Beiträge von AlexanderK

    Hallo Cornelius,


    das sieht nach "Clavulinopsis laeticolor" oder was Ähnlichem aus -C. trigonospora käme da zB auch in Frage. In der Gattung ist noch einiges ungeklärt. Der Standort ist fetzig. Hast Du zufällig einen Beleg angefertigt? Ich wäre daran stark interessiert.


    LG,
    Alex

    Hallo,


    letztes Jahr habe ich für Studenten vorgesehene Prüfungsfragen im Modul "Myklogie" von ChatGPT beantworten lassen. Die KI hatte nicht alles richtig beantwortet und einiges durcheinandergebracht, ähnlich zu Deinem Beispiel.

    Da bleibt nur selber nachlesen.

    Eine sehr gute und aktuelle Basis für einen tieferen Einstieg in die Mykologie bietet das Werk von Meike Piepenbrink: Mykologie - Diversität, Morphologie, Ökologie und Evolution der Pilze. Falls man mit einigen Fachbegriffen nichts anfangen kann, sollte man in Dörfelts "Lexikon der Mykologie" fündig werden.


    LG,

    Alexander


    Mykologie
    link.springer.com

    lexikon der mykologie von dörfelt - ZVAB

    Hallo,


    M. niveipes meine ich vom Geisingberg in Sachsen zu kennen. Die Fruchtkörper wuchsen büschelig, Anfang/Mitte Juni im Laubwald, und hatten sehr zerbrechliche, weiße Stiele. Alles passte sehr gut zur Beschreibung der Art im Ludwig.

    Der Pilz hier scheint mir was Anderes zu sein, als das was ich damals hatte.


    LG,

    Alexander

    Hallo,


    es gibt da eine noch unbeschriebene Art die der Lamelloclavaria petersenii nahe steht. Die käme makroskopisch ganz gut hin. An Dermoloma mag ich nicht so recht glauben, dafür sind mir die Lamellen nicht bauchig genug und auch zu weiß.

    Gibt es denn Mikrodaten bzw. einen Beleg?


    LG,

    Alex

    Hallo,


    das kleine weiße Keulchen auf Brandstellen welches länger als Clavaria tenuipes (sensu Kajan und Grauwinkel 1987) geführt wurde, ist keine Clavaria, sondern eine Rickenellaceae. Schild hat die Art seiner Zeit diskutiert und Kajan und Grauwinkel haben daraufhin C. kriegelsteineri als die "nicht Brandstellenart" beschrieben. Dass C. tenuipes auf Brandstellen vorkommen soll, hatte aber erst Rea 1922 der Berk. & Broome-schen Art hinzugedichtet. C. tenuipes sollte also eine Keule sein die, Clavaria-typisch, nichts mit Brandstellen zu tun hat.

    Es wuchs in kürzerer Vergangenheit auf großen Waldbrandflächen in Brandenburg und Sachsen, in der Regel in dem ersten Frühjahr nach dem Brand von Ende März bis Mitte/Ende April (bisweilen aber auch danach) meist zwischen Funaria hygrometrica aber auch assoziiert mit Ceratodon purpureus. Es sollte also jetzt da sein.

    Die Neubeschreibung wird nebst einer ebenso unbeschriebenen "Arrhenia" demnächst bei Mycological Progress erscheinen.


    LG,
    Alexander

    Hallo,


    mit dieser Frage habe ich mich letztes Jahr bereits auseinandergesetzt und deshalb ein paar eigene Belege von G. striatula (im Spätherbst und +/- aus dem Fichtenwald) und vermeintlichen G. xerophila (alle bei Peltigera sp.) sequenziert. Ausschlag gab ein erster eigener Beleg einer Gamundia an Peltigera. Die Datenlage der Sequenzen bei GeneBank und Unite war/ist schlecht und daher brauchte es eben eigene Daten um die Frage verlässlich beantworten zu können.

    Die Ergebnisse sind eindeutig und belegen die Eigenständigkeit beider Taxa. Sie sollen demnächst für den Boletus aufgearbeitet werden.


    LG,

    Alexander

    Hallo Raphael,


    ja Voitk et al. haben die Arrhenia bearbeitet. Aber so richtig haben sie sich da auch nicht ran getraut. Bzw. haben die "lediglich" einige sphagnophile Arten und den "Acerosa-Komplex" thematisiert. Leider haben die in ihren Arbeiten nahezu ausschließlich ITS-Sequenzen (und einige wenige LSU) verwendet. Betrachtet man jedoch das aktuelle Konzept der "Gattung" Arrhenia genauer, so wird deutlich, dass die Gattung vermutlich polyphyletisch ist.


    Die Typusart von Arrhenia ist A. auriscalpium, also eine spathelige vermutlich moosassoziierte Spezies (mit Schnallen). Inzwischen gibt es einige (ITS+LSU) Seuquenzen von Arrhenia s.l. und darin wir momentan alles zusammengefasst was phylogenetisch bis zu den sphagnophilen Arten reicht. E gibt zwei phylogenetisch distinkte "sphagnophile" Clades. Diese haben zwar Voitk et al. bearbeitet, aber verschwiegen, dass dazwischen noch weitere nicht sphagnophile Spezies stehen. Außerdem gibt es noch den bereits erwähnten "Acerosa-Komplex" mit vielen seitlingsartigen und omphalinoiden Spezies (die alle nicht oder nur bedingt moosassoziiert sind). Und dann halt noch einen großen Ast auf dem das sitzt, was ich als Arrhenia sensu stricto bezeichne inkl. A. auriscalpium, A. lobata, aber auch A. velutipes, A. obatra und anderen. Darunter befindet sich mindestens eine Art die keine Schnallen hat, obwohl dieses Merkmal (Schnallen vorhanden) innerhalb Arrhenia s.l. sonst recht konsistent zu sen scheint.


    Das alles ist ja noch ok, und da ist noch nichts polyphyletisch. ABER es gibt eine relativ aktuelle Arbeit in der wider A. Vizzini beteiligt ist. Diese beschreibt neue Omphalina-Spezies. In der Arbeit werden u. A. Sequenzen basidiogener Flechten und auch von "Cyphelostereum-Arten" verwendet und siehe da, diese scheinen stark mit den Arrhenia s.s. verwandt zu sein.

    Und damit wäre dann das aktuelle Konzept von Arrhnia zu überdenken!

    New Insights into Lichenization in Agaricomycetes Based on an Unusual New Basidiolichen Species of Omphalina s. str.
    The genus Omphalina is an ideal genus for studying the evolutionary mechanism of lichenization. Based on molecular phylogeny using ITS and nuLSU sequences by…
    www.mdpi.com


    Ich weiß, dass Moreau, der auch mit Voitk et al. zum Acerosa-Komplex publizierte sich mit Arrhenia und ähnlichen Arten befasst. Aber wann und was er publizieren wird, das weiß ich nicht.


    Klar ist, dass uns noch viele Überraschungen erwarten ;)


    LG,

    Alex

    Hallo Thorben,


    ich habe vor einiger Zeit eigene und fremde Funde von A. baeospora sequenziert. Das damalige Ergebnis überraschte mich, denn die Spezies ist bei den Lyophyllaceae s.l. einzuordnen, etwa bei Atractosporocybe inornata und Clitocybe subditopoda. Inzwsichnen gibt es zwei gute Sequenzen bei Genbank die das Ergebnis bestätigen aber es hat sich noch niemand getraut die Lyophyllaceae aufzuräumen. Das wird eh ne harte Nuss!


    LG,

    Alex

    Hallo Christian,


    das ist vermutlich Lyophyllum tomentellum. Die Art kenne ich inzwischen von einigen xerothermen Magerrasen. Es gibt aber mindestens eine weitere, makroskopisch ähnliche Art mit etwas kleineren Sporen. Diese ist möglicherweise noch unbeschrieben, zumindest gelangt man mit Grögers Schlüssel dann zu L. mephiticum, die aber eine Waldart sein sollte.

    EDIT: Du schreibst, dass die HDS keine Schnallen hat. Kannst Du das noch einmal prüfen? Gibt es Schnallen in Hymenium und Trama?


    LG,

    Alexander

    Hallo,


    auf über Wochen inkubierten Wolfsdung fand ich Pseudombrophila petrakii. Die Sporenmaße maßen 10,5-12,5 x 5,5-7-5 µm und waren quer gestreift, wie es für die Art typisch sein soll. Das Ornament färbte leider in Baumwollblau nicht gut.

    nobi_† Gibt es da evtl. andere Vertreter der Gattung die man auf dem Schirm haben sollte?


    Abb.: Apothecien auf Wolflosung (A-D), Randhaare (E-F), Sporen in Wasser (G, H) und Melzer (I), Skalen 1 mm (A-D), 10 µm (E-I)


    Gruß,

    Alexander

    Hallo Nobi,


    Jawoll, Cheilymenia megaspora passt besser. Sowohl das Ornament als auch die Haarlänge stimmen zu dem was Moravec 1989 in Mycotaxon zu der Art geschrieben hat - wird geändert.

    Dass, das Zweite ein fakultativ Coprophiler ist, haben wir uns schon genau so gedacht. Schade, dann gibt's dieses Mal keinen Namen für den Pilz.


    Danke Dir für die Aufklärung!


    Frohe Ostern,

    Alla

    Hallo,


    eigentlich wollten wir ja Pilze auf Brandstellen untersuchen, aber dann fanden wir u.A. Köttel (vermutlich von Rotwild) mit kleinen behaarten orangenen Apothecien. Wird bestimmt nur C. stercorea, aber warum zur Abwechslung nicht eine Cheilymenia mit Sternhaaren mikroskopieren? Denkste!


    Nach ausführlicher Untersuchung zeigten sich folgende Merkmale:

    Apothecien bis etwa 2,5 mm groß, orange, Rand und Außenbereich mit Seten behaart, keine Sternförmigen Seten/Haare beobachtet, Asci 8-sporig, uniseriat, Melzer nicht geprüft, etwa 160-175 x 14-18 µm, Sporen elliptisch 23,5-24,7-26 x 11-12,08-13 µm, Q = 1,88-2,04-2,17, fein punktiert oder bisweilen mit etwas gratigem Ornament, Paraphysen länger als Asci, etwa 200 x 5-6 µm, mit bis zu 11 µm erweiterten keuligen Spitzen, apikal mehrfach septiert, basal einfach bis mehrfach gegabelt, Seten mit 1-3 Wurzeln. 4.4.2023, Hirschlosung, NP Sächsische Schweiz.

    Aufgrund der großen (wenn auch für die Art im unteren Bereich liegenden) und ornamentierten Sporen, sowie den polyfurcaten Seten sollte das Cheilymenia insignis sein. Zumindest passt die Abbildung von Van Vooren auf Ascomycete.org sehr gut. Moravec zeichnet etwas breitere Sporen und Lundqvist muss Sporen bis 34 µm und mehr gemessen haben. Was sollte es sonst sein, wenn nicht die seit den 80ern in Sachsen nicht mehr nachgewiesene Art?

    Edit: Nobi's Hinweis zu Ch. megaspora passt sehr gut!


    Abb. 1: A - Apothecien von C. insignis auf Hirschlosung, B – Seten, C –Sporen in Baumwollblau, D Paraphysen und Asci in Wasser; Skala A: 1mm, B: 100 µm, C: 10 µm, D: 50 µm


    Edit: hier die Abbildung der Sporen, da sonst das feine Ornament nicht zu sehen ist:


    Direkt daneben wuchs ein mir völlig Unbekannter, vermutlich ein Vertreter der Pleosporales. Keine Ahnung was das ist. Kann mir jemand auf die Sprünge helfen?


    Fruchtkörper ein Pseudothecium, 150- 200 µm groß, Ostiolum mit Setulae besetzt, Asci 8-sporig, biseriat, bitunicat, Keine Reaktionen in Melzer, etwa 60-75 x 12-16 µm groß, Sporen 2-zellig, baun, ohne Keimspalte oder -porus, ohne Gelhülle, 14,5-16 x 6,5-7 µm, 1. Zelle 7-8 x 6,5-7 µm, 2. Zelle 6,5-7,5 x 6-6,5 µm.


    Abb. 2: A, B – Pseudothecien auf Hirschlosung, C,D – Pseudothecien mit Seten besetzt, E-G – Asci und Sporen in Wasser; Skala A: 1mm, B: 100 µm, C: 50 µm, D-G: 10 µm


    Gruß,

    Alexander


    Cheilymenia insignis
    Cheilymenia insignis  (P. Crouan & H. Crouan) Boud., Hist. class. discom. Eur.: 63 (1907).   Basionym  Ascobolus insignis P. Crouan…
    ascomycete.org

    Hallo Nobi,


    da gibt es keine konkrete Richtlinie. Die Werte, wonach zwischen unterschiedlichen Spezies unterschieden wird, sind auch durchaus von Gattung zu Gattung, bzw. Familie etc. variabel! Aber, ein Unterschied von etwa 4 % und das in der 28s (LSU) rDNA, bedeutet sicherlich, dass unser Beleg nicht konspezifisch mit denen ist, von dem die Shanorella spirotricha Sequenzen stammen. Bis dato war/ist die Gattung monotypisch. Ich werde aber noch einmal sauberer ITS-Sequenzen generieren müssen. Evtl. könnten wir das Ergebnis dann ja auch in den zukünftigen Dungbericht einbauen? In welcher Form auch immer.


    Gruß,

    Alla

    Hallo,


    auch diesen Pilz habe ich sequenziert. Die These, dass es sich evtl. um Neogymnomyces virgineus handelt, konnte nicht bestätigt werden. Die Qualität der ITS-Sequenz ist leider sehr schlecht. Sie ist zu etwa 85% identisch mit einigen von Aphanoascus keratinophilus. Die saubere LSU-Sequenz wiederum ist zu 96,3 % identisch mit Shanorella spirotricha. In der Beschreibung dieser Art gefällt mir, dass sie wohl gern zu Clustern verwächst, so wie mein Fund auch. Ich vermute hier also eine unbeschriebene Shanorella Spezies.

    Die Gattung ist einer neueren molekularbiologischen Arbeit zu den Onygenales (möglicherweise aufgrund fehlender Datenalage) noch "incertae sedis" eingestuft, was möglicherweise durch den vorliegenden Fund behoben werden könnte.


    Benjamin (1956) A New Genus of the Gymnoascaceae with A review of the Other Genera

    Kandemir et al. (2022) Phylogenetic and ecological reevaluation of the order Onygenales


    Gruß,
    Alexander

    Hallo,


    hier ein kurzer Nachtrag zu Hypocopra sp.

    Sie ist inzwischen reif und mikroskopisch identisch mit Hypocopra merdaria. Auch die Sequenzen der beiden Belege bestätigen dieses Ergebnis.


    Gruß,

    Alexander

    Hallo Nobi,


    den Currah hatte ich mir gestern kurz angesehen, aber nicht wirklich etwas passendes gefunden, zumal die meisten Vertreter in dem Werk max. 1 mm groß werden.

    Aber Neogymnomyces passt super!

    Leider funktioniert Dein Link nicht, aber ich habe das hier gefunden:

    A comparative study of Neogymnomyces virgineus, a new keratinolytic species from dung, and its relationships with the Onygenales - Fungal Diversity
    Isolations of onygenalean fungi were made recently from different dung samples from Italy. A striking snow-white species with gymnothecial ascomata, developed…
    link.springer.com


    Neogymnomyces virgineus sieht gut aus! Ich prüfe das noch einmal. In der Publikation wurden ja auch Sequenzen generiert. Das ist auch gut, so habe ich Vergleichsdaten.


    Danke!

    Alexander


    PS Soll ich Dir eigentlich einen Teil retournieren?


    Doveri, F., Pecchia, S., Vergara, M. et al. A comparative study of Neogymnomyces virgineus, a new keratinolytic species from dung, and its relationships with the Onygenales. Fungal Diversity 52, 13–34 (2012). https://doi.org/10.1007/s13225-011-0120-2

    Hallo,


    nobi_† hat vor einiger Zeit Fuchsdung mit Aphanoascus fulvescens drauf nach Zittau geschickt.

    Inzwischen wächst darauf ein weiterer Vertreter der Onygenales (zumindest ordne ich ihn da ein). Leider kann ich in der einfachen Dungpilzliteratur dazu nix finden.


    Nachfolgend die Beschreibung des Fundes:

    Fruchtkörper bis zu 0,5 cm große kugelige, weiße Gymnothecien, an Insektengespinste erinnernd.

    Hyphen (2,5)3,5-4(5) µm stark, septiert, nicht dickwandig, Enden bisweilen etwas gebogen und leicht spitz zulaufend, etwas inkrustiert, oder mit "Noppen" besetzt.

    Asci nahezu rund, 8-9,5(10) x 8-9 µm, hyalin, konstant 8-sporig. Sporen linsenförmig, 3,5-4,2 x 3,5-4,2 x 2-3(3,7) µm, hyalin, glatt.


    Abb. 1: Gymnothecien (A), Gymnothecienrand (B), Asci im Verband und separat (C, D), Ascosporen (E), Hyphen (F,G), Skala A - 0,5 cm, B 100 µm, C, D, F, G - 10 µm, E - 5 µm


    Kann mir jemand weiterhelfen?


    LG,
    Alexander

    Hier noch Fotos der Sporen:


    Keimporus "oben" - der zur Ascusspitze zeigende Pol


    Kein Keimporus auf der anderen Seite


    Außerdem noch ein Foto einer weiteren unreifen Spore mit unterschiedlichen Caudae (einmal mit Kanal, einmal ohne)


    Dieselbe im Phasenkontrast


    In Lundquist's Abbildung von sudermanniae ist ein Caudum zentraler (das kanallose) als das andere. So ist's auch bei mir. Zumindest bei den unreifen Sporen. Bei den reifen sind die Caude oftmals abgerissen und daher ist das Merkmal schwer zu interpretieren.


    Gruß,

    Alex