ich hänge mal ein Foto meines Fundes an:


    LG,

    Alexander

    Hallo Björn,


    bei der Nr.15 vermute ich Entoloma inopiliforme. Das Bon'sche Taxon ist wenig bekannt und sieht mehr oder weniger wie eine braune Form von E. bloxamii oder E. maddidum aus, es gehört auch in dieselbe Guppe. Aktuell steht es noch als Synonym zu E. prunuloides, das sollte sich aber bald ändern.


    LG,

    Alex

    Hallo Schupfnudel,


    warst Du gemeinsam mit Enno unterwegs?

    Die Nummer zwei, da hat Karl recht, sieht aus wie etwas von dem ich bereits eineige Belege kenne. Welchen Namen die Keule hat oder ob überhaupt, weiß ich noch nicht. Die C. cf. falcata ist interessant weil ich die eigentlich nicht mit Vakuole in den Sporen kenne. Ansonsten könnte ich mir hier gut eine Art aus dem falcata/acuta-Komplex vorstellen. Die Clavulinopsis cf. umbrinella habe ich auch schon mehrfach in so hellen Farben. Ist vermutlich eine eigene Art. Von C. umbnrinella gibt es möglicherweise min. 4 Phyloclades in Deutschland. Die letze, rosa Keule ist sicherlich eine Clavaria, C. messapica wäre hier mein Arbeitstitel. Die ist bei uns recht häufig. Andere, wie z.B: Clavaria incarnata sensu auct. mult. kämen aber auch in Frage.

    Gern schaue ich mir die Belege näher an, eine Sequenzierung eingeschlossen. Ich weiß aber noch nicht wann ich das schaffe, da noch einige andere Dinge darauf warten ;)


    Ich schicke Dir eine PN.


    LG,
    Alexander


    PS hat die Dermoloma nach einiger Zeit zumindest leicht geschwärzt/gebräunt?

    Hallo Benjamin,


    eine Webseite gibt es nicht aber eine Veröffentlich ist natürlich geplant. Ein Buch ist allerdings noch Zukunftsmusik.

    Zwei Tage Kühlschrank sollte eigentlich kein Problem sein. Wichtig ist, dass das Material dann ausreichend gut getrocknet wird ("rascheltrocken" ;) ).


    LG und Danke,

    Alex

    Hallo Karl,


    zur cf. Clavulinopsis ist ohne Mikros wenig zu sagen. Evtl. eine aus dem Komplex um C. umbrinella. Wie groß waren denn die Sporen?

    Die gelbe Keule sollte, wenn die Sporen rund sind, nichts anderes als C. flavipes s.s. sein. Ich erinnere so etwas Ähnliches bereits schon von Euch aus der Eigfel beokmmen zu haben. Aber vielleicht ist's ja doch was Anderes. Schaue ich mir daher sicherlich an.


    LG,

    Alex

    Hallo Benjamin,


    gemeinsam mit anderen Mykologen um Slavomir Adamcik bearbeiten wir die Clavariaceae. Ich habe inzwischen schon einige Belege aus div. Gattungen sequenziert. Von C. fusiformis habe ich bisher nur einen Beleg von Gernot Friebes, leider mit schlechter Sequenz. Da ich den Pilz noch nicht selbst gefunden habe, bin ich an frischen Belegen interessiert. Solltest du davon Material da haben, würde ich sehr gern versuchen eine gute Sequenz zu erhalten.

    Zusätzlich zur Sequenz möchte ich den Beleg mikroskopieren. Und dann sollte davon noch was für ein öffentliches Herbarium übrig bleiben. Ich wohne nicht in der Schweiz. Den Versand würde ich Dir natürlich bezahlen.


    Liebe Grüße,
    Alexander

    Hallo,

    gibt es von der Clavulinopsis fusiformis noch einen Beleg. Falls ja, würde ich die gerne in meine Untersuchung einbauen, also sequenzieren. Dann müssten aber bestenfalls noch mindestens 2-3 Fruchtkörper da sein, weil ich die auch mikroskopieren würde und dann noch was für einen Herbarium übrig bleiben solte.

    Danke und LG,

    Alexander